TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen

DER ERKENNTNISSTAND ZUM ATLANTIS DES PLATONBERICHTS

In der Vorgeschichtsforschung gibt es ein Thema an dem niemand vorbeikommt der ernsthaft an der Erforschung der Kulturgeschichte der Menschheit interessiert ist:

ATLANTIS

Um das sagenumwobene Atlantis ranken sich die Sagen und Mythen der unterschiedlichsten Epochen und Kulturen. Wie wir in den nachfolgenden Kapiteln aufzeigen werden, gibt es dazu – mal ganz abgesehen von den vielen unqualifizierten Spekulationen zu diesem Thema – auch eine ganze Menge historische Informationsquellen und schon viele seriöse wissenschaftliche Erkenntnisse.

Mit Atlantis verbindet sich die Vorstellung eines goldenen Zeitalters und einer technisch und spirituell hochentwickelten, einen vorbildlichen Staat besitzenden, weltweit führenden und impulsgebenden Kultur, welche neben vielem anderen auch die Mathematik und Astronomie perfekt beherrschte, mit anderen Ländern in einem regen kulturellen und wirtschaftlichen Austausch stand und in der die Menschen friedvoll und glücklich gewesen sind.

Nach unterschiedlichen Schätzungen sind bisher weit über 20.000 Publikationen erschienen, die sich mit der Frage befassen, ob, wann und wo Atlantis einst existiert haben könnte. Die Hauptmasse dieser Veröffentlichungen fällt dabei in die letzten 100 Jahre und es entstehen bis heute ständig weitere Schriften und Filmberichte. Bis heute gilt Atlantis als das größte Rätsel der Weltgeschichte und ist mit Abstand die meistdiskutierte Sage des Altertums.

In esoterischen Kreisen gibt es bekannte Persönlichkeiten wie Helena P. Blavatzki, Rudolf Steiner, W. Scott-Elliott u.a., die die Existenz von Atlantis in Zeiten datieren, die mehrere Zehntausende (80.000 oder gar über 200.000 Jahre) von Jahren vor der heutigen liegen. Die atlantische Kultur so weit zurückzudatieren bzw. über geschichtliche Ereignisse in so weit zurückliegende Zeiten zu spekulieren, wo doch bisher noch nicht einmal die Geschichte um das Jahr 0 unserer Zeitrechnung halbwegs unzweifelhaft erfaßt ist, halten wir jedoch für abgehoben, unrealistisch und unsinnig. Darüber Spekulationen anzustellen, wie die kulturellen Verhältnisse auf der Erde vor dem Ende der letzten „Eiszeit“, also in der Zeit vor 12.500 v.Chr. ausgeschaut haben, ist müßig, damit bewegt man sich allein im Bereich des Glaubens bzw. wirklichkeitsferner Spekulationen, die nur Verwirrung stiften, der Erkenntnisfindung in der Sache aber in keiner Hinsicht dienen.

Sinnvoller ist es, bei der Forschung nach der atlantischen Kultur und seiner Herkunft die Füße auf dem Boden zu behalten und den Fokus auf die Jahrtausende nach der „Eiszeit“ zu richten, denn für diese Zeit gibt es heute eine Vielzahl von konkreten archäologischen Funden, architektonischen Hinterlassenschaften und auch schriftlichen Zeugnissen aus dem Altertum, mit denen sich zumindest schon ein gewisser Zeitabschnitt der postglazialen Vorgeschichte mit ihren kulturellen und religiösen Entwicklungen skizzieren läßt, worauf man weiterführende Forschungen aufbauen kann.

Grundlage jeder ernsthaften Beschäftigung mit dem Thema „Atlantis“ ist der vom griechischen Philosophen Platon (427-347 v.Chr.) überlieferte Atlantisbericht. Dieser Bericht über das sagenumwobene Atlantis geht zurück auf altägyptische Tempelinschriften und Papyrustexte, die sich der weise Grieche Solon – neben Themistokles der bedeutendste Staatsmann Athens – während eines mehrjährigen Aufenthalts in Ägypten
von einem ägyptischen Priester in Sais vorlesen und übersetzen ließ. Solon hat diese Nacherzählung aufgeschrieben und 560 v.Chr. mit nach Athen gebracht, wo er ein großes Epos über das Thema verfassen wollte, jedoch kurze Zeit später (559 v.Chr.) verstarb. Nach dem Tode Solon’s gelangte die Niederschrift in den Besitz seines Freundes Dropides, der sie an seinen Sohn Kritias den Älteren vererbte. Dieser wiederum
hat die Schrift an seinen Enkel Kritias den Jüngeren weitergegeben, der als ein Schüler des Sokrates diesen Bericht im Rahmen eines Lehrgesprächs auch seinen Mitschülern Platon und Timaios vortrug. Der große Wahrheitssucher Platon hat dieses Wissen in seine Dialoge „Timaios“ und „Kritias“ aufgenommen, welche heute als der sogenannte „Atlantisbericht“ bezeichnet werden. Platon hat mehrfach betont, daß es sich dabei nicht um eine Fiktion, sondern um wahre Begebenheiten handle. Die allermeisten Spekulationen bzw. Theorien über Atlantis haben eins gemeinsam:

sie greifen irgendeinen Ort und irgendeine Zeit auf, die nicht im geringsten zu der Atlantis-
Beschreibung Platon’s passen.

Statt der herbeiphantasierten Theorien wird dann oft Platon’s Bericht für falsch erklärt, was schließlich dazu führte, daß viele Leute Atlantis als reine Phantasie betrachten, was aber definitiv nicht der Fall ist. Auch ist man in den letzten Jahren dazu übergegangen, andere Kulturen der Vergangenheit als Atlantis zu bezeichnen, die in keiner Weise etwas mit dem von Platon beschriebenen Land zu tun haben.

Eine lange vorherrschende Meinung war es, Atlantis auf den Azoren im Atlantik zu lokalisieren. Die Lage von Atlantis im Bereich der Azoren ist aber schon deshalb nicht haltbar, weil dort niemals, wie verschiedene geologische Untersuchungen ausreichend belegen, eine größere Insel existiert haben kann oder untergegangen ist – und entgegen einiger irriger Behauptungen auch niemals irgendwelche Spuren einer älteren Zivilisation gefunden wurden. Ebenso ist jeder Lokalisierungsversuch im Mittelmeerraum völlig unhaltbar, weil Platon in seinem Atlantisbericht die Heimat der Nordmeervölker (Atlanter) unzweifelhaft als außerhalb des Mittelmeeres im „atlantischen Meer“ gelegen beschreibt und im gesamten Mittelmeerbereich niemals eine Inselregion untergegangen ist, die nach ihrem Absinken ein unbefahrbares „Schlamm-Meer“ hinterlassen hat, wie Platon überliefert.

Zum Durchbruch in der Atlantisforschung ist es durch die Entdeckungen und Erkenntnisse Jürgen Spanuth’s (1907-1998) aus dem nordfriesischen Bordelum gekommen. Spanuth hält sich als erster Atlantis-Forscher streng an die Überlieferungen Platon’s, bezieht viele Quellenhinweise anderer Geschichtsschreiber der Antike mit ein und arbeitet mit so überzeugenden und teils lange bekannten wissenschaftlichen Fakten, daß seine 1948 begonnene Forschungsarbeit zweifelsfrei als die bisher umfassendste und größte wissenschaftliche Leistung zur Lösung des Atlantis-Rätsels gilt.

Jürgen Spanuth hat die Herkunft der Nordmeer bzw. Seevölker (Atlanter) entschlüsselt und zurecht mit der  Region östlich von Helgoland in Verbindung gebracht; er hat dabei Homer’s „Land der Phaiaken“, das „Bernsteinland der Antike“ und die „Basileia“ des Platon-Berichts, das Zentrum des Atlantischen Großreichs, das in anderen Überlieferungen „Scheria“ (das Land des abgeschnittenen Felsens, der Steilküste), „Heloxia“ (Heilige Insel), „Hyperborea“ (Land jenseits des Nordwinds) oder „Abalus/Avalon“ (Apfelland – wegen dem heiligen Wald der Hesperiden und den dortigen Apfelbäumen) genannt wird, in der Deutschen Bucht in der Nordsee entdeckt.

Hierzu ist anzumerken, daß weite Gebiete der Deutschen Bucht in der Bronzezeit noch fruchtbares Marschland gewesen waren, Jütland (die heutige dänische Halbinsel bis runter zu den Niederlanden) damals mindestens in der doppelten Breite seiner heutigen Größe nach Westen reichte. Doch war die Nordsee zu dieser Zeit durch tektonisch bedingte Landabsenkungen bereits tief in das Land eingebrochen, so daß das Gebiet um das atlantische Zentrum eine von Meeresarmen durchdrungene Inselwelt darstellte und die „Basileia“ eine mit dem offenen Meer durch mehrere Meeresarme verbundene, etwas nordöstlich des „Steingrunds“ gelegene und durch zwei Ringe mächtiger Deiche geschützte Hafenstadt war, von der das atlantische Reich regiert wurde. Eine Helgoländer Sage berichtet von einer „goldenen Stadt“ mit kupfernen Sielen, die auf dem Steingrund versunken sei.

Bereits in den 50er Jahren sammelte Spanuth wichtige historische, geologische und
archäologische Erkenntnisse und trug sie zu einem Gesamtkonzept zusammen. In seinen
Büchern weist er nach, daß Platon’s Atlantisbericht, Homer’s Phaiakie und andere
Beschreibungen antiker Autoren (Herodot, Euripides, Hekataios, Plinus der Ältere,
Pytheas von Massilien, Appolonios von Rhodos, altägyptische Tempelinschriften und
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Wandbilder von Medinet Habu, „Papyrus Harris“ = ein Regierungsbericht Ramses
III. u.a.) größtenteils bis ins Detail richtig sind und mit den tatsächlichen historischen
Gegebenheiten um 1.200 v.Chr. übereinstimmen, wobei an der Authentizität der Quellen
heute kein Zweifel mehr bestehen kann. Ebenso belegt Spanuth, daß die verschiedenen
Geschichtsschreiber des Altertums mit den Eigentümlichkeiten in Atlantis exakt
die bekannten germanischen Sitten von Tanz, Sport, Ehrenkodex, Kultus, Schiffsbau,
Architektur und vielem Anderen beschreiben. Schon dadurch deutet sich an, daß die
atlantische Kultur ein Vorläufer der germanisch-deutschen Kultur war.
Eindeutig und präzise sind auch die antiken Beschreibungen der geographischen Verhältnisse
in der Nordsee nach dem Untergang von Atlantis-Basileia ca. 1.220 v.Chr.,
sie beschreiben das unschiffbare Schlammeer (= Wattenmeer), viele Eigenarten
wie Ebbe und Flut, die Flüsse Elbe und Eider, die Felseninsel (Helgoland) in der Nähe
der ehemaligen Hauptstadt Basileia, die für diese Region typischen Farben der Gesteine,
die Rohstoffvorkommen auf der „Heiligen Insel“, den Eider-Schlei-Weg (den
„Nord-Ostsee-Kanal“ der Bronzezeit) und viele andere Details, die in der norddeutschen/
jütländischen Region vorzufinden sind bzw. für die damalige nordische Kultur
charakteristisch sind.
Auch wenn in Spanuth’s Arbeiten nach heutigem Erkenntnisstand im Detail noch einige
Ungenauigkeiten enthalten und verschiedene Aspekte noch nicht erfaßt sind, hat er
durch sein Lebenswerk in der Atlantisforschung den Weg gewiesen, so daß seit der
Veröffentlichung seiner Arbeiten eindeutig die Spreu vom Weizen getrennt werden
und somit unqualifizierte Hobbyspinnerei und pseudo-esoterische Traumtänzerei aus
dem Bereich seriöser Atlantisforschung ausgeklammert werden können.
In der Zeit nach Spanuth hat sich aufbauend auf dessen Erkenntnissen in der Vorgeschichtsforschung
viel getan. Gerade in den letzten Jahren ist es aufgrund verschiedener
sensationeller archäologischer Entdeckungen, immer weiterer neuer Erkenntnisse
und vieler großartiger Buchveröffentlichungen zu einer Renaissance, ja, zu einer
Hochblüte der Atlantisforschung gekommen. So ist heute das von Platon beschriebene
Atlantis von weiten Kreisen der Atlantisforschung wissenschaftlich solide unterbaut
zweifellos als die nordisch-megalithische Hochkultur der Bronzezeit identifiziert,
deren ursprüngliche Heimat im mittel-nord-westeuropäischen Raum, genau im Herkunftsgebiet
der germanischen Völker, lokalisiert werden kann. Die damalige Metropole
Basileia im heutigen Wattenmeer nordöstlich von Helgoland war bis ca. 1.200
v.Chr. das Zentrum des riesigen, sich einst bis nach Nordafrika erstreckenden atlantischen
Reiches, mit einem geordneten Staatenbund, einer erstaunlichen Hochkultur und
Religion, Steinarchitektur, Schrift, Wettkampfstätten, öffentlichen heißen Bädern usw.
Erst gewaltige hereinbrechende Naturkatastrophen verschlossen für Jahrtausende den
Blick auf die großartige europäische Vorgeschichte.
In den nachfolgenden Kapiteln soll erst einmal eine Zusammenstellung der bisherigen
Erkenntnisse zum bronzezeitlichen Atlantis des Platonberichts aufgezeigt werden
(hierzu empfehlen wir das Buch Die Atlanter, Volk aus dem Bernsteinland, Jürgen
Spanuth, 1977, Grabert Verlag; sowie die lesenswerte Kurzfassung Atlantis – die Enträtselung
im 20. Jahrhundert, Günter Bischoff, veröffentlicht in EFODON-SYNESIS
Nr. 3/2005 und unter www.efodon.de). Danach werden wir das Thema „Atlantis“ noch
weitergehend fassen und aus einer anderen Perspektive betrachten, um auch viele der
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bisher noch ungelösten Fragen des Atlantis-Rätsels beantworten und die damit verbundenen
Implikationen erfassen zu können.
DAS MISSVERSTÄNDNIS
UM DIE ATLANTIS-DATIERUNG
Ein zentraler Streitpunkt in der bisherigen Atlantisforschung war die Datierung des
Untergangs von Atlantis. Viele Forscher klammerten sich lange an die 9.000 Jahre, die
seit dem Untergang von Atlantis vergangen sein sollen, doch 9.000 oder 8.000 Jahre
vor Platon, also während der Mittelsteinzeit, gab es nachweislich noch keinen ägyptischen
Staat und auch keine Stadt Athen, die von den Atlantern hätten angegriffen werden
können, wie im Atlantisbericht berichtet wird. Auch werden in Platon’s Dialog
„Kritias“ nicht nur die Zustände auf Atlantis, sondern auch die in Ur-Athen beschrieben.
Es wird unter anderem eine zyklopische Mauer beschrieben, die tatsächlich von
Archäologen ausgegraben wurde und von diesen als Schutzwall gegen die im 13. Jahrhundert
v.Chr. gegen Athen vordringenden Nord- und Seevölker angesehen wird.
Spanuth erklärt die in Platon’s Atlantisbericht genannten 9.000 Jahre überzeugend
damit, daß die ägyptischen Priester früher in Mondjahren statt in Sonnenjahren rechneten,
Monate also auch als „Jahre“ bezeichneten. Rechnet man also 9.000 Monate von
Solons Ägyptenbesuch im Jahre 571 v.Chr. zurück, so gelangt man exakt in die Zeit, in
der alle geschilderten Ereignisse historisch erwiesen geschehen sind – um 1.200 v.Chr.
In ägyptischen Urkunden kann man noch viele andere, scheinbar unrealistische Zeitangaben
finden, so sollen beispielsweise seit dem Beginn der 1. Dynastie (um 3.100
v.Chr.) bis zum Ende der 30. Dynastie (332 v.Chr.) 36.525 „Jahre“ vergangen sein,
was aber nur Sinn macht, wenn man die altorientalische Zählung der Jahre nach Monaten
zugrundelegt und mit dem siderischen Mondumlauf rechnet.
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TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
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PLATON’S ATLANTISBERICHT BESCHREIBT
DETAILLIERT ATLANTIS IN NORDDEUTSCHLAND
HINWEISE AUF ATLANTIS BEI HELGOLAND
Der erste Hinweis, den Platon auf die Lage der Insel Atlantis gibt, findet sich am Beginn
der Erzählung des Kritias über den Krieg gegen die Völker des Mittelmeeres.
Dort heißt es: „Sie waren aus der Fremde vom atlantischen Meer her gekommen“
(Tim 24e). Eindeutiger wird die Lokalisierung der Insel Atlantis, wenn Platon vom
Atlantischen Meer sagt: „… denn vor dem Eingang, der, wie ihr sagt, ,die Säulen des
Herakles‘ heißt, befand sich eine Insel bedeutender als Asien und Libyen zusammengenommen,
von welcher den damals Reisenden der Übergang zu den anderen Inseln
und dem ganzen gegenüberliegenden Festland, an jenem wahren Meer, möglich war“
(Tim 24e).
(Anmerkung: Als „die Säulen des Herakles“ wurde damals im Mittelmeerraum die
Meerenge von Gibraltar bezeichnet – „vor dem Eingang, der …“ = außerhalb des Mittelmeerraums.
Da die nordfriesische Marschlandschaft in der Bronzezeit eine von vielen
Meeresarmen durchzogene Inselwelt bildete, von der Basileia die Königsinsel war,
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konnten Reisende von dort mit dem Schiff „zu den anderen Inseln und [über die Flüsse
Eider, Elbe und Weser] dem ganzen gegenüberliegenden Festland“ gelangen).
Wichtig ist hierbei, daß Platon davon spricht, die Insel habe „vor dem Eingang“, also
außerhalb der Meerenge von Gibraltar gelegen. Im Dialog Kritias greift der Redner auf
das im Timaios gesagte zurück: „Vor allem wollen wir uns daran erinnern, daß zusammengenommen
9000 Jahre vergangen sind, seitdem, wie berichtet wurde, der
Krieg, zwischen den außerhalb der Säulen des Herakles und den innerhalb derselben
Wohnenden stattfand“ (Krit 108e). Um die Angreifer zu charakterisieren, benennt Platon
sie wieder als „außerhalb der Säulen des Herakles“ wohnend.
Als Atlantis bezeichnet Platon dreierlei, einmal die Insel mit der darauf befindlichen
Hauptstadt Basileia (Insel-Atlantis), dann das Kernland um die zentrale Ebene herum
und schließlich das ganze Reich inklusive aller 10 Teilstaaten. Die Lage der Königsinsel
von Atlantis wird von Platon genau beschrieben. Von ihr nach dem offenen Meer
hin lag ein Felsen, „der sehr hoch und wie mit dem Messer abgeschnitten aus dem
Meer aufstieg“ (Krit. 118a). „Dieser Felsen bestand aus rotem, weißem und schwarzem
Gestein“ (Krit. 116a), auf diesem Felsen „wurde mit Hilfe des Bergbaus festes
und schmelzbares Metall gewonnen“, das an anderer Stelle „chalkos“ = Kupfererz
genannt wird (Krit. 116b). Die Königsinsel Basileia lag „an der Mündung großer
Flüsse“ (Krit 118d). Nun gibt es auf der ganzen Welt nur einen Felsen, auf den diese
Beschreibung genau zutrifft, und das ist Helgoland! Der rote Felsen steht heute noch,
er ragt „sehr hoch und wie mit dem Messer abgeschnitten aus dem Meer auf“. Der
weiße Felsen erhob sich einst im Gebiet der heutigen Düne, er bestand aus Gips und
Kreide. Jahrhundertelang haben Helgoländer den Kreidefelsen in großen Steinbrüchen
abgebrochen, zu Kalkmörtel gebrannt und nach dem Festland verkauft. In der Neujahrsnacht
1720/21 ist der letzte Rest dieses weißen Felsens in einer Sturmflut eingestürzt.
Der schwarze Felsen erstreckt sich in kilometerlangen Riffen nördlich der Düne,
er besteht aus Limonitsandstein, der durch Kupferkarbonat blauschwarz gefärbt ist.
Kupfererz und gediegenes Kupfer werden noch heute auf Helgoland gefunden.
Hinter dem Felsmassiv (Helgoland) sollen sich Hügel und Dünen direkt am Wasser
erhoben haben, dahinter war das fruchtbare Land, das durch Deiche geschützt war und
im Mündungsgebiet einiger großer Flüsse lag. Drei große Ströme, die Weser, die Elbe
und die Eider, mündeten in der Zeit, in der die bronzezeitliche Marsch noch bestand
(siehe dazu auch Kapitel: Landabsenkung Helgoland und Doggerbank), in einem gemeinsamen
Mündungsgebiet unmittelbar südlich von Helgoland in die Nordsee. Hinter
dem Felsen „nach dem nahen Festland hin lag eine Ebene, wie es keine schönere und
an Bodenbeschaffenheit fruchtbarere gegeben haben soll“ (Krit. 113c) – unter „dem
nahen Festland“ ist die kimbrische Halbinsel zu verstehen. In dieser Ebene befand
sich in der Mitte der kreisrunden Insel „50 Stadien (= 9,2 km) vom Meer entfernt ein
allseits niedriger Hügel“ (Krit. 113c). Auf diesem Hügel standen die oberste Burg und
das höchste Heiligtum der Atlanter, weswegen die Insel auch „nesos hiera“ (= heilige
Insel) und „chora hiera“ (= heiliges Land) genannt wurde (Krit. 115b). Nach dem Untergang
der Basileia wurde das ganze Gebiet, in dem sie lag, in ein unpassierbares und
unerforschbares Schlammeer verwandelt. Es wird berichtet, daß bei jenen „gewaltigsten
Erdbeben und Meeresüberschwemmungen die Basileia im Meer versank und den
Augen entzogen wurde. Daher ist das Meer auch heute noch unpassierbar und unerREICHSBRIEF
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forschbar geworden, wegen des sehr leicht liegenden Schlammes, den die untergehende
Insel zurückließ“ (Tim 25d).
(Anmerkung: Genau 9,2 km (50 Stadien) östlich von Helgoland befindet sich der in
Meereskarten eingezeichnete „Steingrund“, wo 1953 bei einer Tauchuntersuchung in
der Nordsee Siedlungsreste (Steinwall, Fliesenplattenlagen, gepflasterte Wege usw.)
festgestellt wurden. Noch 1650 lagen in diesem Gebiet Schlammwatten, die der dänische
Reichskartograph Johannes Meyer vermessen und in seine Karte der „Nordfrieslande“
eingezeichnet hat. In der friesischen Überlieferung heißt dieses Gebiet „Atlant“,
ein Name, von dem wahrscheinlich der Name „Atlantis“ abzuleiten ist.)
„Auch heute noch, nachdem sie durch Erdbeben unterging, stellt sich denjenigen, die
von hier aus (von der Basileia) die Anker lichten wollen, um nach dem jenseitigen
Meer (der Ostsee) zu kommen, eine undurchdringliche, schlammige Untiefe entgegen,
als Sperre, so daß sie nicht mehr durchfahren können“ (Krit. 108e).
Auf dieser Insel „wurde an vielen Stellen Oreichalkos (= Bernstein) aus der Erde gegraben,
ein heute nur noch dem Namen nach bekannter Stoff, der aber bei den damaligen
Menschen neben dem Golde am höchsten geschätzt wurde“ (Krit. 114e). Damals
kam der Bernstein hauptsächlich aus dieser Region an der Nordseeküste. Durch den
Fluß Eridanos (= Eider) wurde den Atlantern der Bernstein direkt in großen Klumpen
vor die Füße gespült. Durch den Überfluß an Bernstein, der im Mittelmeerraum mit
Gold aufgewogen wurde, gelangten die nordischen Atlanter zu großem Reichtum.
Wegen des wertvollen Bernsteins, dem eine bedeutende magische Schutzkraft zugesprochen
wurde, wurde die Insel in Griechenland auch „heilige Insel Elektris“ (Elektris
= Bernstein) genannt. Es gibt auf unserem gesamten Planeten kein anderes Gebiet,
auf das all die Angaben des Atlantisberichts so genau zutreffen, wie dies bei dem Gebiet
zwischen Helgoland und dem Festland (Kimbrische Halbinsel) der Fall ist.
DAS KERNLAND VON ATLANTIS
MIT DER ZENTRALEN EBENE VON 2.000 MAL 3.000 STADIEN
Nach Platon’s Angaben im Atlantisbericht soll die zentrale Ebene, das Kernland des
legendären Inselreichs Atlantis, von annähernd rechteckiger Gestalt und 2000 mal
3000 Stadien (etwa 370 mal 555 km) groß gewesen sein. An ihrem Rand hätte die Königsinsel
Basileia gelegen und im Norden sollen sich hohe Berge befunden haben, die
„an Zahl, Größe und Anmut alle anderen übertrafen“. Was diese Angaben Platon’s
betrifft, waren lange Zeit alle Erklärungsversuche sämtlicher Atlantis-Hypothesen unbefriedigend,
selbst die ansonsten sehr überzeugende Theorie des Atlantis-Forschers
Jürgen Spanuth stimmte in diesem Punkt mit der Realität nicht ganz überein. Spanuth
hatte in diese rechteckige Fläche außer der Kimbrischen Halbinsel auch die Gebiete
Südskandinaviens mit ihren „umlaufenden Bergen“ miteinbezogen, wobei die Ebene
durch das Skagerrak und Kattegat unterbrochen gewesen wäre.
Erst im Jahr 2004 fand der pensionierte Gymnasiallehrer H.-W. Rathjen aus Minden
die Lösung und trat damit an die Öffentlichkeit. Rathjen erkannte die von Platon angegebene
Fläche als ein um 20° von der N-SRichtung abweichendes Rechteck in der
Region Norddeutschland/Kimbrische Halbinsel, indem er die Land- und Wasserverteilung
am Ende der Bronzezeit berücksichtigte: Kap Skagen an der Nordspitze DäneREICHSBRIEF
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marks ist vom Odermündungsgebiet bei Stettin tatsächlich 3000 Stadien entfernt, und
die Distanz zwischen Helgoland und dem Öresund beträgt recht genau 2000 Stadien
(siehe Abbildung). Als die südsüdöstliche Grenze dieses Rechtecks in Norddeutschland
nimmt H.-W. Rathjen die südliche Ausbreitung der Nordischen Bronzekultur einschließlich
der sogenannten Stader Gruppe, der Lüneburger und der Allermündungsgruppe
an.
Laut Platon’s Atlantisbericht war die Fläche des atlantischen Kernreiches „ein größtenteils
rechtwinkliges und längliches Viereck; was aber daran fehlte, war durch einen
ringsherum aufgeworfenen Graben ausgeglichen“. Nach H.-W. Rathjen könnte damit
ursprünglich gemeint sein, daß nicht an allen vier Seiten natürliche Begrenzungen die
Ebene beendeten, sondern daß es an manchen Stellen künstlich-willkürliche Grenzen
gab, die aus gewissen Teilstrecken von Wasserläufen bestanden (Weser, Aller, Elbe,
Havel, Oder).
Zwischen Jütland, Südschweden und Rügen überwiegt heute die Wasserfläche, aber
im 13. Jahrhundert, vor dem Untergang von Basileia in der Nordsee, waren die großen
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dänischen Inseln Fühnen, Lolland und Falster nur durch sehr schmale Belte getrennt
und viele der gegenwärtig existierenden Inseln waren damals untereinander oder mit
dem Festland verbunden – ebenso sah die Situation auf der Westseite der Kimbrischen
Halbinsel aus. Diese zentrale Ebene des damaligen atlantischen Kernlandes büßte in
den letzten 7000 Jahren ca. die Hälfte seiner ursprünglichen Fläche durch Landabsenkungen,
Sturmfluten und andere Naturkatastrophen ein.
LAGE UND BESCHAFFENHEIT
DER KÖNIGSINSEL „BASILEIA“
Das Zentrum Basileias war nach den Angaben des Atlantisberichts in kreisförmigen
Ringen angelegt. Um den „allseits niedrigen Hügel“ in der Mitte der Heiligen Insel,
auf dem das oberste Heiligtum mit der Säule des Atlas im Mittelpunkt stand, waren
fünf konzentrische Kreise „wie mit dem Zirkel abgemessen“ angelegt, von denen zwei
aus Erde und drei aus Wasser bestanden. „Es hatte aber der größte von den Ringen, in
welchen das Meereswasser hineingeleitet worden war, eine Breite von drei Stadien
(550 m), und ihm war der nächstfolgende Erdring gleich. Von dem zweiten Ringpaar
hat der nasse Ring eine Breite von zwei Stadien (336 m), der trockene war mit dem
vorhergehenden Wasserring gleich. Eines Stadiums Breite (183 m) hatte ein Wasserring,
der die in der Mitte liegende Insel unmittelbar umgab. Die zentrale Insel aber,
auf welcher die Königsburg lag, hatte einen Durchmesser von fünf Stadien (915 m).
Diese nun umgaben sie ringsherum mit einer steinernen Mauer, ebenso auch die
Erdringe“ (Krit. 115e bis 116a).
(Anmerkung: Ringförmig angelegte Siedlungen und Wallburgen waren früher für den
nordischen Raum charakteristisch. Wir finden diese Siedlungsform z. B. in den Trelleborgen
der Wikinger auf der kimbrischen Halbinsel, ebenso aber auch in den Darstellungen
alter Siedlungs- bzw. Burganlagen in Norddeutschland, z. B. die Pfostenwallburgen
von Behren-Lübschin und im ursprünglichen Berlin Spandau).
Die mit insgesamt fünf Land- und Wasserringen und einem Außendurchmesser von 27
Stadien (ca. 5 km) versehene Königsinsel Basileia stellte eine überdimensional vergrößerte
Kultanlage des atlantischen Sonnen- und Säulenkults dar und war die zentrale
Trojaburg des atlantischen Großreiches.
(Anmerkung: Trojaburgen, oder auch Wallburgen genannt, sind Steinkreise oder ähnliche
architektonische Anlagen, sehr alte nordische Sonnenheiligtümer bzw. Sonnentempel,
die manchmal in mehreren konzentrischen Ringen, manchmal in spiralförmiger
Anordnung errichtet wurden und den Lauf der Sonne versinnbildlichen sollen.
Trojaburgen werden auch als Labyrinthe dargestellt, was mythologisch zu erklären ist.
Das Labyrinth verkörpert die Falle, in welcher die Sonne während der Wintermonate
gefangen gehalten wird. Der Name „Trojaburg“ wird zurückgeführt auf das Verbum
draja [altdeutsch], thruaian [gotisch], troian [keltisch], throwen [mittelenglisch], drehen
oder wenden, eine Bezeichnung, die die vielfachen Drehungen oder Windungen
dieser Kreise oder Spiralen wiedergibt [Spanuth, S. 123f]. In diesem Zusammenhang
sei darauf hingewiesen, daß auch in der Edda das Hauptheiligtum von Asgard Troja
genannt wurde [„Asgardr, that kollum ver Troja“, Gylf. 8, O. S. Reuter, 1921, 20].
Auch Hektataios berichtet, daß das Heiligtum der Hyperboreer, das „jenseits des KelREICHSBRIEF
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tenlandes im Ozean auf einer Insel“ liegt, „im Schema der Sphären erbaut war“ [Spanuth,
S.129]. Das Heiligtum auf der Basileia war also als „Troja“ oder „Trojaburg“
erbaut worden. Das Zeichen der Trojaburg und des Labyrinths haben Archäologen und
Kunsthistoriker von Skandinavien bis Griechenland quer durch Europa gefunden, es
findet sich überall dort, wo die nordischen Atlanter vorbeizogen. Die in der Geschichte
verschiedentlich erwähnten Trojaner sind mit den Atlantern identisch! Die
Stadt Troja im Westen Kleinasiens war über lange Zeit ein strategisch sehr bedeutsamer
Handelsstützpunkt der nordischen Atlanter).
Auch die Ornamentik mehrerer nordischer Rundschilde, die man über das Gebiet der
nordischen Bronzekultur hinaus an verschiedenen Stellen in Europa gefunden hat,
stellt auf künstlerische Weise das Zentrum der atlantischen Säulen- und Königsinsel
Basileia dar. Die Verbreitung dieser Schilde zeugt von der überregionalen Bedeutung
und Verehrung dieser heiligsten Insel der Atlanter.
Aus Angaben Platon’s läßt sich für die atlantische Metropole Basileia ein Gesamtdurchmesser
von 127 Stadien (ca. 23,5 km) ableiten. Ein strittiger Punkt ist noch die
Frage nach der genauen Lage des Zentrums dieser Königsinsel. Nach Spanuth soll sich
der „allseits niedrige Hügel“ mit den wichtigsten Kultanlagen 50 Stadien östlich der
Düne auf dem etwas höher gelegenen Steingrund befunden haben, wo auch schon verschiedene
Tauchfunde gemacht wurden. Andere Atlantisforscher wie W.P.A. Fischer
und auch wir nehmen dagegen eine zweite untermeerische Erhebung etwa 11 km
nordöstlich vom Steingrund an, denn für diese Lage spricht der Verlauf der 20-Meter-
Tiefenlinie, die etwa dem bronzezeitlichen Küstenverlauf entspricht, und hier war damals
auch genügend Platz für eine annähernd runde Insel mit einem Radius von über
10 km. Außerdem spricht für diese zweite untermeerische Erhebung als Zentrum der
atlantischen Königsinsel, daß diese haargenau auf demselben Längengrad von 8° 15’
30’’ liegt wie der Himmelspol des erst vor wenigen Jahren entdeckten Bodenhimmelsystems
in Südwestfalen (im Dorf Allagen im Sauerland = Süderland), d.h.,
daß die Weltensäule von Basileia (Nordatlantis) mir einer zweiten Weltensäule in
Südatlantis (daher „Süderland“) über den selben Längengrad in einer bewußt geplanten
geodätischen Beziehung stand.
Platon’s Beschreibung der atlantischen Königsinsel Basileia mit ihren kultischen Einrichtungen,
verschiedenartigen Gebäuden, Schiffswerften, drei großen Häfen und
sportlichen Wettkampfstätten läßt eine wohlhabende Kult- und Handelsmetropole erkennen.
Basileia war als Hafenstadt allein schon wegen ihrer günstigen Lage von besonderer
Bedeutung, weil sie an der Mündung großer Flüsse (Elbe, Weser, Eider) lag,
über welche die Seefahrer der Megalith- und der Bronzezeit weit ins Binnenland gelangen
konnten, und weil man von dieser Metropole mit flachen Schiffen über den
Eider-Schleiweg direkt „aus diesem (Nordsee) ins gegenüberliegende Meer (Ostsee)
fahren konnte“, was den langen Umweg durch das Skagerrak ersparte.
Platon berichtet von einer prachtvollen Architektur auf der Königsinsel, für die ein
Naturstein als Baumaterial diente, der in rot, weiß und schwarz vorhanden war. Das
Land war reich und bot jedem seiner Bewohner, was zum täglichen Leben nötig war.
Die Atlanter hatten das Hauptheiligtum auf ihrer „Königs- und Säuleninsel“ Basileia
überaus reichlich mit Gold und Bernstein ausgestattet. Geistiges Zentrum war ein
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prachtvolles Gebäude auf der Zentralinsel, ein Poseidon-Tempel, mit vielen goldenen
Standbildern ausgeschmückt.
Auf Basileia, die von Platon auch Metropolis (= Mutterstadt) genannt wird, gab
es zwei Quellen, eine mit heißem und eine mit kaltem Wasser. Dank der heißen
Quelle richtete man üppige Bäder für alle Bevölkerungsschichten ein. Mit anderen
Hochkulturen betrieb man einen florierenden Handel und importierte viele
köstliche Dinge aus dem Ausland. Das Zusammenleben der Menschen von Atlantis
schildert Platon als „demokratische“ Idealgesellschaft, eine Staatsform, die er
seinen Zeitgenossen immer wieder empfahl, weshalb Kritiker Atlantis nur als eine
ideologische Erfindung Platon’s betrachten, mit der dieser seine politischen
und philosophischen Anschauungen zu untermauern versuchte.
AUFTEILUNG DER HERRSCHAFTSBEREICHE VON ATLANTIS
Die Atlanter waren, wie ihre Nachkommen, die Wikinger, sehr geschickte Seefahrer;
sie sollen göttergleicher Natur und unvermischt mit anderer sterblichem Blut gewesen
sein. Atlantis wurde von weisen Königen, Nachfahren des Meeresgottes Poseidon, regiert.
In Platon’s Atlantisbericht wird überliefert, daß der Gott Poseidon sich mit der
Kleito vermählt, mit ihr fünfmal Zwillingssöhne gezeugt und Atlantis gegründet habe
(Krit. 113d,e). Poseidon, der identisch mit dem germanischen Gott Fosite ist, wurde
dort als Stammvater am höchsten verehrt.
(Anmerkung: Es scheint so, als sei Atlantis von griechischen Göttern dominiert worden,
doch zu dieser Zeit gab es das Volk der Griechen noch nicht! – die ersten griechischen
Völker tauchten erst im 2. Jahrtausend v.Chr. auf und brachten die nordischen
Gottesvorstellungen aus dem Norden mit in den Mittelmeerraum).
Die zehn Söhne wurden von ihrem Vater als Könige über das atlantische Herrschaftsgebiet
eingesetzt. Der erstgeborene Sohn und erster König von Atlantis war Atlas,
welcher der Sage nach das Himmelsgewölbe stützt. Deshalb stand im Zentrum Basileias
ein Abbild der Weltensäule (Himmelssäule = Himmelsstütze). Der Name Atlantis
soll laut Platon von Atlas stammen.
(Anmerkung: Die ersten Kartenwerke der Neuzeit waren mit Bildern des das Himmelsgewölbe
stützenden Atlas geschmückt; daher werden Bücher, die Land-, Seeoder
Himmelskarten enthalten, Atlanten genannt).
Genaue Angaben über die jeweiligen Herrschaftsgebiete macht Platon nur bei zweien
von ihnen: dem Erstgeborenen Atlas und seinem nachgeborenen Zwillingsbruder Eumelos
(„in der Landessprache Gadeiros“). Dem Atlas, als Erstgeborenem seiner großen
Kinderschar, wies der Gott „… den mütterlichen Wohnsitz und den diesen rings
umgebenden Anteil (der Insel Atlantis) …“ zu (Krit. 114a) und er wurde zum König
über seine Brüder eingesetzt. Sein nachgeborener Bruder Eumelos erhielt dagegen den
„… Anteil des äußersten Inselbezirkes von den Säulen des Herakles bis zum heutigen
Gadeirischen Gebiet …“ (Krit. 114b).
Der König von Atlantis war der oberste König von insgesamt zehn Herrschern des atlantischen
Gesamtreiches. In dem Bericht über die Verteilung der Herrschaftsbereiche
auf die zehn Söhne des Poseidon erwähnt Platon summarisch die acht Brüder des AtREICHSBRIEF
NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
104
las und des Eumelos und schließt diesen Abschnitt folgenderweise: „Diese alle nun
selbst (die Poseidonsöhne) sowie deren Nachkommen wohnten hier (auf der Insel Atlantis)
über viele Geschlechter und beherrschten viele andere im Atlantischen Meer
gelegene Inseln …“ (Krit. 114c). Atlantis war somit eine von vielen Inseln, wie sich
hier zeigt. Mit dem Wörtchen „andere“ wird angedeutet, daß es eine Anzahl von Inseln
um Atlantis gab, welche die Atlanter damals beherrschten (die von vielen Meeresarmen
durchzogene Inselwelt der nordfriesischen Marschlandschaft der Bronzezeit).
Wird aber Atlantis im Mittelmeer angesiedelt, ist es kaum möglich, Argumente
dafür zu finden, wieso die Atlanter Inseln im Atlantischen Meer beherrschen konnten,
die weit ab von ihrem eigentlichen Ursprung liegen. Ganz besonders spricht diese Stelle
gegen eine Identifikation der Insel Atlantis mit dem minoischen Kulturkreis.
Von der Stellung der Könige erfahren wir aus dem Atlantisbericht folgendes: „Die
Herrschaft und Gemeinschaft unter ihnen wurde aufrecht erhalten nach den Anordnungen
des Poseidon, wie sie ihnen das Gesetz und die Inschrift überlieferten, die von
den Urvätern auf einer Säule aus Oreichalkos (Bernstein) eingegraben war; sie stand
in der Mitte der Insel im Heiligtum des Poseidon. Dort versammelten sie (die fünf königlichen
Zwillingspaare) sich abwechselnd bald jedes fünfte, bald jedes sechste Jahr,
um die ungerade Zahl nicht vor der geraden zu bevorzugen, und berieten hier in persönlicher
Berührung über die gemeinsamen Angelegenheiten, untersuchten ferner, ob
einer sich der Übertretung schuldig gemacht hätte, und saßen darüber zu Gericht“
(Krit. 119c-120d).
AUFTEILUNG DES KERNLANDES
Platon beschreibt detailliert die Aufteilung des Kernlandes („der Ebene“) in 100
Landlose, von denen je hundert Landlose zu einem Distrikt zusammengefaßt waren,
der einem Führer unterstand (Anmerkung: Landlos = ein Landstück bzw. die Hufe einer
Sippe von der Größe 10 mal 10 Stadien; ein Stadion ist ein ur-europäisches Längenmaß
von etwa 185 m; ein Landlos maß 100 Qudratstadien, ein Stück mit 1850 m
Seitenlänge, rund 3,4 km². Diese Aufteilung entspricht exakt der Einteilung Germaniens
bis ins Mittelalter). Von 600 Distrikten zu je 100 Sippenhöfen mußte jeder Bezirk
dem Militär 20 Krieger der verschiedenen Waffengattungen stellen, was in „der Ebene“
ein Aufgebot von 12.000 Soldaten ergab. Und je 6 dieser Distrikte mußten damals
zusammen einen Streitwagen plus Reserve-Gespanne mit Personal stellen, so daß man
auf hundert ständig einsatzfähige Streitwagen für die Elitetruppe kommt.
(Anmerkung: Bei Platon’s Angabe von 10.000 Streitwagen kann es sich nur um einen
Irrtum handeln. Andere Autoren, auch Jürgen Spanuth, übernehmen diese Zahl, da sie
den Fehler machen, Landlose als Distrikte zu rechnen und so zu Zahlenwerten gelangen,
die um den Faktor 100 höher sind).
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
105
HÖRNERHELME UND STRAHLENKRONEN
Auf den Wandbildern von Medinet Habu, welche die große Schlacht der Nordmeervölker
(Atlanter) gegen die ägyptischen Streitkräfte von Ramses III. abbilden, tragen
die nordischen Krieger entweder Hörnerhelme oder die „Strahlenkrone“.
Die Hörnerhelme,
die im nordischen
Raum noch bis in die
Wikingerzeit als heilige
Kopfbedeckung
üblich waren, findet
man überall dort in
der Welt, wo die
nordischen Atlanter
die Kultur geprägt
bzw. begründet
haben – als Kopfbedeckung
der nordamerikanischen
Medizinmänner sowie auch der alten sumerischen Götter. Durch das
Tragen des Hörnerhelms, der in der Regel nur bei kultischen Anlässen von höher gestellten
Persönlichkeiten, aber auch von Kriegern im Kampf getragen wurde, verkörperten
die Atlanter selber das höchste atlantische Heiligtum, die „Sonnensäule“ (Weltensäule),
wobei die Hörner die ausladenden Volutenarme der Weltensäule symbolisierten,
im Kampf diente der Hörnerhelm als Macht- und Schutzsymbol und gleichzeitig
als Kopfschutz.
Über das Material und die Bedeutung der Strahlenkronen-Helme der nordischen Krieger
haben die Vorgeschichtsforscher lange Debatten geführt. Lange Zeit hielt man diese
Helme für „Schilfblattkronen“ (R. Herbig), für „Federkopfschmuck“ (A. Strobel)
oder für das Eigenhaar der Krieger selbst. Heute weiß man, daß es sich bei den Strahlenkronen-
Helmen um einen Kopfschutz aus bürstenartig dicht gestellten Roßhaarbüschel
eines gelblich-hellhaarigen Stehmähnenpferdes handelte, wodurch im Kampf
kräftige Schläge elastisch abgefedert werden konnten.
Bei diesem Stehmähnenpferd handelt es sich um eine seltene, aber sehr widerstandsfähige
Pferderasse mit extrem steifer Stehmähne, die auf der Erde fast gänzlich ausgestorben
war und von der erst in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts einige letzte Exemplare
in norwegischen Fjorden wiederentdeckt wurden. Dieses Pferd, das man
seitdem nachzüchtet, wird als Fjordpferd bezeichnet. Daß dieses Pferd aus dem nordischen
Raum stammt, ist ein weiterer Beweis dafür, daß auch die Seevölker (Nordmeervölker,
Atlanter) hier ihre Heimat hatten.
Der Strahlenkronen-Helm diente bei den Atlantern aber nicht nur als Kopfschutz, sondern
hatte in erster Linie kultische Bedeutung, denn durch diese Kopfbedeckung mit
den hellen, steifen und sonnenstrahlenähnlichen Stehmähnenhaaren des Fjordpferds
symbolisierte der atlantische Krieger die Sonne selbst und wurde so zum Sonnenkrieger.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
106
SCHRIFT DER ATLANTER
Aus Platon’s Atlantisbericht können wir schließen, daß die Atlanter auch eine Schrift
hatten: „… die Herrschaft und Gemeinschaft unter ihnen wurde aufrecht erhalten
nach den Anordnungen des Poseidon, wie sie ihnen das Gesetz und die Inschriften
überlieferten, die von den Urvätern auf einer Säule aus Oreichalkos eingegraben waren;
sie stand in der Mitte der Insel im Heiligtum des Poseidon“. Ebenso berichtet Euhemeros
von Messene in seiner „Heiligen Aufzeichnung“, daß im nördlichen Ozean
auf einer Insel ein altes Heiligtum stand, in dem goldene Tafeln aufbewahrt würden,
auf denen die Geschichte der dortigen Könige in uralter Zeit aufgezeichnet sei (siehe
Spanuth, 1977, S. 471 bzw. 115).
Da es in fast ganz Europa ähnliche, von den nordischen Runen abgeleitete Schriften
gab, ist entgegen der etablierten wissenschaftlichen Einschätzung davon auszugehen,
daß die etruskisch-venetisch-germanichen Schriftsysteme auch zur selben Zeit benutzt
wurden (siehe Trojaburg Nr.2, S. 33)
AUSSAGEN ÜBER ATLANTIS
AUS ANDEREN ÜBERLIEFERUNGEN
Es gibt noch viele andere Überlieferungen von Geschichtsschreibern der Antike, die
das Zentrum von Atlantis in der Nordsee bestätigen – hier nur einige Beispiele.
Beim Studium von Homer’s „Odyssee“ entdeckten die beiden Wissenschaftler A.
Schulten und R. Henning schon 1930 überraschend große Ähnlichkeiten zwischen der
Phäakeninsel „Scheria“ und Platons „Basileia“. In einer parallelen Gegenüberstellung
beider Schilderungen konnten über dreißig wesentliche, zum Teil sogar wörtliche
Übereinstimmungen ausfindig gemacht werden (Spanuth, Die Atlanter, S. 364ff). In
beiden Texten wird die von breiten Wasserringen umgebene Königsburg erwähnt.
In beiden Darstellungen liegen die Zentren, Scheria und Basileia, jeweils im Norden,
am „Ende der Welt“ im Ozean, an der Mündung eines großen Stromes, und vor der
Insel befand sich ein „steil ins Meer abfallendes Felsmassiv“, „hinter dem sich Hügel
und Dünen erheben“ und sich „eine fruchtbare Ebene befindet“. In beiden Texten
wird die „von breiten Wasserringen und hohen Deichen umgebene Königsburg“ sowie
„im Mittelpunkt der Königsinsel ein Poseidontempel“ mit „goldenen Standbildern
davor“ erwähnt u.v.a.
Die Parallelübersicht zeigt deutlich, daß Platon’s Königsinsel von Atlantis mit derjenigen
der Phäaken identisch ist. Aufgrund der vielen Übereinstimmungen könnte man
fast annehmen, Solon oder Platon hätten für die Schilderung der Basileia der Atlanter
Homer’s Phaiakie als Vorlage genommen. Doch dieser Verdacht läßt sich leicht widerlegen,
denn im Atlantisbericht Platon’s finden wir viele Angaben, die in der Phaiakie
Homer’s nicht stehen, u.a. wird die Farbe des Gesteins der Felseninsel richtig angegeben:
„teils rot, teils weiß, teils schwarz“; auch wird dort berichtet, daß der Oreichalkos
(= Bernstein) „an vielen Stellen aus dem Boden gegraben wurde“ und auch die Weltensäule
in der Mitte des Heiligtums des Poseidon, der Untergang der Königsinsel der
Atlanter und das Schlammeer, das danach entstand, wird von Platon beschrieben. Homer
beschreibt zusätzlich die pfostenbewährten Erdwälle, die es nur in Nord- und MitREICHSBRIEF
NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
107
teleuropa gab, und die germanischen Tischsitten auf Basilea, wo jeder einen eigenen
Tisch und Sessel bekommt, genauso wie es Tacitus in seiner Germania beschreibt.
In der „Odyssee“ gibt Homer auch Auskunft darüber, wie Odysseus zur Phäakeninsel
Scheria gelangte. Die Nymphe Kalypso auf der abgelegenen Insel Ogygia, welche in
der „Odyssee“ als „Nabel des Meeres“ bezeichnet wurde, gab dem Helden eine Segelanweisung
mit nordöstlichem Kurs auf den Weg. Als Ausgangspunkt kam nur eine
einsame, menschenleere Insel außerhalb der Straße von Gibraltar in Frage, wobei die
meisten Argumente für die Azoreninsel St. Miguel sprechen, die noch im 18. Jahrhundert
als „umbelicus maris“ („Nabel des Meeres“) bezeichnet wurde. Prof. K. Bartholomäus,
ehemaliger Dozent für Archäogeodäsie in Essen, hat den Segelkurs des Odysseus
anhand von Homer’s Angaben wissenschaftlich ausgewertet und daraus einen
Nord-Ost-Kurs mit einem Azimut von 54° (gegen Norden) abgeleitet. Bei einer für
bronzezeitliche Seefahrer damals üblichen Strecke von 100 Seemeilen pro Tag mußte
Odysseus von St. Miguel aus schließlich durch den Kanal von Dover in die Deutsche
Bucht vorstoßen und nach 17 Tagen, so wie Homer angibt, die gut 3.100 km bis Helgoland
bewältigt haben. Auch Homer’s Beschreibung des Anblicks der Phäakeninsel,
„steil ins Meer abfallende Felsmassiv“ und „wie ein Schild im wolkenverhangenen
Meer“, trifft genau auf Althelgoland zu und ist ein weiteres Argument dafür, das Zentrum
von Atlantis in der Nordsee zu lokalisieren.
Aufgefallen ist Odysseus auch, daß in Germanien entgegen dem Mittelmeergebiet mit
Fackeln geleuchtet wird und beschreibt ebenso genau die bronzenen Kessel, Schwerter
und Äxte, goldenen Kannen und Pokale, wie sie die Archäologen gefunden haben.
Schließlich gibt es noch griechische Sagen über ein traumhaft schönes Land namens
Hyperborea (= Land jenseits des Nordwindes) mit einem sorglos lebenden Volk, den
Hyperboreern, im hohen Norden, wovon verschiedene Erzählungen der Antike über
Griechenland hinaus bis in die Römerzeit immer wieder berichten. Die Hyperboreerinsel
„Helixoia“, die auch „heilige Insel Elektris“ genannt wurde, soll im Mündungsgebiet
des antiken Bernsteinflusses „Eridanus“ gelegen haben, bei dem es sich um die
heute immer noch Bernstein anschwemmende Eider in Schleswig-Holstein handelt.
Auf Helixoia soll es viele Schwäne gegeben haben, die jedes Jahr zur Frühlingszeit die
Insel umschwärmten. Es wird auch überliefert, daß sich an der Küste des Hyperboreerlandes
ein Schlammeer ausbreitete, was ebenfalls dafür spricht, daß das Hyperboreerland
mit dem Gebiet um die kimbrische Halbinsel identisch ist, die man heute Jütland
nennt. Plinius sagt ausdrücklich: „Der neunte Bogen geht durch Britannien und das
Land der Hyperboreer, dort dauert der längste Tag siebzehn Stunden“ (Spanuth, S.
132).
Der im alten Griechenland verbreitete Mythos vom hyperboreischen Apoll weist auf
eine enge Verbindung der Hyperboreer und den Griechen hin. Dieser Mythos berichtet
davon, daß der griechische Gott Apollon alljährlich einmal in einem von Schwänen
gezogenen Wagen seine Heimat Hyperborea im hohen Norden besucht, dort den Winter
verbracht haben und im Frühling nach Delphi und Delos zurückgekehrt sein soll.
Auch Herodot berichtet von der ständigen Verbindung zwischen dem geistigen Zentralpol
und den gezielt gegründeten Leitzentren innerhalb der Völker. Die Volksheiligtümer
Delos und Delphi in Griechenland waren schon in prähistorischer Zeit geistige
Kult- und Weisungsstätten. Zwischen dem jeweiligen atlantischen Zentrum und den
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
108
Leitstellen in der Welt bestanden engste Verbindungen. Die Hyperboreer sollen jährlich
zwei edle Jungfrauen und fünf edle Jünglinge als Begleiter des Apoll nach Delos
für die dortigen Adelsgeschlechter geschickt haben.
Grundsätzlich ist festzustellen, daß Basileia, Scheria und Helixoia nur unterschiedliche
Namen für dieselbe ehemalige Insel in der Nähe des heutigen Helgolands sind, die in
der Bronzezeit über ihren Kulturkreis hinaus eine große Bedeutung erlangt hatte.
Wie bei Platon und Homer finden sich noch in so manchen Darstellungen verschiedener
anderer Autoren der Antike Hinweise auf ein Atlantis, das eindeutig im nordischen
Raum zu suchen ist (z.B. bei Herodot, Hekataios, Plinus der Ältere, Pytheas von Massilien,
Euripides, die Argonautika des Appolonios von Rhodos, Texte von Medinet Habu,
„Papyrus Harris“ = ein Regierungsbericht Ramses III. u.a.). Zum Beispiel erwähnt
Euripides (5.Jh. v.Chr.) in seiner Tragödie „Hippolytos“ Mythen und Sagen aus dem
Bernsteinland der Antike, die nicht im Atlantisbericht stehen. Bemerkenswert ist, daß
Euripides neben Beschreibungen wie, „des Bernsteins glänzenden Schimmer“, „wo
Atlas den weiten Himmel hält“ usw., auch von einem „Gebieter des purpurnen Meeres“
und den „purpurnen Fluten des Eridanus“ spricht. Bevor zu Beginn des 20.
Jahrhunderts die Uferschutzmauer um Helgoland erbaut wurde, war durch die Zerstörung
des leichtlöslichen rötlichen Buntsandsteins von Helgoland „weithin das Meer
von dem zermahlenen Stein rot gefärbt“ (v. Bülow, 1935, 244). Auch bei Eiderstedt
stößt man schon in ca. 10 m Tiefe unter dem heutigen Marschboden auf ein rotes
Buntsandsteingebirge. Da das Gebiet früher wesentlich höher lag, ist es möglich, daß
das in so geringer Tiefe liegende Buntsandsteingebirge Eiderstedts von den Fluten des
Eridanus (= Eider) aufgelöst und den Fluß purpurrot gefärbt hat.
Die „eisenzeitliche Regression der Nordsee“ (zwischenzeitliches Anheben des Küstenlandes)
hob das Land im nordfriesischen Küstengebiet um etwa 3 Meter, so daß im
Bereich der in der Bronzezeit überfluteten Königsinsel Basileia in der Eisenzeit Teile,
allerdings zerstört und zerrissen, wieder auftauchten und wieder besiedelt werden
konnten. Wie Jürgen Spanuth berichtet (S. 346) hat Pytheas von Massilien, ein hochgelehrter
Mann seiner Zeit, um 350 v.Chr. diese Insel betreten, ihre Lage genau beschrieben
und sie wieder „Basileia“ genannt. Sein Hauptwerk „Über das Weltmeer“
ist leider verlorengegangen, aber seine Erkenntnisse waren so bedeutungsvoll und neu,
daß sich viele antike Geographen mit ihnen auseinandersetzten und aus Pytheas’ Werk
oft zitierten. Besonders ausführlich berichtete Pytheas über seine Fahrt ins Bernsteinland
an der Mündung des Eridanostromes. Aus den Zitaten erfahren wir, daß Pytheas
die Hauptbernsteininsel Basileia auch „Abalus“ nannte, daß sie „im Wattenmeer eine
Tagesreise von der Küste entfernt lag“, daß sich vor ihr ein Felsen „mit mancherlei
Klippen“ erhob, auf dem Hephaistos, der Gott der Schmiede, Feueressen, eherne Ambosse,
Blasebälge usw. hatte (Plinius Nat. hist. 37, 35f.; Apollonios Rhod. Argonautika
IV, 580, 585f., 760f., 820). Die Bernsteininsel Basileia lag im Wattenmeer „nach dem
Ozean hin“ (Diodor V, 23), also noch nicht „im Ozean“. Das Wattenmeer besteht
„weder aus Land, noch Meer, noch Luft für sich allein, sondern aus einem Gemisch
aus diesem allen, es gleicht einer Meerlunge und ist weder begehbar noch befahrbar.
Jenes der Meerlunge ähnliche Meer habe Pytheas selbst gesehen“ (Strabo II, 4. Kap.
1).
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
109
Kosmas (Anfang des 6.Jh. n.Chr.) berichtet: „Pytheas von Massilien sagt in seinem
Werk ,Über das Weltmeer‘, daß ihm, als er in den nördlichsten Gegenden weilte, die
dortigen Barbaren das Ruhebett der Sonne zeigten, weil sie dort während der Nächte
immer ist“ (Typographia II, 82, 18). Weiter erfahren wir aus überlieferten Zitaten, daß
die Insel Basileia den ersten wichtigen Stapelplatz bildete, von dem aus Bernstein zu
den benachbarten Stämmen auf dem Festland gebracht wurde. Der Bernstein würde an
der Basileia so reichlich angeschwemmt, „daß die Einwohner ihn statt Holz zum Feuer
gebrauchten und ihn den benachbarten Teutonen verkauften“ (Plinius, Nat. hist. 37,
35).
Pytheas hat die Bewohner der „heiligen Insel Elektris“ mit dem Namen „Hyperboreer“
(Argonautika IV, 614) oder auch „Phäaken“ (Argonautika IV, 538, 548, 769, 823 u.a.)
benannt. Vielleicht hat er wie Homer eine ältere mykenische Überlieferung gekannt.
Es ist aber nicht wahrscheinlich, daß Pytheas oder Apollonios von Rhodos den Namen
der Phäaken für die Bewohner des Bernsteinlandes und die Benennung ihrer Königsinsel
als „heilige Insel Elektris“ von Homer übernommen haben, denn in der „Argonautika“
sind Namen und Sagen aus dem Bernsteinland überliefert, die in der „Phaiakie“
Homer’s nicht stehen, also nicht aus den Epen Homer’s stammen können – Spanuth
bringt dafür mehrere Beispiele (Die Atlanter, S 351).
Es könnten hier noch viele Überlieferungen von Geschichtsschreibern der Antike aufgeführt
werden, die das Land der „Hyperboreer“ bzw. der „Phäaken“ alle eindeutig als
das in der nordfriesischen Marschlandschaft am Fluß Eider gelegene Bernsteinland
beschreiben, das in der Nordsee um 1200 v.Chr. untergegangen ist – dem interessierten
Leser empfehlen wir, sich selber von der Vielzahl der von Spanuth zusammengetragenen
Quellen zu überzeugen.
NATURSCHÄTZE AUF INSEL-ATLANTIS
Platon’s Atlantisbericht enthält mehrere Hinweise auf die Vorkommen von Naturschätzen
im Bereich der Königsinsel, welche alle für die Lage von Insel-Atlantis im
Gebiet nord-östlich von Helgoland sprechen. „Das meiste aber zum Bedarf des Lebens
bot die Insel selbst. Zunächst all das, was mit Hilfe des Bergbaus an Festem und
Schmelzbarem gewonnen wurde, sowie den Oreichalkos, jenen Stoff, der heute nur
noch dem Namen nach bekannt ist, der aber bei damaligen Menschen neben dem Gold
am höchsten geschätzt wurde“ (Krit. 114e). Mit dem „Festen“ sind anscheinend die
roten, schwarzen und weißen Gesteine gemeint, die es im Bereich der Insel Helgoland
damals zuhauf gab und die für unterschiedliche Zwecke Verwendung fanden. Mit dem
„Schmelzbaren“ wurde das Kupfererz identifiziert, das auf Helgoland in guter Qualität
und größerer Menge vorkam (darauf gehen wir im nächsten Kapitel näher ein), der
sonderbare Stoff namens Oreichalkos (= Goldkupfererz, so die wörtliche Übersetzung),
der „neben dem Gold am höchsten geschätzt wurde“, sorgte jedoch für große
Irritationen, da man ihn lange Zeit mit keinem bekannten Material in Verbindung
bringen konnte. Wissenschaftler erhofften sich gerade von der Enträtselung dieses
Stoffes einen wichtigen Hinweis auf die Lage von Atlantis. Es gab die unterschiedlichsten
Vermutungen, am meisten Verbreitung fand die Annahme, daß es sich wohl um
Messing handeln könne. Aber Platon’s Überlieferung zufolge grub man Oreichalkos
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
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im Gebiet um Basileia an vielen Stellen aus der Erde, und Legierungen kommen nun
einmal in der freien Natur nicht vor.
Der ägyptische Priester in Sais wußte damals, als er dem Solon berichtete, nicht, welcher
„Stoff“ in seinen Vorlagen mit Oreichalkos gemeint war, darum sagte er, es sei
ein Stoff, „der heute nur noch dem Namen nach bekannt ist, der aber bei damaligen
Menschen neben dem Gold am höchsten geschätzt wurde“. Weiter beschrieb er den
unbekannten Stoff so: „Er hatte feurigen Glanz“, die Atlanter „trugen ihn in Öl auf
den Mauern ihres Tempels auf“, auch die heilige Säule in der Mitte des Heiligtums
„war mit Oreichalkos verziert“ (Krit. 119c). Es gehört zu Spanuth’s großen Entdekkungen,
das Rätsel des Oreichalkos gelöst zu haben: Oreichalkos ist Bernstein!
In der Bronzezeit wurde Bernstein nicht wie heute im Ostseegebiet, sondern hauptsächlich
vor der Westküste Schleswig-Holsteins gewonnen. Noch heute wird Bernstein
häufig an der Westküste der Kimbrischen Halbinsel (Jütland), vor allem an der Westküste
Eiderstedts, angeschwemmt. Bei Baggerarbeiten im Gebiet von Eiderstedt kommen
regelmäßig große Bernsteinmengen mit dem Spülgut ans Tageslicht. Der goldfarbene
Bernstein (Succinit) der Nordsee zeichnet sich durch einen hohen Gehalt an
Bernsteinsäure aus, den andere Bernsteinarten, auch einige der Ostsee, nicht besitzen
und daher auch nicht so gute Eigenschaften haben. Man verstand es, das fossile Harz
in Öl zu kochen und als „Bernsteinlack“ zum Maueranstrich zu verwenden. So ist der
Hinweis im Atlantisbericht verständlich, daß die Atlanter den Oreichalkos mit Öl auftrugen.
„Den ganzen Umfang der den äußeren Ring umgebenden Mauer faßten sie mit
Oreichalkos ein, den sie in Öl auftrugen, die inneren umkleideten sie mit geschmolzenem
Zinn und die Mauer um die Burg mit Oreichalkos, welches einen feurigen Glanz
hatte“ (Krit. 116b-c).
Der Handel mit dem begehrten Nordseebernstein erreichte in der älteren Bronzezeit
einen Höhepunkt und ist wahrscheinlich der Hauptgrund für den Goldreichtum des
Nordens in dieser Epoche. Das „Gold des Nordens“ auf den Bernsteinstraßen, die alle
in der Elbmündung ihren Anfang nahmen, teils über beschwerliche Alpenpässe hinweg
bis in die Mittelmeerländer. Nach dem Untergang der bronzezeitlichen Marschen
ging der Bernsteinhandel mit den Mittelmeerländern deutlich zurück, deshalb war der
Oreichalkos zu Platon’s Zeiten „nur noch dem Namen nach bekannt“. Hierin liegt
wohl auch der Grund, daß Platon nicht die damals gebräuchliche Bezeichnung „Elektron“
für Bernstein verwendete.
Wegen des wertvollen Bernsteins, dem eine bedeutende magische Schutzkraft zugesprochen
wurde, wurde die Königsinsel der Hyperboreer in Griechenland auch „heilige
Insel Elektris“ genannt.
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KOMMT DAS ÄLTESTE KUPFER VON HELGOLAND?
Dem Atlantisbericht zufolge bauten die Bewohner von Insel-Atlantis gediegenes und
schmelzbares Kupfer auf der Insel ab. Auch der Helgoländer Felsen birgt in den weißen,
grünlichen und braunroten Schichten des Buntsandsteins Kupfererze. Häufig
wurden noch in den letzten Jahrzehnten erbsengroße Stücke von gediegenem Kupfer
gefunden, die größten wiesen immerhin ein Gewicht von einigen Hundert Gramm auf.
Jürgen Spanuth war der erste, der nachweisen konnte, daß es zu Beginn der Bronzezeit
auf dem Felsen von Helgoland, der heute nur ein Überbleibsel des ursprünglich fast
50-mal größeren Felsenmassivs darstellt, ergiebige Vorkommen hochwertiger Kupfererze
gab. Mit seinem 1965 erschienenen Buch „Atlantis“ konnte Spanuth die Beweise
für die Kupfergewinnung auf Helgoland erhärten. Dazu konnte er chemische Analysen
von Kupfererzproben und Kupferschlacken einer Reihe namhafter Fachleute und Institute
des In- und Auslandes vorlegen, die ausnahmslos die einzigartige Zusammensetzung
und hohe Qualität des Helgoländer Kupfers bestätigten, das sich durch seinen
spezifischen Gehalt an Arsen (As) und Antimon (Sb) auszeichnet, aber auch Silber,
Wismut und Eisen als Begleitelemente enthält. Das Helgoländer Kupfer erwies sich
geradezu ideal für die frühe Metallurgie, da der günstige Gehalt an Spurenmetallen
niedrigere Schmelztemperaturen als reines Kupfer und einen blasenfreien, dünnflüssigen
Schmelzfluß und Guß ermöglicht. Zudem läßt es sich sehr gut glühend schmieden
oder kalthämmern und ergibt vor allem durch das Begleitelement Arsen, aber auch
durch Antimon und Wismut, ein Endprodukt großer Härte und war somit für die Herstellung
von Waffen besonders gut geeignet.
Bei Untersuchungen mit Schmelzversuchen gelang Spanuth eine sensationelle Entdekkung.
Die Untersuchung eines Schwertes der See- und Nordmeervölker, das von den
Ägyptern zur Zeit des Pharaos Sethos II. erbeutet worden war, lieferte den eindeutigen
Beweis, daß das darin enthaltene Kupfer nur von der Lagerstätte auf Helgoland stammen
konnte. Von den deutschen Metallurgen H. Otto und W. Witter, dem französischen
Archäometallurgen J.R. Marechal sowie dem Flensburger Chemiker W. Lorenzen
wurden Spanuth’s Untersuchungen bestätigt. Später legten Lorenzen und der Geologe
Horst D. Schulz weitere Beweise für die Nutzung der Kupfervorkommen in vorgeschichtlicher
Zeit vor.
Bei Helgoland waren immer wieder Platten aus Rohkupfer gefunden worden. 1972
entdeckte Hans H. Stürmer auf dem Meeresgrund insgesamt 20 Kupferscheiben unterschiedlicher
Größe und Form, die zusammen etwa 65 kg wogen. Chemische Analysen
des Rohkupfers und des Vergleichs mit anderen Lagerstätten durch Wissenschaftler
der Universität Kiel ergaben eindeutig, daß es sich um Helgoländer Kupfer handelte,
jedoch wurde Spanuth mit keinem Wort erwähnt.
Im März 1980 bargen Taucher des Kieler Geologischen Instituts unter Leitung des
Wissenschaftlers H. D. Schulz zusammen mit einer Gruppe des Norddeutschen Rundfunks
zwei Kilometer südlich der Düne von Helgoland aus einer Tiefe von 6 bis 8 m
erneut eine Serie Kupferbarren im Gewicht von 90 kg. Die Fundumstände – man fand
zusammenpassende, zu einem Guß gehörende Kupferplatten und dazwischen viele
Schlacken – bewiesen, daß das Kupfer an Ort und Stelle verhüttet worden war. Man
hatte zweifelsfrei einen Verhüttungsplatz auf dem Meeresgrund gefunden, der diesmal
von den Fachwissenschaftlern unmöglich als verlorene Schiffsladung umgedeutet
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werden konnte, wie es bei anderen Funden zuvor immer versucht worden war. Die
FAZ berichtete damals, am 9.4.1980, unter der Überschrift: „War Helgoland vielleicht
doch Atlantis?“
Ein Verhüttungsplatz in 6 bis 8 m unter dem Meeresspiegel steht allerdings im Widerspruch
zu der Lehrmeinung der etablierten Geologen und Prähistoriker, welche davon
ausgeht, der Meeresspiegel hätte schon um 2000 v. Chr. nur 2 m unter heutigem Niveau
gelegen. Aber nicht nur deswegen hat sich die etablierte Fachwissenschaft bis
heute beharrlich geweigert, die Rohkupferfunde und Analysen überhaupt zur Kenntnis
zu nehmen.
Zeitungsberichte von Dr. Harald Steinert in der FAZ (9.4.1980) und im Flensburger
Tageblatt (15.4.1980) über diesen Rohkupferfund überraschten am Ende mit einem
Untersuchungsergebnis, das eine Sensation und eine Bestätigung für Spanuth und Lorenzen
darstellte. Hier ein Auszug: „Am Kieler Geologischen Institut wurden Vergleichsanalysen
durchgeführt, bei denen man Kupfergegenstände aus dem Anfangsstadium
des Metallzeitalters … mit dem Kupfer der Helgoländer Barren verglich. Von
fünf Funden von solchen „kupferzeitlichen“ Gegenständen (im wesentlichen Beile in
Form der Flachbeile) erwiesen sich vier als eindeutig aus Helgoländer Erz gegossen:
so ein Flachbeil aus Husum, eines von Flensburg und ein Fund von einem Beil mit
Kupferspiralen von Riesebusch bei Eutin. Alle diese bestehen aus Kupfer, mit besonders
hohem Gehalt an Spurenelementen wie Arsen, Wismut, und Silber, wie sie für das
Helgoland-Kupfer typisch sind und in keinem anderen bisher untersuchten Kupfer
anderer Fundorte zusammen auftreten. Mit anderen Worten: Mit dem einheimischen
Helgoländer Kupfer wurde überhaupt erst die „Metallzeit“ im Norden Europas eingeführt
…“.
Damit war „amtlich“, was Jürgen Spanuth viele Jahre zuvor, gestützt durch Analysen
namhafter Fachleute und Institute, nachgewiesen hatte, daß die ältesten Kupfergegenstände
Schleswig-Holsteins aus Helgoländer Kupfer gefertigt waren. Doch seit diesen
Zeitungsberichten versucht man in der Wissenschaft dieses Thema totzuschweigen
und verhält sich so, als habe es den Fund und die Analysen des Geologischen Instituts
nicht gegeben.
Ernst Probst schreibt in seinem umfassenden und Informativen Werk Deutschland in
der Steinzeit, ab 4400 bis 2300 v.d.Ztr. hätten fast alle Kulturen Kupfergegenstände
„besessen“ – sei es aus eigener Produktion oder als Importware –, und die ältesten
Kupferfunde seien alle früher als 4000 v.d.Ztr. angefertigt. Er belegt dies mit zahlreichen
Abbildungen solcher Funde, darunter die „kreuzschneidige Kupferaxt“ von Auleben
in Thüringen, die der Gaterslebener Gruppe (4400-4200 v.d.Ztr.) zugeordnet
wird. Als weitere Gruppen, die schon vor 4000 v. Chr. Kupfer besaßen, nennt Probst
ausdrücklich die Bischheimer Gruppe im Rhein-Main-Gebiet, die Jordansmühler
Gruppe (4300-3900 v.d.Ztr.) und die Baalberger Kultur (4300-3900 v.d.Ztr.) in Mitteldeutschland
sowie die nordwestdeutsche Trichterbecher-Kultur (4300-3000
v.d.Ztr.). Letztere ist identisch mit der Großsteingrabkultur in Niedersachsen, Schleswig-
Holstein und Mecklenburg. Mit den Trichterbecher- bzw. Großsteingrabkulturen
in Ostholland, Dänemark und Südschweden ist sie eng verwandt. Neben vielen Einzelfunden,
darunter zahlreichen Flachbeilen, gelten die Hortfunde von Riesebusch
(Schwartau) und Bygholm (Jütland) als älteste Kupferfunde Nordeuropas. Sie enthalten
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TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
113
Flachbeile und Kupferspiralen, der Bygholm-Fund bereits einen Kupferdolch. Es sei
schon hier vorweggenommen, was die gängige Lehrmeinung heute geflissentlich
übergeht, daß diese Funde dem Frühneolithikum, der älteren Trichterbecherkultur,
entstammen und aus Helgoländer Kupfererz gefertigt wurden. Die Megalithkultur –
und zwar die „ältere Trichterbecherkultur“ Nordwestdeutschlands und Skandinaviens
– besaß und verarbeitete das Kupfer also nach heutigem Kenntnisstand schon vor 4000
v.d.Ztr. und damit fast 2500 Jahre früher als angenommen. In Ägypten indessen erscheint
das Kupfer nach Werner Maser etwa zur gleichen Zeit wie in Mesopotamien,
wo seit 3900 v.Chr. Kupfer verhüttet und Gegenstände aus Kupfer hergestellt worden
seien (Gert Meier u. Hermann Zschweigert, Die Hochkultur der Megalithzeit, S. 329f).
Entgegen der heute etablierten Lehrmeinung, nach der Kupfer lange Zeit aus dem Alpenraum
in den Norden importiert worden sein soll, sprechen die tatsächlichen Funde
dafür, daß Helgoländer Kupfer das älteste und meistgebrauchte im gesamten Megalithraum
gewesen ist. Für die etablierten Fachwissenschaftler bleibt Helgoland als frühes
Zentrum der Kupfergewinnung jedoch tabu, weil dies die gültige Lehrmeinung in den
Grundfesten erschüttert. Daher versuchen sie, das Dogma von der Herkunft des Metalls
aus Südeuropa unter allen Umständen aufrechtzuerhalten und behaupten völlig
ignorant und starrsinnig weiter, die Metallurgie sei durch „Wanderhandwerker“ in den
nordischen Raum vermittelt worden, oder Kupfer habe dorthin importiert werden müssen.
Eine letztliche, eindeutige Beweisführung
für die Ursprungsregion der
Herstellung von Kupfer und Bronze
gibt es bis heute noch nicht, doch
wenn man nur einmal die Zahl der
veröffentlichten analysierten
Fundstücke aus Kupfer und Bronze
vergleicht, dann fällt auf, daß die
Anzahl der Funde in Nord- und
Mitteleuropa etwa zehnmal größer ist als alle Fundstücke im Mittelmeerraum und im
Vorderen Orient zusammen. Dabei gilt es zu berücksichtigen, daß die ehemals weiten
fruchtbaren Flächen im Bereich der heutigen südlichen Nordsee, wo die Kupfer- und
Bronzemetallurgie schon in frühesten Zeiten beherrscht wurde, so gut wie noch gar
nicht auf Kupfer- und Bronzefunde untersucht wurden.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
114
DIE TEMPELINSCHRIFTEN
UND WANDBILDER VON MEDINET HABU
Zu den eindeutigsten Beweisen in der gesamten Atlantisforschung gehören die umfangreichen
Inschriften und großartigen Wandbilder, die Ramses III., der von 1200 bis
1168 v.Chr. Pharao in Ägypten war, in seinem Palasttempel in Medinet Habu als eine
riesige Urkunde seiner Kriegstaten hinterlassen hat, von denen heute etwa noch 10.000
qm gut erhalten sind. Diese Inschriften und Wandbilder werden von Ägyptologen als
„Urkunden von höchstem historischen Wert“ bzw. als „die interessantesten historischen
Dokumente, welche uns überkommen sind“ (Bilabel) bezeichnet.
Den Aufzeichnungen von Medinet Habu kommt für die Atlantisforschung deswegen
eine ganz besondere Bedeutung zu, weil wir heute dank der großartigen wissenschaftlichen
Leistung von Jürgen Spanuth wissen, daß die Inhalte der Inschriften und
Wandbilder die Vorlage von den Erzählungen waren, die in den Jahren vor 560 v.Chr.
der ägyptische Priester von Sais dem griechischen Weisen Solon übermittelt hatte,
welche später Platon in seinen Dialogen der Welt als Atlantisbericht überliefert hat.
Die inhaltliche und nicht selten wörtliche Übereinstimmung zwischen den Angaben
dieser ägyptischen Tempelinschriften und den Angaben des Atlantisberichts ist der
Beweis, daß Platon’s Atlantisbericht tatsächlich auf die Berichte Ramses III. zurückgeht.
Die in vielen tausend Büchern immer wieder gestellte Frage, wo die Atlanter beheimatet
gewesen seien, kann mit Hilfe der altägyptischen Vorlagen des Atlantisberichts
endgültig gelöst werden. Hier erscheinen die bisher so rätselhaften sogenannten
Nord- und Seevölker im Kampf mit den Söldnerheeren Ramses III. in der ersten Seeschlacht,
von der die Geschichte erzählt.
Die Tempelinschriften von Medinet Habu berichten von großen Naturkatastrophen
und der großen Wanderung verschiedener Völkerschaften, die „von den Inseln im
Ozean, die im Norden liegen“ in den Mittelmeerraum eingedrungen seien, um zusammen
mit den Libyern und Tyrrhenern als Verbündeten aus „übermäßiger Habsucht
und Machtgier“ Griechenland, das Hethiterreich, Kreta, Zypern und schließlich auch
Ägypten anzugreifen und zu unterwerfen. Die Inschriften und eindrucksvollen Wandbilder
schildern Schlachten der Ägypter gegen Angreifer zu Wasser und zu Lande,
verherrlichen den Sieg der Ägypter, die Tötung bzw. Gefangennahme der angreifenden
Krieger der „Nordmeervölker“ und die Hinrichtung ihrer Könige. „Sie kamen zu
Wasser und zu Lande. Ich, Ramses, habe sie geschlagen und gefangen genommen zu
Tausenden, ihre Könige habe ich hingerichtet!“ (Ramses III., Medinet Habu). Weiter
berichten die Texte davon, daß sich Reste der Nordmeervölker, die von den Ägyptern
mit dem Sammelnamen „Haunebu“ bezeichnet wurden, nachher im Bereich des heutigen
Palästina und Libanon angesiedelt haben. (Anmerkung: Die „Haunebu“ werden
schon sehr früh in altägyptischen Texten genannt, von ihnen soll der Bernstein kommen,
der seit etwa 2400 v. Chr. in ägyptischen Gräbern gefunden oder in Inschriften
erwähnt wird).
Nach Angaben Ramses’ III. kommen die „Haunebu“ „von den Inseln und Festländern
am ,Großen Wasserkreis‘ (sin wur) im fernsten Norden“ bzw. „von den Enden der Erde“,
„von den Säulen des Himmels“, „aus der fernen Finsternis“. In den Inschriften
werden diese Völker auch „Neunbogenvölker“ genannt, weil sie „vom neunten Bogen“
stammen, „wo der längste Tag 17 Stunden dauert“.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
115
Ungefähres Weltbild der Ägypter um 1200
v.Chr. Um den „Erdkreis“ fließt der
„große Wasserkreis“ (=sin wur, griech.
okeanos). Der Erdkreis ist in „neun Bogen“
geteilt, daher kann der ganze bewohnte
Erdkreis auch „alle neun Bogen“
heißen. Der neunte Bogen liegt an den
„Enden der Erde im fernsten Norden“.
Die Griechen nannten die „Himmelssäule“
„stele boreios“ = Nordsäule, den Himmelsträger
„Atlas“. Allein schon aus diesem
Grund kann die „Heilige Insel“ der Atlanter,
auf der die „Säule des Atlas“ stand,
nur im Norden Europas gesucht werden.
Zitiert aus Spanuth: Die Atlanter
Der „neunte Bogen“ entspricht, wie schon F.A. Uckert in seiner Geographie der Griechen
und Römer festgestellt hat, den Gebieten zwischen 52. und 57. nördlichen Breitengrad,
wo Norddeutschland, Dänemark und Südskandinavien liegen – ebenso das
von Jürgen Spanuth entdeckte Atlantis. Auch Plinius der Ältere schreibt: „Der neunte
Bogen geht durch Britannien und das Land der Hyperboreer (Kimbrische Halbinsel),
dort dauert der längste Tag siebzehn Stunden“ (siehe J. Spanuth, Die Atlanter, S. 32),
er bezeichnet die Kimbrische Halbinsel mit dem Eridanus (= Eider), dem Schlammeer
(= Wattenmeer) und dem Bernsteinland (= Deutsche Bucht) als „Hyperboreerland“.
Tatsächlich dauert der längste Tag genau auf dem 54. Grad nördlicher Breite, dem
Breitengrad von Helgoland, siebzehn Stunden.
Durch die ausgezeichnete Beobachtungsgabe
und die Vorliebe zur Wiedergabe
auch kleiner Details, die die ägyptischen
Künstler auszeichneten, wurden hier
Hunderte von Kriegern im Bilde festgehalten,
bei denen es sich zweifellos
um nordisch-germanische Menschen
handelt. Die Krieger der
Nordmeervölker sind glattrasiert, ihre
Frauen tragen einen langen Zopf, wie
wir es von Moorleichenfunden und
schwedischen Felszeichnungen auch
kennen. Die Schiffe der Nordleute
zeigen „nicht mittelmeerische, sondern
nordische Bauart“ (Herbig), ihre
Streitwagen erscheinen in der gleichen
Bauweise auf schwedischen
Felszeichnungen. Die Krieger kämpfen
mit Griffzungenschwertern, wie sie in
der gleichen Form im 13. Jahrhundert
v.Chr. in den germanischen
Siedlungsgebieten „in ungeheurer
Masse“ (Sprockhoff) gefunden wurden.
Als Kopfschutz tragen die
Nordmeerkrieger den Hörnerhelm oder
den Helmbusch (Strahlenhelm aus
stehender Fjord-Pferdemähne), wie es
nur im nordischen Bereich üblich war.
Sie schützen sich mit dem Rundschild,
so wie er in den germanischen
Siedlungsgebieten getragen wurde und
von Originalfunden oder wiederum von
schwedischen Felszeichnungen jener
Zeit bekannt ist.
Alle diese Schiffs-, Waffen- und Helmformen waren bis zum Eindringen der Nordmeervölker
im Mittelmeerraum unbekannt, sie waren aber in den germanischen SiedREICHSBRIEF
NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
116
lungsgebieten allgemein in Gebrauch. Damit bestätigen die naturgetreuen Wandbilder
von Medinet Habu die schriftlichen Angaben der Texte, daß diese Völker „vom
,Großen Wasserkreis‘ im fernsten Norden“, „vom neunten Bogen“, also aus dem germanischen
Siedlungsraum kamen.
Daß verschiedene ägyptische Pharaos bei den Beschreibungen und Ausmalungen ihrer
eigenen Taten und Triumphe zur Übertreibung, Selbstverherrlichung und Wirklichkeitsverzerrung
neigten, ist seit längerem eine bekannte Tatsache. Es ist daher mehr als
wahrscheinlich, daß es sich bei den Tempelinschriften und Wandbildern von Medinet
Habu nicht in allen Punkten, vor allem bei der Beschreibung der „Angreifer“ und ihrer
Absichten, nicht um eine wirklichkeitsgetreue Wiedergabe der Ereignisse handelt.
Deswegen stellt sich die Frage, ob es wirklich „übermäßige Habsucht und Machtgier“
war, oder welches historische Ereignis und welche Tragödie die Nordmeervölker (die
nordischen Atlanter bzw. nordisch-germanischen Völkerschaften) tatsächlich zu dem
massenhaften Wanderzug bis an die Grenzen Ägyptens führte.
Ramses III. berichtet ausführlich, daß in den letzten Jahrzehnten vor seinem Regierungsantritt
schwerste Naturkatastrophen „den ganzen Erdkreis“ heimgesucht hätten.
Sehr anschaulich beschreibt er die vernichtenden Auswirkungen dieser Naturkatastrophen:
„Ägypten lag in vollkommener Zerstörung, als ich auf den Thron kam“. Er beschreibt
aber auch aufgrund der Aussagen der gefangenen Nordmeerkrieger, welche
Katastrophen sich in der Heimat der Nordvölker ereignet hätten: „Die Hitze des Himmels
hat die Gebiete der Neunbogenvölker verbrannt. Ihre Wälder und Gebiete sind
vom Feuer geröstet“; „Die Inseln der Nordmeervölker sind vom Sturmwind ausgerissen
und fortgeweht gleichzeitig“; „Das Haupt ihrer Städte ist im Meer versunken“;
„Das Weltmeer brach aus und hat in einer großen Woge von Wasser ihre Städte und
Dörfer verschlungen“ und „Ihr Land ist nicht mehr“, so sagt der Pharao von dem führenden
Stamm der Nordmeervölker, von den Pheres (Philistern), und: „Ihre Seele kam
in größte Verzweiflung!“
Umfangreiches naturwissenschaftliches und archäologisches Material bestätigt die
Angaben des Pharao über die weiträumigen Naturkatastrophen von etwa 1223-1200
v.Chr. Schon in der Zeit zuvor hatte damals eine langanhaltende Trockenheitskatastrophe
weite Gebiete der nördlichen Hemisphäre verdorren und den Grundwasserspiegel
um 5-7 Meter absinken lassen, Wälder und Moore verbrannten, Flüsse und Seen
trockneten aus; zudem waren in Nordeuropa die Durchschnittstemperaturen soweit
zurückgegangen, daß dort aufgrund von dramatischen Ernteausfällen die Menschen
nicht mehr ausreichend ernährt werden konnten. Um das Jahr 1223 v.Chr. war es dann
zu einer weite Teile der Nordhalbkugel erschütternden Naturkatastrophe gekommen,
durch welche die atlantische Königsinsel untergegangen war, wie die Schreiber Ramses
III. von den gefangengenommenen Kriegern der Nordmeervölker erfahren und
aufgezeichnet haben. Ursache dieser Katastrophe war der „Sturz des Phaethon“, der
Einschlag eines großen Asteroiden, der in einer elliptischen Bahn mehrmals nah der
Erdoberfläche die Erde umrundete bevor er dann in die Mündung des Eridanus (Eider)
stürzte, worüber verschiedene Mythen und Sagen der Antike berichten – dazu Genaueres
im nächsten Kapitel.
Außer den Texten und Wandbildern von Medinet Habu sind aus der ägyptischen Epoche
Ende des 13. Jahrhunderts v.Chr. auch der „Papyrus Harris“, eine Art RegieREICHSBRIEF
NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
117
rungsbericht Ramses’ III. in Form einer 39 m langen Papyrusrolle, und der „Papyrus
Ipuwer“ im Original erhalten, die beide häufige, teils wortwörtliche Übereinstimmungen
mit den Texten von Medinet Habu enthalten. Sowohl aus diesen ägyptischen
Quellen, insbesondere denen von Medinet Habu, als auch aus Platon’s Atlantisbericht
erfahren wir, daß zehn Völker mit zehn Königen (Breasted Anc. Rec. IV, §66,Krit.
113e, 119c) zu der Völkerkoalition gehörten, die Ägypten angriffen; daß die Könige
der Nordmeervölker (= Atlanter) den Oberbefehl hatten; daß sie über eine große Flotte,
Streitwagenverbände und Reiterkrieger verfügten; daß sie mit Waffen aus Kupfer
und Zinn (Bronze) kämpften, aber auch schon Eisenwaffen kannten; daß zu dieser
Völkerkoalition auch die Lebu (Libyer) und die Bewohner Tyrrheniens (Sardana, Sekelesa,
Tursa) gehörten; daß Ägypten auch von Westen her angegriffen wurde, aber
seine Freiheit retten konnte; daß die Haupt- und Königsstadt der Nordmeervölker (=
Atlanter) im Meer versunken sei, und daß die Nordmeervölker Europa und Asien
(Kleinasien) durchzogen hatten, bevor sie Ägypten angriffen.
DER UNTERGANG VON ATLANTIS
DURCH DEN STURZ DES PHAETHON
Mehrere Dichter und Geschichtsschreiber der Antike, darunter Hesiod, Solon, Aischylos,
Euripides, Aristoteles und Plutarch, erwähnen in ihren Schriften die griechische
Sage vom „Sturz des Phaethon“ und berichten über Einzelheiten. Die umfangreichste
Beschreibung dieses Ereignisses findet man aber in den „Metamorphosen“ des römischen
Dichters Ovid (41 v. Chr.-17n.Chr.), der sein Wissen aus älteren, zum Teil verloren
gegangenen Schriften schöpfte. In aller Kürze dargestellt, berichten Ovid’s Verse
folgendes:
Phaethon, der auch den Beinamen „der Strahlende“ und „der Lodernde“ trägt, bittet
seinen Vater Helios, einen Tag lang die Sonnenrosse führen zu dürfen. Trotz der ernsten
Bedenken und Warnungen des Vaters bleibt Phaethon bei seinem Verlangen. Sein
Vater Helios muß ihm aber eine Bitte erfüllen, weil er das als Beweis seiner Vaterschaft
beim Styx geschworen hatte. Als die Sonnenrosse fühlen, daß ein Unerfahrener
die Zügel hält, brechen sie aus der Bahn und stürmen der Erde zu. Furchtbare Brände
zerstören Wälder und Städte, wegen der entsetzlichen Hitze trocknen Flüsse und Quellen
aus. Ehemals fruchtbare Gebiete werden zur Wüste, schreckliche Erdbeben erschüttern
die Welt, überall birst der Grund, Berge entbrennen in feuriger Glut, Asche
und qualmender Rauch verhüllen die Erde in schwarzes Dunkel. Dreimal weicht das
Meer zurück, um mit vernichtenden Fluten wiederzukehren. Schließlich erbarmt sich
Zeus der bedrohten Erde und schleudert Phaethon mit einem Blitzstrahl vom Wagen.
Phaethon stürzt in die Mündung des Eridanos, an dessen Ufern ihn seine Schwestern,
die Heliaden, mit blutigen Tränen beweinen, die zu Bernstein werden. Aus
Trauer um den Tod ihres Bruders werden die Heliaden in Pappeln verwandelt.
Verschiedene Forscher, darunter auch Goethe, verbanden mit dieser Sage ein tatsächliches
Ereignis, nämlich das Herabstürzen eines meteoritischen Körpers auf die Erdoberfläche,
und stellten dazu Studien an. Im Jahr 1965 faßte Jürgen Spanuth alle mit
dem Phaethon in Verbindung stehenden Erscheinungen zusammen und stellte sie den
archäologischen Befunden und schriftlichen Überlieferungen vieler Hochkulturen aus
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
118
der Bronzezeit gegenüber. Er sammelte auch als erster umfangreiche Beweise, daß
Phaethon den Untergang von Atlantis ausgelöst haben könnte.
Für die Enträtselung der Phaethon-Legende ist die Lokalisierung des Flusses „Eridanos“,
des in verschiedenen Mythen und Sagen des Altertums berühmten Flusses, von
entscheidender Bedeutung. Bei der Identifizierung des Eridanos sind in der Wissenschaft
erstaunlicherweise nur fünf Möglichkeiten ernsthaft erörtert worden. Das sind
einmal die zwei Mittelmeerzuflüsse Rhone und Po, zum anderen die Nordseeflüsse
Rhein, Elbe und Eider. Bei ihren Diskussionen hatten es sich die Forscher jedoch unnötig
schwer gemacht, denn die Flüsse Rhodanus, Padus und Rhenus werden in den
„Metamorphosen“ (Metamorphosen II, 258) unter eigenem Namen geführt, und diese
entsprechen zweifelsfrei der heutigen Rhone, dem Po und dem Rhein. Als Eridanos
kommen also von vornherein nur die Elbe oder die Eider in Betracht. Auch finden wir
bei verschiedenen Autoren der Antike den Hinweis, daß der Eridanos in das „Kronos-
Meer“ (d.h. die Nordsee) oder in den „hyperboreischen Ozean“ floß.
Spanuth’s eingehende Untersuchungen sprechen eindeutig für die nur knapp zweihundert
Kilometer lange Eider (Atlantis, J. Spanuth, 1965, S. 168ff). An ihren Ufern wird
noch heute – im Gegensatz zur Elbe – Bernstein angespült. Und sie strömt, übereinstimmend
mit dem Namen, westwärts in die Nordsee. „Eridanos“ bedeutet nämlich
„Strom vom Morgen“ bzw. „Strom von Osten“.
Die Lage der atlantischen Metropole am Bernsteinfluß Eridanos und der uralte Handelsweg
über ihn in die Ostsee wird bei vielen Autoren der Antike beschrieben. Die
Eider war über ihren nördlichen Nebenfluß Treene und dann über die Rheider Au bis
zur Schlei fast durchgehend schiffbar. Die kleine Lücke zwischen beiden Flüssen dürfte
durch Kanalbauten geschlossen worden sein, so daß man sich mit flachen Schiffen
den langen Umweg durch das Skagerrak ersparen und von der atlantischen Hauptstadt
direkt in die gegenüberliegende Ostsee gelangen konnte.
Das Zentrum von Atlantis versank „an einem Tag und einer Nacht voller entsetzlicher
Schrecken“. Es spricht vieles dafür, daß der Untergang der atlantischen Königsinsel
durch den Einschlag eines großen Asteroiden südlich von Helgoland in das damalige
Mündungsgebiet der Eider ausgelöst wurde. Tatsächlich gibt es im Gebiet um Helgoland
einige geologische Besonderheiten, die nur durch das Einwirken eines plötzlichen,
schockartigen Ereignisses erklärbar sind. Einmal ist es ein etwa zehn Meter hoher
untermeerischer Steilabbruch dreihundert Meter vor der Westküste, der einem allmählichen
Absinken des Felsmassivs völlig widerspricht. Aus dem Abstand zur heutigen
Brandungsküste kann auf einen Zeitpunkt vor rund 3000 Jahren geschlossen werden
(siehe auch Kapitel: Landabsenkung Helgoland und Doggerbank). Auf ein anderes
Phänomen machte 1977 der Kieler Geologe H. Steinert aufmerksam. Etwa fünfunddreißig
Kilometer nördlich von Helgoland wurden bei seismischen Messungen ganz
unerwartet mehrere „Aufschuppungen“ im ansonsten flachen Nordseegrund festgestellt.
Alle fünfhundert bis tausend Meter Entfernung voneinander wurde bis zu zehnmal
aus einer Tiefe von hundert Metern heraus der Meeresboden schräg gestellt, und
das deutet auf einen sehr hohen Druck aus südöstlicher Richtung hin.
Tektonisch einmalig in der Deutschen Bucht ist weiterhin das sogenannte „Helgoländer
Loch“, ca. vier Kilometer vom Südhafen der Insel in südlicher Richtung entfernt
gelegen. Eine längliche, schiefe Einsenkung liegt mit einer Gesamttiefe von 57 Metern
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TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
119
Morphologie des Helgoländer Seegrundes.
Ostwärts des Helgoländer Gesamtmassivs
(weiß) dehnt sich, begrenzt durch die 15- m-
Tiefenlinie, die Bodenschwelle des Eiderstedter
unterseeischen Rückens (punktiert). Südlich
des Massivs die tektonisch bedingte Tiefe
Rinne mit örtlich begrenzten Tiefen bis zu 60
m (dunkle Zone). Aus: Benno Eide Siebs u.
Erich Wohlenberg, Helgoland und die Helgoländer,
Hirt, Kiel 1953, S.19.
über zwanzig Meter tiefer als der übrige Meeresboden der Umgebung. Sie könnte
durch den flachen Einsturz eines größeren Asteroiden an dieser Stelle entstanden sein.
Eine geologische Untersuchung unter dem Gesichtspunkt eines Impaktes steht noch
aus. Trotz Auffüllung mit Sedimenten in den letzten 3000 Jahren hat das Helgoländer
Loch noch eine Ausdehnung von etwa vier mal fünfzehn Kilometern. Aus der ungefähren
Ost-West-Lage der langgestreckten Einsenkung und ihrer tiefsten Stelle im östlichen
Bereich kann auf eine Einsturzrichtung des Objekts aus West-Nordwest geschlossen
werden.
Auf eine furchtbare Naturkatastrophe
um 1200 v.Chr. machen
ebenfalls schon 1844 der
dänische Forscher E.
Forchhammer und 1910 der
deutsche Archäologe D. Wildvang
aufmerksam. Sie rekonstruierten
eine mindestens 20
Meter hohe Flutwelle, die
demnach dreimal höher war als
die schlimmsten Sturmfluten, die
wir aus den letzten
Jahrhunderten kennen.
Die deutsche und dänische
Nordseeküste wurden schwer
verwüstet und für lange Zeit
unbewohnbar gemacht. Mehrere
Brandungswälle wurden an den
Küsten aufgerichtet, und eine
Geröllschicht von über 5000 km²
bedeckte das Landesinnere.
Neben der Zerstörung der
Hauptbernsteininsel Althelgoland-
Altsüdstrand und vieler
fruchtbarer Marschen wurde die
gesamte Westküste Schleswig-
Holsteins um etwa 60 km nach
Osten hin verschoben (Spanuth
1977, S. 273-278). In mehreren Gebieten Europas kam es zu gleichzeitigen großflächigen
Waldbränden, ein durchgängiger Brandhorizont in Mooren der Norddeutschen
Tiefebene bestätigt eine umfassende Katastrophe in der ausgehenden Bronzezeit (Spanuth
1965, S. 192f). Die völlige Verwüstung weiter Landstriche zwang die Menschen
an der Nord- und Ostseeküste, in südlichere Länder abzuwandern – dazu Genaueres im
nächsten Kapitel.
In seinem Phaethonepos führt Ovid eine lange Liste von Städten, Bergen und Wäldern
an, die beim Feuerbrand des Phaethon verbrannt worden seien (M. II, 210-280): „Feuer
ergreift nunmehr an die ragenden Höhen der Erde. Mit den Mauern vergehen
großmächtige Städte, ganze Länder sogar mitsamt den bewohnenden Völkern wanREICHSBRIEF
NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
120
delt in Asche der Brand. Mit den Bergen verbrennen die Wälder“. In vielen Versen
hat Ovid auch die furchtbaren Überschwemmungen besungen: „Laßt schießen die Zügel
den drängenden Wogen, wo noch steht ein Bau, der solches Verderben vermochte
unverrückt zu bestehn, da geht noch höher die Woge über den First, und vom
Strudel bedrängt verschwinden die Türme. Schon war zwischen dem Meer und dem
Land kein sichtbarer Abstand: Alles umher war Meer, und das Meer war ohne Gestade“
(M. I, 228f).
Offenbar stehen noch weitere Naturkatastrophen in anderen Erdteilen mit dem
Phaethon-Absturz in Zusammenhang. Tempelanlagen aus Stein wurden durch verheerende
Feuerbrünste in Ägypten und Syrien zerstört, die durch kriegerische Einwirkungen
nicht erklärbar sind. Zeitgenössische Urkunden berichten in diesen beiden Ländern
vom Kometen „Sekhmet“ oder „Typhon“ und vom Stern „Anat“, der „die Völker
mordete“. Gerade die alten ägyptischen Texte, vor allem aus der Regierungszeit Ramses’
III., ermöglichen eine genaue Datierung dieser frühgeschichtlichen Katastrophe.
Diese berichten, übereinstimmend mit den „Metamorphosen“ bei Ovid, daß „Libyen
zur Wüste ward“ und der Nil austrocknete. Während es aus der Zeit vor dem Tode des
Pharaos Merenptah im Jahre 1222 v.Chr. keinerlei diesbezügliche Überlieferungen
gibt, lag zu Beginn der Regierungszeit Ramses’ III. im Jahre 1220 v.Chr. „Ägypten in
vollkommener Verwüstung“ (Spanuth 1977, S. 232). In Medinet Habu heißt es sogar:
„Das Feuer von Sekhmet hat alle neun Bogen verbrannt“ (Tafel 17).
All diese in Europa, Nordafrika und anderen Erdteilen beobachteten Phänomene lassen
sich aber nicht mit dem Aufprall eines Asteroiden bei Helgoland erklären. Eine bestechende
Hypothese, die viele Einzelheiten erhellt, stellte im Jahre 1982 der ehemalige
Flugzeugbau-Ingenieur W. Stender auf. Phaethon, der in alten ägyptischen Schriften
auch als „kreisender Stern“ bezeichnet wird, konnte nach Ansicht Stender’s nur ein
kleiner Planetoid gewesen sein, der der Erde so nahe kam, daß ihn die Atmosphäre
abbremste und ihn in eine Umlaufbahn zwang. Phaethon soll unseren Planeten in
ziemlich genau drei Tagen sechsmal umkreist haben, bis ihn Luftreibung und Erdanziehung
endgültig zum Absturz brachten.
Nun läßt sich zwanglos erklären, warum Phaethon über Griechenland, Ägypten, Syrien,
Indien und anderen Ländern gesichtet worden sein soll. Bei seinen mehrtägigen
Umkreisungen wird er auf seiner elliptischen Bahn viele bewohnte Gebiete überflogen
haben. Manche Beobachter konnten ihn dabei sogar mehrmals und aus verschiedenen
Richtungen wahrgenommen haben, so daß leicht der Eindruck einer „Irrfahrt“ (Ovid)
entstand. Die Erscheinung eines riesigen „Feuerspeienden Felsbrockens“, der mit bis
zu 25- bis 30-facher Schallgeschwindigkeit mal näher, mal weiter entfernt von der
Erdoberfläche über die betroffenen Gebiete hinwegjagte, muß äußerst verwirrend und
bedrohlich auf die damaligen Menschen gewirkt haben.
Beim Durchfliegen der dichten Luftschichten wurde Phaethons glühende und brennende
Oberfläche so beansprucht, daß sich dabei unterschiedlich große Teile ablösten
und schon vor dem Absturz des Hauptkörpers wahre Schauer von brennenden Gesteinsbrocken
auf die Erde niedergingen. Zum Verhängnis wurde den Menschen eine
klebrige, brennbare Substanz an der Oberfläche des Asteroiden. Über die Beschaffenheit
des „blutroten“ Stoffes gibt es bisher nur Vermutungen. Plinius und andere antike
Autoren bezeichnen den „Kometen Typhon“ als „feurige Erscheinung“ und als „unREICHSBRIEF
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geheure Kugel aus Feuer“, die Feuerströme und schreckliche Plagen über die Erde
brachte. Auch Hesiod erwähnt, daß die Flammen, die das „Ungeheuer Typhoeus“ auf
die Erde sandte, „überall den Boden und auch die Meere sieden ließen“.
Als Kuriosum wird in alten Berichten hervorgehoben, daß dieser „Blutregen“ und
„Feuerregen“ sogar auf Gewässern weiterbrannte (M. II, 242 ff). Der klebrige Stoff
entwickelte eine derartige Hitze, daß „Tempel und Städte vergingen“ und sogar Steinbauwerke
ganz in Asche verwandelt wurden. Ausgrabungen aus dieser Zeit in der syrischen
Stadt Assur belegen beispielsweise eine Gluthitze, die Hunderte von gebrannten
Ziegelschichten zum Glühen und Schmelzen brachte. Der ganze Baukern eines ehemaligen
Turms sowie das Mauerwerk aus Lehmziegeln wurden durchgehend geröstet und
verglast. Auch die Ausgräber von Hattusa, der Hauptstadt des Hethiterreichs, standen
vor einem ähnlichen Rätsel. Hier und in anderen kleinasiatischen Städten gibt es Zeugen
von verheerenden Feuersbrünsten, die unmöglich von Menschenhand ausgelöst
worden sein können. Des weiteren wurden in Makedonien, Ungarn und Deutschland
am Ende des 13. Jh. v.Chr. befestigte Anlagen durch Feuer zerstört (Spanuth 1977,
S.224-284). (Anmerkung: Der Text dieses Kapitels wurde zu einem großen Teil aus
der Schrift „Der Sturz des Phaethon“ von Günter Bischoff entnommen, welche auf
www.efodon.de und in EFODON-SYNESIS Nr. 5/2003 vollständig zu lesen ist).
„Denn das, was bei euch erzählt wird, daß einst Phaethon, der Sohn des Hellios,
der seines Vaters Wagen bestieg, die Oberfläche der Erde durch Feuer zerstörte,
weil er nicht imstande war, die Bahn des Vaters einzuhalten, das wird
zwar in Form eines Mythos berichtet, es ist aber Wahrheit und beruht auf der
Abweichung der am Himmel um die Erde kreisenden Gestirne und der nach langen
Zeiträumen erfolgten Vernichtung der auf der Erde befindlichen Dinge
durch mächtige Feuer“.
Platon, (Tim. 22c-d)
Phaethon stürzte etwa um das Jahr 1223 v.Chr. ab, und zwar an einem Frühlingstag
kurz vor Neumond. Die Jahreszeit läßt sich heute noch genau ermitteln, weil die Griechen
damals alljährlich in der Mitte des ersten Frühlingsmonats das Anthesterienfest
feierten. Dabei wurde der „Flut des Deukalion“ gedacht und dem Gott Apollon besondere
Opfer gebracht, weil er bei dieser ungeheuren Überschwemmung die Vorfahren
der Delpher vor der Flut errettet hatte, so berichtet Jürgen Spanuth, 1965 in seinem
Buch Atlantis, S. 140.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
122
Ein Versuch von Heinz B. Maass, Atlantis in die
Nordsee einzupassen. Die Karte stellt in etwa die
übermeerische Landfläche im helgoländer Raum
zur Zeit des bronzezeitlichen Atlantis dar
(aus: Deutschlands Urahnen Band 2, S. 8.)
LANDSENKUNG HELGOLAND UND DOGGERBANK
Verschiedene archäologische Funde von Großsteingräbern und anderen steinzeitlichen
Anlagen sowie von versunkenen Mooren und Überresten von Wäldern unter dem heutigen
Meeresspiegel entlang der Nordseeküste und im Wattenmeer belegen, daß in den
Jahrtausenden nach der „Eiszeit“ (nach ca. 12.500 v.Chr.) in einem ausgedehnten Gebiet
der Nordsee erhebliche Landsenkungen stattgefunden haben.
Wie Professor Dr. Gero Hillmer von der Universität Hamburg in „Helgoland“, 1979,
über dessen Geologie schreibt, gibt es westlich von Helgoland eine gewaltige Verwerfung,
an deren Rißstelle das Salz fast bis an die Oberfläche drang. Dort, im Gebiet des
sogenannten „Görtel“ soll es noch heute zu zahlreichen Einstürzen des Meeresbodens
durch Salzauslaugungen im Untergrund kommen. Das Gebiet um Helgoland, das auf
einem gewaltigen Salzstock liegt, ist also daher als ein spezieller Fall in der absinkenden
Nordsee zu betrachten.
Für die konventionelle, etablierte Geologie ist allein die „Barbadoskurve“ maßgebend,
welche bezüglich des Meeresspiegelanstiegs nach der „Eiszeit“ allein die Verhältnisse
der Insel Barbados in der Karibik berücksichtigt.
Die offensichtlichen Hinweise auf lokale tektonische Veränderungen in der Nordsee
werden von diesen Leuten jedoch einfach nicht zur Kenntnis genommen und deshalb
nicht erforscht. Alles andere, als diese Wasseranstiegskurve von Barbados ist ihnen
uninteressant. Denn praktisch jeder bisher bekannte, im Wasser versunkene Rest neolitischer
und bronzezeitlicher Kultur liegt leider innerhalb der 10-m-Grenze und die entspricht
zwischen 4000 v.Chr. und heute voll der Barbadoskurve. Deshalb gibt man
sich in etablierten Wissenschaftskreisen auch gar keine Mühe mit anders lautenden
Behauptungen.
Die Landsenkung im Gebiet um
Helgoland hat jedoch einen ganz
anderen Verlauf genommen, als
bisher dargestellt wurde. Die
Region um Helgoland muß damals
erheblich höher gelegen haben, als
heute offiziell angenommen wird.
Wie sich aus den untermeerischen
Brandungsterrassen vor Helgoland
nachweisen läßt, erfolgte der Anstieg
der Nordsee bzw. das Absenken
der Landmassen in mehreren
Schüben. Etwa 20 m unter dem
heutigen Meeresspiegel liegt die
tiefste Terrasse, dann folgt ein
Anstieg bis zur 10-m-Terrasse und
schließlich bis zur heutigen
Brandungsplatte.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
123
Zur Veranschaulichung der Landsenkung
im Raum Helgoland nach Beginn der
Zeitrechnung. Die 12-m, 13-m und 15-m-
Tiefenlinien im Raum Helgoland nach
Spanuth. Siehe Die Atlanter, S. 83f.
Die Tiefenlinien der Nordsee können gut als Anhalt dafür gelten, welche Gebiete
zuerst überflutet wurden. Die 15-m-Linie (15 m unter NN) verband Helgoland noch
vor 4500 Jahren mit der holsteinischen Küste. Die Loslösung vom Festland vor ca.
4000 Jahren erfolgte etwa mit der 13-m-Tiefenlinie. Die 12-m-Tiefenlinie wurde dann
vor ca. 3500 Jahren erreicht. Das Inselgebiet, das durch die 12-m-Tiefenlinie gekennzeichnet
wird, ist noch wesentlich größer als der heutige Inselrest Helgoland (siehe
Heinz B. Maas, Deutschlands Urahnen, Band I, Seite 110ff).
Die damalige Inselwelt zur Zeit 2000 bis
1200 v.Chr. im Gebiet des atlantischen
Basileias muß man sich aber noch wesentlich
umfangreicher vorstellen, weil viele
Flächen sicher auch von der Brandung im
Laufe der Zeit abgetragen worden sind.
Die von Heinz B. Maas geschlußfolgerten
Werte der Landabsenkung sind wesentlich
realistischer als die bisher etablierten
Zahlen, weil sie die deutlich erkennbaren
Brandungsterrassen westlich von
Helgoland berücksichtigen, die 1907
schon Major Brohm in seinem Buch
„Helgoland“ schildert. Daraus muß
geschlossen werden: Der Meeresboden
im Bereich Helgoland hat sich zweimal
sprunghaft um etwa 10 m gesenkt hat.
Bestätigt werden diese Annahmen von
Werner Haarnagel in der Schrift „Das
Alluvium an der deutschen Nordseeküste“,
in der dieser den Untergang des
Nordseelandes sehr viel später als bisher
ansetzt. Die von Haarnagel unter dem
Meeresspiegel aufgezeigten Kulturschichten
lassen erkennen, daß es sich um ein
ausgedehntes, über einen langen Zeitraum
bewohntes Siedlungsgebiet gehandelt hat,
das sich kilometerweit an der Küste
entlang erstreckte, sich früher auch über
die heutige Tidenniedrigwasserlinie
hinaushob und bis ca. 1700 v.Chr.
besiedelt war. Für die Doggerbank (sie
liegt zwischen England und Dänemark in
der Nordsee) beweist Haarnagel in diesem
Zusammenhang, daß aufgrund urgeschichtlicher
Befunde festgestellt wurde,
daß der endgültige Untergang und die Zerstörung der Doggerbank durch Brandung,
die Ausweitung des englischen Kanals bis zu seiner heutigen Breite und die HerausREICHSBRIEF
NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
124
Heinz B. Maas, „Deutschlands Urahnen“, Band
II, Seite 18, Querschnitt des Gebiets um Helgoland
mit den deutlich erkennbaren Brandungsterrassen
– Wie sich anhand der verschiedenen
untermeerischen Brandungsterrassen nachweisen
läßt, erfolgte die Landabsenkung in mehreren
Schüben. Etwa 20 m unter dem heutigen
Meeresspiegel liegt die tiefste Terrasse, dann
folgt ein Anstieg bis zur 10-m-Terrasse und
schließlich bis zur heutigen Brandungsplatte.)
bildung der heutigen Gezeitenwelle
vermutlich erst spät zu Beginn
der sub-atlantischen Transgression
(Landsenkung um ca. 1000 v.Chr.)
eingeleitet wurden.
Da die Doggerbank heute bis 13 m
unter der Meeresoberfläche ansteigt,
kann sie also erst vor 4000
Jahren endgültig verschwunden
sein, also ca. 2000 v.Chr. und
gleichzeitig mit der Loslösung
Helgolands vom Festland. Wahrscheinlich
ist sie aber später untergegangen,
weil die See sicherlich
einige Höhe von ihr
abgeräumt hat (Heinz B. Maas,
„Deutschlands Urahnen“ Seite
110ff). Anhand der von dem frühen
Begründer der Marschenforschung,
Dr. h.c. Heinrich Schütte,
erstellten, erbaggerten und erbohrten
Senkungskurve des Marschlandes im Jade-Weser-Gebiet lassen sich vier Senkungen
und drei Hebungen des Nordseeküstengebietes erkennen, die neben dem Anstieg
des Wasserspiegels auch die tatsächlichen tektonischen Höhenschwankungen des Landes
berücksichtigen, die von H. Schütte 1940 unter dem Titel „Das Alluvium im Jade-
Weser-Gebiet“ veröffentlicht wurden.
Die „eisenzeitliche Regression der Nordsee“ hob das Land im nordfriesischen Küstengebiet
um etwa 3 Meter, so daß im Bereich der in der Bronzezeit überfluteten Königsinsel
Basileia in der Eisenzeit Teile
(allerdings zerstört und zerrissen)
wieder auftauchten und wieder
besiedelt werden konnten. Nach
erneutem Meeresspiegelanstieg wurden
dort angelegte Siedlungen auf
Warften höher gelegt und mußten
schließlich nach weiteren
Transgressionen um 250 v.Chr.
aufgegeben werden. Wie Jürgen
Spanuth berichtet (S. 346) hat
Pytheas von Massilien, ein hochgelehrter
Mann seiner Zeit, um 350
v.Chr. diese Insel vor ihrem erneuten
Untergang noch betreten können,
ihre Lage genau beschrieben und sie
wieder „Basileia“ genannt.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
125
DIE „GROSSE WANDERUNG“
Das postglaziale (nacheiszeitliche) Klimaoptimum vom 6. bis ca. Mitte des 2. Jahrtausends
v.Chr. war eine der Ursachen für das „Goldene Zeitalter“ in Nordeuropa. In keiner
anderen Epoche seit dem Ende der „Eiszeit“ war die Durchschnittstemperatur so
hoch wie damals. Die Laubwaldgrenze reichte im Skandinavien der Bronzezeit bis
zum Polarkreis und in Südschweden wurde sogar Wein angebaut (Gerhard Gadow,
Der Atlantis-Streit, S.77-79; Spanuth 1977, S.284).
Doch schon zur Zeit des Katastrophenjahres 1628 v.Chr. (in dem u.a. auch sämtliche
Vulkane des Mittelmeerraumes ausbrachen), als sich das klimatische Optimum in
Nordeuropa allmählich dem Ende zuneigte, war es vor allem im Nord-Ostseeraum zu
einschneidenden Klimaveränderungen gekommen. Um 1600 v.Chr. waren schon die
ersten nordischen Volkstämme aus dem Nord-Ostseeraum in südlicher Richtung abgewandert
und hatten in Griechenland als die sogenannten Archäer die Mykenische
Kultur und in Kleinasien die Hethitische Kultur gegründet. Mit zunehmender Abkühlung
des Klimas in Nord- und Mitteleuropa waren immer weitere Volksstämme der
nordischen Atlanter gezwungen, ihre angestammte Heimat zu verlassen, um im Süden
eine neue Heimat zu suchen, da die Ernteerträge nicht mehr ausreichten, die dortigen
Menschen zu ernähren.
Eine regelrechte Völkerwanderung wurde ausgelöst. Der langobardische Geschichtsschreiber
Paulus Diaconus (720-797) berichtete später, daß in den Volksversammlungen
durch Los entschieden wurde, wer die Heimat zum Aufsuchen neuen Wohngebietes
zu verlassen hatte.
Ca. 400 Jahre später, in der Zeit um 1200 v.Chr., müssen sich den Überlieferungen
zufolge, abgesehen von der Phaethon-Katastrophe und einer jahrzehntelangen Dürreperiode
in weiten Gebieten der Nordhalbkugel, im Mittelmeerraum noch weitere größere
Naturkatastrophen mit gewaltigen Erdbeben und Überschwemmungen ereignet
haben, welche die umliegenden Länder verwüstet, die Wälder und Felder „zu Asche
gemacht“ (Medinet Habu, Tafel 46), die Quellen und Flüsse vertrocknet hat. Dabei
soll in mehreren Ländern die Bevölkerung bis auf einen geringen Rest ums Leben gekommen
sein. Platon berichtet, daß die „gewaltigsten Erdbeben und Meeresüberschwemmungen“
daran Schuld waren, daß von der griechischen Bevölkerung „nur ein
winziger Same übrigblieb“ (Tim, 23c).
Auch das attische Heer und die Schiffe der einst mächtigen mykenischen Flotte waren
vernichtet, die Verbindungen der Mykener nach Ägypten, die zuvor sehr rege waren,
hörten auf, für das spätmykenische Griechenland begann eine Zeit der Isolation. Die
ägäische Kultur war vernichtet, die wenigen Überlebenden verloren in ihrer materiellen
Not die Vorraussetzungen für die Entwicklung einer höheren Kultur, sie vergaßen
den Schiffbau und auch die Schrift, konnten nicht mehr lesen und schreiben.
Auch der Nil war zu Beginn der Hitze- und Trockenheitskatastrophe ausgetrocknet,
Ramses III. berichtet in den Texten von Medinet Habu aus der Zeit vor seinem Regierungsantritt:
„Der Nil war vertrocknet und das Land der Ausdörrung verfallen“ (Medinet
Habu, Tafel 27). Da aber gleichzeitig die Gletscher im Quellgebiet des Nils
schmolzen, führte er danach Hochwasser wie nie zuvor (Setho II. berichtet von „großen
Nilen“), so daß Ägypten schnell wieder fruchtbar wurde – der ägyptische Priester
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
126
aus Sais erklärte um 559 v.Chr. dem Solon: „Uns rettete damals der Nil durch seine
Überschwemmungen aus dieser Not … Denn hierzulande ergießt sich weder damals
noch bei anderen Gelegenheiten das Wasser von oben herab über die Fluren, sondern
es pflegt von Natur aus von unten herauf sich zu erheben“ (Timaios, 22d).
Die Völker, die in der Nachbarschaft Ägyptens lebten, versuchten im wieder fruchtbar
gewordenen Niltal Rettung zu finden. Die Libyer, deren fruchtbares Land zur Wüste
geworden war, stießen von Osten in mehreren Wellen gegen Ägypten vor, die Araber,
deren Halbinsel ebenfalls zur Wüste geworden war, drangen von Westen nach Ägypten.
Spanuth zitiert (1989) Prof. O. Paret dazu: „Es war eine außerordentliche Trokkenheit
und Hungersnot, die die Bevölkerung der eurasischen Tiefebenen, je sogar die
Nomaden der arabischen und afrikanischen Steppen zum Verlassen ihres Heimatbodens
zwang.“ (1948, 137).
Je mehr die Landnot nach den Katastrophen der Zeit um 1220 v.Chr. zunahm, desto
weniger war mit einer freundlichen Aufnahme seitens der bereits Siedelnden zu rechnen,
und desto mehr wurden die Neuankömmlinge verjagt, da in dieser von Naturkatastrophen,
Dürren und Hungersnöten geplagten Zeit jedes Volk um sein eigenes Überleben
zu kämpfen hatte. Ägypten war wegen des äußerst fruchtbaren und niederschlagsunabhängigen
Niltals, mit seinen regelmäßigen zwei Nilüberschwemmungen pro
Jahr, besonders umkämpft.
In der Geschichtsschreibung sind die Atlanter als diejenigen See- bzw. Nordmeervölker
zu identifizieren, die als Teil der großen Urnenfelder-Völker-Bewegung in mehreREICHSBRIEF
NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
127
ren Zügen um 1200 v.Chr. im östlichen Mittelmeer und vor Ägypten erschienen. Anhand
der Typen von Waffenfunden („neue Typenfront“) weist Jürgen Spanuth nach,
daß die Große Wanderung Italien schon in der Zeit der Hitze und Austrocknung erreicht
hatte, also wohl schon bald nach 1250 v.Chr. Kurze Zeit später muß die erste
große Angriffswelle der Atlanter auf Ägypten – der atlantische Krieg – begonnen haben,
welche bereits schon beendet war, als im Jahre 1223 v.Chr. das attische Heer (Attika
in Griechenland) und Nordsee-Atlantis durch Naturkatastrophen untergingen. Platon
schreibt, damals sei eine athenische Armee an einem Tag und in einer Nacht durch
„Erdbeben und Fluten“ (Tim 25c) untergegangen, und „in ähnlicher Weise“ sei auch
die Insel Atlantis „von der See verschlungen“ worden (Tim 25d).
Nach den Darstellungen von Medinet Habu und Platon’s Atlantisbericht sollen Völkerschaften
vom Weltmeer im Norden im Vorfeld des großen Angriffs auf Ägypten
alle griechischen Staaten besetzt haben, nur Athen und Attika nicht, welche sich tapfer
zu verteidigen wußten. Wie Spanuth als erster klarstellte, handelte es sich bei dem ersten
Durchzug der Nordmeer-Atlanter durch Griechenland nicht um einen Zug von
Plünderern und rücksichtslosen Zerstörern, sondern um einen Zug hungernder Bauernvölker
durch ein zerstörtes Land.
Wie die griechischen Sagen überliefern, trafen die Atlanter (von den Griechen später
Herakliden bzw. Dorer genannt) mit König Echemos von Tegea die Abmachung, nicht
Heer gegen Heer, sondern allein den tapfersten Krieger des peloponnesischen Heeres
im Zweikampf gegen Hyllos, Sohn des Herakles und Anführer der Nordmeer-Atlanter,
um das Land kämpfen zu lassen. Man traf folgende Abmachung: Wenn Hyllos siege,
sollen die Atlanter das Land bekommen. Wenn er aber besiegt würde, sollten sie wieder
abziehen und innerhalb von hundert Jahren keinen weiteren Versuch zur Eroberung
des Peloponnes machen. Aus dem peloponnesischen Heer wurde König Echemos,
der sich selber erbot, erwählt zu kämpfen. Im Zweikampf tötete er den Hyllos und die
Atlanter hielten sich an die Abmachung.
Ganz ähnlich verhielten sich die Atlanter auch bei dem Versuch, die Akropolis von
Athen zu erobern und damit die Herrschaft über Attika zu erringen. Dort waren die
Nordmeer-Atlanter mit starken Verbänden unter der Führung des Xanthos (d.h. „der
Blonde“) angetreten, welcher dem Thymoitas, König von Athen, den Zweikampf um
den Besitz der Stadt Athen und der Landschaft Attika anbot. Thymoitas weigerte sich
zwar zu kämpfen, doch für ihn übernahm Melanthos, ein aus Pylos geflüchteter Nachkomme
des Königs Nestor, den Zweikampf. Melanthos besiegte den Xanthos und rettete
damit die Freiheit Athens, die Atlanter (später: Herakliden/Danaer bzw. Dorer)
hielten sich in ritterlicher Weise an ihre Abmachungen und verließen das Land mit
dem Versprechen, erst in hundert Jahren wieder zurückzukehren (Rückkehr der Herakliden).
Vor Spanuth’s Veröffentlichungen glaubte man, daß die See- bzw. Nordmeervölker
für die ungeheuren Brände, deren Spuren man in vielen Wäldern, Mooren, Siedlungen
und Palästen für jene Zeit nachgewiesen hat, verantwortlich gemacht werden müßten.
Man nahm an, die Nordmeervölker hätten die verbrannten Mauern der Paläste eingerissen
und in den von ihnen durchzogenen oder besetzten Gebieten (Kreta, Hethiterreich,
Syrien) die Bevölkerung bis auf einen geringen Rest ausgetilgt. Verschiedene
Altertumsforscher sprachen von „Einfällen barbarischer Horden“ (Kahl-Futhmann),
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
128
Wagentreck der Nordmeervölker mit
Frauen und Kindern wird von ägyptischen
Söldnern und Hilfstruppen (Sardana)
überfallen. (Aus Wreszinski, Atlas zur
altägyptischen Kulturgeschichte, J. C. Hinrichs
Verlag, Gotha)
„raubenden und plündernden Scharen“ (Schachermeyr) und der führende Stamm der
See- bzw. Nordmeervölker, die Phrs-Philister wurde als das „Furchtbarste“ bezeichnet.
Aus dem Atlantisbericht erfahren wir aber, daß nicht die Atlanter-Nordmeervölker alle
diese Gebiete niedergebrannt hätten, sondern der Komet Phaethon „die Oberfläche der
Erde durch Feuer zerstörte“ (Tim. 22b,c). Die zeitgenössischen altägyptischen Texte
bestätigen diese Angaben: „Vor ihnen her war ein Feuer bereitet“. Genaue stratigraphische
Untersuchungen haben bewiesen, daß die ungeheuren Brände tatsächlich
vor dem Eintreffen der Nordmeervölker-Philister gewütet haben.
Ebenso unrichtig ist die oft zu lesende Behauptung, daß die Nordmeervölker die Bevölkerung
in den von ihnen durchwanderten oder eroberten Gebieten dezimiert oder
gar ausgerottet hätten. Aus dem Atlantisbericht erfahren wir von schwersten Erdbeben
und Meeresüberschwemmungen, „in denen die Masse eurer (der Athener) Krieger von
der Erde verschlungen wurde“ (Tim, 25d) und auch die Brunnenanlage innerhalb der
Akropolismauern „durch Erbeben verschüttet wurde“ (Krit, 112d).
Die Tatsache, daß in ganz Ägypten, in Assyrien und in vielen anderen Gebieten, wohin
die Nordmeervölker nicht gekommen sind, die Paläste und Tempel ebenfalls verbrannt
und durch schwerste Erbeben zerstört wurden und ebenso die Aussagen der Tempelinschriften
von Medinet Habu belegen, daß für die ungeheuren Vernichtungen und die
Dezimierung der Bevölkerung der betroffenen Gebiete nicht die Nordmeervölker verantwortlich
zu machen sind. Dazu kommt, daß die griechische Tradition von „raubenden
und plündernden Scharen“, wie es von einigen Wissenschaftlern dargestellt wird,
nichts weiß – in keiner griechischen Sage ist davon die Rede. Den Archäologen ist
immer wieder aufgefallen, daß die mächtigen Brandschichten überall vor der Ankunft
der Nordmeervölker festgestellt wurden und daß sich die Hinterlassenschaften dieser
Völker nirgendwo in den Zerstörungsschichten nachweisen ließen.
In Nordafrika ist Libyen von der schweren Trockenheit des 13. Jahrhunderts v.Chr.
besonders betroffen. Nach Jahren großer Hungersnöte dringen die Libyer zusammen
mit den Nordmeervölkern (Nordsee-Atlantern) als Verbündeten im Jahre 1227 v.Chr.
ins Nildelta ein und gelangen bis kurz vor den Palast von Pharao Merenptah (1232-
1222 v.Chr.). Doch am Ende können die Ägypter unter Merenptah aus eigener Kraft,
wenn auch unter schweren Opfern, die Nordmeervölker besiegen, wie ägyptische
Quellen den libysch-atlantischen
Krieg bezeugen (erster Angriff der
Atlanter). Der Sturz des Phaethon
(südlich von Helgoland in die
Nordsee) und die damit verbundenen
Naturkatastrophen ereigneten
sich erst im Jahre 1223 v.Chr., vier
Jahre nach dem ersten Angriff der
Atlanto-Libyer. Der Atlantisbericht
Platons schildert einen anderen
Krieg, aber nicht den
Verteidigungskrieg des Pharao
Merenptah!
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
129
Insgesamt hatten drei Pharaos Angriffe der Nordmeervölker abzuwehren (Spanuth,
1977, S. 314f), erst Pharao Merenptah, dann Sethos II. (1215-1210 v.Chr.)
und zuletzt Ramses III. (1200-1168). Der Angriff, den Ramses III. in gewaltigen Bildern
in Medinet Habu dokumentiert, ist der zweite Angriff der Seevölker auf Ägypten
und fand erst einige Jahrzehnte nach Beginn des atlantischen Krieges statt.
Die Atlanter, die um 1200 v.Chr. die letzte Angriffswelle der Nordmeervölker auf
Ägypten trugen, waren die aus dem Ostseeraum stammenden Pheres (von den
Ägyptern „Phrs“ und von den Hebräern „Philister“ genannt), Chauken (nachher als
„Sakar“ bezeichnet) und Denen (Dänen, später „Danaer“), welche im Unterschied zu
den Nordsee-Atlantern (Nordseefriesen aus dem Gebiet Helgoland-Basileia) Apollon-
Verehrer waren. Die Nordmeervölker haben bei ihrer Großen Wanderung unterwegs
viele Gräber und Depots angelegt. Dazu gehört u.a. auch ein Grab in Klicevac (Jugoslawien).
Dort wurden Tonstatuetten gefunden, die den „Hyperboreischen Apollon“
auf einem von Schwänen gezogen Wagen darstellen. Unter dem Namen „Apollon“
wurde im Hyperboreer-Land (Ostseeraum) der Jahresgott verehrt, der bei den Nordseefriesen
Fosite (Poseidon) hieß.
Die Nordsee-Atlanter haben anscheinend nicht mehr an der letzten großen Angriffswelle
auf Ägypten teilgenommen, das Siedlungsgebiet der Nordsee-Atlanter war durch
den Asteroideneinschlag südlich von Helgoland – „Sturz des Phaethon“ – und die
damit verbundenen Naturkatastrophen sehr wahrscheinlich weiträumig zerstört, so daß
es dort nur wenige Überlebende gegeben hat. Der große Angriff der Nordmeervölker
auf Ägypten um 1200 v.Chr., den Pharao Ramses III. 1195 zurückschlug, steht also
mit Insel-Atlantis in keinem Zusammenhang.
Zu der in den Inschriften und Wandbildern von Medinet Habu dargestellten und in
Platon’s Atlantisbericht beschriebenen großen Schlacht der Atlanter gegen die ägyptischen
Truppen Ramses’ III. möchten wir Spanuth in den nachfolgenden Absätzen im
Original zitieren:
Um 1200 v.Chr. war der Aufmarsch der Nordmeervölker (Atlanter) und der mit ihnen
verbündeten Völkerschaften beendet. In Amurru, Palästina, hatten unter Führung der
Peleset (Philister), die Sakar, Shekelesh, Denen und Meshwesh ihr Feldlager aufgeschlagen,
in Kreta und in Zypern lag eine starke Invasionsflotte der Nordmeervölker
bereit, im Westen marschierten unter Führung der Nordmeervölker die Lebu (= Libyer)
und Turscha (= Tyrrhener) auf. Der Pharao hatte die Gefahr kommen sehen. Er
hatte seine Grenzen im Norden durch eine Verteidigungsmauer, die „Fürstenmauer“,
befestigt, hatte „Schlachtschiffe, Mns-Schiffe und Br-Schiffe“, also Kriegsschiffe aller
Art, „mit den besten Streitern und deren Waffen von vorne bis hinten“ ausgerüstet, er
hatte „alle Rekruten, die in der Dienstliste seiner Majestät stehen“, bewaffnet und
zusätzlich Negervölker als Hilfstruppen aufgeboten (Spanuth, Die Atlanter, S. 316).
Im 5. Jahr der Regierung Ramses’ III. (1195 v.Chr.) erfolgte der Generalangriff gegen
Ägypten. Von Westen stießen die Nordmeervölker, Libyer und die Tyrrhener gegen
Ägypten vor, von Osten griffen die Nordmeervölker und die anderen bereits genannten
Völkerstämme an, von der Seeseite drang eine starke Flotte der Nordmeervölker in die
Nilmündung ein. Es kam zu einer Schlacht von welthistorischer Bedeutung. Unter
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
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Gefangene Nordleute werden mit dem
Namen des Pharao gebrannt
(Medinet Habu)
Einsatz aller Kräfte und wohl auch durch besonderes Schlachtenglück begünstigt,
konnte Ramses dem dreifachen Ansturm widerstehen. „Hunderttausende“ von Nordleuten
wurden erschlagen oder gefangen genommen.
Die Schiffe, die in die Nilmündungen eingedrungen waren, „wurden von einem Wall
von Erz empfangen“, „sie wurden von den Truppen mit Speeren umzingelt, an Land
gezogen und eingeschlossen“, ihre Besatzung „am Strande niedergeschlagen, geschlachtet,
zu Leichenhaufen gemacht“. Viele feindliche Schiffe wurden zum Kentern
gebracht, die im Wasser schwimmenden Krieger wurden von Bogenschützen oder
Lanzenträgern getötet, „der Nil war rot vom Blut der Erschlagenen“ (Medinet Habu).
Der Ochsentreck, der auf dem Landweg von Amurru gegen Ägypten zog, wurde umzingelt,
die Begleitmannschaft niedergemacht, die Frauen und Kinder, die auf den
schweren Ochsenkarren saßen, wurden getötet oder in Gefangenschaft geführt. Auch
an der Libyschen Front kämpften die ägyptischen Truppen erfolgreich (Spanuth, Die
Atlanter, S. 317ff).
Den gefallenen oder verwundeten
Feinden wurden die Hände abgeschlagen,
auf Haufen geworfen und
gezählt. Während von der Schlacht an
der Westgrenze Ägyptens die Zahl der
abgeschlagenen Hände mit 12.535 und
12.532 und der abgeschlagenen Phalli
mit 12.535 und 12.680 angegeben
wurde, wurden die Zahlen der
abgeschlagenen Hände und Phalli in
der Schlacht an der Grenze von Zahi-
Palästina nicht angegeben. Es heißt
dort nur, daß „Hände und Phalli ohne
Zahl“ abgeschlagen wurden (Medinet Habu, Tafel 27), es ist von einem „Gedränge
der Feinde wie Heuschrecken“, von „Hunderttausenden“, ja sogar von „Millionen“
von Feinden die Rede, die dort besiegt worden seien (Medinet Habu, Tafel 27, 29).
„Zahlreich wie der Sand am Meer“ soll die Zahl der Gefangenen gewesen sein (Medinet
Habu, Tafel 27). Sicherlich sind das Übertreibungen, die den Ruhm des Pharao
erhöhen sollten. Wir können aber annehmen, daß die Zahl der gefallenen Nordmeerkrieger
an der Ostfront Ägyptens größer war als an der Westfront und daß darum die
unbestimmten Ausdrücke über die Zahl der Gefangenen und Toten gewählt wurde
(Spanuth, Die Philister, S.21f).
Ein großes, gut erhaltenes Relief schildert das weitere Schicksal der Gefangenen. Sie
wurden zu zweit aneinander gefesselt und in Gefangenenlager gebracht. Dort mußten
sie sich in Reih und Glied auf den Boden setzen und auf ihre Vernehmung warten.
Einzeln wurden sie vor die ägyptischen Offiziere, die an ihrem langen Schurz erkenntlich
sind, geführt und erhielten zuerst „den großen Namen seiner Majestät eingebrannt“
(Medinet Habu, Tafel 28, 42), dann wurden sie vernommen. Zahlreiche
Schreiber zeichneten die Aussagen der Gefangenen auf, darum heißt es immer wieder:
„Sie sagen …, sie sagen“. Die zehn Könige der feindlichen Koalition gerieten alle in
Gefangenschaft, sie wurden vor den Pharao geführt, von ägyptischen Offizieren vernommen
und dann schließlich von Ramses III. persönlich erschlagen. Der Sieg Ramses
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Links: Gefangene Nordleute werden
verhört. Rechts: Ramses III. tötet einen
König der Nordmeervölker.
(Medinet Habu, aus Spanuth, Die Atlanter,
S. 321)
III. schien vollständig zu sein, aber es war ein „Pyrrhussieg“, wie W. Hölscher (1937,
66) sich ausdrückt.
Mehrere Male mußte der Pharao gegen die Nordmeervölker zu Felde ziehen, um sich
ihrer zu erwehren. Ägypten hat in diesen Kämpfen schwere Blutopfer bringen müssen.
Um 1232 v.Chr., im letzten Regierungsjahr Ramses’ II., des Großen, stand Ägypten
auf dem Höhepunkt seiner Macht. Seither war es durch die Naturkatastrophen und
durch die Abwehrkriege gegen die Nordmeervölker so geschwächt, daß es „in einer
Periode des Hinsiechens“, ja „in eine Periode dumpfer Stagnation“ (Breasted 1954,
271) verfiel und sich nie mehr zur alten Größe erheben konnte (Spanuth, Die Atlanter,
S. 320f).
Die Nordmeervölker setzen sich in der ehemals ägyptischen Provinz Amurru (Syrien,
Palästina) fest. Der Stamm der Prst oder Peleset siedelte sich in den Ebenen und an der
Küste Palästinas an, es sind die Philister des Alten Testamentes. Die Sakar besetzen
die Küsten am Fuße des Libanongebirges, die Denen siedelten sich zum Teil auch auf
Zypern an, als die Dori oder Duri (Dorer/Danaer) kehrten sie ca. 100 Jahre später auf
die Inseln im Ägäischen Meer und nach der Peleponnes zurück, wo sie dorische Staaten
errichteten. An der Küste Palästinas blühten die Städte Gaza, Askalon, Asdod,
Jamnia und Dor auf, die alle in den vorausgegangenen Naturkatastrophen zerstört und
verbrannt waren. Diese Städte schlossen sich zu einem Bund freier Städte zusammen,
den der amerikanische Archäologe Elihu Grant mit dem Hansabund der norddeutschen
Städte im Mittelalter vergleicht (E. Grant 1936, 175). An den Küsten Palästinas, des
Libanons, Zyperns wurden sichere Häfen und starke Flotten erbaut. So errangen die
Nordmeervölker bald die Seeherrschaft im östlichen Mittelmeerraum, der nach dem
führenden Stamm der Nordmeervölker, den Prst-Philistern, den Namen „Philistermeer“
erhielt (Ex.23, 31). Ein Vergleich dieser in jeder Einzelheit durch die zeitgenössischen
ägyptischen Inschriften und
durch umfangreiches archäologisches
Material bestätigten Ereignisse mit den
Angaben des Atlantisberichtes zeigt,
daß die Angaben des Atlantisberichtes
mit den historischen Tatsachen
übereinstimmen (Spanuth, Die Atlanter,
S. 321f).
Die „Große Wanderung“ fand nach
Einschätzung der meisten damit befaßten
Geschichtsforscher ca. am Ende des
12. Jahrhunderts v.Chr. Ihren Abschluß.
Insgesamt hat die Abwanderungsbewegung
der Atlanter bzw. der späteren
Germanen aus dem nordischen Raum jedoch über 2000 Jahre angehalten, sie begann
ca. 1600 v.Chr. und dauerte bis zum Ende der Wikingerzeit an! Die Hauptursache
für diese Wanderungen waren die drastischen Klimaveränderungen im gesamten
Nord-Ostseeraum seit Ende des „postglazialen klimatischen Optimums“ im skandinavischen
Bereich, durch welche im nordischen Raum keine ausreichenden Ernteerträge
zur Ernährung der Bevölkerung mehr erzielt werden konnten.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
132
KURZSCHAU DER GESCHICHTE
DER PHILISTER UND PHÖNIZIER
Nach den zeitgenössischen altägyptischen Texten siedelten seit ca. 1200 v.Chr., nach
dem mißlungenen Angriff auf Ägypten, an der Küste Palästinas drei Stämme der
Nordmeervölker-Atlanter, die „Pheres“ (= Philister), „Sakar“ und „Denen“, von denen
die Philister der führende und militärisch stärkste Stamm waren (Anmerkung: Die
Pheres ließen sich damals im Philisterland nieder, die Denen siedelten zum Teil auf
Zypern, und die Sakar waren die nordischen Seevölkerstämme, die damals als „Chauken“
direkt im Libanongebiet siedelten und sich mit der dort ansässigen, größtenteils
nordischstämmigen kanaanäischen Bevölkerung vermischten). Diese Stämme kamen
aus dem nordischen Kulturkreis der Bronzezeit und gehörten zu den sogenannten frühen
„Urnenfelderleuten“, deren Name aus der Sitte abgeleitet wurde, die Asche der
verbrannten Toten in verzierten Tonurnen aufzubewahren und auf Feldern beizusetzen.
All diese Stämme waren Vorfahren der erst später so bezeichneten „Germanen“. Die
Änderung im Bestattungsverhalten resultierte aus dem Umstand, daß während der Zeit
der „Großen Wanderung“ einfach keine Zeit blieb, die Toten in aufwendigen Großsteingräbern
beizusetzen.
Die ägyptischen Quellen berichten von den Philistern, sie seien die „Übriggebliebenen
von versunkenen Inseln“ gewesen, die im nördlichen Ozean gelegen hätten. Sie wurden
auch als „Haunebu“ bezeichnet, aus deren Heimat der Bernstein gekommen sein
soll („Haunebu“ bedeutet „Hafenbauer“).
Vor allem im Libanongebiet waren durch Naturkatastrophen in der Zeit von ca. 1220-
1200 v.Chr. die Siedlungen und Paläste in Schutt und Asche gelegt, die ehemaligen
Einwohner fast völlig ausgelöscht und somit Siedlungsraum für die Nordmeervölker
(Atlanter) frei geworden. Nach dem mißlungenen Versuch, in Ägypten seßhaft zu werden,
siedelten sich die Pheres im Bereich des heutigen Gazastreifens, die Sakar im Libanongebiet
und die Denen im Gebiet dazwischen und auf Zypern an.
Da die Griechen die Bewohner der gesamten Levanteküste damals ausnahmslos als
„Phönizier“ („phoinikoi“) und die Juden die Stämme der Nordmeervölker als „Philister“
bezeichneten, kann man, die Phönizier und Philister (in den Jahrhunderten nach
der Ansiedelung in Palästina) quasi als eine zusammengehörige kulturelle Einheit betrachten.
Einige Wissenschaftler beziehen die Bezeichnung „phönizisch“ auch auf die
kanaanäischen Küstenstädte des 3. und 2. Jahrtausends v.Chr. – diese waren zwar
durch Abstammung und Kultur auch schon nordisch geprägt, kulturgeschichtlich ist es
jedoch nicht korrekt, diese als „Phönizier“ zu bezeichnen.
Homer nannte seinerzeit die Bewohner der Levanteküste Sidonier, sie selbst nannten
sich Kanaanäer. Mit diesen Kanaanäern, nordische Stämme, welche die Naturkatastrophen
(von ca. 1220-1200 v.Chr.) überlebt hatten und schon seit Urzeiten im Libanongebiet
ansässig waren, vereinten und vermischten sich die Stämme der Chauken
bzw. der Sakar – ab diesem Zeitpunkt ist die Bezeichnung „Phönizier“ erst angebracht.
Die Nordmeervölker (Pheres bzw. Philister, Chauken bzw. Sakar bzw. Phönizier, Denen
bzw. Danaer) brachten damals einen sehr hohen kulturellen Standard mit nach
Kanaan. Mit der hochentwickelten Baukunst, die sie aus dem nordischen Raum mitREICHSBRIEF
NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
133
brachten, sorgten sie für den Bau von Städten mit Befestigungs- und Hafenanlagen
und schufen große Tempel. Sie brachten auch das Wissen um die Bronze- und Eisenherstellung,
ihre großen Kenntnisse um den Schiffbau und die Schiffahrt und noch viele
andere kulturelle Errungenschaften (wie z.B. die Alphabetschrift) mit ins Land, welche
die kanaanäische Urbevölkerung und vor allem die dort seit einigen Jahrhunderten
ansässigen Hebräer von ihnen erlernten. Die Alphabet- oder Philisterschrift, die die
Nordmeervölker um 1200 v.Chr. mitbrachten, war damals in diesem Raum eine absolute
Neuerscheinung.
Die Denen haben sich in Kanaan nur wenige Jahrhunderte aufgehalten und dieses Gebiet
schon bald (zwischen 1100 und 900 v.Chr.) wieder verlassen, um nach Griechenland
zu ziehen, wo sie nach dem katastrophenbedingten Untergang der mykenischen
Kultur als die Dorer bzw. die „zurückgekehrten Herakliden“ (Danaer) die „frühgriechische
Kultur“ aufblühen ließen (siehe Kapitel „Die Rückkehr der Herakliden“).
„Da die Griechen … die Bewohner an der Levanteküste sich ausnahmslos als
,phoinikoi‘ = ,Phönizier‘ bezeichneten, wurde aus der ,Philisterschrift‘ die
,Phoinikeia‘ = ,phönizische Schrift‘; sie ist aber in Wahrheit die Alphabetschrift der
Nordmeervölker gewesen. Wegen der großen Ähnlichkeit dieser Schriftzeichen mit
den germanischen Runen hat man diese für ,archaische Nachahmungen des griechischen
Alphabets‘ gehalten (G. Wilser 1919, 192f). Tatsächlich liegen die Dinge
umgekehrt. Die germanischen Stämme der Nordmeervölker hatten diese Schrift
schon Jahrhunderte, bevor sie in Griechenland auftauchte. Die ,griechische Schrift‘
ist also nicht ein Vorfahre der Runen, sondern ein Nachfahre.“
J. Spanuth, Die Rückkehr der Herakliden, S. 146f
Die Philister bzw. Phönizier waren auf gar keinen Fall Semiten, wie das verschiedene
etablierte Altertumsforscher bis in die heutige Zeit starrsinnig behaupten, und auch die
Alphabetschrift haben sie nicht erfunden, sondern aus dem nordischen Raum mitgebracht.
Die Mär von der Erfindung der Schrift durch die Phönizier entlarvte Gustav
Kossinna schon 1914 als Geschichtslüge. Nach Herman Wirth beruht die Entstehung
und der Gebrauch der Schrift bei den atlantisch-nordischen Völkern auf dem rta, der
kosmischen Drehung des Jahreslaufs.
Alle linearen Alphabete lassen sich letztlich auf die uralte „heilige Reihe“ des
Jahreskreises zurückführen, auch das heute von uns benutzte lateinische Alphabet.
Die Linearschrift ist sozusagen als Handschrift der nordischen Völker anzusehen.
Die Auswanderer aus dem hohen Norden brachten ihre kultisch begründeten
Zeichen in alle Weltteile mit, in die sie mit ihren seetüchtigen Booten gelangten. Herman
Wirth hat in seinen Werken auch die Verbindungen der Runen mit dem Tifinagh-
Alphabet sowie den altsumerischen Hieroglyphen und den chinesischen Schriftzeichen
aufgezeigt.
Während nach 1200 v.Chr. die Macht Ägyptens und der vorderasiatischen Großreiche
verfiel, kam es im Raum Palästina zu einem Erstarken von zahlreichen Stadtstaaten
der neuangesiedelten Nordmeer-Atlanter (Pheres bzw. Philister, Sakar bzw. Phönizier,
Denen bzw. Danaer), von denen zunächst Byblos im Vordergrund stand, das jedoch
schon bald von Tyros und Sidon verdrängt wurde.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
134
„Die Philisterschrift unterscheidet sich von allen genannten Schriftsystemen, daß
sie nicht für verschiedene Silben oder gar für verschiedene Begriffe ein Zeichen
verwendet, was naturgemäß zu einer großen Anzahl von Zeichen führt, sondern daß
sie für jeden Laut ein Zeichen hat. Da die menschliche Sprache nicht viel mehr als
22 Laute hat, kommt das Philisteralphabet mit 22 Zeichen aus. Diese Zeichen waren
sehr einfach. Ein Kind kann sie in wenigen Monaten erlernen. So konnte die Philisterschrift
– und konnten natürlich auch ihre Abkömmlinge – in allen europäischen
Schriftsystemen zu einer Volksschrift werden.“
J. Spanuth, Die Rückkehr der Herakliden, S. 151
In der minoischen und mykenischen Kultur gab es keine Tempel, die Nordmeervölker
hatten jedoch gleich nach der Besetzung Zyperns große Tempel für Apollo erbaut.
Ebenso fand man Tempel der Nordmeervölker in Tel Quasile bei Tel Aviv, in Gath im
Philisterland und in Hazor, im Siedlungsgebiet der Sakar. Bei den Pheres (Philistern)
und den Sakar (Phöniziern) standen in den Tempeln Doppelsäulen und die Götter wurden
oft mit Hörnern dargestellt. Die Philister werden wegen der im Zentrum ihres
Kults stehenden Himmelssäule von den Israeliten auch „Säulenvölker“ genannt (hebräisch
„Kaphthoriter“).
Der oberste Gott der Nordmeervölker wurde damals in zwei verschiedenen Gestalten
verehrt. Die Stämme der Pheres (Philister) und der Denen (später Danaer bzw. Dorer)
verehrten ihren obersten Gott in der Gestalt des hörnerhelmtragenden Apollon. Die
Sakar (Phönizier) fühlten sich als Herakliden, sie verehrten ihren obersten Gott und
Ahnherrn in der Gestalt des keule- oder beilschwingenden Herakles (= Melkart), dem
sie in ihrer Hauptstadt Tyros drei Tempel erbauten, zwei lagen auf dem Festland, einer
auf der Felseninsel vor der Küste. Im Haupttempel des Herakles auf der Insel Tyros
soll jedoch auch Apollon verehrt worden sein. Wie die religionsgeschichtliche Forschung
aufzeigt, waren beide Göttergestalten ursprünglich eins.
Die Phönizier hatten an verschiedenen Orten Tempel des Herakles errichtet, vor denen
jeweils zwei Säulen standen. Die zwei großen Säulen aus Erz, die vor dem phönizischen
Heraklestempel in Gades (Cadiz) standen, waren die wahren „Säulen des Herakles“,
nicht aber die zwei Berge in der Meerenge von Gibraltar (Abila und Calpe genannt),
die in griechischer Zeit so bezeichnet wurden und um die es in der Geschichtsschreibung
soviel Verwirrung gab (siehe Spanuth, Die Phönizier, S. 172).
Auch Alexander der Große, der überzeugt war, ein Nachkomme des Herakles zu sein
und sich zum Königsgeschlecht der Herakliden rechnete, hat dem Herakles einen Altar
und zwei Säulen am Jaxartes (heute Syr Darja), dem weitesten im Nordosten gelegenen
Ort seines Feldzuges errichtet (Spanuth, Die Phönizier, S. 173). Als er im Jahr 332
v.Chr. Bei seinem Zug nach Ägypten nach Tyros kam, bat er, man möge ihn auf die
schwer befestigte Felseninsel kommen und dort seinem Ahnherrn Herakles Opfer
darbringen lassen.
Als die Tyrer es ablehnten, den siegreichen Feldherrn mit seinem Stab in das Heiligtum
des Herakles auf der Felseninsel kommen zu lassen, erzürnte Alexander und befahl
den bis zu 200 m tiefen Meeresarm zwischen dem Festland und der Felseninsel
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
135
Irminsul = Weltensäule
Oben: Zeichnung auf den Externsteinen.
Unten: Philisternapf um 1160 v. Chr.
zuzuschütten, damit sein Heer über den neu errichteten Damm die Felseninsel stürmen
konnte.
Mit zunehmender Kenntnis der Geschichte
Kanaans im 1. Jahrtausend
v.Chr. drängte sich uns der Verdacht
auf, daß die südlicher (im späteren
Machtbereich der Hebräer) siedelnden
Philister sich im Laufe der Jahrhunderte
mit den Hebräern, die über
mehrere Jahrhunderte nordischatlantische
Kultur und sogar die Sonnenreligion
übernommen hatten, zum
Teil vermischt haben. Und es ist sehr
wahrscheinlich, daß ein großer Teil
der südlich siedelnden Philister nachher,
als die Hebräer ab 622 v.Chr.
wieder zur Jahwe-Religion zurückgekehrt
waren und die kulturtragende
Bildungs- und Führungsschicht
der in ihrem Macht-bereich
siedelnden Philister elimi-niert hatten,
im hebräischen Volk aufgegangen
ist (Weiteres dazu im Kapitel:
Die Geschichte Israels war ganz anders).
Der andere Teil der Philister,
der sich dem Machtbereich der Juden
entziehen konnte, wird sich den
Stämmen der Sakar (Phönizier)
angeschlossen haben. Die weitere
Geschichte der Sakar und der mit
ihnen vereinten Rest-Philister ist
dann die allgemein bekannte Geschichte
der Phönizier.
Die Phönizier (Sakar + Rest-Philister) gründeten an den Mittelmeerküsten, besonders
auf Zypern, Sizilien, Malta und Sardinien, in Südspanien (Gadir, heute Cadiz) und
Nordafrika Handelskolonien, wo sie später als Punier zur vorherrschenden Handelsmacht
im westlichen Mittelmeer mit der Hauptstadt Karthago (Tochterstadt von Tyros)
aufstiegen. Die Karthager werden als die hervorragendsten Agronomen des Altertums
bezeichnet, ihr landwirtschaftlicher Wohlstand erregte den Neid der Römer. Karthago
war eine prächtig ausgebaute Stadt mit zahlreichen Tempeln, darunter gab es auch einen
für Herakles-Melkart, einen für Apollon und einen für Baal-Eschmun. Die heutigen
Ruinen Karthagos lassen heute noch erahnen, welch großartige Kultur unsere Vorfahren
damals dort in Nordafrika hervorgebracht haben. Kurz vor dem dritten Punischen
Krieg (146 v.Chr.) zählte Karthago 700.000 Einwohner.
Wichtigste phönizische Städte an der Levanteküste waren neben Byblos, Sidon und
Tyros, Arados (heute Ruwad bei Tartus, Syrien) mit dem Hafen Karne, Tripolis, BeryREICHSBRIEF
NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
136
tos (Beirut) und Akko. Seit 875 v.Chr. waren die phönizischen Stadtstaaten dem militärischen
Druck Assyriens ausgesetzt, der sie zu hohen Tributzahlungen zwang. Auf
die Vorherrschaft der Assyrer folgte die der Babylonier (dreizehnjährige Belagerung
von Tyros durch Nebukadnezar II.) und der Perser, jeweils unter Fortbestand der stadtstaatlichen
Strukturen unter einheimischen Dynastien. Neben den kleinasiatischen
Griechen stellten die Phönizier den Hauptteil der persischen Flotte. Erst nach der Teilnahme
am ägyptischen Aufstand gegen Artaxerxes III. wurde Sidon, das damals Tyros
überflügelt hatte, zerstört (343 v.Chr.). Tyros erhielt damit wieder seine Vormachtstellung,
bis es 332 v.Chr. von Alexander dem Großen ebenfalls zerstört wurde.
Ausführliche Informationen zu diesem Thema hat Jürgen Spanuth in seinen Büchern
Die Philister (1980) und Die Phönizier (1985, Zeller Verlag Osnabrück) erarbeitet.
DIE RÜCKKEHR DER HERAKLIDEN
– DIE NORDISCHEN VORFAHREN DER GRIECHEN
„Die Rückkehr der Herakliden“ ist eine alte griechische Sage, die vom Spartaner Tyrtaios,
der den Krieg gegen die Messenier als Feldherr geführt hat, aufgeschrieben wurde.
Die Rückkehr der Herakliden, die zwischen 1000 und 900 v.Chr. datiert werden
muß (erste vereinzelte Rückkehrer ab 1100 v.Cr.), ist eines der wichtigsten Ereignisse
der frühgriechischen und damit der abendländischen Geschichte, dessen Richtigkeit
archäologisch und kulturgeschichtlich nachweisbar ist.
Heute ist es sicher, daß die „Herakliden“ mit den „Nordmeervölkern“ Ramses’ III.
identisch sind, die um 1200 v.Chr. zum erstenmal nach Griechenland kamen, aber
wieder abzogen, um für einige Zeit an der Levanteküste zu siedeln, zwischen 1100 und
900 v.Chr. aber sukzessive wieder zurückkehrten, wo sie nach dem Untergang der
mykenischen Kultur die „frühgriechische Kultur“ (im Ursprung nordische Kultur) aufblühen
ließen.
Die im mykenischen Griechenland weitverbreitete und vor allem in den Palästen von
zahlreichen Schreibern geschriebene „Linear-B-Schrift“ war, wie auch die hethitische
Schrift, nach den schweren Naturkatastrophen um 1200 v.Chr., die Griechenland weitestgehend
zerstört hatten, völlig verschwunden. Die Zeit nach 1200 v.Chr. wird daher
auch als „die dunklen Jahrhunderte“ bezeichnet.
„Die Phoiniker (Anmerkung: Gemeint sind damit die aus Kanaan gekommenen
Dorer) haben durch ihre Ansiedlung in Boiotien viele Wissenschaften und
Künste nach Hellas gebracht, so z.B. die Schriftzeichen, die die Hellenen, wie
ich glaube, bis dahin nicht gekannt hatten.“
Herodot (V, 58 – zitiert aus Spanuth, Die Atlanter)
Die Schrift wurde in Griechenland erst wieder durch die „Phönizier“ (griechische Einheitsbezeichnung
für die Nordmeervölker an der Levanteküste), genauer durch die
Denen bzw. Danaer eingeführt, die in Griechenland später als Dorer bzw. als (die
zurückgekehrten) Herakliden bezeichnet wurden. Die Dorer brachten aus dem nordischen
Raum die Runenschrift mit nach Griechenland, von welcher auch die etruskiREICHSBRIEF
NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
137
sche, phönizische und hebräische Schrift und viele andere Schriften abgeleitet sind.
Die Altgriechen, Etrusker und Phönizier hatten ähnliche Alphabetschriften mit
fast identischen Buchstaben, die in ähnlicher Form (als das sogenannte ältere
FUTHARK-Runenalphabet) im nordischen Raum in Gebrauch waren.
Die Seevölkerstämme, die nach der Niederlage gegen Ägypten erst an der Levanteküste
siedelten und dann zwischen 1100 und 900 v.Chr. als Dorer (Herakliden) in das
mykenische Griechenland kamen, wurden in den ägyptischen Aufzeichnungen als
DNN bezeichnet. Da bei Homer die Mykener als Achäer oder Danaer bezeichnet
werden, wird die ägyptische Bezeichnung DNN seit James Henry Breasted (1936) mit
den Danaern (Griechen) gleichgesetzt. In den Erzählungen Homer’s steht der Name
„Danaer“ als Bezeichnung für alle Griechen. Der Name „Mykener“ ist nur ein archäologischer
Begriff, der auf Heinrich Schliemanns Ausgrabungen in Mykene zurückgeht.
In der neueren Vorgeschichtsforschung betrachten die ernstzunehmenden unabhängigen
Forscher die Denen (Dänen) mit den DNN, den Danaern und den Dorern (den „zurückgekehrten
Herakliden“) als identisch.
Die meisten griechischen Sagen, die im Kern uralte einheimische Sagen des Nordens
sind und längst vorhanden waren, bevor nordische Völker nach Griechenland kamen,
belegen eindeutig, daß die Vorfahren der Griechen aus dem nordischen Kulturgebiet
der Bronzezeit, also aus dem Nordsee-Ostseeraum stammten – (siehe: Homer an der
Ostsee, Dr. Felice Vinci, Fratelli Palombi Editori, ISBN 88-7621-211-6).
„Die Dorer wurden von den äußeren Eilanden und aus den jenseits des Rheines
(d.h. östlich des Rheines) liegenden Gebieten durch anhaltende Kriege und
große Überschwemmungen des wilden Meeres aus ihrer Heimat vertrieben
und wanderten nach Griechenland aus.“ Ammianus Marcellinus, Lib. XV,9
„Da die in Griechenland eingefallenen griechisch sprechenden Dorer von
weiter nördlichen Gebieten kamen, könnte dies bedeuten: aus der Sprache der
Skyten (Goten) bzw. Keltogermanen entwickelte sich die altgriechische als eine
mundartliche Mischsprache. Die Ähnlichkeit von alten Runen und altgriechischen
Schriftzeichen erscheint jetzt plausibel, ja sogar regelrecht zwingend.“
Hans-Joachim Zillmer, Die Evolutionslüge, S. 63f
Die Dorer besiedelten Mittelgriechenland und den Peloponnes sowie auch die Inseln
Kreta, Rhodos, Kos und das südliche Kleinasien, ebenso siedelten sie lange vor den
Römern in Unteritalien und auf Sizilien. Neben der Alphabetschrift und dem umfangreichen
nordischen Sagenschatz brachten die Dorer (Herakliden) zwischen 1100 und
900 v.Chr. noch viele weitere Neuerungen mit nach Griechenland – dazu zählen: ein
neuer Architekturstil (der dorische Tempel), das Wissen um die Eisenherstellung und
Verarbeitung, neue Verwaltungsformen, neue Waffen und Kriegsmethoden, eine neue
Kleidung und Keramik, eine neue Kunstauffassung in der Klein- und Großplastik,
neue Bestattungsformen, Sportanlagen, Rennbahnen für Pferderennen und die Olympischen
Spiele, die schon seit dem 9. Jahrhundert v.Chr. stattfanden.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
138
Ebenso führten die Dorer neue Götter ein, Apollon, „der Gott und Erzieher des hellenischen
Adels“ (Dirlmeier), mit seinem Diener und Gehilfen Herakles. In Griechenland
wurden von den Dorern an verschiedenen Stellen, wie z.B. in Delphi und Delos,
Tempel für Apollon gebaut. Aus dem berühmten Apollonlied des Alkaios (7. Jahrhundert
v.Chr.) erfahren wir, daß Zeus seinen Sohn Apollon nach Delphi schickte, damit
er von dort „den Hellenen dike kai themis verkünde“. Den Hellenen Recht und Gesetz
zu verkünden, war die Hauptaufgabe Apollon’s, was nach den dunklen Jahrhunderten
ein überaus wichtiger Beitrag zum Aufbau Griechenlands war (J. Spanuth, Die
Rückkehr der Herakliden, S. 163).
„Die jahrhundertelangen Streitigkeiten zwischen Athen und Sparta, wo man
auf die Abstammung von den Doriern = Herakliden besonders stolz war, haben
ihre Wurzeln in der Zeit um 1200 v.Chr., in der die anderen griechischen
Staaten, vor allem die Peloponnes, von den Nordmeervölkern = Doriern = Herakliden
besetzt wurden, während Athen seine Freiheit rettete und mykenische
Tradition bewahrte.“
J. Spanuth, Die Atlanter, S.300
Wer Genaueres zu dem Thema erfahren möchte, dem empfehlen wir das Buch Die
Rückkehr der Herakliden (Jürgen Spanuth, 1989, Grabert-Verlag-Tübingen), an dem
einfach niemand vorbeikommt, der sich ernsthaft mit der griechischen Kultur auseinandersetzen
will. Des weiteren möchten wir unseren Lesern das zuvor erwähnte Buch
Homer an der Ostsee von Dr. Felice Vinci nahelegen, welcher darin eindeutig und
unzweifelhaft belegt, daß auch die Achäer, die um 1600 v.Chr. die mykenische Kultur
in Griechenland gegründet haben, aus dem Nord- und Ostseeraum stammen, und daß
der tatsächliche Schauplatz von Homer’s Ilias und Odyssee nicht im Mittelmeerraum,
sondern im Norden von Europa liegt. Da dieses Buch noch nicht in deutsch vorliegt,
möchten wir auf die Kurzfassung dieses Buches im Weltnetz hinweisen, die einzusehen
ist unter www.bocksaga.de.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
139
DAS DATUM 1.628 v.Chr.
– DER AUSBRUCH DES SANTORIN
Wie schon zuvor erwähnt, ist die möglichst genaue Datierung einiger herausragender
Ereignisse der Vorgeschichte für die Verifizierung verschiedenster markanter kulturgeschichtlicher
Ereignisse des Altertums von größter Bedeutung – eine zentrale Rolle
spielt dabei die Datierung des großen Vulkanausbruchs auf der damaligen Insel Thera
(heute Santorin) in der Ägäis. Daher treffen sich internationale Archäologen, Philologen,
Ozeanologen, Historiker, Vulkanologen und viele andere Fachwissenschaftler alle
zehn Jahre zu einem interdisziplinären Symposium in Athen, um die neusten wissenschaftlichen
Erkenntnisse zur Verbesserung der Chronologie Santorins zusammenzutragen
– unter ihnen auch die griechische Historikerin Lena Papazoglou vom archäologischen
Museum in Athen und der deutsche Vulkanologe Prof. Jörg Keller vom
Mineralogischen Institut der Universität Freiburg. Wir selber sind zwar sehr skeptisch,
was verschiedene etablierte Datierungsmethoden betrifft, doch sind wir der Auffassung,
daß auf diesen Symposien bisher viele Dinge geklärt werden konnten und die
hier interdisziplinär erforschte Datierung des großen Santorin-Ausbruchs der Realität
sehr nahe kommt.
Die neusten Erkenntnisse zum Untergang der minoischen Kultur auf Kreta besagen,
daß der Vulkanausbruch auf Thera (Santorin) im Jahr 1628 v.Chr. stattgefunden hat!
Durch diese Katastrophe sollen einhergehend mit gewaltigen Tsunamis, Ascheregen
und Erbeben ein großer Teil der Bevölkerung in der ägäischen Inselwelt ums Leben
gekommen und nahezu die gesamte kykladisch-minoische Infrastruktur (Kykladen =
südliche Ägäis) zerstört worden sein. Es gibt viele Anzeichen dafür, daß damals zur
gleichen Zeit auch sämtliche anderen Vulkane des Mittelmeerraums ausgebrochen
sind. Das östliche Mittelmeer von der Türkei bis ins Hinterland Ägyptens lag möglicherweise
wochenlang in dämmrigem Licht, wodurch die Durchschnittstemperaturen
sehr wahrscheinlich gesunken und schwere Stürme aufgezogen sind. Giftige Gasschwaden
werden sich ausgebreitet haben und als Schwefelsäuretröpfchen abgeregnet
sein. Es kann sich durchaus so abgespielt haben, wie es die biblischen Plagen im Alten
Testament (Exodus) beschreiben: „… Und die Fische im Strom starben, und der
Strom ward stinkend, daß die Ägypter nicht trinken konnten … und das währte sieben
Tage lang … und es starb allerlei Vieh der Ägypter … und da ward eine tiefe
Finsternis über ganz Ägyptenland drei Tage …“.
Einige dieser beschriebenen Plagen spiegeln die wahrscheinlichen Folgen des Santorin-
Ausbruchs 1628 v.Chr. verhältnismäßig genau wieder. Auch die im alten Testament
beschriebene „Teilung des Meeres“ (Rückzug des Wassers für ein paar Stunden)
steht möglicherweise im Zusammenhang mit dem Phänomen eines durch den Vulkanausbruch
verursachten Tsunamis.
„Da kam dichte Finsternis über ganz Ägypten drei Tage lang. Keiner konnte
den anderen sehen, niemand von seinem Platz weggehen, drei Tage hindurch“
2. Mose 10,22-23
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
140
Wachstumsringe von irischen Eichen, die man im Moor konserviert fand, zeigen, daß
die Vulkanausbrüche im Mittelmeer auch das Klima in Nordeuropa stark beeinflußt
haben. An den Jahresringen läßt sich ablesen, daß die Eichen bis 1628 v.Chr. ein normal
starkes Wachstum hatten, das in den Jahren danach jedoch wesentlich geringer
ausfiel.
Auf den o.g. Symposien haben die Vulkanologen darauf hingewiesen, daß die Santorin-
Katastrophe einen stark negativen Einfluß auf die Fruchtbarkeit des Bodens und
damit auf die Wirtschaftslage der Minoer auf Kreta hatte, womit sicherlich auch eine
politische Instabilität einhergegangen war. Es ist auch davon auszugehen, daß die minoische
Kriegsflotte durch die Tsunamis aus dem Jahr 1628 v.Chr. völlig zerstört wurde.
Die minoische Kultur ging durch diese Kataklysmen jedoch nicht gänzlich unter, sondern
hielt noch ca. 50 Jahre den Auswirkungen der Katastrophe stand, denn einige Paläste
und die Stadt Knossos wurden wieder aufgebaut. Doch danach läßt sich der Warenaustausch
mit Ägypten nicht mehr nachweisen. Der nach der Katastrophe auf Kreta
entstandene marine Stil ist ein Zeichen dafür, daß die Minoer einen Bewußtseinswandel
vollzogen, sich von ihren Priesterkönigen abwandten und den Naturgewalten des
Meeres erheblich mehr Respekt zollten. Es ist sehr wahrscheinlich, daß die bis dahin
bestehende Hierarchie gestürzt wurde und das dadurch entstandene Machtvakuum
dann von den Archaiern (Mykenern) zur Machtergreifung genutzt wurde, welche damals
um 1600 v.Chr. – kurze Zeit nach der Katastrophe (wahrscheinlich wegen Klimaverschlechterungen)
– aus dem Norden nach Griechenland gekommenen waren
(siehe Homer an der Ostsee).
Der Wiederaufbau bezeichnet den Beginn der spätminoischen Periode. Der in der
zweiten Hälfte des 15. Jh. v.Chr. auftretende Palaststil mit seinen stilistischen Veränderungen
weist offenbar eine starke Annäherung an die mykenische Kultur aus. Die
Minoer übernahmen recht schnell die mykenische Sprache und die Linear-B-Schrift,
ebenso wie die zwölf Götter der Mykener. Die Architektur Mykenes ist ausgesprochen
vollmegalithisch, wobei jedoch die Vorstufen der megalithischen Architekturentwicklung
fehlen, die auf der iberischen Halbinsel, auf den Britischen Inseln und in
Nord/Mitteleuropa deutlich gegeben sind. Die mykenische Kultur endet um ca. 1150
v.Chr. als die Dorer nach Griechenland kamen (Dorische Wanderung).
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TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
141
DIE GESCHICHTE ISRAELS
WAR GANZ ANDERS
DAS DATUM DES EXODUS 1.628 v.Chr.
In den letzten Jahrzehnten gelangten immer mehr Bibel- und Vorgeschichtsforscher zu
der Erkenntnis, daß der Auszug des hebräischen Volkes aus Ägypten (Exodus) zu Zeiten
gewaltiger Naturkatastrophen stattgefunden haben muß, welche u.a. auch die Ursache
für die biblischen Plagen in Ägypten waren.
Bisher nahm man an, daß die Hebräer ca. zwischen 1.250-1.200 v.Chr. aus Ägypten
geflüchtet wären, was mit der Annahme Jürgen Spanuth’s übereingestimmt hätte, der
an dieser (etablierten) Datierung des Exodus bis zu seinem Tod festgehalten hat und an
vielen Stellen seiner Bücher immer wieder dafür argumentierte, daß neben dem „Sturz
des Phaethons“ (Einschlag eines großen Asteroiden vor Helgoland) auch der Ausbruch
des Santorin-Vulkans in der Zeit um 1.220 v.Chr. Stattgefunden habe und für die verheerenden
Zerstörungen dieser Zeit mitverantwortlich gewesen sei.
Heute gehen jedoch zunehmend mehr Altertumsforscher davon aus, daß der Exodus
zur Zeit des Santorin-Ausbruchs stattgefunden hat, welcher als die größte Naturkatastrophe
des Mittelmeerraumes der ca. letzten 10.000 Jahre angesehen wird.
„Und der Herr zog vor ihnen her, am Tage in einer Wolkensäule, um sie den
rechten Weg zu führen, und bei Nacht in einer Feuersäule, um ihnen zu
leuchten, damit sie Tag und Nacht wandern konnten.“
2. Mose 13,21
Es hat sich in den letzten Jahren allerdings – wie im vorherigen Kapitel beschrieben –
die Erkenntnis durchgesetzt, daß der Santorin (Thera) definitiv um das Jahr 1628
v.Chr. ausgebrochen ist! – das heißt, daß sowohl Spanuth als auch die etablierte Lehrmeinung
über die Datierung des Exodus in ihrer Einschätzung völlig danebenliegen
und der Auszug der Hebräer aus Ägypten über 400 Jahre früher stattgefunden hat!
Es hat also im 2. Jahrtausend v.Chr. mindestens zwei herausragende gewaltige Naturkatastrophen
gegeben, den Santorin-Ausbruch um 1628 v.Chr. und den Sturz des
Phaethon um 1220 v.Chr., welche die kulturgeschichtlichen Entwicklungen im Mittelmeerraum,
vor allem an der Levanteküste, nachhaltig beeinflußt haben. Wie Jürgen
Spanuth, 1965 in seinem Buch Atlantis, S. 140, berichtet, soll sich die Phaethon-
Katastrophe (die er um das Jahr 1223 v.Chr. datiert) an einem Frühlingstag kurz vor
Neumond ereignet haben, als die Griechen damals das Anthesterienfest feierten, das
alljährlich in der Mitte des ersten Frühlingsmonats stattfindet.
Wie Spanuth selber schreibt, wurde bei diesem Fest der „Flut des Deukalion“ gedacht
und dem Gott Apollon besondere Opfer gebracht, weil er bei dieser ungeheuren Überschwemmung
die Vorfahren der Delpher vor der Flut errettet hatte. Damit gibt Spanuth
selber einen Hinweis darauf, daß sich (in einem für ihn unbestimmten Zeitraum)
vor der Phaethon-Katastrophe im ägäischen Raum eine weitere gewaltige
Naturkatastrophe ereignet haben muß, welche die deukaleonische Flut, von der in
vielen Berichten aus der Antike die Rede ist, mit ihren ungeheuren ÜberschwemmunREICHSBRIEF
NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
142
gen ausgelöst haben muß. Diese andere gewaltige Katastrophe kann nur der Santorin-
Ausbruch um das Jahr 1628 v.Chr. Gewesen sein. Zum Thema Exodus gibt es eine
sehr aufschlußreiche Dokumentation des Fernsehsenders Phönix, in welcher der Exodus
ebenfalls auf 1628 v.Chr. datiert wird, die wir hiermit sehr empfehlen möchten –
sie heißt „Moses und die Plagen – Auszug aus Ägypten“.
Die Annahme Spanuth’s, daß der Ausbruch des Santorin (Thera) mit dem Absturz des
Phaethon auf ein Datum fällt und sich um das Jahr 1220 v.Chr. ereignet habe, ist der
große Datierungsfehler in seinen ansonsten brillanten Arbeiten. Dieser Datierungsfehler
ist nach unserer Einschätzung einer der Hauptgründe dafür, daß sein großartiges
Werk und damit die Erkenntnisse um die atlantische Kultur aus dem nordischgermanischen
Raum bisher in den Wissenschaften und damit auch in der Öffentlichkeit
noch nicht zum Durchbruch gelangen konnten.
Wie der Chyren schon in der Schrift ZEITENWENDE IM CHRISTENTUM dargestellt
hat, ist der Auszug der hebräischen Stämme (in alten ägypt. Schriften Habiru bzw.
Apiru genannt) aus Ägypten mit dem Befreiungskampf der Ägypter gegen die Hyksos-
Herrschaft in Zusammenhang zu sehen (Anmerkung: Die Hyksos hatten sich in den
Jahrhunderten vor 1.628 v.Chr. in Ägypten an die Macht gebracht und selber die Pharaonen
gestellt. Da sich die Juden den Hyksos angedient hatten, waren sie gezwungen,
nach deren Sturz mit diesen Ägypten zu verlassen). Anscheinend haben die Hebräer
die chaotische Situation während der Naturkatastrophe von 1628 v.Chr. genutzt, um
aus Ägypten zu fliehen bzw. sind von den Ägyptern aus dem Land nach Kanaan gejagt
worden. Die Verhältnisse zur Zeit der Hyksos-Herrschaft sind noch größtenteils ungeklärt,
es ist aber sehr wahrscheinlich, daß die Hebräer und die Hyksos in mehreren
Schüben aus Ägypten vertrieben worden sind.
Zu den Texten des Alten Testaments möchten wir schon mal vorab anmerken, daß die
antiken hebräischen Autoren erst ab dem 7. Jahrhundert v.Chr. (über 1000 Jahre nach
dem Exodus) die Geschichte der Israeliten zu Papier gebracht haben; bis dahin wurden
einzelne Ereignisse und Geschichten von Generation zu Generation allein mündlich
überliefert.
Das Alte Testament ist zwar in erster Linie ein Zeugnis des israelitischen Gottesglaubens,
doch wenn man es zu lesen versteht und mit den neusten archäologischen Forschungsergebnissen
abgleicht, ist es auch als ein Geschichtsdokument zu betrachten,
das sich, in vielen Punkten an die historische Realität anlehnt, wobei jedoch auch viele
Details und manche Ereignisse völlig verfälscht oder zeitlich umgestellt wurden, um
die Geschichte des Judentums so darzustellen, daß die mosaische Religion und die
Rolle der Juden in dem gewünschten Licht von Größe, Ruhm und Auserwähltheit erscheinen.
Auch bei der biblischen Darstellung der Situation und der Ereignisse in Ägypten sowie
der Rolle des Moses zur Zeit des Exodus scheint es sich um eine große Verzerrung der
geschichtlichen Realität zu handeln! Hier sind anscheinend die meisten geschichtlichen
Details verfälscht bzw. erfunden worden, um die „jüdische Opferrolle“ herauszustellen
und die wahre Rolle der Hebräer zur Zeit der Hyksos-Herrschaft in Ägypten zu
verheimlichen. Zur Erforschung der Frühgeschichte Israels, seiner Religion und Kultur,
ist es daher ratsam, diese von verschiedenen Seiten zu beleuchten und möglichst
viele andere Quellen dafür heranzuziehen.
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TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
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In „Die Rückkehr der Herakliden“ stellt Spanuth auf Seite 90 mit dem Bibelzitat
4.Mose 13,27f die Situation im Land Kanaan so dar, als seien die Philister (die ja erst
um 1200 v.Chr. ins Land kamen) schon vor den Juden im Lande gewesen, doch dem
ist nicht so! Davon ist in 4.Mose 13,27f auch nicht die Rede. Es waren dort zwar mehrere
verschiedene Stämme, unter anderem auch mehrere nordischer Abstammung (frühe
Kelten) ansässig (es werden Amalekiter, Hethiter, Jebusiter, Amoriter und Kanaaniter
erwähnt), diese waren aber keine Philister, die kamen erst um 1200 v.Chr.,
ca. 400 Jahre nach den Hebräern, nach Kanaan (!).
Auch in 2. Mose 13,17 wird im Zusammenhang mit dem Auszug aus Ägypten zwar
das Land der Philister erwähnt („führte sie Gott nicht den Weg durch das Land der
Philister“). Doch muß man gerade hier berücksichtigen, daß die Bibelstellen, die über
den Exodus berichten, erst ca. 1000 Jahre nach den geschichtlichen Ereignissen (ab
Ende 7. Jht. v.Chr.) aufgeschrieben wurden und das „Land der Philister“ zu dieser
Zeit schon ca. 600 Jahre diesen Namen trug, so daß die Autoren des Alten Testaments
für diese Region gar keine andere Bezeichnung kannten und diese gewohnheitsmäßig
auch für frühere Zeiten verwendeten, als in dieser bevorzugten Region am Meer andere
starke Stämme der kanaanäischen Urbevölkerung lebten – „die Kanaaniter aber
wohnten am Meer“ (4. Mose 13,29).
DIE HEBRÄER SIND SCHON FRÜHER
ALS ALLGEMEIN ANGENOMMEN IN KANAAN NACHZUWEISEN
Um den Nachweis zu bringen, daß die Juden schon wesentlich früher als ca. 1200
v.Chr. im Land Kanaan anwesend waren, als bisher angenommen, und der Exodus
somit schon 1628 v.Chr. stattgefunden hat, möchten wir einige Zitate aus dem Buch
Kanaan – Israel – Palästina des Historikers und Israel-Experten Karl Jaros (Verlag
Philipp von Zabern, Mainz 1992) bringen, welcher darin detailliert und prägnant die
Entwicklung Israels von der Frühgeschichte angefangen beschreibt.
Es handelt sich hierbei um ein exzellent recherchiertes Sachbuch von hohem historischen
Wert, das archäologische und kulturhistorische Zusammenhänge aufzeigt, sie
über Jahrtausende verfolgt und „damit zur Erkenntnis der welthistorischen Bedeutung
Israels beitragen“ will, wie der Text auf dem Buchdeckel aussagt. Wir haben es hier
also mit einem weltanschaulich eher konventionellen und israel-freundlichen Autor zu
tun, aber, wie wir den Eindruck haben, mit einem sachlichen Wissenschaftler, der nach
bestem Wissen und Gewissen, die Geschichte Israels zu erforschen versucht. Nachfolgend
zitieren wir hier einige Auszüge über die frühe Geschichte Israels aus seinem
Buch (S. 64-68):
„Für die erste Hälfte des 14. Jh. v.Chr. stehen hervorragende literarische Zeugnisse,
die Amarnabriefe, zur Verfügung, die Einblick in die urbane Struktur Palästinas, in
die sozialen Verhältnisse, die ethnischen Gruppierungen, in die innerpolitische Situation
und in die Ägyptenpolitik geben. Die über 350 Briefe wurden im königlichen Archiv
in Amarna in Mittelägypten gefunden. Sie sind in akkardischer Sprache, der üblichen
Diplomatensprache abgefaßt und stellen die Korrespondenz der damaligen
Großmächte: Hethiter, Mitanni, Babylon und der kanaanäischen Kleinkönige mit den
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TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
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ägyptischen Königen Amenophis III. (1403-1365 v.Chr.) und Amenophis IV. (1365-
1349 v.Chr.) dar …“ (S. 64)
„In den Amarnabriefen erscheint Palästina als ein ägyptischer Distrikt, dessen Hauptstadt
Gaza ist. Dieser Distrikt zerfällt in vier Regionen: Jesreel-Ebene mit Akko, Scharon-
Ebene, judäisches Gebirge mit Schefela, Gebirge Efraim. Jede Region zerfiel in
einzelne Stadtstaaten. Der größte und auch einflußreichste Stadtstaat in der Amarnazeit
war Sichem … Die Umgebung der Stadt weist für die Späte Bronzezeit II eine
gute Besiedlungsdichte auf: ca. 16 Siedlungen. Der Einfluß Sichems ging jedoch weit
über sein stadtstaatliches Territorium hinaus. Aus den Armanabriefen erfahren wir,
daß Labaja Stadtkönig von Sichem war. Er versuchte seine Macht bis weit in die Jesreel-
Ebene hinein auszuweiten. Er konnte dort die Städte Schunem, Burkana und Harabu
erobern (Brief Nr. 250). Andere Stadtstaaten wie Hebron, Jerusalem, Akko und
Akschaf verbündeten sich gegen Sichem …“ (S. 65)
„Wir sehen …, wie zerrissen die innerpolitische Situation Palästinas war und wie
peinlich es die Ägypter vermieden, sich da einzumischen. Dazu kommt, daß in dem
kriegerischen Intrigenspiel der kanaanäischen Kleinkönige die Apiru als entscheidende
Kraft mitmischten. Sie wirken dabei als Erzfeinde Ägyptens; denn die ärgste Anklage,
die die Kleinkönige in ihren Briefen an den Pharao gegeneinander erheben, ist,
daß der eine oder andere den Apiru Einfluß gegeben hat. In dieser Gruppe der Apiru,
wie sie uns in den Amarnabriefen begegnen, haben wir offensichtlich auch einen bestimmten
Menschentyp vor uns: neu zugewanderte und zuwandernde Nomaden, die mit
der protoaramäischen Völkerwanderung in Zusammenhang zu sehen sind. Daß diese
Gruppen von den Ägyptern als besonders gefährlich eingeschätzt wurden, ist naheliegend,
da solche Gruppen im Laufe der ägyptischen Geschichte immer wieder sehr gefährlich
geworden sind. Gewissen kanaanäischen Kleinkönigen mußten jedoch die
Apiru sehr willkommen gewesen sein und sie verstanden es, sie in ihre Autonomiebestrebungen
einzubinden. Obgleich die Begriffe Habiru/Apiru und Hebräer sprachlich
nicht gleichgesetzt werden können, besteht jedoch kein wesentlicher Unterschied zwischen
den protohebräischen Sippen und Verbänden und den Apiru.“ (S. 65f)
„Mit Beginn der 19. Dynastie setzen über Palästina wieder schriftliche Nachrichten
ein. König Haremhab, der letzte König der 18. Dynastie war früher Oberbefehlshaber
der ägyptischen Truppen in Palästina gewesen und verfolgte eine sehr semitenfreundliche
Politik … Erst die Könige der 19. Dynastie änderten die kurze, semitenfreundliche
Politik und versuchten, ihre Machtstellung über Syrien-Palästina wieder zu gewinnen.
Auslösendes Moment für den ersten Asienfeldzug Sethi I. (1303-1290 v.Chr.)
ist eine Bedrohung des Kulturlandes durch Nomaden und Streitigkeiten zwischen kanaanäischen
Stadtstaaten in Nordpalästina. Hamat, Pehel und Jenoam richteten sich
gegen Bet Schean und Rechob. Seti I. rückte mit seiner Armee gegen Hamat und Jenoam.
Bet Schean und Rechob wurden abgesichert. Ein weiteres Unternehmen führte
Seti I. in die gleiche Gegend, um einen Angriff der Apiru aus dem Ostjordanland abzuwehren.“
(S. 67)
„… Erst in einem Text Pharaos Merenptah (1224-1214 v.Chr.), welcher über einen
Feldzug berichtet, hören wir wieder von Kanaan. Dieser Text auf der sogenannten
Israel-Stele ist das einzige ägyptische Dokument, das den Namen ,Israel‘ erwähnt. Die
Stele stammt aus dem 5. Regierungsjahr des Königs. Der Schluß lautet:
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
145
,Die Fürsten sind niedergeworfen und sagen:
keiner erhebt mehr den Kopf unter den Neun Bogen.
Zerstört ist Thnw, Hatti ist friedlich.
Kanaan ist mit allen Schlechten erobert worden;
Aschkelon ward fortgeführt und Gezer gepackt,
Jenoam ist zunichte gemacht.
Israel ist verwüstet und hat keinen Samen;
Hr ist zur Witwe geworden für Ägypten.
Alle Länder insgesamt sind in Frieden;
Jeder, der umherschweifte, ist gefesselt
durch den König von Ober- und Unterägypten, …‘
TGI NR. 17“ (S. 68)
„… Der Name Israel ist durch die hieroglyphische Determination ,Mann und Frau‘
als Menschengruppe/Stamm/Clan zu verstehen und nicht etwa als die Bezeichnung für
eine Stadt. Ähnlich wie die drei Städte stellvertretend für alle kanaanäischen Stadtstaaten
Palästinas stehen, so Israel für die halbnomadische Bevölkerung … Vom Ende
des 14. Jh. bis Anfang des 12. Jh. v.Chr. Kam es in Ostjordanland zu einer wichtigen
Veränderung. Die ursprünglich nomadischen Stämme der Edomiter, Moabiter und
Ammoniter wurden seßhaft und entwickelten sehr rasch monarchische Staaten. Zum
erstenmal kommt es auf dem Boden Palästinas zur Bildung größerer Staaten (Anmerk.
d. Verf.: Edomiter, Moabiter und Ammoniter waren keine hebräischen Stämme. Die
Stadtstaaten dieser Zeit waren nicht viel mehr als befestigte Bergdörfer).“ (S. 69)
„Historisch faßbar wird Israel als Verband von 12 Stämmen erst auf dem Boden
Palästinas im 11. Jh. v.Chr.…“ (S. 75)
„Aus den Namen, die die Stämme im Kulturland tragen, wird deutlich, daß sie nicht
bereits vor ihrer Ansiedlung so geheißen haben können, sondern daß die Namen einen
Zusammenschluß einzelner Sippen, die in derselben Gegend ansässig waren, voraussetzen.
Juda, Efraim, Benjamin und vermutlich auch Naftall sind Landschaftsbezeichnungen,
die auf die dort siedelnden Clans übertragen wurden. Gad, Dan und vielleicht
auch Ascher sind Gottesnamen. Benjamin besagt einfach, daß Clans von einem gewissen
Punkt aus gesehen im Süden wohnen. Den Namen Issachar erhielten Sippen eines
Gebietes, die um Lohn für Kanaanäer arbeiteten.“ (S. 78)
„Der alttestamentlichen Überlieferung ging es darum, aufzuzeigen, daß alle diese
Stämme das eine Israel bildeten. So versuchte man sie auf Ahnherren zurückzuführen,
die von einem gemeinsamen Vater, doch nicht von derselben Mutter abstammen.
Wichtig war dabei auch die Zahl zwölf, die symbolische Zahl der Vollkommenheit, des
Ganzen. Die Stämme in das Zwölferschema zu pressen, war jedoch nicht ganz einfach.“
(S. 78)
„Das Siedlungsgebiet der israelitischen Stämme, wie es gegen Ende des 11 Jh. v.Chr.
vorliegt, ist als Endprodukt einer längeren Entwicklung zu verstehen. Verschiedene
Stämme hatten früher ein anderes Siedlungsgebiet, das sie aus je unterschiedlichen
Gründen aufgeben mußten. Die Stämme Simeon und Levi siedelten in Mittelpalästina
in der Umgebung Sichems. Beide Stämme verloren ihr Gebiet in Auseinandersetzungen
mit dem kanaanäischen Sichem (Gen 34) und wurden vertrieben. Levi findet prakREICHSBRIEF
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TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
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tisch überhaupt kein Territorium mehr und Simeon scheint weit südlich von Juda auf,
wird dann völlig bedeutungslos und geht wahrscheinlich mit Levi in Juda auf. Zeitlich
könnte man die Versprengung dieser Stämme gegen Ende des 13. Jhs. v.Chr. ansetzen,
wo sich in Sichem archäologisch auch einige kleinere Zerstörungen feststellen lassen…“
(S. 78f)
„Es ist jedoch ganz unwahrscheinlich, daß die einzelnen Stämme bereits zu dieser Zeit
(ca. 1300 v.Chr.) ihre uns bekannten Namen trugen, besonders was Juda, Dan, Gad,
Ascher, Sebulon, Issachar und Naftali betrifft. Für Simeon, Levi, Ruben und Josef wird
es jedoch die Bezeichnungen bereits gegeben haben, da es sich hier eher noch um Sippen
denn Stämme handelt, die die Namen ihrer Ahnherrn tragen. Die anderen Namen
dürften erst im Verlauf des 12. und 11. Jhs. v.Chr. auf Verbände von Sippen übertragen
worden sein. Im 10 Jh. v.Chr. mag dann die Genealogie der 12 Söhne Jakobs etwa
vollständig gewesen sein.“ (S. 79)
„Die Patriarchen der Bibel waren Kleinvieh-züchtende Halbnomaden, die in einem je
unterschiedlichen Stadium zur Seßhaftigkeit waren … Das Hirtenleben bedingt eine
intensive Berührung mit der bereits seßhaften Bevölkerung. Die Halbnomaden beginnen
z.B. Rinder in ihre Herden aufzunehmen und Land zu erwerben. Man darf sich
allerdings den Prozeß der Seßhaftwerdung nicht linear denken. Die verschiedenen
Stufen der bäuerlich-seßhaften und halbnomadischen Hirtenkultur sind in sich vertauschbar.
Schon ansässige Bauern konnten ebenso durch widrige Umstände wieder
zu nomadisierenden Hirten werden. Die notwendigen Kontakte von Halbnomaden mit
dem Kulturland bringen es auch mit sich, daß sie gewisse Rechtsordnungen der Ansässigen
übernehmen, obwohl ihre Sitten und Gebräuche weiterhin noch stark von den
nomadischen Gegebenheiten geprägt sind.“ (S. 87)
„Durch den Kontakt mit dem Kulturland und seinen Bewohnern im Land Kanaan
nahmen die hebräischen Stämme auch Elemente der kanaanäischen Religion auf, dies
besonders dann, wenn sie mit einer städtischen Bevölkerung in ein Vertragsverhältnis
treten, wie es bei Sichem belegt ist, wo die bereits konföderativen Clans Israel, Jakob
und Joseph ihre Gottheit nun „El Elohei Israel“, „El den Gott Israels“ bezeichnen
(Gen. 33,20). Die ursprünglich namenlose Gottheit wird mit dem obersten kanaanäischen
El von Sichem gleichgesetzt. Eine ähnliche Situation haben wir in Betel, wo
Jakob den El von Betel mit seinem Vatergott identifiziert (Gen. 28). Eine Gleichsetzung
zwischen dem kanaanäischen Summus Deus El und einzelnen Vatergottheiten
war leicht möglich, da El als hintergründige Gottheit des kanaanäischen Pantheons
ähnliche Züge aufweist.“ (S. 91)
„Für das spätere Israel galt JHWH als der alleinige und einzige Gott, dennoch aber
hat die Bibel selber Erinnerungen daran bewahrt, daß die Väter fremde Götter verehrten
(Gen. 35,1-7; Jos. 24,2,14f) und wird daher der historischen Wirklichkeit durchaus
gerecht.“ (S. 92)
„Aus dem bisher Dargelegten hat sich bereits ergeben, daß für die langsame Seßhaftwerdung
der Patriarchensippen in Süd- und Mittelpalästina die späte Bronzezeit, näher
das 15. und 14. Jh. v.Chr. am überzeugendsten erscheint. Die Ahnväter können
jedoch auf eine frühere Zeit zurückweisen, wovon die Bibel in den Wanderungen der
Sippe Terachs von Ur nach Haran Erinnerungen bewahrt haben könnte. Es ist zwar an
den Patriarchen als historischen Personen festzuhalten, aber sie selber müssen z.B.
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überhaupt nicht in Palästina gewesen sein. Erst ihre Nachkommen, die sich in Palästina
ansiedelten, können ihre Namen mit ins Land gebracht haben und lokalisierten sie
an Orten, die für sie im Laufe von Generationen wichtig geworden waren und verbanden
die Erzväter mit den einheimischen, kanaanäischen Traditionen.“ (S. 92f)
(Hervorhebungen und Unterstreichungen durch den Verf.)
Wie die Arbeit von Karl Jaros und die ägyptischen Amarnabriefe belegen, waren die
Hebräer (Habiru/Apiru) schon einige Jahrhunderte vor 1200 v.Chr. in Kanaan, haben
aber „in einer langjährigen Entwicklung“ keine höhere Kultur hervorgebracht, mischten
jedoch im kriegerischen Intrigenspiel der kanaanäischen Kleinkönige als entscheidende
Kraft mit! – ein Verhaltensmuster, das sie anscheinend bis in die heutige Zeit
bewahrt haben. Da ihr Auszug aus Ägypten zweifellos zur Zeit einer gewaltigen Naturkatastrophe
stattgefunden hat, kommt dafür nur die Zeit um das Jahr 1628 v.Chr. in
Frage!
Karl Jaros geht in seinem Buch auch auf die Religion der Kanaaniter ein, hier nur einige
Auszüge:
„Die Quellen aufgrund derer wir die religiösen Vorstellungen der Kanaanäer im 2. Jt.
v.Chr. erschließen können, sind neben den materiellen Funden wie Tempel, Kultgeräte,
Götterfiguren und Bildkunst die mythologischen und kultischen Texte der kanaanäischen
Küstenstadt Ugarit.
Die Religion der Kanaanäer ist komplex, jedoch trotz aller Vielfalt überschaubar. Im
wesentlichen sind zwei Arten von Heiligtümern zu unterscheiden: die offene Kulthöhe
und der Tempel im städtischen Gebiet. Die Kulthöhe ist ein freier Ort, der meist durch
eine besondere landschaftliche Lage ausgezeichnet ist. Zu ihm gehören der Altar,
Wasserbecken und die die Gottheiten vergegenwärtigenden hl. Steine (später im Hebr.
massebot genannt) und hl. Bäume bzw. Kultpfähle (später im Hebr. ascherot genannt).
In den Städten herrschte der Tempel vor, der meist von einem Hof umschlossen war.
Im Tempelhof standen der Brandopferaltar und oft auch ein großer Kultstein. Die
Form der Tempel konnte die des Breit- oder Langhauses sein. Durch Aneinanderreihung
von Räumen an einer Achse kann es zur Dreiteilung von Vorraum, Hauptraum
und Allerheiligstes kommen. Im Allerheiligsten stand das Kultbild der Gottheit oder
auch nur ein Kultstein. Die blutigen Opfer wurden auf dem Brandopferaltar auf dem
Hof dargebracht, andere Opfer und Votivgaben deponierte man im Tempel. Auch das
Rauchopfer wurde im Tempel vor der Gottheit vollzogen. Als Opfertiere galten und
dienten: Rind, Schaf, Ziege, Gazelle, Taube. Das Heiligtum galt allgemein als irdischer
Wohnsitz der Gottheit.“ (S. 70)
„Eine Eigenart der kanaanäischen Religion dürfte auch die kultische Prostitution gewesen
sein. Ähnlich wie für das Menschenopfer fehlen zwar für das 2. Jt. v.Chr. Belege,
aber man wird die Kultprostitution doch annehmen müssen. Der ideelle Ausgangspunkt
ist der, daß der Mensch in Nachahmung der heiligen Hochzeit des
Fruchtbarkeitsgottes mit seiner Geliebten in mystische Einheit mit dem Göttlichen
kommen will, um die irdische Fruchtbarkeit zu gewährleisten. Der Vollzug der heiligen
Hochzeit ist daher für den Kanaanäer ein Bekenntnis zum Vertrauen in seine Götter.
Und gerade deswegen wurde später von den Propheten Israels diese religiöse
Praxis verurteilt, weil sie für die Israeliten Glaubensabfall von JHWH bedeutete! Der
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Kanaanäer glaubte auch an ein Weiterleben nach dem Tod. Die kanaanäische Idee
des Grabes ist, daß dieses als Haus des Toten gilt, in dem er weiter existieren kann
…“ (S. 71)
„EL: war die oberste Gottheit der Kanaanäer … ASCHIRAT: ist die Gemahlin des
Gottes El, die Mutter der Götter, gleichsam eine Personifizierung des Mutterschoßes
… Im Alten Testament heißt sie Aschera … ASCHTART: ist eine Fruchtbarkeitsgöttin
mit ausgeprägt sexuellem Kult. Im Alten Testament lautet ihr Name Astarte.“ (S. 73f)
Schon aus dieser kurzen Beschreibung der Kulte und Götter wird deutlich, daß die
Kanaaniter eindeutig nordisch geprägt waren und im Vergleich zu den Juden damals
schon eine wesentlich höhere Kultur besaßen.
DAS „VOLK ISRAEL“
– DIE ENTLARVUNG EINES GROSSEN SCHWINDELS
Immer wieder wird von Vertretern des Judentums auf die Besonderheit der jüdischen
Religion sowie die Auserwähltheit und die rassische Reinheit des Volkes Israels betont.
Daß die Hebräer schon seit ihrem Erscheinen im Land Kanaan über lange Zeit
nordische Kulte und Religion übernommen hatten und erst durch die nordischstämmigen
Philister zu höherem technischen Wissen und Weistum gelangten, wurde zuvor
hinreichend belegt. Da von vielen, besonders von gläubigen Juden, so viel Wert auf
die Reinhaltung ihrer Rasse gelegt wird, möchten wir nachfolgend den Aspekt der
Vermischung des Volkes Israels mit anderen Völkern einmal etwas tiefergehend
untersuchen.
Im Kapitel „Kurzschau der Geschichte der Philister und Phönizier“ hatten wir schon
die Vermutung geäußert, daß die südlicher (im späteren Machtbereich der Hebräer
bzw. Juda) siedelnden Philister sich im Laufe der Jahrhunderte mit den Hebräern zumindest
zu einem gewissen Teil vermischt haben; und daß später – als die Hebräer ab
622 v.Chr. wieder zur jüdisch-mosaischen Religion zurückgekehrt waren und die kulturtragende
Bildungs- und Führungsschicht der in ihrem Machtbereich siedelnden Philister
eliminiert hatten (vgl.: 2Kön. 23,24) – die im Machtbereich der Hebräer bzw.
des Königreichs Juda übriggebliebenen nordischstämmigen Bewohner quasi im
hebräischen Volk aufgegangen sind.
Im Alten Testament findet man zuhauf Überlieferungen, die darauf hinweisen, daß
sich die Hebräer schon während ihres Aufenthalts in Ägypten (die Josephiten waren
halbe Ägypter, 1. Mose 41,45), vor allem aber in Kanaan während der Königszeit mit
der einheimischen Bevölkerung über viele Jahrhunderte vermischten. So läßt denn
auch der Prophet Hesekiel Gott der Stadt Jerusalem zurufen (Hes. 16): „Von Ursprung
und von Geburt bist du eine Kanaaniterin; dein Vater war ein Amoriter, deine Mutter
eine Hethiterin“, und wirft den israelitischen Bewohnern vor, daß sie sich mit diesen
fremden Elementen vermengt hätten. Gerade die Judäer müssen unter allen Israeliten
am meisten amoritisches Blut in sich aufgenommen haben, weil die Amoriter den
Süden Kanaans, die Gebiete Simeons, Judas und Benjamins am dichtesten bevölkert
hatten.
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Da die sephardischen (hebräischstämmigen) Juden ein sehr unterschiedliches und in
manchen Fällen sogar ein dem nordisch-europäischen Typus ähnliches Aussehen besitzen,
ist es sehr wahrscheinlich, daß die ursprünglich aus der Himalaja-Region
stammenden, etwas dunkelhäutigen und schwarzhaarigen Hebräer (Abhiras) ihr ehemals
asiatisches Aussehen durch die Vermischung mit den Kanaanäern und Philistern
schon damals größtenteils verloren hatten.
Es ist bis heute umstritten, ob nicht sogar David selber halb oder gar zu dreiviertel
Amoriter gewesen ist. Die Bibel legt an verschiedenen Stellen besonderen Nachdruck
auf seine Blondheit, doch helle Haut und blondes Haar kam bei den Hebräern (schon
gar dieser Zeit) niemals vor, sondern diese Charakteristika des nordischen Menschen
erhielten die Hebräer erst durch die Amoriter und andere nordische Stämme. Es ist
daher ganz und gar nicht abwegig, daß David, ein in Bethlehem (in einer von den
Amoritern am dichtesten bevölkerten Gegend) geborener Hirte, eine Amoriterin zur
Mutter gehabt haben mag. Auch David’s Charaktereigenschaften – Kühnheit, Sorglosigkeit,
schwärmerischer Sinn, Vorliebe fürs Abenteuerliche (so wie sie in den Überlieferungen
dargestellt werden) – scheinen für eine nordische Abstammung zu sprechen.
Ganz abgesehen von der Vermischung der Hebräer mit der nordischstämmigen Bevölkerung
Palästinas gibt es deutliche Hinweise dafür, daß sogar ganze Stämme des sogenannten
„Volkes Israel“ nordischer Abstammung waren (!), wie z.B. die Omriden,
von denen wir weiter unten noch Näheres erfahren werden.
Ein weiterer nordischer Stamm des „Volkes Israel“ war anscheinend auch der aus der
Bibel bekannte Stamm „Dan“, welcher als der Stamm der Danaer (Homer’s Bezeichnung
für Griechen) zu identifizieren ist, der mit den zwischen 1100 und 900 v.Chr. aus
Kanaan abgewanderten Denen in Verbindung zu bringen ist. Es ist anzunehmen, daß
die Hebräer in ihrer kriegerisch starken Zeit unter David versucht hatten, auch den
Stamm der Denen (Danaer) in ihre politischen Interessen einzubinden. Anscheinend
haben die Danaer jedoch Palästina schon alsbald in Richtung Griechenland verlassen,
um dort eine neue, freie Existenz zu gründen, aus der später die große griechische Kultur
hervorgegangen ist. Einen Hinweis darauf finden wir in dem Buch Die Philister
von Trude und Mosche Dotan (Diederichs 1995):
„Eine der frühesten Passagen hebräischer Dichtung, ,Debora’s Siegeslied‘ (Richter
5), verdunkelt das Rätsel noch mehr. Die Prophetin preist und tadelt die Stämme abwechselnd,
je nach Eifer, mit dem sie dem bedrohten israelitischen Bund zu Hilfe kamen.
Bei der entscheidenden Schlacht – einem blutigen Kampf gegen Streitwagen der
Kanaanäer nahe dem Berg Tabor im Norden – fehlten die Männer von Dan. Verärgert
fragte die Prophetin: ,Und warum weilt Dan bei den Schiffen?‘ Für Professor Yigael
Yadin (,And Dan, Why Did He Remain in Ships?‘, AJBA 1, 1968) wurde das Bild deutlicher.
Ein israelitischer Stamm, der zur See fährt? Ein israelitischer Stamm, der vorher
nicht als israelisch gegolten hatte? Sein Richter ein überlebensgroßer Held, den
Helden der griechischen Mythologie ähnlicher als den Richtern des Volkes Israels?
Yadin zog den Schluß, daß es mehr als zufällige Verbindungen zwischen dem Danuna
genannten Seevolk und dem Stamm Dan gegeben haben mußte. Und die Beweiskette
schien in diese Richtung zu deuten: Nach ihrem Auftauchen in der großen Schlacht zu
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TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
150
Lande und zu Wasser zur Zeit Ramses’ III. und ihrer Ankunft in Kanaan verschwanden
die Danuna auf mysteriöse Weise …“
Damit wir nachvollziehen können, wie es dazu kam, daß in der hebräischen Bibel nordische
Stämme zum „Volk Israels“ gezählt werden, müssen wir uns nun einige Ausschnitte
und Aspekte der Geschichte des „Volkes Israels“ noch einmal genauer vor
Augen führen und prüfen, inwieweit in den alttestamentarischen Überlieferungen eine
Verfälschung der tatsächlichen Geschichte stattgefunden hat.
Hierzu liefern uns u.a. die Bücher Keine Posaunen vor Jericho – die archäologische
Wahrheit über die Bibel und David und Salomo – Archäologen entschlüsseln einen
Mythos der beiden israelischen Wissenschaftler Israel Finkelstein (Archäologe, Universität
Tel Aviv) und Neil A. Silberman (Historiker, Archäologisches Forschungsinstitut
Ename, Belgien) wertvolle Hinweise – die mit unseren Recherchen und Forschungen
im Einklang stehen und folgendes Bild der damaligen Zeit ergeben.
Um das Jahr 1.000 v.Chr. existierte im nördlicheren Teil des kanaanäischen Hochlandes
westlich und östlich des Jordans (das Gebiet ab Jerusalem etwa 25 Km nach Norden
und ebenso nach Osten) unter „König“ Saul, ein kleines, relativ dicht besiedeltes
Gebiet von am Ende gut 230 Dörfern mit ca. 40.000 Menschen. Dieses kann als das
Kernland der Sippe Saul (Stamm Benjamin) bezeichnet werden. Wenn wir vom „Königtum“
Saul’s lesen (was im BROCKHAUS als „Häuptlingtum“ bezeichnet wird), so
muß uns dabei bewußt sein, daß dies erstens zur damaligen Zeit in der Region lediglich
„Stammesfürstentum“ bedeutete und daß zweitens die ganze Geschichte ja erst
über 300 Jahre später aus einer verklärenden und tendenziösen Retrospektive niedergeschrieben
worden ist.
Der südliche Teil des kanaanäischen Hochlandes war hingegen aufgrund der geologisch
und klimatisch ungünstigeren Verhältnisse nur äußerst dünn mit ärmlichen,
halbnomadischen Bauern und Hirten besiedelt. Es existierten dort gerade mal 20 Siedlungen
mit vielleicht 5.000 Menschen. Aus dieser Region stammte David (der wahrscheinlich
ursprünglich einmal Elhanan hieß). Die Menschen dort waren schon immer
neidisch auf das nördlichere, wohlhabendere und prosperierende Gebiet, konnten aber
aufgrund der schlechteren materiellen und personellen Verhältnisse nichts gegen ihre
Situation tun und mußten sich quasi mit ihrem Schicksal abfinden. Für viele Menschen
war eine „legale“ Existenz gar nicht möglich und sie wurden somit gezwungenermaßen
zu „Gesetzlosen“.
Nachdem David einige Zeit bei den Philistern verbracht und von ihnen gelernt hatte,
dann an den „Hof König Saul’s“ gezogen war, es sich dort aber mit dem Herrscher
verdorben hatte, flüchtete er unter Saul’s Verfolgung in das südliche Bergland und
wurde dort bald Anführer „à la Robin Hood“ einer schlagkräftigen Gruppe (300-400
Mann). Mit seiner Bande Gesetzesloser (Apiru) und unter Duldung von Achisch, des
Königs der Philisterstadt Gat, startete er immer wieder brutalste Überfälle in die Umgebung.
„… David zog hinauf mit seinen Männern und fiel ins Land der Geschuriter
und Girsiter und Amalekiter ein; denn diese waren von alters her die Bewohner des
Landes … Und so oft David in das Land einfiel, ließ er weder Mann noch Frau leben
und nahm mit Schafe, Rinder, Esel, Kamele und Kleider …“ (1.Sam 27,2-9) Als Apiru-
Rebell war David also schlicht nicht mehr als ein Anführer einer marodierenden
Räuberbande.
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TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
151
Saul’s kleines „Reich“ hingegen blühte immer mehr auf. Er gewann mehrere Kleinkriege
gegen die umliegenden Territorien und teils auch Philister und weitete seinen
Machtbereich immer mehr nach Norden und Westen aus.
Die entscheidende Wende ging dann wieder einmal vom entfernten Ägypten aus, das
unter Pharao Scheschonk I. versuchte, seine alte Vormachtposition wieder zu erlangen.
Der Pharao unternahm einen Feldzug nach Norden in das Land Kanaan. Unterstützung
bekam er dabei diesmal von den Philistern, denen Saul schon zu mächtig geworden
war. Saul sah das Unheil kommen und traf mit seinem einstigen Feind David ein Abkommen,
wonach David ihm mit seiner schlagkräftigen Truppe von inzwischen wahrscheinlich
immerhin 600 Mann im absehbaren Kampf gegen die Koalition von Ägyptern
und Philistern helfen sollte.
Der Tag der entscheidenden Schlacht kam und David kämpfte in der Tat – er verteidigte
allerdings nur sein eigenes, südliches Territorium, Saul ließ er ins offene Messer
laufen. In der Schlacht von Eben-Ezer wurde Saul’s Streitmacht vernichtend geschlagen
und Saul selber getötet. Damit war auch das kleine „Königreich“ Saul’s vernichtet
und in der Folge ist dort ein starker Rückgang der Besiedlung und der Kultur zu verzeichnen.
David war der lachende Dritte, der letztliche Nutznießer. Nachdem sich die Koalitionsstreitmacht
Scheschonk’s I. nach ihrem Sieg über Saul wieder zurück gezogen hatte
und sich der Niedergang des nördlichen Gemeinwesens abzeichnete, gelang es David,
einen Teil des Territoriums, das zuvor von Saul beherrscht worden war, – vielleicht
sogar in Absprache mir den Ägyptern bzw. Philistern – zu besetzen. Er kontrollierte
jetzt also das kärgliche südliche und Teile des nördlichen kanaanäischen Hochlandes
und eroberte auch noch das als lokales Zentrum geltende Bergdorf Jebus der Jebusiter,
das spätere Jerusalem, hinzu. In der über 300 Jahre später geschriebenen Bibel wird
die ganze Geschichte dann als von Gott gelenkt hingestellt. Gott selbst habe Saul verstoßen
und seinen Thron David übertragen.
David mußte sich von nun an von der verbliebenen nördlichen Bevölkerung ständig
den Vorwurf gefallen lassen, an Saul Verrat geübt zu haben. Auch dies ist einer der
Urkonflikte zwischen dem Nord- und dem Südreich. Innere Konflikte führten dann
wahrscheinlich auch zu seinem unrühmlichen Ende.
Immerhin wurde durch David eine Ahnenfolge begründet, die erst im späten 6. Jh.,
also 500 Jahre später und nach der Rückkehr aus der Babylonischen Gefangenschaft,
erlöschen sollte. Sein in der Geschichte so berühmter Sohn Salomo führte die Herrschaft
über dieses Gebiet, das wir dann als Juda bezeichnen können, dann lediglich
weiter. Vielleicht gelang es ihm auch, die Macht wieder ein wenig zu festigen und bestimmt
wurde in Jerusalem, was immer noch nicht mehr als ein etwas befestigtes
Bergdorf mit vielleicht 500 Einwohnern war, auch ein kleiner Tempel errichtet. Für
ein „großes Reich“ Juda oder Israel mit einer strahlenden Stadt Jerusalem und einem
mächtigen Tempel gibt es jedoch keine Belege, weder unter Saul, noch David, noch
Salomo.
All diese verklärenden Geschichten sind lediglich Mythen – bewußt von den Nachfahren
kreierte Mythen und Legenden, um sich zum einen im Glanze ihrer Ahnen zu sonnen,
sich selber in die ruhmreiche Ahnenreihe einzureihen und zum anderen mit der
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TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
152
Vergangenheit ihr gegenwärtiges Tun zu rechfertigen und zu legitimieren – historisch
haltbar ist davon nichts.
Die weitere Entwicklung der folgenden einhundert Jahre sei hier nur kurz dargelegt.
Bald schon nach Salomo’s Tod teilte sich das kleine Reich Juda wieder in einen nördlichen
und südlichen Teil auf. Und jetzt vollzog sich wahrscheinlich die religiöse „Ursünde“
des Nordens, indem der abtrünnige König Jerobeam I. an der alten Kultstätte
Bethel einen Altar errichtete, der eine unmittelbare Konkurrenz zum Jerusalemer
Tempel darstellte. Diese vermeintliche Abkehr vom (damals noch gar nicht existierenden)
alleinigen Gott und der wahren Religion „Israels“ sollte in späteren Jahrhunderten
immer wieder als Grund dafür heran gezogen werden, den Norden zu attackieren, ihn
des Verrats am Gott der Juden zu bezichtigen. Wir wissen aber heute, daß ein Monotheismus
mit Jahwe erst viele hundert Jahre später kreiert wurde, hingegen zur Zeit
David’s und Salomo’s in ganz Juda aber tatsächlich viele Götter verehrt wurden (neben
Jehowa/Jahwe, El und Baal u.a. auch der Gott des „israelischen“ Heeres Zebaoth).
Wir befinden uns nun in der Mitte des 9. Jahrhunderts. Im nördlichen Kanaan um die
Städte Megiddo, Dan, Hazor und Samaria hat sich ein großes Gemeinwesen, ein regelrechter
Staat, ein Königreich unter dem Herrscher Omri und seinen Nachfahren, den
sog. Omriden, unter der Bezeichnung Is-Ra-El herausgebildet. Die Omriden waren
jedoch definitiv keine Hebräer, sondern Nachkommen der seit vielen Jahrtausenden in
Kanaan und ganz Vorderasien ansässigen und aus dem Norden stammenden Völkern –
den Atlantern. Die nordische Abstammung wird auch aus ihrer Religion und ihrem
Kult ersichtlich (worüber wir weiter unten mehr erfahren werden) und wird noch eine
bedeutsame Rolle spielen.
Samaria war die mächtige, befestigte und ausgebaute Hauptstadt dieses nördlichen,
nordischen Reiches Is-Ra-El. Die Omriden bildeten eine große Herrscherdynastie und
„… dehnten z.B. die Macht über das moabitische Territorium südlich des Jabbok aus.
Aus ihrer Abhängigkeit konnte sich erst König Mesa zur Zeit des Joram (851-845
v.Chr.; letzter König der Dynastie Omris) befreien (Mesa-Stele, 2.Könige 3). Der Dynastie
Omris folgte von 845-747 v.Chr. die Dynastie Jehus, der durch einen Putsch an
die Macht gekommen war (2.Könige 9-10). Wichtigster König dieser Dynastie war
Jerobeam II. (787-747 v.Chr.), dessen Regierungszeit – politisch gesehen – erfolgreich
gewesen ist (2.Könige 14,2329).“ (BROCKHAUS, 2006)
Und nun kommt es – das südliche „Königreich Juda“ unter den Nachfahren David’s ist
laut Finkelstein und Silberman zu dieser Zeit zum Vasallenstaat des nördlichen Omriden-
Reiches geworden! (Also genau umgekehrt, als es in der Bibel dargestellt wird! –
was übrigens schon an dieser Stelle darauf schließen läßt, wer und mit welcher Intention
diesen Teil der Bibel geschrieben hat!) Sämtliche neueren Erkenntnisse sprechen
dafür, daß es in Kanaan zwei Teilreiche mit zwei unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen
und verschiedener Wirtschaftsweise gab, von denen das dominierende, nördliche
Israel und das südliche Juda hieß. Israel, das Nordreich mit den besten Handelsverbindungen,
fruchtbaren Böden und seinem gemäßigten Klima, war ein wohlhabendes
und blühendes Reich, das Südreich Juda mit seiner felsigen Gebirgsregion und
geringen Bevölkerung dagegen spielte eine untergeordnete Rolle, es war arm und
schwach, seine Wirtschaft konnte den dort lebenden Hebräern gerade ihr Überleben
sichern.
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TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
153
Den meisten Menschen ist bis heute nicht bekannt, daß (wie auch schon Je-ru-sal-em)
selbst der Name Israel eindeutig nordischen Ursprungs ist (Is-Ra-El – Is = typische
nordische Silbe mit mehreren Bedeutungen, u.a. Eis; Ra = Sonnengott; El = oberster
Gott des kanaanäischen Pantheons).
Auffällig ist, daß in der ja erst viel später geschriebenen Bibel die Könige des Nordreichs
(Israel) immer sehr schlecht wegkommen, was ganz klar darauf hindeutet, daß
die Erzählung in der Bibel aus der Sicht des Südreichs Juda verfaßt wurde, d.h. es
wird dabei immer von der Idee ausgegangen, daß Jerusalem die einzige rechtmäßige
heilige Stätte ist. Ganz gleich, was die Könige des Nordreichs tun, sie haben keine
Chance, im Buch der Könige gut beurteilt zu werden. Zum Beispiel betrachtet die Bibel
die o.g. Dynastie Omri’s mit der mächtigen Hauptstadt Samaria als lasterhaft und
abtrünnig und das Herrschaftsgebiet der Omriden als ein kleines abgesplittertes Reich,
wogegen in anderen Quellen von einem gewaltigen Reich mit einem mächtigen König
die Rede ist und Omris Sohn Ahab als bedeutender Herrscher erwähnt wird.
Megiddo war wichtigstes Zentrum für den bedeutsamen Pferdehandel von Ägypten
nach Assyrien geworden und der Bevölkerung des Kleinstaates Juda müssen die geradezu
kosmopolitischen Gesellschaftsverhältnisse des Nordens wie eine fremde Welt
vorgekommen sein. Unter den Omriden wird Jerusalem zu einem wichtigen Verwaltungszentrum
des Südens ausgebaut, wohingegen das südlich davon liegende südkanaanäische
Hochland weiter im Status eines Hirten- und Bauernlandes ohne Schrift
und Kultur verharrt. Am Anfang des 8. Jahrhunderts befand sich Juda also immer noch
auf einem relativ niedrigen Stand der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung. Aus
archäologischer Sicht können wir daher davon ausgehen, daß das erste richtige Königreich
Israel, was man berechtigterweise auch als ein solches bezeichnen kann, im frühen
9. Jahrhundert v.Chr. unter der Herrschaft der Omriden entstand!
Wie die Kultur der Omriden, viele andere archäologische Funde und selbst viele Hinweise
in der Bibel auf eine „heidnische“ Bevölkerung nördlich des Landes Juda belegen,
wurde im Nordreich Israel gewiß kein Jahwe-Kult gepflegt. Wie kam es aber dazu,
daß die Juden in späterer Zeit ehemals nordische Stämme zu den ihren zählten und
es im Alten Testament so erscheinen lassen, als sei Jahwe auch der Gott des heidnischen
bzw. nordischen Israels gewesen? Die Autoren des Alten Testaments schreiben
den beiden Teilreichen zu unrecht einen gemeinsamen Jahwe-Kult zu! – richtig
ist, daß selbst die Hebräer während ihres Aufenthalts in Kanaan bzw. Palästina den
Jahwe-Kult über fast tausend Jahre nahezu gänzlich in Vergessenheit gerieten
ließen, nordische Götter anbeteten sowie nordische Sonnenreligion und Kultur
lebten, wie wir weiter oben schon dargestellt haben.
(Anmerkung: Kurz einmal zurück zu der zuvor erwähnten sogenannten Israel-Stele,
das einzige ägyptische Dokument, das den Namen „Israel“ erwähnt. Der darauf enthaltene
Text des Pharaos Merenptah [1224- 1203 v.Chr.], welcher über einen Feldzug in
Kanaan und die Vernichtung Israels berichtet, meint also nicht ein hebräisch-jüdisches
Volk, sondern das nordischstämmige Ur-Israel. Dieser Feldzug Merenptah’s ist wahrscheinlich
im Zusammenhang mit dem ersten atlantischen Krieg [der Nordsee-Atlanter
gegen Ägypten] zu sehen, da das nordischstämmige Ur-Israel, was ja nur wenige Jahre
später von den Atlantern als Rückzugsgebiet genutzt wurde, anscheinend mit den
Nordmeervölkern [Atlanter] verbündet war.)
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TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
154
Diese Widersprüchlichkeiten in der Geschichte des Judentums lassen sich nur damit
erklären, daß die Autoren der hebräischen Bibel, als sie unter König Josia nach 622
v.Chr. damit begannen, die Geschichte des frühen „Israels“ zu verfassen, dabei eine
religiös motivierte politische Intention verfolgten, die zu einer erheblichen Verzerrung
der tatsächlichen Begebenheiten führte! Hierbei ist das Jahr 622 v.Chr. der Herrschaft
König Josia’s zweifellos ein Schlüsseldatum in der Geschichte Palästinas
und des Judentums.
(Anmerkung: Bei unserer Suche nach den Beweggründen der Verfälschung der tatsächlichen
Geschichte des „Volkes Israel“ sind uns die Erkenntnisse der zuvor schon
genannten Wissenschaftler Israel Finkelstein und Neil A. Silberman sehr hilfreich. Zu
den o.g. Büchern dieser beiden Autoren gibt es auch eine hervorragende vierteilige
Videodokumentation von hohem geschichtlichen Erkenntniswert, Die Enthüllung der
Bibel, die der Fernsehsender ARTE Ende Dezember 2006 erstmals ausgestrahlt hat –
diese Dokumentation möchten wir hiermit ausdrücklich empfehlen.)
Was geschah weiter in Kanaan, was wurde aus dem Reich Israel und seinem Vasallenstaat
Juda unter den Omriden-Nachfolgern? Das Blatt der Geschichte wendet sich. Als
im 8. Jahrhundert v.Chr. die Assyrer das Nordreich Israel bedrängen und um 722
v.Chr. unter dem grausamen Sargon II. auch das Kernland des Omriden-Reiches mit
der Hauptstadt Samaria fällt und unter dem neuen Namen Samerina als assyrische
Provinz annektiert wird, flüchtet ein Großteil der Bevölkerung Israels (ca. 75%) in das
südliche Juda (das sich schon zuvor für eine Existenz als Vasallenstaat Assyriens entschieden
hatte und somit verschont blieb), um der drohenden Deportation zu entgehen.
Fortan trägt Juda das Erbe Israels und repräsentiert die übriggebliebene israelitische
Nation.
Durch den Flüchtlingsstrom aus dem Norden wächst die Bevölkerungszahl in Juda
beträchtlich an. Innerhalb von ca. 25-40 Jahren vergrößert sich Jerusalem flächenmäßig
um das zehnfache. Unter König Hiskia wandelt sich die Kleinstadt Jerusalem von
6 ha zu einer 60 ha großen Stadt mit einem großen Schutzwall. Die Metropole mit einem
großen Schutzwall und die Bevölkerungszahl schoß im gleichen Zeitraum von
1.000 auf über 12.000. Die Stadt scheint sich dann, nach Sargon’s Tod, auf eine Auseinandersetzung
mit dem assyrischen Reich vorbereitet zu haben, denn Hiskia läßt
auch um die neuen Stadtteile Jerusalems starke Befestigungsmauern errichten. Als
letztes „selbständiges“ Königreich westlich des Jordans nutzt Juda seine wirtschaftlichen
Möglichkeiten als Vasallenstaat der Assyrer. Im Zuge dieses wirtschaftlichen
Aufschwungs entsteht eine neue Form der öffentlichen Kommunikation: Juda entdeckt
das geschriebene Wort. Die Kultur blüht auf und es kommt unter Hiskia zu großen
Bauprojekten, wie z.B. dem Siloa-Tunnel, der für die autonome Wasserversorgung des
gewachsenen Jerusalems zentrale Bedeutung erlangt. Solche technischen Meisterleistungen
waren durch die Zuwanderer und ihr Wissen aus dem Norden nun möglich
geworden.
Gleichzeitig waren mit den israelischen Zuwanderern aber auch vermehrt nordischer
Kult und nordische Religion nach Juda gekommen (Man würde heute vielleicht von
Multi-Kulti sprechen). Finkelstein/Silberman schreiben hierzu: „Diese Menschen blieben
den kultischen Traditionen ihrer Heimat verbunden und hielten an den alten Kultstätten
des Nordens fest, deren wichtigste der Tempel von Bethel inmitten ihrer StamREICHSBRIEF
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mesdörfer lag. Für die Behörden Judas bedeutete dies eine ernste religiöse Herausforderung.
Offenbar war die Lösung des Problems ein Verbot aller Heiligtümer – der
Kultstätten des ländlichen Juda ebenso wie des Tempels in Bethel – bis auf den königlichen
Tempel in Jerusalem. Mit anderen Worten: Hinter Hiskia’s kultischer >Reform<
steckte kein puritanisch-religiöser Eifer, sondern innenpolitische Notwendigkeit.
Die Kultreform war ein wichtiger Schritt zu einer neuen Identität Judas…“ (David
und Salomo S. 128)
Hiskia beabsichtigte also eine Stärkung der einigenden Elemente des Staates. Es ging
ihm um die Zentralautorität des Königs und der Führungsschicht in der Hauptstadt
Jerusalem und im gleichen Zuge auch um eine Schwächung der alten, regionalen, auf
den Klans basierenden ländlichen Führungsstrukturen. Die auch in ihrer Religion unterschiedlichen
Bevölkerungsgruppen Judas sollten mit radikalen Mitteln geeint werden,
wodurch Hiskia in der hebräischen Bibel als einer der gerechtesten Könige Judas
dargestellt wird, der „tat, was dem Herrn wohl gefiel, ganz wie sein Vater David“ (2.
Kön. 18,3): „Er entfernte die Höhen und zerbrach die Steinmale und hieb das Bild der
Aschera um und zerschlug die eherne Schlange, die Mose gemacht hatte. Denn bis zu
dieser Zeit hatte ihr Israel geräuchert und man nannte sie Nehuschtan. Er vertraute
dem HERRN, dem Gott Israels, sodaß unter allen Königen von Juda seinesgleichen
nach ihm nicht war noch vor ihm gewesen ist.“ (2. Kön. 18,4)
Finkelstein und Silberman erkennen die besondere Situation in der sich Jerusalem unter
Hiskia befindet: „Im Vergleich mit den großen Städten des Nordens war Jerusalem
zwar immer noch eine Kleinstadt gewesen. Doch jetzt war es dazu bestimmt, zum Mittelpunkt
des gesamten Volkes Israel zu werden. Diese schlagartige Erkenntnis der historischen
Bedeutung Jerusalems war ursächlich für die Kompilation einer offiziellen
davidischen Dynastie. … Die Abfassung einer nationalen Geschichte war ein wichtiges
Instrument.“ (David und Salomo S. 129)
Und jetzt verstehen wir auch, warum die geschichtlich eigentlich unterschiedlichen
Erzählstränge des Nordens (Saul, Omri) und des Südens (David, Salomo) hier und zu
dieser Zeit, um das Jahr 700 v.Chr., zu einem großen Epos zusammengewebt werden
mußten: „Unter Hiskia, als mindestens die Hälfte der Bewohner Judas Israeliten waren,
konnte Juda die geschichtlichen Überlieferungen des Nordreichs nicht mehr einfach
ignorieren oder sogar zu tilgen versuchen. Um das Königreich zu einen, mußte
man diesen Traditionen Rechnung tragen. Man mußte sie in eine offizielle Geschichte
einbinden, um den ideologischen Druck zu verringern und den umfassenden Herrschaftsanspruch
der Könige von Juda zu legitimieren.“ (David und Salomo S. 130)
Assyrien war nach Sargon’s Tod durch verschiedene Unruhen und Aufstände für eine
Weile geschwächt, was bei Hiskia den verwegenen Plan entstehen ließ, das Nordreich
Israel nun für Juda zu erobern. Doch Hiskia, wie auch die Philister, die die Gunst der
Stunde ebenfalls für sich nutzen wollten, hatten Assyrien falsch eingeschätzt. Im Jahr
701 v.Chr. Unterwarf Sanherib, ein Sohn des assyrischen Königs Sargon II., auch Juda,
ließ Hiskia als gedemütigten König aber am Leben und im Amt. Der Preis für sein
Überleben war allerdings hoch. Der Bibel zufolge mußte er dem assyrischen König
einen enormen Tribut bezahlen.
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Karten aus dem Land der Bibel von David bis Josia
(aus: Finkelstein/Silberman David und Salomo, 2006)
Stammesfürstentum von Saul und Isch
(ca.10.Jh. v.Chr.)
Juda und die nördl. assyrischen
Provinzen
im späten 8. Jh. v.Chr.
Juda zur Zeit König Josias
(ca. 620 v.Chr.)
Israel und Juda im 9. Jh. v.Chr.
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Juda lag am Boden. „Mit seinem Feldzug und seinen Tributforderungen zerstörte Sanherib
das wirtschaftliche System, das Ahas und Hiskia in den Jahren zuvor aufgebaut
hatten. Das nunmehr geschrumpfte Staatsgebiet Judas war entvölkert, Assyrien unterworfen
und mit verheerenden Schulden belastet. Das davidische Königtum jedoch hatte
überlebt, und Jerusalem war unzerstört.“ (Finkelstein/Silberman in David und Salomo
S. 135)
Juda war zwar als Staat belassen worden, doch wie zuvor schon das erste Königreich
lediglich ein Vasallenstaat des omridischen Israels gewesen war, so war nun auch dieser
2. Staat Juda ein absoluter Vasall Assyriens.
Es war Hiskia’s Sohn Manasse, der Juda wieder lebensfähig machen und aufbauen
mußte. Da ihm nach der desaströsen Niederlage seines Vaters gegen die Assyrer nur
noch das karge, südliche Juda, das Hochland südlich von Jerusalem, zur Verfügung
stand, war dies keine leichte Aufgabe. Es blieb ihm keine andere Wahl, als überregionale
Kontakte zu knüpfen, sehr weise zu regieren und dabei jede nur erdenkliche Ressource
auszunutzen, die sich ihm anbot. Er nutzte nun auch ökonomisch schwieriges
Terrain und sämtliche Randgebiete seines kleinen Staates zum Anbau von Getreide.
Da dies aber immer noch nicht zum Überleben Judas ausgereicht hätte, mußte er auch
neue Einnahmequellen finden, er baute weitgreifende Handelskontakte auch zu den
arabischen Staaten auf und ging dabei sehr umsichtig und diplomatisch vor.
In diesen Zeiten konnte er es sich nicht leisten, irgendjemand vor den Kopf zu stoßen,
und so breitete sich automatisch eine recht große allgemeine Toleranzmentalität im
Reich aus. Selbst die alten Götter, die noch sein Vater so heftig bekämpft hatte, durften
wieder verehrt werden. Auch jetzt spielen die alten Geschichten des glorreichen
Nordens wieder eine wichtige Rolle: „Die Verschmelzung von israelitischen Überlieferungen
aus dem Nordreich mit dem Prestige der davidischen Dynastie diente somit
auch dazu, die aristokratische Kultur und die Handelsinteressen König Manasse’s zu
legitimieren, der die Teilhabe Judas an der assyrischen Weltwirtschaft propagierte.“
(Finkelstein/Silberman in David und Salomo S. 158)
Nach einer sehr langen Regierungszeit von über 50 Jahren bis Mitte des 7. Jahrhunderts
war es ihm dann gelungen, den Kleinstaat Juda fest zwischen den ihn umgebenden
Großreichen zu positionieren und wirtschaftlich wieder auf die Beine zu stellen.
Wenn wir uns die Person Manasse, seine Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik und
seine umsichtige, diplomatische Vorgehensweise anschauen, dann bleibt uns die auffallende
Ähnlichkeit mit dem Bild vom weisen Salomo nicht verborgen. Hier finden
wir das schon bekannte Muster wieder, wo historische Personenbeschreibungen angelegt
werden um aktuelle Politakteure in deren glorreichen Kontext zu stellen. Wenn
wir also nach einer geschichtlichen Figur suchen, auf deren Basis der mythische Salomo
entwickelt wurde, dann ist dies nach Finkelstein und Silberman sehr wahrscheinlich
dieser König Manasse.
Doch Manasse’s aus der Not geborene liberale Politik erzeugte zum einen viel Neid,
zum anderen stand sie natürlich einer notwendigen Identitätsfindung Judas diametral
gegenüber, denn „die weitreichenden kulturellen Beziehungen des Königreichs hatten
zur Folge, daß altehrwürdige Traditionen, Sitten und Gebräuche aufgegeben wurden –
nicht nur im religiösen, sondern auch im gesellschaftlichen und ökonomischen BeREICHSBRIEF
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reich. Diejenigen, die Manasse’s Vater Hiskia bei der Zentralisierung des Kults und
seiner nationalistischen Revolte gegen Assyrien unterstützt hatten, müssen von Manasses
Politik entsetzt gewesen sein.“ (Finkelstein/Silberman in David und Salomo S.
160)
So war es nur eine Frage der Zeit, wann Amon, der nach dem Tod seines Vaters Manasse
im Jahr 642 v.Chr. den Thron bestieg, aus dem Weg geräumt werden würde.
Wieder spielen außenpolitische Veränderungen eine bedeutendes Rolle für die inneren
Verhältnisse des Kleinstaates Juda, denn als die Assyrer wieder einmal mit internen
Problemen zukämpfen haben, ziehen sie sich um 630 v.Chr. aus dem östlichen Mittelmeerraum
zurück. Die Schwächung der Assyrer läßt in Juda neuerlich den Traum
aufkommen, das Gebiet des ehemaligen Israels zu erobern. So plant König Josia, der
von den gleichen oppositionellen Kräften als Achtjähriger auf den Thron gebracht
worden war, welche im selben Zug seinen Vorgänger Amon beseitigt hatten, ein Jahrhundert
nach dem Fall Israels die „Rück“-Eroberung der nördlichen Gebiete, in
der Absicht, ein großes Reich mit einem einzigen Gott unter Kontrolle Juda zu
schaffen und in diesem Zuge die Erfolge der Könige des Nordreichs für sich und
den Ruhm Israels für Juda zu beanspruchen.
Josia’s politisches Ziel entspricht damit genau dem des zwei Generationen zuvor herrschenden
Hiskias, dessen Amtszeit so verheerend für Juda geendet hatte. Doch Josia
hat aus der Geschichte gelernt. Er weiß inzwischen, daß man nur mit Verboten und
Verordnungen kein Volk auf Dauer regieren und unter Kontrolle halten kann – schon
gar nicht ein solches multkulti und laissefaire geführtes Volk, wie es Manasse bzw.
Amon ihm hinterlassen hatten. Nicht mehr weltliche Anordnungen sollen ausreichen,
sondern göttliche Gesetze müssen her. Und da sich mittlerweile auch die Alphabetisierung
im Volk verbreitet hat, ist ein Gesetz in schriftlicher Form das beste. Josia geht
etappenweise vor.
In einem ersten Schritt „entdeckt“ er bei Ausbesserungsarbeiten am Tempel ein Gesetzesbuch,
das Mose zugeschrieben wird und stellt die gesamte Bevölkerung unter den
Gehorsam der Gesetze. Ob es sich tatsächlich um die „Entdeckung“ eines Buches,
oder um die Inszenierung eines von langer Hand vorbereiteten Plans handelt, weiß
heute niemand zu sagen. Es ist aber sehr wahrscheinlich, daß das „gefundene
Buch“, von machtpolitischer Motivation geleitet, von hebräischen Priestern und
Schriftgelehrten unter Josia erst neu geschrieben wurde. Ohne auf die geschichtliche
Fundiertheit dieses Ereignisses einzugehen, wird heute davon ausgegangen, daß es
sich bei diesem Buch um das fünfte Buch des Alten Testaments, das sogenannte Deuteronomium
handelt. Einer der wichtigsten Gedanken im Deuteronomium ist die Idee
der Zentralisierung des Kultes. Danach darf das gesamte Volk Israel nur einem einzigen
Gott dienen und auch nur an einem einzigen Ort. Somit ist dieses Buch eine ideale
Grundlage dafür, den Jahwe-Kult wieder zu etablieren und eine geeinte Nation zu
schaffen, die einen Gott in einem einzigen Tempel verehrt.
In einem zweiten Schritt beseitigt Josia alle anderen Kulte, indem er jegliche Anbetung
anderer Götter sowie alle Orte der „Götzenverehrung“ verbietet und – wie schon
Hiskia – den Tempel in Jerusalem zum einzig rechtmäßigen Ort der Verehrung Gottes
erklärt. An dieser Stelle spielt auch wieder die – von uns bereits oben erwähnte – von
Jerobeam I. errichte Kultstätte in Bethel eine wichtige Rolle. Finkelstein und SilberREICHSBRIEF
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160
man schreiben dazu folgendes: „Die Zerstörung der Kultstätte in Bethel und die Wiederherstellung
des wahren Glaubens des Jerusalemer Tempels an diesem Ort der
Schändung war der erste Schritt von großer Symbolkraft, um den Jahrhunderten des
Glaubensabfalls des Nordreiches ein Ende zu setzen und das große, unter Gottes
Schutz stehende Königreich wiederherzustellen.“ (David und Salomo S. 179)
In einem dritten Schritt geht es schließlich darum, eine gemeinsame Geschichte zu
erschaffen, in der die Traditionen aus dem Norden und aus dem Süden noch stärker,
als es bereits bei Hiskia der Fall gewesen war, zusammengeführt werden. Die Archäologen
Finkelstein und Silberman sehen Belege für die Reformen Josia’s und die Zentralisierung
des Kultes in Jerusalem darin, daß es im Juda des 8. Jahrhunderts Tempel
an verschiedenen Orten gab, dagegen jedoch im 7. Jh. all diese Tempel verschwunden
waren und nur einer übrig blieb, der von Jerusalem. Legitimiert durch ein gemeinsames
Gesetz und eine gemeinsame Geschichte kann Josia die Hebräer für sein ehrgeiziges
Vorhaben gewinnen und mit einem großen Blutvergießen den Sonnen- und Säulenkult
in Juda und Israel auslöschen. In Israel gelang ihm dies nicht vollständig, weil
er es nicht schaffte, das ganze Nordreich zu erobern, bevor er gewaltsam gestoppt
wurde. Die durch Gesetze geeinte jüdische Gesellschaft und damit den Judaismus,
gibt es somit in der uns heute bekannten Form erst ab Josia! König Josia wird in
den hebräischen Schriften wie ein neuer David, sowohl als Befreier als auch als
Gesetzgeber dargestellt.
Finkelstein und Silberman ziehen zu Josia folgendes Resümee: „Während der schicksalhaften
Königszeit Josias (Anmerkung: Was übrigens „Jahwe möge heilen“ bedeutet;
vgl. BROCKHAUS 2006) erfuhr die davidische Dynastie eine dramatische Umwertung
die religionsgeschichtlich von enormer Folgewirkung war. Aus einer Sammlung
dynastischer Legenden wurde die Programmatik einer messianischen Erwartung
formuliert, die das unabhängige, kleine eisenzeitliche Königreich überdauern und zur
Grundlage des jüdischen und christlichen Glaubens werden sollte.“ (David und Salomo
S. 165)
(Anmerkung: Wir sehen im Kapitel über Paulus, daß es gerade dieser $$war, dem es in
raffinierter Weise später gelang, die davidische Dynastielinie auf Jesus den Galiläer zu
übertragen und somit schon im Ursprung das Christentum mit der Geschichte des
Judentums zu verknüpfen.)
Nach I. Finkelstein und N.A. Silberman ist in diesem Kontext auch die Erzählung im
Buch Josua über die gewaltsame Eroberung des Landes Kanaan nach dem Exodus der
Hebräer aus Ägypten einzuordnen, denn die Eroberung Josuas bezeichnet die Gebiete,
die Josia zu erobern beabsichtigte. Nach Erkenntnissen dieser beiden Wissenschaftler
gibt es nicht einen einzigen archäologischen Beleg für eine Eroberung Kanaans in der
Zeit nach dem Exodus, außerdem waren viele der im Buch Josua erwähnten Orte Kanaans
zu dieser Zeit noch gar nicht besiedelt – auch Jericho existierte zu dieser Zeit
noch nicht! Daß die im Buch Josua beschriebene Eroberung des Landes Kanaan nicht
in der Zeit nach dem Exodus, weder im 16. Jh. noch im 13. Jh. stattgefunden haben
kann, entspricht ebenfalls unseren Erkenntnissen.
Finkelstein und Silberman gehen davon aus, daß das Buch Josua nicht von historischen
Ereignissen berichtet, sondern daß es sich dabei um eine mythische Erzählung
handelt, die ein noch zu erlangendes Ideal beschreibt, womit die Verfasser dieser bibliREICHSBRIEF
NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
161
schen Saga Josia als einen neuen David darstellen wollten. Doch in diesem Punkt sind
wir etwas anderer Auffassung. Denn da die Sonnen- und Säulenreligion und alle
nordische Kultur nach König Josia in ganz Palästina nahezu ausgelöscht waren,
ist davon auszugehen, daß die bestialischen Abschlachtungen und die Ausrottung
der Philister und anderer nordischer Stämme (Kanaaniter), die im Buch Josua
beschrieben werden, tatsächlich von den Hebräern allerdings erst unter Josia in
der dort beschriebenen Form getätigt wurden. Die Geschichte des Exodus und der
Eroberung des Landes Kanaan, so wie sie allgemein bekannt ist, wurde erst nach Josia’s
Untergang in der babylonischen Gefangenschaft im 6. Jh. zusammengeschrieben
und dann dort in völlig verdrehter und verfälschter Form dargestellt.
Ägypten, das inzwischen über eine hochgerüstete Söldnerarmee aus griechischen Soldaten
verfügt, bekommt allerdings mit, was da unter Josia’s Expansionsbestrebungen
in Kanaan geschieht und die Krise verstärkt sich. Genau diese Situation stellt wahrscheinlich
auch den Kontext zur bekannten „David gegen Goliath Geschichte“ dar. So
schreiben Finkelstein und Silberman: „Der Kampf zwischen David und Goliath – letzter
gerüstet wie ein griechischer Hoblit in ägyptischem Sold, der die Interessen und
die Macht Ägyptens verteidigte – symbolisierte die wachsende Spannung zwischen
Juda und dem Ägypten der 26. Dynastie. Für die Judäer jener Zeit, die sich von der
Präsenz der griechischen Söldner bedroht fühlten, war die Botschaft der Geschichte
klar und deutlich: Josia, der neue David, würde die griechischen Elitesoldaten der
ägyptischen Armee besiegen, so wie sein berühmter Vorfahr den mächtigen, scheinbar
unbesiegbaren Goliath zu Fall gebracht hatte, indem er ,im Namen des HERRN Zebaoth
[kämpfte], des Gottes des Heeres Israel‘ (1Sam 17,45).“ (David und Salomo S.
177)
Doch König Josia war mit seiner kleinen Streitmacht dieser Situation nicht gewachsen,
sein Traum von einem Großreich Juda/Israel, das erstmals beide Reiche vereinigt
hätte, erfüllte sich nicht. Bevor er seinen Plan zu Ende führen konnte, wurde er von
Pharao Necho II. getötet, der das Widererstarken Judas im Keim ersticken und die
Machtstellung des ägyptischen Reiches festigen und ausweiten wollte und daher mit
seinen (Söldner-)Truppen nach Kanaan vorgestoßen war.
Der letzte und in der Geschichte wahrscheinlich einzige jemals souverän existierende
Staat Juda, wie es ihn für 13 Jahre unter König Josia kurz gegeben hat, war untergegangen.
(Anmerkung: Der Staat zur Zeit der Makkabäer im 2. und 1. Jh. war dann
schon ein jüdischer Staat, der seit der Perserzeit nach dem babylonischen Exil den
Namen Israel für sich übernommen hatte.)
Abschließend zu diesem wichtigen Kapitel aus der jüdischen Geschichte möchten wir
noch einmal Israel Finkelstein und Neil A. Silberman zu Wort kommen lassen, die als
israelische Wissenschaftler die geschichtliche Bedeutung dieser Ereignisse mit einer
beeindruckenden Klarheit und Offenheit beschreiben: „Josia, der neue David, war mit
so vielen Hoffnungen bedacht worden, seine Anhänger waren sich des von Gott verheißenen
Sieges so sicher gewesen, daß sein Tod durch die Hand des Pharaos zu einem
nationalen Trauma wurde, das niemals heilen sollte. Selbst der Name des Ortes
seiner Ermordung – Megiddo – blieb unvergessen. Har Megiddo (,der Hügel von Megiddo‘),
Jahrhunderte später aus dem hebräischen als ,Armageddon‘ ins Griechische
übersetzt, gilt seither als mythischer Ort, an dem die Mächte des Guten und des Bösen
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
162
DAS ABSCHLACHTEN DER AMALEKITER DURCH DIE JUDEN
HAT ERST NACH 622 v.Chr. STATTGEFUNDEN!
Laut der hebräischen Bibel befahl der jüdische Gott Jehova (Jahwe) bei der Eroberung
des Landes Kanaan dem hebräischen Heer, das Zehntausende zählte, einen Völkermord
der sieben Jahre andauern und alle Städte entvölkern sollte, um die Hebräer in
Kanaan ansiedeln zu können. Wie die neuere Geschichtsforschung eindeutig belegt,
hat es aber in der Zeit nach dem Exodus keinerlei Eroberungen durch die Juden gegeben,
diese fanden erst nach 622 v.Chr. unter König Josia statt: „… So eroberten sie
die Stadt und vollstreckten den Bann an allem, was in der Stadt war, mit der Schärfe
des Schwerts, an Mann und Weib, jung und alt, Rindern, Schafen und Eseln“ (Josua
6,20-21). Als das vollbracht war: „Aber die Stadt verbrannten sie mit Feuer und
alles, was darin war. Nur das Silber und Gold und die kupfernen und eisernen Geräte
taten sie zum Schatz in das Haus des Herrn“ (Josua 6,24). Das nächste Ziel war
Ai, eine Stadt mit 12.000 Einwohnern. Alle Bewohner von Ai wurden erschlagen, und
die Stadt wurde bis auf den Grund niedergebrannt. Diese Greueltaten wiederholten
sich in jeder Stadt:
„So schlug Josua das ganze Land auf dem Gebirge und im Süden und im Hügelland
und an den Abhängen mit allen seinen Königen und ließ niemand übrig und
vollstreckte den Bann an allem, was Odem hatte, wie der Herr, der Gott Israels, geboten
hatte“ (Josua 10,40). Der Völkermord wurde damit gerechtfertigt, daß alle Opfer
böse seien. Der Bibel zufolge war das eigentliche Verbrechen der Ungehorsam der
Einwohner dieses Gebietes.
„Denn der Herr dein Gott wird dich segnen, wie er es dir verheißen hat; so wirst du
vielen Völkern leihen, und du wirst von niemandem borgen; du wirst über viele Völker
herrschen, und über dich wird niemand herrschen.“ (5. Moses 15,6)
„Aber in den Städten, die dir Jahwe, dein Gott, zum Erbe geben wird, sollst du
nichts leben lassen, das Odem hat.“ (5. Moses 20,16) „Jahwe, dein Gott, wird selber
vor dir hergehen. Er selber wird diese Völker vor dir her vertilgen, damit du ihr
Land einnehmen kannst.“ (5. Moses 31,3)
„Denn ein Feuer ist entbrannt durch meinen Zorn …“ (5. Moses 32,22) „So zieh
nun hin und schlag Amalek und vollstrecke den Bann an ihm und an allem, was er
hat; verschone sie nicht, sondern töte Mann und Frau, Kinder und Säuglinge, Rinder
und Schafe, Kamele und Esel.“ (1. Samuel 15,3)
„Denn Jahwe ist zornig über alle Heiden (Nichtjuden) und ergrimmt über alle ihre
Scharen. Er wird an ihnen den Bann vollstrecken und sie zur Schlachtung dahingeben.“
(Jesaia 34,2); „Und ihre Erschlagenen werden hingeworfen werden, daß der
Gestank von ihren Leichnamen aufsteigen wird und die Berge von ihrem Blut fließen.“
(Jesaia 34,3); „Verflucht sei, wer sein Schwert aufhält, daß es nicht Blut vergieße.“
(Jeremia 48,10)
Zitate dieser Qualität lassen sich aus den heiligen Schriften der Juden ohne Ende zitieren.
In diesen Schriften findet man überall nur triefendes Blut und Leichengestank,
Intriganzien und primitivste Rachegelüste, hervorgebracht und getrieben von niedersten
Haß- und Neidgefühlen gegen alles Höhergeistige in der Welt.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
163
eines Tages gegeneinander kämpfen und das Schicksal der Welt entscheiden werden.
Ein gerechter König aus davidischer Linie würde eines Tages an den Ort zurückkehren,
an dem der letzte gerechte davidische König sein Leben ließ. Josia’s Tod im Jahre
609 v.Chr. Bedeutet somit die Geburtsstunde der jüdischchristlichen Eschatologie und
des davidischen Messianismus.“ (David und Salomo S. 184)
Kurze Zeit später betrat mit Babylon eine neue Großmacht die politische Bühne Vorderasiens
und drängte nach Palästina. Im Jahr 597 v. Chr., zerstörten die Babylonier
ein erstes Mal das Reich Juda/Israel. 587 v.Chr. rückte Nebukadnezar II. auf Jerusalem
vor, der „Jahwe“-Tempel wurde niedergebrannt und die gesamte Stadt dem Erdboden
gleichgemacht. Juda wurde von der Landkarte getilgt. Ein Großteil der ländlichen Bevölkerung
lebte weiter in Juda unter Herrschaft der Babylonier, ein anderer Teil der
Juden, darunter die führende Oberschicht, wurde nach Babylonien deportiert.
Um in der extremen Krisensituation des Exils fern der Heimat, ohne Tempel, König
und ohne Land überleben zu können, mußte eine idealisierte Form der Identität gefunden
werden. Und so haben sich die hebräischen Schriftgelehrten und Priester daran
gemacht, eine notwendige, das Durchhaltevermögen stärkende nationalreligiöse Identität
zu erschaffen. In der Fremde trat anstelle des Tempels die Synagoge, anstelle des
Königs die Figur des Moses, und die Thora wurde zum Symbol der Einheit und einer
Art tragbaren Heimat er Juden. Erst in der babylonischen Gefangenschaft wurde so,
inspiriert von der Reformidee Josia’s, durch ständiges Sehnen und Schreiben die jüdische
Identität erfunden, welche bis heute die Juden zusammenhält.
Im Land zwischen Euphrat und Tigris, haben jüdische Schriftgelehrte und Priester aus
den alten hebräischen Überlieferungen die Geschichte bzw. das Märchen vom „Volk
Israels“ und der Jahwe-Religion nach ihren Vorstellungen und Interessen zusammengeschrieben.
Wer die wahren Hintergründe des Judentums heute wirklich durchschauen
will, muß in erster Linie die politische Intention verstehen, dem die Bibel entspringt.
Welche Anteile der mosaisch-jahwistischen Gesetzesreligion im Detail schon vor Josia
bestanden und welche ab 622 v.Chr. Hinzugefügt wurden, kann im Rahmen dieser
Schrift nicht abschließend geklärt werden, das wird die Religionsforschung in Zukunft
noch zu erforschen haben. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist jedoch
davon auszugehen, daß die fünf Moses-Bücher keineswegs, wie ihre Stellung am Anfang
des Alten Testaments suggeriert, die ältesten Texte der Bibel sind, sondern daß
sie erst in der Zeit Josia’s bzw. der babylonischen Gefangenschaft entstanden sind. In
den tausend Jahren zuvor war Jahwe für die Hebräer ein wesentlich unbedeutenderer
Gott, einer von vielen, der erst wieder durch Josia aus der Vergessenheit gehoben und
mit machtpolitischer Intention etabliert wurde.
Die mosaisch-jahwistische Gesetzesreligion mit ihrem Auserwähltheits-Anspruch und
der Verschwörung gegen die Völker, wie man sie heute kennt, gibt es in Israel also
erst ab ca. 600 v.Chr., nachdem der nordische Sonnen- und Säulenkult gewaltsam ausgerottet
worden war. Ohnehin ist es ja merkwürdig, daß die absolute Zentralfigur des
Judentums außerhalb der ihr zugeschriebenen Bücher in der Bibel kaum vorkommt.
Von den sechzehn Propheten in der hebräischen Bibel kennen ihn nur vier (Jeremia,
Daniel, Micha, Maleachi), und auch die erwähnen den Moses nur ganz am Rande.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
164
Auch in außerbiblischen Texten taucht Moses erst sehr spät auf, erst nach 300 v.Chr.
künden griechische und römische Autoren von seinem angeblichen Leben und Wirken.
Ganz gelang es den Anhängern des Jahwe-Kults jedoch nicht, den Sonnen- und Säulenkult
in Israel auszulöschen. Aus dem – wie bereits oben beschrieben wurde –, was
einige wenige hebräische Gelehrte davon im geheimen bewahrten, wurde später die
sogenannte Kabbala, in deren Mittelpunkt das Sefirothsystem steht, d.h. der nordische
Weltenbaum mit seinen Säulenprinzipien. Aber auch das offizielle Judentum hat verschiedene
nordische Weistumsinhalte und Symbole aus der nordischen Säulenreligion
übernommen, dazu gehören (neben den schon zuvor genannten kulturellen Errungenschaften,
welche die Hebräer schon früh von den Kanaanäern und den nordischen Seevölkern
übernommen hatten) z.B. die Metapher vom Stab, der zur Schlange wird, Teile
der Schöpfungsgeschichte (Genesis), die Menora (der siebenarmige Leuchter, ein
Symbol des Lebensbaums und der Lichtverehrung) und das Salomonische Siegel
(Symbol der Durchdringung und der Ausgewogenheit von männlichem und weiblichem
Prinzip), das auch als Davidsstern bezeichnet wird.
Wie Kenner der Geschichte des Judentums wissen, hatten die Juden von Anbeginn
große Probleme mit ihrer Identitätsfindung, was nicht nur in ihrer langwierigen Zerstrittenheit
bei der Suche nach dem wahren hebräischen bzw. jüdischen Gott begründet
liegt. Die ganze Geschichte des Judentums ist eine einzige Ansammlung von ungelösten
Identitätskrisen, die im Kern aus einem völkischen und kulturellen Minderwertigkeitskomplex
resultieren, den die Juden später mit Hilfe ihrer mosaischen Auserwähltheits-
Religion zu überspielen versuchten. Auch die Zeit von 200 vor bis 100
n.Chr. war in Palästina und der jüdischen Mittelmeer-Diaspora eine Periode religiöser
Gärung im Judentum, wo die Juden untereinander und mit dem Hellenismus sowie
später mit verschiedenen Christengruppierungen im theologischen Clinch lagen.
Da jüdische Identität ein immanentes Dasein Gottes und somit eine wahrhaftige innere
spirituelle Selbstanerkennung nicht kennt, sind die Juden unbedingt (um jeden Preis)
auf Anerkennung von außen angewiesen. Das permanente Minderwertigkeitsgefühl
der Juden hat dazu geführt, daß sie sich ständig selbst und auch allen anderen Menschen
etwas vormachen (vorgaukeln) mußten und heute noch müssen, um von der
Welt anerkannt zu werden. Aus diesem Beweggrund heraus haben die Juden die Märchen
über ihre angeblich so ruhmvolle Vergangenheit, die „Auserwähltheit“ und das
ach so schwere Leid ihres Volkes in die Welt gesetzt. Dabei haben sie es sehr geschickt
verstanden, sich anderen Völkern immer wieder als Opfer zu präsentierten und
auf das Prinzip des Mitleids zu setzen, womit sie es schließlich geschafft haben, die
gesamte Welt von dem Leid abzulenken, was sie den Völkern angetan haben und diese
in einem philo-jüdischen Betroffenheitswahn gefangen zu halten.
Den bis 587 v.Chr. (Verschleppung durch Nebukadnezar) schon stark vermischten
Hebräern ist es seit der babylonischen Gefangenschaft im Unterschied zu anderen
Völkern zweifellos gelungen, ihre kulturelle Identität bruchlos und umfassend zu bewahren.
Auch haben sich die Hebräerjuden ab dieser Zeit bemüht, ihre „rassische
Reinheit“ zu bewahren. Doch ganz abgesehen von der in der Bibel erwähnten Vermischung
mit den Ägyptern vor dem Exodus, sowie der Vermischung mit der nordischstämmigen
Urbevölkerung seit ihrem Erscheinen im Land Kanaan, haben sich
die hebräischstämmigen Juden auch in der Folgezeit mit dem in Palästina ansässigen
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
165
Vielvölkergemisch noch weiter vermischt, wozu nicht zuletzt die vielen Glaubenskrisen
und religiösen Abspaltungen vor allem zur Zeit der römischen Besatzung beigetragen
haben.
Bezüglich der von den Juden so oft betonten „rassischen Reinheit“ gilt es weiter zu
bedenken, daß sich die hebräischstämmigen Juden auch während ihres Aufenthalts in
Europa über einen langen Zeitraum mit Menschen verschiedener europäischer und vor
allem nordischer Völker vermischt haben, womit bei sogenannten sephardischen, also
angeblich hebräischstämmigen Juden das so unterschiedliche, in vielen Fällen europäisch
und zum Teil auch dem Nordischen ähnliche Aussehen zu erklären ist. Selbst in
der Führungselite der Nationalsozialisten sind die hebräischstämmigen Leute mit vormals
jüdischem Familienhintergrund kaum aufgefallen. (Anmerkung: Das Thema
„Abstammung“ bzw. „Vererbung von Charaktermerkmalen“ werden wir weiter hinten
noch vertiefen).
Zweifellos gibt es heute noch einige weniger vermischte hebräischstämmige Juden,
denen man ihre ethnische Herkunft noch deutlich ansehen kann, doch machen diese
selbst unter den sogenannten Sepharden (angeblich hebräischstämmige Juden) nur
noch einen relativ kleinen Prozentsatz aus.
Und da es eine Tatsache ist, daß sich die Gesamtheit der Juden nur zu weniger als 5%
aus Menschen sogenannter hebräischer Abstammung (Sepharden, Sephardim) und zu
ca. 95% aus Ashkenazim khasarischer Abstammung (Khasaren = Turkvolk aus dem
Gebiet nördlich des Kaukasus) zusammensetzt, die erst Mitte des 9. Jahrhunderts
n.Chr. das Judentum als Religion übernommen haben, ist es vollkommen abwegig,
falsch und nur irreführend, die Juden als ein Volk oder gar als eine Rasse zu identifizieren.
Es ist also völlig unsinnig, von der „rassischen Reinheit des jüdischen Volkes“
zu sprechen. Die Bezeichnung „Juden“ steht allein für eine pseudoreligiöse, menschen-
und völkerverachtende Weltanschauung bzw. Geisteshaltung.
In diesem Zusammenhang ist weiter zu berücksichtigen, daß von der Gesamtzahl der
sogenannten Juden tatsächlich nur 10% mosaisch-gläubige, also religiöse Juden sind!
– 90% der als Juden bezeichneten Menschen haben mit der völkerverachtenden Primitiv-
Religion des Judentums so gut wie nichts am Hut, sondern vertreten größtenteils
eine nihilistische, materialistisch-reduktionistisch bzw. materialistisch-mammonistisch
geprägte Weltanschauung.
(Anmerkung: Diese nihilistisch-materialistische Weltanschauung, die seit der Aufklärung
weltweit Verbreitung gefunden hat, ist neben der religiösen die zweite Erscheinungsform
des Judentums, die zur Herausbildung des vereinzelten und identitätslosen,
spirituell entwurzelten und größeren Herausforderungen des Lebens gegenüber völlig
ohnmächtigen Multi-Kulti-Massen- bzw. Zombie-Menschen geführt hat, der einfach
zu regieren und zu beherrschen ist.)
Führenden Juden ist schon seit frühester Zeit bewußt, daß das Judentum weder in einer
gewachsenen biologischen Volkseinheit noch in einer geistig-kulturell ruhmreichen
Geschichte wurzelt, sondern einzig und allein auf Lüge, Völkermord und
Raub gründet. In den daraus resultierenden abgrundtiefen Neid- und jahrtausendealten
Minderwertigkeits- und Identitätskonflikten liegt maßgeblich das Bestreben des
Judentums begründet, alle Völker und Rassen beherrschen und durch eine globale
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
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Zwangsvermischung zu einer einzigen eurasisch-negroiden Mischrasse auflösen und
somit die gottgewollte Vielfalt des Menschseins unumkehrbar vernichten zu wollen.
Es ist jedenfalls festzustellen, daß die schlimmste überhaupt denkbare Form eines
menschen- und völkerverachtenden Rassismus von einer sich Juden nennenden Bevölkerungsgruppe
ausgeht, welche entgegen ihrer Behauptungen selber die Kriterien einer
halbwegs einheitlichen Abstammungslinie in keiner Weise erfüllt und schon gar nicht
den Anspruch erheben kann, als Rasse zu gelten.
Das jüdische Gesetz, die Halacha, definiert das Judesein nicht nach
Kriterien des Glaubens oder der Religionszugehörigkeit, sondern nach
der Rasse bzw. der ethnischen Herkunft.
Der Sachverhalt, daß es kein jüdisches Volk und keine jüdische Rasse gibt, ist für jeden
halbwegs einsichtsfähigen Menschen zweifelsfrei nachzuvollziehen. Wenn man
das Judentum bekämpft, dann kämpft man also nicht gegen ein Volk oder eine
Rasse, sondern man kämpft für die Befreiung der Völker von einer satanischen
Weltanschauung!
Dem Vorhaben des Judentums, die Völker auszuplündern, zu unterjochen und eine
jüdische Weltherrschaft zu errichten, kommt es sehr entgegen, daß die Träger dieser
satanischen Gesinnung als „Volk“ bzw. „Rasse“ definiert und anerkannt werden, denn
so können die Juden jegliche Befreiungsbestrebungen zur Entlarvung ihres Tuns als
rassistische Handlung diffamieren. Vor allem die deutschen Patrioten sollten sich
abgewöhnen, die Bezeichnungen „das jüdische Volk“ bzw. „die jüdische Rasse“
in ihrem Sprachgebrauch zu verwenden, weil dies einfach falsch ist, die Wahrheitsfindung
verhindert und letztlich nur den dunklen Zielen des Judentums
selbst dient!
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
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EINIGE WEITERE FAKTEN
ZUR GESCHICHTE PALÄSTINAS
DIE RELIGION DES NORDREICHES IS-RA-EL
Wie wir bereits oben ausführlich dargelegt haben, war das Nordreich Israel im Vergleich
zu Juda schon lange Zeit ein funktionierender und mächtiger Staat. Hier waren
im 9. Jahrhundert v.Chr. die „Omriden“ an der Macht. Für wichtige ergänzende
Aspekte möchten wir hierzu Heinz B. Maas zitieren (S. 70f): „Im Anschluß an Jerobeam
werden die ,Omriden‘, die große nördliche Dynastie, die von einem ehemaligen
israelischen General namens Omri begründet wurde, Könige in Israel. Sie errichteten
prachtvolle Städte als Verwaltungszentren und stellten eine der mächtigsten Armeen
der Region auf. Omri erbaut die neue Hauptstadt Samaria. Sein Gott war Baal und
seine Göttin Aschera (Anmerkung: Das sind nordisch-keltische Gottheiten). Die Omriden
waren die militärisch mächtigen Herrscher eines der stärksten Staaten im vorderen
Orient. Die Omriden übertrafen auch andere Könige in Israel oder Juda als Bauherren
und Verwalter. Als Bauherren ihrer eisenzeitlichen Hauptstadt ,Samaria‘ erbauten
sie, technisch gekonnt, eine riesige Plattform auf der Spitze einer kleinen Anhöhe
mit gewaltiger Kasemattenmauer und ebenso gewaltigen Erdaufschüttungen. Die
Außenmauern des darauf errichteten außerordentlich schönen Palastes bestehen aus
feinbehauenen, dicht aneinander gesetzten Quadersteinen. Im Schutt der späteren
Jahrhunderte fand man Steinkapitelle in einem einzigartigen frühen, wegen seiner
Ähnlichkeit zu späteren griechischen äolischen Kapitellen als proto-äolisch bezeichneten
Stil (Anmerkung.: Dies sind Kapitelle mit nordischen Symbolen!).
Auch in ,Megiddo‘ grub man einen
eisenzeitlichen Palast aus, der ähnlich
aus schön behauenen Quadersteinen
von den Omriden errichtet war und
fand dazu zwei ungewöhnlich große
proto-äolische Kapitelle. Die Stadt
,Hazor‘ lieferte genau solche Omriden-
Bauwerke und dazu ergrub man
in diesen beiden Städten als sehr
beeindruckende Ingenieurleistung je
ein gewaltiges unterirdisches, durch
den Fels getriebenes Wassersystem.
Eine weitere wichtige Stätte, die mit
den Omriden zusammenhängt, ist die
Stadt ,Dan‘ hoch im Norden, bei den
Quellflüssen des Jordan mit
Bauwerken gleicher Qualität.
Erwähnt werden muß auch noch die
Stadt ,Jesreel‘ mit Bauwerken, die
denen Samarias sehr ähnlich sind. Am
Südpalast in Megiddo und am Palast
in Samaria tragen die Quadersteine
sogar Steinmetzzeichen. Auch in
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
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,Geser‘ ist man fündig geworden, wenn auch alles sehr zerstört ist. Dort entdeckte
man schon zu Anfang des 20. Jh. weitere proto-äolische Kapitelle. Bei allen Palästen
waren die Mauereingänge durch komplizierte Sechskammer-Tore geschützt. Die Omriden
waren große Könige, sie waren Könner. Das israelische Element des Nordreichs,
wie die späteren Verfasser der Bibel es sahen, war in vieler Hinsicht lediglich
eine jüdische Vorstellung aus der späten Königszeit.“ (Hervorhebungen und Unterstreichungen
d. d. Verf.)
Wie schon das kanaanäische Ugarit an der Mittelmeerküste (im heutigen Syrien, nördlich
von Latakia), das im Altertum eine Handelsmetropole und ein bedeutendes Kulturzentrum
und vom 18. bis ins späte 13. Jahrhundert v.Chr. ein recht bedeutendes
Königreich mit einer blühenden mykenischen Kolonie war, die zweifelsfrei von nordischen
Menschen gegründet wurde und deren Kultur und Architektur eindeutig nordisch
war, so weisen auch die proto-äolischen Kapitelle, die an die uralte nordische
Irminsul (Weltensäule) erinnern, und die bautechnischen Ingenieurleistungen der Omriden
aus Stein darauf hin, daß auch diese Ableger der nordisch- atlantischen Kultur
waren!
Die vielen Tausend Megalithgräber
westlich und östlich des Jordans, die
für die etablierten Vorgeschichtsforscher
ein nicht zu lösendes Problem
darstellen, sind stille Zeugen dafür, daß
schon lange vor den Juden bzw. Hebräern
eine nordisch-atlantische bzw.
frühkeltische Urbevölkerung
(nordische Megalithiker) in Palästina
ansässig war. Von dieser nordischatlantischen
Urbevölkerung haben die
Juden über viele Jahrhunderte verschiedene
kulturelle Gewohnheiten und
Teile der megalithischen Urreligion
übernommen, wie auch mehrere
Textstellen des Alten Testaments
zeigen, die belegen, daß im frühen
„Sagenteil“ des Alten Testaments
Steine sakrale Bedeutung hatten:
„Und so du mir einen steinernen Altar
willst machen, so sollst du ihn nicht
von gehauenen Steinen bauen, denn wo
du mit deinem Messer darüber fährst,
so wirst du ihn entweihen.“ (2. Mose
20,25)
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TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
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„Und zu der Zeit, wenn ihr über den Jordan
geht in das Land, das der Herr, dein
Gott, dir geben wird, sollst du große Steine
aufrichten und sie mit Kalk tünchen und
darauf schreiben alle Worte dieses Gesetzes.“
(5. Mose 27, 2-3)
„Wie Mose, der Knecht des Herrn, den
Israeliten geboten hatte, wie geschrieben
steht im Gesetzbuch des Mose: einen Altar
von unversehrten Steinen, die mit keinem
Eisen behauen waren. Und sie opferten
dem Herrn darauf Brandopfer und
brachten Dankopfer dar, …“ (Josua 8,31)
DIE HEBRÄER HABEN ZIVILISATION
UND TECHNIK VON DEN PHILISTERN ÜBERNOMMEN
Vor allem ab der Zeit, als die nordischen Seevölker (Atlanter), die von den Juden
„Philister“ genannt wurden, um 1200 v.Chr. nach Kanaan kamen, lassen sich im Alten
Testament noch viele weitere Hinweise dafür finden, daß die hebräischen Stämme
über lange Zeit von nordischer Kultur und Religion stark beeinflußt waren
und erst dadurch mit der abendländischen Zivilisation in Berührung kamen.
Die Philister brachten einen sehr hohen kulturellen Standard mit in das Land, sie besaßen
eine hochentwickelte Kultur, die der der Hebräer und Kanaanäer weit überlegen
war. Etwa hundert Jahre lang haben die Philister und die hebräischen Stämme friedlich
nebeneinander gelebt. In dieser Zeit hatte der Hebräer David sich als Vertrauter des
Philister-Königs Achis von Gath sechzehn Monate im Philisterland aufgehalten und
sich dort die verschiedensten kulturellen und technischen Errungenschaften abgeschaut.
Die Philister waren hervorragende Fachleute auf dem Gebiet der Kupfer- und Bronzetechnik
sowie der Eisen- und Stahlherstellung. Die Hebräer als Halbnomaden hatten
jedoch nicht die geringste Ahnung von der Gewinnung und Verarbeitung von Metallen.
Das Alte Testament berichtet aus der Zeit Saul’s (1032-1012 v.Chr.): „Es war
aber kein Schmied im ganzen Land Israel zu finden … und ganz Israel mußte hinabziehen
zu den Philistern, wenn jemand eine Pflugschar, Hacke, Beil oder Sense
zu schärfen hatte“ (1. Sam. 13,19f). Noch viel später erinnerten sich die Juden daran,
daß sie die Bronze- und Eisenherstellung den Völkern „von Mitternacht“, also den
Nordmeervölkern, verdankten, denn der Prophet Jeremia (626-580 v.Chr.) schreibt
„Eisen und Erz kommt aus Mitternacht“ (Jeremia 15,12).
Die Hebräer kannten bis zur Zeit König David’s auch nicht den Umgang mit Pferden
und Streitwagen, erst von den Philistern lernten sie Pferde zu züchten und als Wagenoder
Reittiere zu verwenden; ebenso bekamen sie das Wissen über Strategie und TakREICHSBRIEF
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tik von ihnen. Der Professor für die Geschichte Israels an der Universität Jerusalem,
Baruch A. Levine, schreibt in seinem Buch Die Israeliten, 1975, S. 108: „Eigenartigerweise
benutzten die Israeliten, wohl als einzige größere Macht der damaligen
Zeit, noch nicht Pferde und Streitwagen als Kriegswaffe. Ihre Offiziere ritten auf
Eseln. Erst König Salomo, David’s Sohn, führte den Gebrauch von Pferden und
Streitwagen ein und benutzte die Gespanne auch für kommerzielle Zwecke“.
Auch mit größeren Stein- und Holzbauten kannten sich die Hebräer nicht aus – „Denn
du weißt, daß bei uns niemand ist, der Holz zu hauen versteht, wie die Sidonier“.
Selbst für den Bau des Tempels mußte Salomo den König Hiram von Tyros (Küstenstadt
im Libanon) um Hilfe bitten (siehe 2. Chron. 2,1-17), der ihm einem Baumeister
schickte, „… Der versteht zu arbeiten mit Gold, Silber, Kupfer, Eisen, Steinen, Holz,
rotem und blauem Purpur, feiner Leinwand und Scharlach, und Bildwerk zu schnitzen
und alles, was man ihm aufgibt, kunstreich zu machen …“ (2. Chron. 2,13).
Sowohl die hochentwickelte Baukunst als auch den Schiffbau und die Schiffahrt lernten
die Israeliten erst von den Philistern kennen.
DER TEMPEL SALOMO’S
– EIN NORDISCHES SONNENHEILIGTUM
Der Tempel Salomo’s (von dem wir ja oben erfahren haben, daß er erst zu viel späterer
Zeit unter einem anderen König errichtet worden ist), den der Baumeister Huram von
Tyros nach alter Tradition seines Stammes erbaut hatte, wird im Alten Testament als
ein Bauwerk im megalithischen Stil beschrieben, er war aus großen nach Maß gehauenen
Steinen gebaut und wie die Tempel der nordisch geprägten Kanaanäer aufgeteilt,
die durch die Dreiteilung in Vorraum, Hauptraum und Allerheiligstes gekennzeichnet
waren. Dies kann man damit erklären, daß die Juden eben keine eigenen Vorstellungen
davon hatten, wie ein Tempel zu bauen ist. Wesentlich verwunderlicher ist die Ausschmückung
des Tempels, der doch eigentlich für Jahwe errichtet worden sein soll,
denn der Tempel Salomo’s war (nach der Beschreibung im Alten Testament) ausschließlich
mit Symbolen und Kultgegenständen des nordischen Sonnen- und
Säulenkults ausgestattet! – z.B. „eherne“ Säulen, einem großen Kessel, Stieren, einem
Sonnenwagen u.a.
Vor dem Tempel hatte Baumeister Huram zwei große Säulen angeordnet, von denen
die eine Jachin und die andere Boas genannt wurde. Aus der Beschreibung dieser beiden
Säulen geht hervor, daß jede 19,25 Meter hoch war und daß deren Enden mit ausladenden
Voluten von je 2,75 Meter Länge verziert waren. Es handelte sich hier also
eindeutig um „Himmelsstützen“ bzw. „Sonnensäulen“, die für den Jahwe-Kult der Juden
gewiß nicht erforderlich waren, jedoch ein charakteristisches Kennzeichen der
nordisch-atlantischen Religion bzw. des Säulenkults der Philister sind. Solche Doppelsäulen
sind aus den Philistertempeln in Gath, Tell Qasile und Tyros bekannt. – Herodot,
der Tyros besucht hatte, berichtet: „Ich habe ihn gesehen (den Tempel) und er
war sehr reich ausgeschmückt mit vielen Weihgeschenken, und waren unter anderem
in demselben zwei Säulen, die eine aus lauterem Golde, die andere aus Smaragden.“
Je zwei Säulen standen auch in den Apollonheiligtümern in Delos und Delphi.
Nach Aristoteles standen zwei Säulen auch auf der Elektrideninsel vor dem dortigen
Hauptheiligtum (Spanuth, Die Phönizier, S. 172)
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
171
Der Zwei-Säulen-Kult hat im Verbreitungsgebiet der nordischen Megalith-
Kultur eine lange Tradition: zwei Weltensäulen gab es auch schon in Atlantis, die
eine in Basileia (Nordatlantis) und die zweite stand damals auf dem gleichen Längengrad
am Himmelspol des Bodenhimmelsystems im heutigen Allagen im Sauerland
(Süderland = Südatlantis); ebenso gab es in den frühen Dynastien in Ägypten je eine
heilige Säule in Unter- und eine in Oberägypten; zwei Obelisken standen vor den Eingängen
ägyptischer Tempel; zwei Säulen standen im Vorhof der Apollon-Tempel sowohl
in Delos als auch in Delphi, usw.
Rechts vor dem Tempeleingang stand weiter ein riesiger Bronzekessel, der als „Meer“
bezeichnet wurde und auf zwölf Rindern stand, jeweils drei in die vier Himmelsrichtungen
gerichtet. Nach der Beschreibung in 2. Chron. 4,2 hatte dieser Kessel für damalige
Verhältnisse enorme Ausmaße, 10 Ellen (5,5 m) im Durchmesser und 5 Ellen
(2,75 m) Höhe. Die kultische Bedeutung des „Meeres“ war es, „daß sich die Priester
darin waschen sollten“ (2. Chron. 4,6). Daß das „Meer“ den Seevölkern heilig war, ist
mehr als verständlich, doch warum sollte dem „Meer“ in der Religion eines Nomadenvolkes
eine höhere Bedeutung zukommen? Es wird ausdrücklich berichtet, daß dieser
Kesssel „voran gegen Mittag“ (1. Kön. 7,39) oder „mittagwärts“ (2. Chron. 4,10)
stand, woraus zu schließen ist, daß der Tempel von Süden nach Norden ausgerichtet
war, d.h. der Eingang war im Süden und der Altar im (den Nordmenschen) heiligen
Norden, so wie es für Tempel der nordischen Megalithiker charakteristisch ist. Auch
die frühen dorischen Tempel aus dem 7. Jahrhundert v.Chr. waren von Süden nach
Norden orientiert.
(Anmerkung: In der alten Welt der nordischen Völker [Atlanter] stellt der Kessel seit
alters her das heilige, rituelle Gefäß schlechthin dar. In ihm wurden nicht nur Fleisch
gekocht und Bier gebraut, sondern er erwuchs zum ewig sättigenden Kultgefäß, welches
fester Bestandteil der Grabausstattung nordischer Fürsten wurde. Der Kessel als
Lebensspender ist ein altes Erbe der atlantisch-nordischen Kultsymbolik.)
Es wurden ferner zehn Kessel aus Bronze angefertigt, „um in ihnen zu waschen –
nämlich was zum Brandopfer gehört“ (2. Chron. 4,6). Bemerkenswert ist, daß diese
zehn Kessel auf Stühle gesetzt wurden, welche jeweils vier Räder hatten. Diese Stühle
verweisen wiederum auf die nordisch-megalithische Kultur, in welcher der nordische
Stuhl, ein Klappstuhl, der aus Eschenholz und einem Ledersitz bestand, hohe kultische
Bedeutung hatte. Die Hauptfunktion dieses Stuhles war zeremonieller Natur, nur
Menschen von besonderer Bedeutung hatten so einen Klappstuhl zum Sitzen. Noch die
ersten deutschen Kaiser hatten ihren Klappstuhl.
Im nordischen Raum fand man solche Klappstühle bzw. Reste davon bisher an 17
Fundorten: 1 in Schweden, 6 in Dänemark, 6 in Schleswig-Holstein, 3 in Mecklenburg
und 1 in Niedersachsen (siehe Heinz B. Maas, Deutschlands Urahnen, S. 119). Der
Tempel Salomons war auch mit einem Sonnenwagen ausgestattet, wie man 2. Kön.
23,11 – „und die Wagen der Sonne verbrannte er mit Feuer“ – entnehmen kann. Daß
der Sonnenwagen eines der höchsten Kultsymbole der Sonnenreligion im nordischen
Raum war, ist allgemein bekannt. Sonnenwagen und Kessel sind in der Bronzezeit auf
der kimbrischen Halbinsel (Jütland) und an verschiedenen Stellen von Routen der
„Großen Wanderung“ der Nordmeervölker nachweisbar.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
172
Der amerikanische Professor Charles McDowell, Fachmann für Geschichte und Kultur
Palästinas in Dallas, untersuchte in seiner Studie Salomons Temples: An Astronomical
Observatory (Januar 1981), alle Angaben, die im Alten Testament über den Tempel
Salomons gemacht werden. Nach eingehender Untersuchung kommt McDowell zu der
Feststellung: „Der Erbauer des Tempels Salomon’s verstand sehr viel von Astronomie“
… „Der Verfertiger muß die Zahl Pi gekannt haben“ … „er kannte die zwölf
Unterteilungen des Zodiakalkreises und die genaue Länge des Jahres mit 365, 25
Tagen“. McDowell ist erstaunt, daß sich diese Kenntnisse im Tempel Salomo’s nachweisen
lassen, denn – wie aus 5. Mose 4,19; 17,3 zu entnehmen ist – war das Studium
von Sonne, Mond und den Sternen bis dahin bei den Juden verboten. Aber McDowell
weist an drei Stellen auf die astronomischen Kenntnisse im Nordseeraum hin (S. 41,
51, 58), wo Fachleute für prähhistorische Astronomie durch die Untersuchung vieler
Megalithanlagen dieselben erstaunlichen Kenntnisse astronomischer und kalendarischer
Daten nachgewiesen haben. Weiteres dazu schreibt J. Spanuth in Die Phönizier,
S. 40-58.
Der Bau des ersten großen Tempels in Jerusalem und seine kultischen Einrichtungen
zeigen eindeutig Traditionen aus dem Nordseeraum. Nun fragt man sich natürlich, wie
es geschehen konnte, daß das Juden, die in späterer bis in die heutige Zeit so grenzenlos
stolz auf ihre mosaische Religion und die angeblich damit verbundene Geschichte
sind, über so lange Zeit eine andere Religion und Kultur übernehmen konnten (– und
dann noch die von den Vorfahren der Deutschen).
Da nach Aussage des Alten Testaments Salomo selber den Auftrag gegeben hat, die
heiligen Symbole des nordisch-megalithischen Sonnen- und Säulenkults zur Ausstattung
des Tempels herzustellen, ist nur allzu offensichtlich, daß König Salomon selber
Anhänger der nordischen Sonnenreligion war!
AUCH JERUSALEM
IST EINE NORDISCHE GRÜNDUNG
Auch das alte Jerusalem ist nicht von den Hebräern gegründet oder erbaut worden,
wie viele Anhänger der drei großen abrahamistischen Religionen heute irrtümlicherweise
immer noch annehmen. Jerusalem war damals das befestigte Dorf „Jebus“
der Jebusiter, eines Stammes der Kanaanäer und ist von den Hebräern erst unter David
mit Hilfe einer Spionage-List erobert worden.
Ursprünglich war Jerusalem von den Amoritern gegründet worden, einem nordischen
Stamm mit großen, blonden und helläugigen Menschen mit lichter Hautfarbe, mit denen
schon Abraham in friedlicher Bundesgenossenschaft gelebt haben soll, wie in 1.
Mose 14,13 beschrieben. Jebusiter nennt die Bibel die gemischte Bevölkerung aus
Amoritern und frühen Hethitern, die vor der Gründung ihres Reiches vereinzelt schon
bis an die Grenzen Ägyptens siedelten. Selbst der Name Je-ru-sal-em ist rein nordischen
Ursprungs, wie auch der Name Salomon, der von Salman herzuleiten ist.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
173
DIE „REINIGUNG DES TEMPELS“
– DIE WIEDERKEHR DES JAHWE-KULTS
Noch einmal zu Josia zurück. Wie bereits oben beschrieben „findet“ man im Jahre 622
v.Chr. bei Ausbesserungsarbeiten am Tempel ein Buch, es ist angeblich das mosaische
Gesetzbuch, für die Hebräer das Gesetzbuch Gottes, dessen Inhalt im Laufe der Jahrhunderte
völlig in Vergessenheit geraten war. Beim Lesen zerreißt der König Josia
seine Kleider, da ihm nun das Leiden seines Volkes erklärbar wird, „weil unsere Väter
nicht den Worten dieses Buches gehorcht haben und nicht alles taten, was darin
geschrieben ist“ (2. Kön. 22,13). Josia läßt Säulen, Kessel, Sonnenwagen und alle
Symbole des Sonnen- und Säulenkults zerstören, da sie nicht in einen Tempel gehören,
der dem Jahwe geweiht ist.
„Und der König gebot dem Hohenpriester Hilkija und dem zweitobersten Priester und
den Hütern der Schwelle, daß sie aus dem Tempel des Herrn hinaustun sollten alle
Geräte, die dem Baal und der Aschera und allem Heer des Himmels gemacht waren.
Und er ließ sie verbrennen draußen vor Jerusalem im Tal Kidron und ihre Asche nach
Bethel bringen“ (2. Kön. 23,4) … „Und er setzte die Götzenpriester ab, die die Könige
von Juda eingesetzt hatten, um auf den Höhen zu opfern in den Städten Judas und
um Jerusalem her; auch die Baal geopfert hatten, der Sonne und dem Mond und den
Planeten und allem Heer am Himmel“ (2. Kön. 23,5) … „Und er schaffte die Rosse
ab, die die Könige von Juda für den Dienst der Sonne bestimmt hatten am Eingang des
Hauses des Herrn, …, und die Wagen der Sonne verbrannte er mit Feuer“ (2. Kön.
23,11) … „Und die Altäre … brach der König ab und ging hin und warf ihren Staub
in den Bach Kidron“ (2. Kön. 23,12) … „Und zerbrach die Steinmale und hieb die
Ascherabilder um und füllte ihre Stätte mit Menschenknochen“ (2. Kön. 23,14) …
„Auch rottete Josia aus alle Geisterbeschwörer, Zeichendeuter, Abgötter und Götzen
und alle Greuel, die im Lande Juda und in Jerusalem zu sehen waren, damit er erfüllte
die Worte des Gesetzes, die geschrieben standen in dem Buch, das der Priester Hilkija
im Hause des Herrn gefunden hatte“ (2. Kön. 23,24).
Wenn man nun einmal zusammenzählt, dann muß man sich fragen, ob der Jahwe-Kult
(Mosaismus), die eigentliche jüdische Religion, für die hebräischen Stämme während
der ersten tausend Jahre im Land Kanaan überhaupt eine größere Bedeutung hatte.
Wie wir nun wissen, unterlagen die Juden schon in der Zeit ihres ca. 400 jährigen
Halbnomadentums (in der Zeit vor 1200 v.Chr.) einem starken religiösen und kulturellen
Einfluß der nordisch geprägten kanaanäischen Stämme, deren Götter sie schon
damals anbeteten. Als die Philister aus dem Nordmeer (die nordischen Atlanter) nach
Kanaan kamen, haben die Hebräer Kultur und Zivilisation allergrößtenteils von diesen
Nordmenschen angenommen, spätestens ab 950 v.Chr. bis 622 v.Chr. sich die nordische
Sonnen- und Säulenreligion zu ihrer höchsten Religion gemacht, wie der nordisch
gestaltete Tempel Salomo’s bezeugt, und ihre ehemalige mosaische Religion nahezu
gänzlich in Vergessenheit geraten lassen.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
174
DIE ALPHABETSCHRIFT HABEN
DIE JUDEN VON DEN PHILISTERN ÜBERNOMMEN
Auch die Buchstabenschrift verdanken die Hebräer den Philistern. Aus Ägypten konnten
sie diese Schrift nicht mitgebracht haben, denn dort gab es sie noch nicht. Erst in
den hundert Jahren, als die Hebräer friedlich in der Nachbarschaft der Philister lebten
und viele von ihnen bei den Philistern arbeiteten (1. Sam. 24,21) bzw. in den nachfolgenden
Jahrhunderten, als die Philister in Palästina die vorherrschende Kultur waren
(Ri. 14,4; 15,11), hatten sie die Möglichkeit, die Buchstabenschrift zu erlernen. Die
ältesten hebräischen Texte sind aus dem 10. Jahrhundert v.Chr., und die sind in der
Philisterschrift geschrieben! Im hebräischen Volk findet die Alphabetisierung erst im
7. Jahrhundert v.Chr. Verbreitung.
„Vor der Einwanderung der Nordmeervölker kannten die Bewohner Palästinas
und Libanons das ,Philisteralphabet‘ noch nicht. Alle Schriftdenkmäler,
die man unter dem ,Katastrophenhorizont‘ von etwa 1200 v.Chr. gefunden
hat, zeigen entweder die pseudohieroglyphische Keilschrift Ugarits oder ägyptische
Hieroglyphen.“
J. Spanuth, Die Philister, S. 175f
Die Buchstabenschrift ist jedoch nicht von der Philistern oder den Phöniziern (die
Griechen bezeichneten die Bewohner der Levanteküste damals ausnahmslos als „phoinikoi“
= „Phönizier“) erfunden worden, sondern ist in Wahrheit die Alphabetschrift
der Nordmeervölker gewesen, welche diese schon Jahrhunderte besaßen, bevor sie im
Mittelmeerraum auftauchte. Die hebräische und die griechische Schrift sind somit
Nachfahren der germanischen Runen. Der älteste bisher entdeckte frühhebräische Text
ist der Geser-Kalender aus dem 10. Jahrhundert v.Chr, eine weiche Kalksteinscherbe,
auf dem die Monate des Jahres und gleichzeitig auch die landwirtschaftlichen Erzeugnisse
aufgeführt sind – die Ähnlichkeit dieser bisher als hebräisch gedeuteten Schrift
mit den germanischen Runen ist unverkennbar (siehe Abbildung Rückkehr der Herakliden,
S. 146).
„Anfänglich waren die hebräischen Buchstaben denen der Philisterschrift
völlig gleich. Das zeigen die ersten in hebräischer Sprache in Ton geritzten
Texte. Die Eigenart der hebräischen wie später aller anderen semitischen
Schriften, nur die Konsonanten zu schreiben, geht dabei wohl auf den Einfluß
des Aufenthaltes in Ägypten zurück. Schrieben doch die Ägypter, wenn sie in
ihrer Begriffsschrift etwas lautlich ausdrücken wollten, Wörter mit dem entsprechenden
Konsonanten ohne Rücksicht auf die dazugehörigen Vokale …“
J. Spanuth, Die Philister, S. 259
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
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DAS ESOTERISCHE URWEISTUM DER KABBALA
STAMMT VON DEN (NORDISCHEN) PHILISTERN
Heute wissen wir ebenso mit absoluter Sicherheit, daß auch das esoterische Geheimwissen
der Kabbala ursprünglich nicht von den Juden bzw. von den Hebräern stammt!
Wir haben selber lange gerätselt, woher die Juden das Wissen um die Kabbala herbekommen
haben, das ja in seiner spirituellen Ausrichtung der mosaischen Religion (also
dem Judaismus) diametral entgegensteht. Erst mit dem Wissen um die nordischatlantische
Kultur und die „Große Wanderung“ fiel endlich der Groschen. Gewisses
esoterisches Geheimwissen mögen die Hebräer vielleicht auch schon aus Indien (ihrem
Ur-Ursprungsland – siehe ZEITENWENDE IM CHRISTENTUM) und nachher aus
Ägypten mitgebracht haben, doch heute sind wir uns sicher, denn es kann gar nicht
anders gewesen sein, als daß die paar tausend kulturlosen, mit Minderwertigkeitskomplexen
beladenen Juden, die da über vierhundert Jahre größtenteils als Halbnomaden
im kanaanäischen Bergland herum-„vegetiert“ haben, das esoterische Geheimwissen,
wie auch alle anderen höheren kulturellen Errungenschaften erst von den Philistern,
also von den nordischen Atlantern, übernommen haben.
Um dies erkennen zu können, muß man wissen, daß sich bei der Kabbala im Kern alles
um die Erforschung des universellen Seelenprinzips (Sephirot-System; das ideale
Urbild des Menschen = „Adam Kadmon“), also der Weltenseele dreht! Und läßt man
mal die von den Juden da herumgebastelte falsche und schwarzmagische Zahlen- und
Buchstabenmystik beiseite und konzentriert sich auf die philosophischen Uressenzen
der Kabbala, dann kann man in der Kabbala die Überlieferung eines ganzheitlichspirituellen
wissenschaftlich-philosophischen Wissens für die Erforschung des universellen
Seelen- und Weltensäulen-Prinzips entdecken, welches hundertprozentig nordisch-
atlantisches Kulturgut ist und niemals von den Juden bzw. Hebräern kommen
konnte.
Wie der Chyren schon in ZEITENWENDE IM CHRISTENTUM mit seinen ontologischen
Erkenntnissen zur Erforschung des universellen Seelenprinzips (Weltenseele,
Weltensäule, „Ontologische Achse“) und der Entschlüsselung des Magischen Quadrats
(dies stellt die gleichen Zusammenhänge dar wie das Sefiroth-System der Kabbala)
ausführlich belegt hat, stehen das Gott- Welt- und Menschenbild sowie das grundsätzliche
wissenschaftlich-philosophische Esoterikverständnis der Kern-Kabbala voll
und ganz im Einklang mit der philosophisch-spirituellen Ausrichtung der Deutschen
Idealistischen Philosophie, in welcher nordische Geistigkeit in ihrer reinsten Form
zum Ausdruck kommt.
Der philosophisch-esoterische Kern des in der Kabbala überlieferten Weistums
ist das nordisch-heidnische Element im Judentum! – dieses dem Mosaismus
diametral entgegenstehende Wissen um dieses Weistum war im Judentum bis
vor wenigen Jahrzehnten verboten und wird noch heute unterdrückt bzw. in völlig
verfälschter (judaisierter) Form weitergegeben.
Die Kabbala ist im Kern nichts anderes als die Überlieferung des esoterischen Wissens
um den nordischen Weltenseelen- und Säulenkult, welches die dreifältige Struktur des
universellen Seelenprinzips erkennt und in die drei archetypischen Wesensprinzipien
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL III – Erkentnisse, die das bestehende Welt- und Geschichtsbild ins Wanken bringen
176
(drei wesentliche Säulen) der menschlichen Seele aufgliedert, diese heißen in der Kabbala:
die Säule der Strenge (männliches Prinzip; Aktivität), die Säule der Milde (weibliches
Prinzip; Passivität) und die Säule des Ausgleichs (Koheränzprinzip).
Diese dreifältigen archetypischen Wesensprinzipien finden wir auch in den atlantischen,
keltischen und germanischen Götterwelten, im dialektischen Dreischritt des
Deutschen Idealismus, in Rudolf Steiner’s dreifacher Wesensgestalt des Menschen, in
der Biophotonenlehre nach F.A. Popp, in der Germanischen Neuen Medizin nach R.G.
Hamer, in der ontologischen Naturphilosophie des Chyren usw. – das Sefiroth-System
(Lebensbaum) der Kabbala entspricht Eins zu Eins dem Magischen Quadrat, das in
den unteren drei (grobstofflichen) Ebenen der Ontologischen Achse verborgen liegt
(wird weiter hinten erklärt).
„Denn der Herr wird die Philister verderben, den Rest derer, die gekommen
sind von i kaphthor.“ Jeremia 47,4
Die Juden, die ja die Philister wegen der im Zentrum ihres Kults stehenden Weltenbzw.
Himmelssäule auch als „Säulenvölker“ bezeichneten (hebräisch „Kaphthoriter“,
was wörtlich bedeutet, „Völker vom Oberteil der Himmelssäule“ – Gen. 10, 14; Deut.
2, 23; 1. Chron. 1, 12), hatten über mehrere Jahrhunderte die Sonnen- und Säulenreligion
von den Philistern übernommen und sich das esoterische (Seelen-)Wissen um den
Sonnen- und Säulenkult zu eigen gemacht. Das kabbalistische Urwissen (die Uressenzen
der Kabbala) ist bis heute das nordisch-heidnische Element im Judentum!
Als unter König Josia ab 622 v.Chr. der
nordische Sonnen- und Säulenkult in Israel
ausgemerzt und der jüdische Jahwe-Kult
zur einzigen Religion des südlichen Judas
und des nördlichen Israels erklärt wurde,
haben die Hebräer das nordischesoterische
Wissen um das Seelenwesen
des Menschen (das universelle
Seelenprinzip) im geheimen als das
esoterische Geheimwissen der Kabbala
über ca. sieben Jahrhunderte durch
mündliche Überlieferung tradiert. Erst im
ersten Jahrhundert n.Chr. haben jüdische
Rabbis damit begonnen, dieses Wissen
aufzuschreiben. Es ist eine der großen
Ironien der Geschichte, aber die Hebräer
haben damit in der Tat einen großen
Beitrag zur Bewahrung nordischen
Kulturwissens gebracht.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
177
TEIL IV
– EIN ANDERER ANSATZ,
SICH DEM ATLANTISTHEMA ZU NÄHERN
Dank der großartigen wissenschaftlich-historischen Werke Jürgen Spanuth’s zur Erforschung
des Atlantis-Rätsels und mehrerer darauf aufbauender Arbeiten der letzten
Jahre von unabhängigen Vorgeschichtsforschern wie Gert Meier, Hermann Zschweigert,
Dieter Braasch, Heinz B. Maass u.a. hat die Atlantisforschung in den letzten
Jahrzehnten große Fortschritte gemacht. Jedoch gab es bisher noch sehr viele
ungelöste Rätsel, verschiedene Widersprüchlichkeiten, Einzelthesen und –
erkenntnisse, die sich nicht in das bisherige Gesamtbild integrieren ließen. Trotz
aller Fortschritte erweist es sich, daß die Erforschung des europäischen Urkultes und
damit auch der Megalithkultur heute noch immer ziemlich am Anfang steht.
In den folgenden Kapiteln möchten wir daher unabhängig von den Erkenntnissen zum
Atlantis der Bronzezeit einen ganz anderen, weiter gefaßten Ansatz in der Atlantisforschung
starten, welcher eine erweiterte, visionäre Perspektive über die Vorgeschichte
ermöglicht und auch die vielen bisher nicht berücksichtigten Einzelerkenntnisse
zur Vorgeschichte und archäologischen Entdeckungen miteinander in einen konstruktiven
Zusammenhang stellt und ein stimmiges Gesamtbild der vorgeschichtlichen
kulturellen Entwicklungen und Zusammenhänge skizziert.
Lange Zeit hatten auch wir den Arbeiten Jürgen Spanuth’s keine Beachtung geschenkt,
weil wir – wie viele andere Atlantis-Forscher auch – in Unkenntnis über die
bronzezeitliche Vorgeschichte „unser“ Atlantis in einer viel früheren Zeit suchten. Ein
Atlantis im 13. Jahrhundert v.Chr. und dann noch hier im Gebiet von Deutschland
hielten wir noch vor wenigen Jahren für unvorstellbar, wenn nicht gar für völlig absurd.
Wir waren auf ein Atlantis um die Zeit von ca. 10.500 v.Chr. fokussiert, eine rätselhafte
megalithische Kultur, welche die einzigartige Pyramidenanlage von Giseh als
Monumente für die Nachwelt hinterlassen hat und, wie wir später sehen werden, auch
an verschiedenen anderen Stellen der Erde großartige Megalithanlagen geschaffen hat.
Hierzu ist anzumerken, daß in unabhängigen Wissenschaftskreisen, die sich mit der
Erforschung der Pyramiden von Giseh befassen, sich seit einigen Jahren die Erkenntnis
durchsetzt, daß die Giseh-Pyramidenanlage und einige andere, meist unterirdische
megalithische Anlagen in Ägypten sehr viel älter sind, als es heute die etablierten
Ägyptologen trotz zwingender gegenteiliger Beweise dogmatisch behaupten, nämlich
ca. 12.500 Jahre und nicht erst 4.500 Jahre (Genaueres dazu weiter hinten).
Weiter gelangen seit der Jahrtausendwende immer mehr unabhängige Vorgeschichtsforscher
und Ägyptologen zu der Erkenntnis, daß die Pyramiden von Giseh nicht von
den dynastischen Kulturen des alten Ägyptens, sondern von einer sehr viel älteren,
nicht aus Ägypten stammenden Megalithkultur erbaut worden sind, für welche die
Herstellung von Großsteinanlagen, d.h. die Bearbeitung von härtesten Steinmaterialien
sowie der Transport und die Verbauung von gewaltigen Steinen mit Gewichten von
mehren Hundert Tonnen, scheinbar eine Leichtigkeit war.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
178
Drei sehr empfehlenswerte Bücher zu diesem Thema, durch die man eine Vorstellung
davon gewinnen kann, was der Menschheit in diesem Zusammenhang verheimlicht
werden soll, möchten wir an dieser Stelle empfehlen: 1. das Buch DIE SPUR DER
GÖTTER, Graham Hancock, Bastei-Lübbe-Verlag, ISBN 3-404-64149-3, 2. das Buch
DIE PYRAMIDEN: TOR ZU DEN STERNEN, Robert Bauval, Moewig-Verlag, ISBN
3-8118-6940-X, und 3. das Buch DIE GIZA-MAUER von Rico Paganini und Armin
Risi (Govinda-Verlag, ISBN 3-906347-73-7).
Die Frage, wie die Zeitspanne zwischen 1.200 v.Chr. und 10.500 v.Chr. zu erklären
und kulturgeschichtlich mit Inhalt zu füllen ist, ist eines der großen ungelösten Rätsel
in der Atlantisforschung. Weil hierauf bisher keine befriedigende Antwort gefunden
wurde und so die meisten Atlantis Interessierten „ihr“ Atlantis eben in erheblich früheren
Zeiten suchen, wird das bronzezeitliche Atlantis Spanuth’s östlich von Helgoland
von vielen von vornherein ignoriert. Dabei wird von diesen Leuten überhaupt nicht in
Erwägung gezogen, daß es im Laufe der Jahrtausende mehrere Untergänge der
atlantischen Kultur gegeben haben könnte.
Je mehr wir nachforschten, desto mehr drängte sich uns die Vermutung auf, daß in der
Entwicklungsgeschichte der nordischen Kulturen sich ähnlich wie in der Zeit um 1200
v.Chr., beim Untergang des bronzezeitlichen Atlantis durch den Sturz des Phaethon,
mindestens noch eine, wahrscheinlich sogar zwei weitere durch größere Naturkatastrophen
bedingte Unterbrechungen in der kulturgeschichtlichen Entwicklung Europas
ereignet haben müssen, durch welche die nordischen Völker kulturell und vor allem
technisch weit zurückgeworfen wurden. Die Annahme, daß sich die Entwicklung des
Menschen und der Kulturen in der Geschichte in linearer Weise vollzogen habe, ist ein
grundsätzlicher Denkfehler der Wissenschaft des modernen Zeitalters, welcher für die
alte materialistisch-reduktionistische Weltsicht charakteristisch ist.
Um in dem chaotisch erscheinenden Wirrwarr aus Mythen, Sagen und Berichten sowie
unzähligen mehr oder weniger fundierten Hypothesen zur Vorgeschichts- und Atlantisforschung
eine räumliche und zeitliche Orientierung zu gewinnen, ist es sehr hilfreich,
bedeutsame Ereignisse, Theorien, Datierungen sowie auch Mythen- und Sageninhalte
miteinander in eine Beziehung zu setzen bzw. inhaltlich zur Überdeckung bringen
zu können. Diesbezüglich sind die zwei zuvor erwähnten Entdeckungen, die wir in
einem der folgenden Kapitel näher erläutern, eine große Hilfe, da durch sie unterschiedliche
kulturgeschichtlich markante Orte und Ereignisse sowohl inhaltlich als
auch zeitlich miteinander in einen Zusammenhang gestellt werden können. Diese beiden
Entdeckungen betreffen das bisher größte Katastrophenereignis der
Menschheitsgeschichte, den zuvor schon angedeuteten „Polsprung“-
Kataklysmus, für das dadurch nun sowohl der konkrete Zeitpunkt als auch die
genaue Lage des ehemaligen Nordpols bestimmt werden können, wodurch uns
wichtige Anhaltspunkte zur Erforschung der nacheiszeitlichen Vorgeschichte und
des Atlantis-Mythos geliefert werden.
(Anmerkung: Unter Altertumsforschern weiß man, wie wertvoll für die verschiedenen
Forschungsbereiche allein eine einzige konkrete Datierung eines weit zurückliegenden
herausragenden Ereignisses ist, weil man damit dann andere Geschehnisse in Beziehung
setzen, Rückschlüsse auf diese ziehen und so auch viele andere Ereignisse geschichtlich
besser einordnen und datieren kann. Beispielgebend hierfür ist die mühseREICHSBRIEF
NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
179
lig erarbeitete konkrete Datierung des Santorin-Ausbruchs [Vulkan Thera in der Ägäis],
wofür man über hundert Jahre akribisch geforscht hat, bis man schließlich das Jahr
1628 v.Chr. als Datum dieses gewaltigen Vulkanausbruchs ausfindig machen konnte,
welches heute als die besterforschte und sicherste Datierung des Altertums gilt).
Beim heutigen Erkenntnisstand der Forschung ist es zwar noch nicht möglich, eine
vorgeschichtliche Landkarte ohne größere weiße Flecken zu zeichnen, doch ist es uns
aufgrund eines mittlerweile recht guten Überblicks über das Feld der Vorgeschichtsforschung
und neuester aufschlußreicher Erkenntnisse zumindest möglich, mit diesem
REICHSBRIEF schon einmal den Rahmen und die Struktur eines umfassenden vorgeschichtlichen
Gesamtbildes aufzuzeigen, worin sich viele der bisher miteinander nicht
in Zusammenhang stehenden Einzelerkenntnisse wie in ein zusammengehöriges Mosaik
integrieren lassen. Wir hoffen damit der Vorgeschichtsforschung eine erweiterte
Perspektive sowie frische Impulse für weitere Entdeckungen und Erkenntnisse geben
zu können.
Bevor wir jedoch auf die beiden Entdeckungen zum „Polsprung“-Kataklysmus eingehen,
möchten wir in den folgenden Kapiteln zur weiteren Entschlüsselung des Atlantis-
Rätsels einige grundlegende Überlegungen über die Atlantis-Thematik anstellen
und mit der grundsätzlichen Überlegung beginnen, in welcher Region der Erde denn
überhaupt die geistige Höherentwicklung der Menschheit stattgefunden haben kann.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
180
WO STAND DIE WIEGE DER ZIVILISATION?
Die „Out of Africa Theorie“, nach der die Menschheit von einem gemeinsamen Ahnenstamm
abstammt, welcher vor ca. 200.000 Jahren in Afrika gelebt und sich dort
zum heutigen Homo sapiens entwickelt haben soll, dann auf dem Weg in nördlicher
Richtung im Zweistromland des heutigen Irak die ersten großen Kulturen gegründet
und erst sehr spät bzw. zuletzt die Kultur in den Norden gebracht habe, galt in den
letzten Jahrzehnten als unumstößliche wissenschaftliche Tatsache. Aufgrund reichhaltiger
archäologischer Funde aus dem nordsibirischen Raum wird jedoch von immer
mehr Forschern bezweifelt, daß der Ursprung der Menschheit (allein) in Afrika zu suchen
sei.
Seit Jahren mehren sich die Stimmen in den Wissenschaften, die von einer multiregionalen
Entstehung des Menschen und der verschiedenen Menschenarten (MFT) ausgehen,
womit sich auch das unterschiedliche Aussehen der heutigen Menschenrassen
(Europiden, Mongoliden, Negriden) besser erklären läßt, welche sich von vornherein
in ihren speziellen Rassen herausgebildet haben, aus denen dann später noch verschiedene
Mischformen entstanden sind.
Viele archäologische Funde weisen heute auf eine „Entstehung“ des Menschen an verschiedensten
Orten hin, z.B. konnten an Funden uralter menschlicher Fossilien die
gleichen regionalen Unterschiede wie heute festgestellt werden – so unterscheidet sich
die Form der Nasen und Schneidezähne heutiger Chinesen von denen der Javanesen in
ähnlicher Form wie bereits vor Millionen von Jahren. Die sich scheinbar explosionsartig
vermehrenden Funde in Europa, Amerika, Asien und Afrika belegen, daß auch der
frühmoderne Mensch (Cro-Magnon) überall weltweit vertreten war.
Unterstützung findet die MFT durch neueste Erkenntnisse molekularbiologischer Forschung,
welche Erbgutbausteine identifizieren konnte, die mehrere Millionen Jahre alt
sind, also älter als die angeblichen afrikanischen Stammformen des heutigen Menschen.
Auch wurden so uralte regionale Unterschiede der Gene festgestellt, welche die
„Out of Africa Theorie“ eindeutig widerlegen (siehe P.M. 4/2004).
Die heute immer noch existierende wissenschaftliche Lehrmeinung, die Menschheit
hätte sich in Afrika entwickelt und von da ausgehend die Erde bevölkert, drängt zu der
Frage, wie denn die Menschen dann dazu kamen, in der Arktis zu siedeln? Denn wer
verläßt schon freiwillig eine Heimat, in der es ideale Lebensbedingungen gibt (warme
Temperaturen, Lebensmittel in Hülle und Fülle, usw.), um sie gegen eine unwirtliche
Gegend einzutauschen (Kälte, Nahrungsmittelknappheit usw.)?
Es macht keinen Sinn und ist äußerst unwahrscheinlich, daß Stämme aus dem Süden
freiwillig in unwirtliche Breitengrade vorgedrungen sind, um am Rande des Eises zu
siedeln. Wohl eher wichen die der Kälte angepaßten Menschen mit den Zyklen von
Kalt- und Warmzeit dem kälter werdenden Klima im Norden aus und folgten den Tieren
südwärts, um später mit dem wärmeren Klima wieder nordwärts in ihre gewohnte
Umwelt und angestammte Heimat zu ziehen, deren Verlust sie nicht ertragen hätten.
Von immer mehr Wissenschaftlern wird heute bezweifelt, daß sich aus ehemals dunkelhäutigen
Menschen im Laufe von einigen Jahrtausenden eine weißhäutige Rasse
mit blonden Haaren und blauen bzw. grünen Augen entwickelt haben könnte. Zum
Beispiel lassen sich bei den Inuit, den mongoliden Bewohnern der arktischen Zone, die
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TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
181
schon seit mindestens tausend Jahren dort im hohen Norden leben, keinerlei Anzeichen
dafür feststellen, daß sich ihre Haut-, Augen oder Haarfarbe in irgendeiner Weise
dem Aussehen des weißrassigen nordischen Menschen angleicht.
Der Anthropologe Dr. med. habil. August Vogl, der die arktische Zone als Heimat des
Homo sapiens betrachtet, erläuterte 1979 in dem Aufsatz Zur Depigmentierung der
Menschenrassen (Neue Anthropologie) die Tatsache, daß nur in den nebelreichen
Sommern der Arktis die pigmentarme Haut den Vorteil bot, daß die spärliche Sonnenstrahlung
optimal genutzt wurde. Der Farbstoffmangel der nordischen Menschen war
nötig, um bei fehlender Sonne genug Vitamin D zum Leben zu bilden. Die weiße
Menschenrasse (der nordische Mensch) kann also nur in nördlichen Gebieten jenseits
des 60sten Breitengrades entstanden sein, wo durch den Breitengrad, oftmalige Dauerbewölkung
und Nebel bedingt Sonnenmangel die Regel ist.
Hermann Wirth (deutsch-niederländischer Urgeschichtsforscher, geb. 1885) ist zu der
Erkenntnis gekommen, daß u.a. das Gärtnern in der Arktis entstanden sein müsse. In
dem „Führer durch das Ur-Europa, II. Teil: Einführung in die Ursymbolik und Urreligion“
steht (auf den Seiten 6 und 7): „Die Nordatlantiker vom Polarkreis brachten bei
ihrer Einfahrt in die neue Heimat des Pyrenäenkreises folgende Kulturgüter mit, die es
bis dahin im Abendland, im Nahen Osten wie in Afrika nicht gab: 1. eine monotheistische
kosmische Religion …; 2. eine vergeistigte, sinnbildliche Wortzeichenschrift …;
3. eine Hackbau-Kultur, die die Karsthacke wie die Saathacke besaß und die mit der
‚Kraft von oben’ gehandhabt wurde.“
Eine Entwicklung der Menschheit in Afrika kann sich auch nicht in der Art und
Schnelligkeit vollzogen haben, wie es uns die etablierten Wissenschaftler weismachen
wollen, denn die Notwendigkeit zu einer Veränderung der Lebensverhältnisse und einer
geistigen Höherentwicklung war in den warmen, sonnenverwöhnten Gebieten
Afrikas mit ganzjährig zur Verfügung stehenden Naturreichtum nicht gegeben. In solchen
Regionen der Erde, wo die Lebensmittel naturgegeben waren und mehr oder weniger
nur „von den Bäumen gepflückt“ werden brauchten, da hatten die Menschen der
Frühzeit logischerweise nun eben keine naturgegebene Veranlassung, nach höherer
geistiger Entwicklung zu streben und auch nicht einen so großen inneren Drang nach
Erkenntnis der höheren Zusammenhänge – nur die Not macht erfinderisch!
Es leuchtet ein, daß sich der Mensch erst in sonnenärmeren Gefilden (im nordischen
Bereich), wo die langen Winternächte die Imagination und Kreativität der Menschen
herausforderten, wo eine vorausschauende Vorratshaltung, intelligente Arbeitsteilung
und die Entwicklung einer höher gearteten, gemeinsinnigen Sozialordnung für das
Überleben der Gemeinschaft unbedingt erforderlich, ja not-wendig sind, zur Notwendigkeit
einer geistigen Weiterentwicklung veranlaßt sieht. Besonders die Zyklen der
extremen Gegensätze von sonnenarmen und sonnenreichen Jahreszeiten mit den wechselnden
Tages- und Nachtlängen sowie von Kalt- und Warmzeiten ermöglichten dem
nordischen Menschen (erst recht nördlich des 60-sten Breitengrades) die intensive
Wahrnehmung der Natur- und Lebenszyklen und forderten von ihm die Fähigkeit, sich
extrem umstellen zu können und sich den jeweiligen Bedingungen anzupassen.
An dieser Stelle muß aber auch darauf hingewiesen werden, daß sich in Gebieten der
Erde, in denen die gegebenen Naturbedingungen den Menschen der Frühzeit keine
ertragreiche Landwirtschaft ermöglichten, sich auch keine höhere Kultur und erst recht
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
182
keine Hochkultur herausbilden konnte, weil in solchen Regionen die Völker in der Regel
sämtliche Kräfte dafür aufbringen mußten, die Ernährung der Menschen halbwegs
zu gewährleisten, und gar nicht die Möglichkeit hatten, Menschen für die Erarbeitung
höherer kultureller Errungenschaften freizustellen.
Die Möglichkeit zu einer reichhaltige Erträge hervorbringenden Landwirtschaft ist die
grundsätzliche Voraussetzung dafür, daß sich in einem Land eine Hochkultur herausbilden
kann. Denn erst durch eine ertragreiche Landwirtschaft ist ein Volk in der Lage,
Menschen für andere Bereiche des gesellschaftlichen Lebens wie Handwerk, Künste,
Wissenschaft, Rechtsprechung, Religion usw. freistellen zu können und somit überhaupt
erst fähig, höhere Kultur hervorzubringen! Die Frage nach der Ursprungsregion
der geistigen Höherentwickelung der Menschheit kann daher erst befriedigend beantwortet
werden, wenn im nordischen Raum ausreichend landwirtschaftlich nutzbare
Flächen und eine ertragreiche Landwirtschaft ermöglichende Klimaverhältnisse nachgewiesen
werden können – dazu Genaueres im Kapitel: Die „Eiszeit“ war ganz anders.
Bei der Suche nach der Wiege der Zivilisation, erhalten wir weitere fruchtbare Hinweise,
wenn wir die Herkunftsregion der ältesten Religion der Erde – der Sonnenbzw.
Säulenreligion – ausfindig machen, denn nahezu alle alten Großkulturen sind in
ihrem Ursprung auf einen Sonnen- und Säulenkult zurückzuführen.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
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DER URSPRUNG
DES SONNEN- UND SÄULENKULTES
In fast allen alten Kulturen der Erde finden wir Spuren einer bis in Ur-Zeiten zurückreichenden
kosmischen Religion, die durch einen Sonnen- und Säulenkult gekennzeichnet
ist. Es stellt sich die Frage, wie und vor allem wo dieser Sonnen- und Säulenkult
entstanden sein könnte.
In Ägypten, wo Sonnenschein im Überfluß ständig vorhanden war und ist, wo im Alten
Reich der Pharao sogar als Sohn der Sonne, des Sonnengottes Re, galt, gab es keinen
besonderen, aus den unmittelbaren Natur- und Lebenszusammenhängen ersichtlichen
Grund, die Sonne zu verehren, denn am Nil bringt die Sonne die sengende Dürre.
Dort werden die Felder bestellt, wenn im November die Flut des Nils endet, und die
Frucht reift dort im Winter. Die Sonne wird in Ägypten, zumindest von den Fellachen,
eher als Feind empfunden. Warum sollte die Sonne im Rahmen einer Naturreligion in
Ägypten oder ähnlich sonnenreichen Ländern angebetet werden? – da wäre es doch
eigentlich viel passender, irgendwelche Regen-, Fluß- oder Tiergötter zu verehren.
Solche lassen sich in verschiedenen Kulturen selbstverständlich auch finden, doch sind
diese in der Regel einer jeweiligen Sonnengottheit weit untergeordnet.
Die Sonnenverehrung, d.h. der Sonnenmythos nebst all seiner religiösen Symbolik, ist
dort geboren worden, wo das Erscheinen der Sonne ein kosmisches Erlebnis von größter
Eindringlichkeit und Notwendigkeit gewesen sein muß – im Hohen Norden! (Anmerkung:
Es gilt in diesem Zusammenhang zu berücksichtigen, daß sich der Nordpol
bis zum letzten „Polsprung“ zum Ende der letzten Eiszeit an der Ostküste Südgrönlands
befand und der Nordseeraum und Mitteleuropa damals noch etwas näher am
Nordpol lagen als heute). Nur in den nördlichen, eisnahen Bereichen konnte die lebensspendende
und lebenserneuernde schöpferische Urkraft der Sonne und die Bedeutung
des Lichts so intensiv durch tiefstes Seelenerleben wahrgenommen und die scharfe
Unterscheidung der vier Jahreszeiten vorgenommen werden.
Das Leben der nordischen Menschen war extrem abhängig vom Erscheinen der Sonne,
ihr ganzes Dasein und die gesamte nordische Lebensart waren auf die Zyklen der Natur,
der Jahreszeiten und der Gestirne, vor allem aber der Sonnenbahn abgestimmt.
Daher verfolgten sie die Bahn der wärme- und lebensspendenden Sonne am Himmel
sehr genau. Unsere Vorfahren beobachteten, wie die Sonne im Osten aufgeht, ihre halbierte
Kreisbahn am Himmel zieht und dann im Westen hinter dem Horizont verschwindet,
wo die Sonne für sie anschaulich ins vermutete Reich der Unterwelt eintaucht,
um am Morgenhimmel im Osten wieder aufzusteigen. Sie nahmen wahr, daß
die Sonne zum Winter hin immer schwächer wird und immer kürzer am Himmel erscheint,
und wußten, daß sie den oft bedrohlich kalten Winter nur überstehen konnten,
wenn die Sonne im Frühjahr wieder an Kraft gewinnt. Sie hatten somit allen Grund,
die Sonne als Gottheit zu verehren und sie durch Opfer und Kulte günstig zu stimmen.
Viele Kulthandlungen waren daher der Wärme spendenden Sonne geweiht. Unübersehbar
ist die Zahl der nordischen Felszeichnungen mit verschiedensten Sonnensymbolen.
Die nordischen Felsbilder geben Auskunft davon, wie unsere nordischen Vorfahren
in ihren religiösen Kulten symbolisch die Sonne auf Schiffen trugen bzw. Sonnenschiffe
auf Schlitten zogen, um durch eigene Anstrengung dem Sonnengott zu dieREICHSBRIEF
NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
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nen. Auf vielen Felsbildern werden Sonnenschiffe mit „doppeltem Rumpf“ dargestellt,
wobei der untere Rumpf einen Schlitten darstellt, auf dem das Sonnenschiff im Winter
über Eis und Schnee durch die Unterwelt gezogen wird. Auch im alten Ägypten wurden
Kultboote getragen oder auf Schlitten gezogen.
In allen Kulturen, in denen wir Spuren eines Sonnen- und Säulenkults vorfinden, treffen
wir auch auf das Symbol der Sonnenspirale (Volutensymbol), welche das Motiv
der jährlichen Sonnenbahn in den nördlichen Breiten symbolisiert. Unsere atlantischnordischen
Vorfahren nahmen wahr, daß in den Breiten nördlich der Alpen die Sonne
im Winter kleine und im Sommer große Bogen am Himmel zieht, wobei die Bogen der
Sonnenbahn über dem Horizont bis zur Sommersonnenwende allmählich immer größer
werden und bis zur Wintersonnenwende zum kleinsten Bogen wieder zurücklaufen.
Dieser Unterschied in der Sonnenbahn über dem Horizont ist in südlicheren, dem
Äquator nähergelegenen Breiten geringer, aber im Norden sehr deutlich ausgeprägt.
Da sie davon ausgingen, daß die Sonne auch nachts ihre Bahn nicht verläßt, sondern
durch die Unterwelt gleitet, um am nächsten Morgen im Osten wieder aufzugehen,
stellten sie folgerichtig die Bahn der Sonne als Spirale bzw. als gegenläufige Spirale
dar.
Auch die megalithischen Steinkreise, mit denen die Atlanter Auf- und Untergänge
von Sonne, Mond und markanten Gestirnen am Horizont einvisierten, sind Kennzeichen
der nordischen Sonnenreligion. Diese Steinkreise sind Himmelsobservatorien
und Horizontalkalender – das Jahr ist ein Kreis rings um den Rand der Welt. Ebenso
ist das Kreuz im Kreis, oft als Keltenkreuz oder Ringkreuz, von Herman Wirth als
„Rechtkreuz im Kreis“ bezeichnet (Der Aufgang der Menschheit, Diederichs, Jena
1928), ein Symbol der Sonnenreligion. Da dieses Kreuz im Kreis, das als heiliges
Sinnzeichen in allen nordisch-atlantisch geprägten Kulturen zu finden ist, aus Naturbeobachtung
im hohen Norden am Polarkreis stammt, nennen wir es das Nordische
Kreuz.
Der Kreis dieses Kreuzes symbolisiert den durch den Horizont umschriebenen Großkreis
auf der Erdoberfläche, er ist das Sinnbild des Jahreslaufs der Sonne und des ewigen
Reigens. Das Kreuz in diesem Kreis symbolisiert die Verbindungsachsen zwischen
den markanten Orientierungspunkten des Sonnenlaufs im Jahreskreis. Die Nord-
Süd-Achse steht für die Verbindung der Punkte höchster und tiefster Sonnestände im
Norden und Süden zur Winter- und Sommersonnenwende beobachtet am Polarkreis
(66,5 Grad nördlicher Breite). Die Schnittpunkte der Ost- West-Achse dieses Kreuzes
mit dem Kreis stellen die Punkte der Tag- und Nachtgleichen im Osten und im Westen
dar, die Schnittpunkte von Kreuz und Kreis insgesamt stehen für die vier Himmelsrichtungen.
Kreuz und Kreis zusammen symbolisieren das grundsätzliche Daseinsprinzip
der Einheit, welche die Prinzipien von Polarität und Ausgleich in sich birgt, die
der im Zentrum seines Daseins (des Kreuzes) bzw. des Sonnenlaufs stehende Mensch
zu erkennen und zu beherzigen hat.
Der ewige Jahreslauf der Sonne mit seinen vier markanten Orientierungspunkten,
symbolisiert durch das Nordische Kreuz, ist seit der Altsteinzeit das Sinnbild der
zirkum(nord)polaren Ordnung der nordischen Menschen – Sinnbild der Einheit im
geordneten Kosmos. Noch die Trelleborgen, heilige Siedlungen der Wikinger, waren
nach dem Vorbild des Nordischen Kreuzes gestaltet. (Anmerkung: In den Insignien
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
185
des Deutschen Reichs finden wir das Symbol des Nordischen Kreuzes in Gestalt des
Reichsapfels wieder und im Zepter bzw. Lilienstab die Weltensäule der alten nordischen
Atlanter. Die Lilie, ein altes nordisches Symbol, ist zugleich auch als verzierte
Hagalrune zu sehen, ebenso als dreieinige kosmische Flamme).
Auch der Kreuzgott an den Externsteinen, aus religions- und kulturgeschichtlicher
Sicht eine Besonderheit, resultiert nicht aus einem personalen Gottes-Mythos, sondern
ebenfalls auch aus der Teilung des Jahreskreises in die beiden Sonnenwendpunkte im
Süden (Winter) und im Norden (Sommer) sowie die Punkte der beiden Jahresgleichen
im Osten und im Westen.
„Noch wurde der Mythos des wohlgeordneten Jahres des Guten, als Gleichnis empfunden.
Und auch der Jahresgott, zunächst zwiegestaltig, wiedergeboren und sterbend
– Zwiegesicht –, war zunächst ein Gleichnis. Die Überzeugung von der Existenz eines
höchsten Wesens, von Pater Wilhelm Schmidt („Der Ursprung der Gottesidee“,
Aschendorfsche Verlagsbuchhandlung, Münster 1954) so schlagend als
(nord)zirkumpolar und vormegalithisch-jungpaläolithisch nachgewiesen, hat das gute,
wohlgeordnete Jahr, den Jahreslauf der Sonne, von einer Beobachtung einer Naturgegebenheit
in den Rang eines ‚guten Wesens’, eines ‚Gottes’, eines anbetungs- und verehrungswürdigen,
weil vorausschauend aktiven und gestaltenden Mitspielers im Weltgeschehen
gemacht. Der Jahresgott, und damit der Kreuzgott, war geboren. Welche
staunende Erschütterung, als der sterbende Kreuzgott an den Externsteinen gefunden
wurde, mit geschlossenen Beinen stehend am Fels Vier, mit geneigtem Haupt, die ausgebreiteten
Arme nach rückwärts gebogen! Es handelt sich um eine natürliche Felsformation,
die die ganze Steinformation durchzieht, mit deutlichen Zutaten menschlicher
Arbeit, einem tiefen Loch an der rechten Seite des Körpers unterhalb der Rippen
und einem Stirnreif. Das Loch stellt den Speerstich in die Flanke dar, ursprünglich die
wintersonnenwendliche Südweststelle, aus der der junge Jahresgott geboren werden
wird. Der Ort war gefunden, wo sich der Jahresgott in Stein manifestiert hatte. Um
diesen Ort entstand in Stein die Darstellung des megalithischen Glaubens.“
(zitiert aus: Die Hochkultur der Megalithzeit, Gert Meier, Hermann Zschweigert, Grabert-
Verlag-Tübingen)
Der Glaube, der seit der Altsteinzeit im Europa nördlich der Alpen herrschte, beruhte
auf dem kultischen Sonnenjahr, es war der Glaube an die ewige Wiedergeburt des
Lichts und allen Lebens. Die „Sonne“ und die „Große Mutter Erde“ (Allmutter)
waren die Gottheiten der nordischen Menschen seit undenkbaren Zeiten. Die
Allmutter gebiert zur Wintersonnenwende ihr Kind, den jungen Jahresgott, der den
ewig neuen Jahreslauf der Sonne versinnbildlicht. Dieses Sinnbild ist Ausdrucksformel
des nordischen Wiedergeburtsglaubens: Wie nach dem Ende des Sonnenlaufs des Jahres
ein neuer Jahreslauf beginnt, so wird die Seele des Verstorbenen immer wieder von
neuem in ein neues Leben hineingeboren.
Der junge Jahresgott, der Gottessohn (Atlas, Baal, später Baldur usw.) gilt als Lichtbringergott
und symbolisiert zugleich die zyklische Wiedererstehung. Es handelt sich
bei der Sonnenreligion unserer frühen Vorfahren um eine kosmische Laienreligion, die
den nordischen Menschen die spirituelle Erfahrung des ewigen Wandels und der zyklischen
Wiederkehr – von Leben und Tod – gewahr werden ließ, die das Göttliche in
allem Leben erkannte und den Tod nicht fürchtete.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
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Der religiöse Aspekt der Wiedererstehung allen Lebens, den wir als Reinkarnationsgedanken
in so vielen Religionen wiederfinden, hat im hohen Norden seinen Ursprung.
Nur hier, nördlich des 60sten Breitengrades, sind die einzigartigen geophysikalischen
Voraussetzungen zur Entstehung einer aus den Naturgegebenheiten und den
Zyklen des Lebens erwachsenen kosmischen Gottesvorstellung mit Licht- und Sonnenverehrung
gegeben, die den nordischen Glauben ausmacht und als Sonnenreligion
in den ältesten Kulturen weltweit Verbreitung gefunden hat. Die Sonnenreligion konnte
nur hier im hohen Norden entstehen, sie mußte hier entstehen, keine andere Region
der Erde kommt ansonsten dafür in Frage.
(Anmerkung: Mit Beginn der „Großen Wanderung“ – die Abwanderungen nordischer
Stämme aus dem nordischen Raum, die bisher als indogermanische Wanderungen bezeichnet
wurden – bedingt durch die Verschlechterung des Klimas im nordischen
Raum und Naturkatastrophen, wandelt sich die Gottesvorstellung von der Gestirnsverehrung
zum personifizierten Götterglauben. Die Sonne wird ab nun bis in die hochgermanische
Zeit zwar weiterhin verehrt, aber mit Himmelsgottheiten identifiziert.
Aber auch im späteren germanischen Gott Odin (althochdeutsch Wuotan, Woden, ursprünglich
ein Beiname des Jahresgottes), der aus seinem Lebensatem (od) das neue
Leben hervorgehen läßt, ist der Urmythos vom Jahresgott als Sinnbild des Jahreslaufs
der Sonne noch erkennbar. Bei den aus dem nordisch-atlantischen Raum abgewanderten
Stämmen wird die weibliche Sonnengottheit zum männlichen Himmelsgott, dem
Lichtbringer- Gott. Bei den Daheimgebliebenen, die später als Germanen bezeichnet
werden, bleibt die Sonne weiblich! Auch der Wiedererstehungsglaube tritt gegen Ende
der Bronzezeit, mit Beginn der Urnenfelderzeit in den Hintergrund und wird durch die
Vorstellung des „Paradieses“ in Form der Siegeshalle Walhall abgelöst, in der die gefallenen
Helden nach ihrem Heldentod die Ehre haben, mit Odin zu speisen. Oft wird
vergessen, daß diese Vorstellungen lediglich den Stand der späteren Germanenzeit
widerspiegeln und die Verdrängung der ursprünglichen Religion sowie die Veränderung
der Stellung der Frau mit der Abwanderung aus der alten Heimat und den dadurch
bedingten Kriegszügen in Zusammenhang gesehen werden muß. In der nordischen
Kultur hatte die Frau eine außerordentlich hohe und gegenüber dem Mann ebenbürtige
Stellung. Erst nach dem Beginn der nordisch-atlantischen Wanderungen um ca.
2000 v.Chr., bei denen die militärische Schutzfunktion des Mannes eine große Rolle
spielte, trat die Stellung der Frau in den Hintergrund).
Wie wir den Überlieferungen entnehmen können, sind die beiden höchsten Sinnbilder
der nordischen Atlanter die Sonne und die Weltensäule, die der Germanen
die Sonne und die Irminsul (All-Säule) bzw. die Yggdrasil (Weltesche, Weltenbaum,
Sonnenbahn-Dreh-Säule), wobei sich die Germanen ihre heilige Säule vorwiegend als
Baum (Lebensbaum) vorstellten. Die Baumverehrung der Germanen gilt jedoch
grundsätzlich demselben kosmischen Prinzip wie die Verehrung der Weltensäule bei
den Atlantern, nämlich der Weltenachse bzw. Weltenseele. Auch die Obelisken in
Ägypten, die Totempfähle der nordamerikanischen Indianer, der Weltenbaum
der Maya, der Lebensbaum der Kabbala, der griechische Säulenkult, der im Deutschen
Kulturraum weitverbreitete Maibaum und auch der in vielen Teilen der Welt
verbreitete Weihnachtsbaum gehen alle auf den gleichen Kultus zurück und stehen
symbolisch für das Prinzip der Weltensäule, die auch als Himmelssäule, Himmelsstütze,
Weltenachse oder Weltenseele bezeichnet wird.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
187
Doch welche grundsätzliche Idee steckt hinter der Verehrung der Weltenseele/
Weltensäule?
Der Säulenkult resultiert aus der Verehrung der Weltenachse, die als verlängerte Erdachse
in den verschiedenen Zeitaltern auf den jeweiligen Himmelspol bzw. Polarstern
im fernen Kosmos zeigt. Die Weltenachse bzw. Weltensäule wurde auch als Weltenseele
verehrt, welche die irdische Welt mit dem heiligen Kosmos des Sternenhimmels
und der Welt der Ahnen verbindet. Nicht ohne Grund besitzen die „Säule“ und die
„Seele“, engl. „soul“, die gleichen Sprachwurzeln. Säulen- bzw. Menhirsetzungen galten
somit auch als Orte der Ahnenverehrung. Wie die Sonne nach der Wintersonnenwende
wieder nach oben steigt, so geschieht das auch mit der Seele des Verstorbenen
– und von neuem geht sie im Körper des Nachkommens auf.
Die Weltenachse war den sternenkundigen und seefahrenden Nordmeer- bzw. Seevölkern,
wie die Atlanter in verschiedensten Überlieferungen der Antike bezeichnet werden,
schon aus einem ganz praktischen Nutzen heilig, denn da durch sie der Himmelspol
bestimmt wurde, ermöglichte sie ihnen die Orientierung auf den Weltmeeren. Der
Himmelspol, um den sich die ganze Welt dreht, bringt als der ruhende Pol im Universum
Ordnung und Berechenbarkeit in das Sternenmeer, was zur Orientierung auf die
Verhältnisse der Erde übertragen werden kann.
Die Weltenachse war den Atlantern aber vor allem in religiöser Hinsicht heilig. Sie
wurde im kulturellen Einflußbereich der Megalithkultur auch als „Himmels- bzw.
Weltensäule“ oder als „Himmelsstütze“ bzw. „Säule des Himmels“ bezeichnet, da man
von der Vorstellung ausging, daß auf ihr das Himmelszelt ruht und dieses durch sie
gestützt werden müsse.
Sehr wahrscheinlich aufgrund von Erfahrungen aus verschiedenen Naturkatastrophen,
die als göttliche Strafen betrachtet wurden, befürchteten die Menschen der Antike, daß
ihnen der Himmel auf den Kopf fällt, wenn dieser nicht gestützt wird. Von der Himmelssäule,
um deren Spitze das Himmelsgewölbe mit den zirkumpolaren Sternbildern
sichtbar kreist, hing der Bestand der Welt ab, ihr Sturz bedeutete das Weltende. In allen
Kulturen auf der nördlichen Halbkugel war diese Vorstellung verbreitet, sie kann
aber nur im hohen Norden entstanden und von dort in südlichere Bereiche gelangt
sein.
Beobachter in südlicheren Breiten konnten nicht die Vorstellung einer „senkrechten“
Himmelssäule gewinnen, da für sie der Himmelspol niedrig über dem nördlichen Horizont
stand, doch ging man in den südlicheren Kulturen von der Annahme aus, daß im
Norden eine Himmelssäule (Weltensäule) steht, die den Himmel stützt und um deren
Spitze sich das Himmelsgewölbe dreht. Die Griechen nannten die Himmelssäule „stele
boreios“ (Nordsäule) oder Säule bzw. Säulen des Atlas. Atlas, der Himmelsstützer,
wurde geradezu als Personifikation der Weltachse gesehen. Bei Homer ist Atlas derjenige,
„der die mächtigen Säulen hält, die Erde und Himmel beiderseits stützen“. Aber
schon früh kam die Sage auf, „Atlas hat die Säulen des Himmels dem Herakles zum
Halten gegeben“ (Clemens Alexandrinus I, 15, § 73), daher bekamen die „Nordsäulen“
auch den Namen „Säulen des Herakles“. Seit dem 6. oder 5. Jahrhundert v.Chr.,
als der Norden Europas immer mehr aus dem Gesichtskreis der Mittelmeervölker verschwand,
bezeichnete man Säulen nördlich der Meerenge von Gibraltar als „Säulen
des Herakles“. Aber noch Apollodor aus Athen stellt ausdrücklich fest, daß Atlas dem
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Herakles nicht jene Säulen im Westen (wie manche unbelehrbare Atlantis-Phantasten
behaupten), sondern die Säulen im Norden, bei den Hyperboreern, zum Halten gegeben
habe (Spanuth, 1977, S. 149). (Anmerkung: Rein praktisch gesehen läßt sich das
Himmelsgewölbe natürlich auch nur im Drehpunkt von einem Himmelsstützer bzw.
von einer Weltensäule abstützen, daher konnte der Standort der Weltensäule ja nur der
Nordpol und mit der Weltensäule ja nur die Verlängerung der Erdachse gemeint sein,
die am Himmel auf den Himmelspol ausgerichtet ist).
Wenn an anderen Orten „Säulen des Herakles“ beschrieben werden, so sind darunter
Abbildungen jener imaginären Weltensäule zu verstehen, die den Himmel im Norden
stützen. Die Germanen nannten den Gott der Himmelssäule Irmin, der in den Edden
„Iörmun“ genannt wird. Auch ägyptische Texte sprechen von den „Säulen des Himmels,
die im Norden stehen“ und in den altägyptischen Mythen gibt es den göttlichen
Himmelsstützer (siehe unten). Die Ägypter nannten den Gott der Himmelsstütze „Tat“
oder „Schu“.
Da nach den Vorstellungen verschiedener alter Völker der Nordhalbkugel die „Himmelssäule“
(Weltensäule) im hohen Norden unter dem Polarstern stand, nahmen sie
an, daß sich auch die Heimat der sogenannten Nordmeer- bzw. Säulenvölker (Atlanter),
wo die Weltensäule stand, unter dem Polarstern am Nordpol befindet. Aus dieser
Vorstellung entstand der Mythos, daß das sagenumwobene Land der Götter – Hyperborea
– „jenseits des Nordwinds“, am bzw. in der Nähe des Nordpols lag. Selbstverständlich
war die Heimat der Nordmeer- bzw. Säulenvölker (Atlanter), zu deren nördlichen
Grenzgebieten ja auch Skandinavien gehörte, nicht am Nordpol, sondern nur in
relativer Nähe zu diesem heiligen Ort.
Das Weltbild der Ägypter um 1200 v.Chr. war damals von Süden nach Norden, ab
dem Äquator („kein Schatten zur Mittagszeit“) in zehn Bogen unterteilt. Für die alten
Ägypter lag der neunte Bogen an den „Enden der Erde im fernsten Norden“ und am
zehnten Bogen ruhte die Sonne um Mitternacht. Der ganze damals bekannte „Erdkreis“
wurde auch „alle neun Bogen“ genannt. Und genau von dort kamen nach den
Angaben Ramses III. die ,Nordmeervölker‘: „von den Inseln und Festländern am
,Großen Wasserkreis‘ (sin wur) im fernsten Norden“ bzw. „von den Enden der Erde“,
„von den Säulen des Himmels“, „aus der fernen Finsternis“. In den Inschriften werden
diese Völker auch „Neunbogenvölker“ genannt, weil sie „vom neunten Bogen, wo
der längste Tag 17 Stunden dauert“, stammen – dort stand nach damaligen ägyptischen
Vorstellungen „die Säule des Himmels“.
Der in den ägyptischen Überlieferungen erwähnte „Große Wasserkreis im fernsten
Norden“ ist identisch mit der Nord- und Ostsee, dort lagen nach den Vorstellungen der
damaligen Zeit auch die „Enden der Erde“ und die „Säulen des Himmels“. Die Ägypter
hatten die Vorstellung, daß der Himmel mit dem Polarstern, dem scheinbar einzig
ruhigen Punkt am Sternenhimmel, auf den „Säulen des Himmels“ aufliegt. Der „neunte
Bogen“ entspricht, wie schon F.A. Uckert in seiner „Geographie der Griechen und
Römer“ festgestellt hat, den Gebieten zwischen 52. und 57. nördlichen Breitengrad,
wo Norddeutschland, Dänemark und Südskandinavien liegen – ebenso das von Jürgen
Spanuth entdeckte Atlantis. Griechen und Römer haben dieses altägyptische Weltbild
übernommen. Auch Plinius der Ältere schreibt: „Der neunte circulus geht durch Britannien
und das Land der Hyperboreer (Kimbrische Halbinsel), dort dauert der längREICHSBRIEF
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ste Tag siebzehn Stunden“ (siehe J. Spanuth, Die Atlanter, S. 32), er bezeichnet die
Kimbrische Halbinsel mit dem Eridanus (= Eider), dem Schlammeer (= Wattenmeer)
und dem Bernsteinland (= Deutsche Bucht) als „Hyperboreerland“. Tatsächlich dauert
der längste Tag genau auf dem 54. Grad nördlicher Breite, dem Breitengrad
von Helgoland, siebzehn Stunden!
Im Atlantisbericht Platon’s wird überliefert, daß die heilige Weltensäule, auf der die
Gesetze Poseidons standen, im Zentrum der kreisförmig angelegten atlantischen
Hauptstadt Basileia (dem Hauptzentrum des Atlantischen Reichs), genau im Mittelpunkt
des Heiligtums des Poseidon errichtet worden war. In allen religiösen Zentren
der Atlantischen Kultur stand als höchstes Heiligtum ein symbolisches Abbild der
Weltensäule.
Um zu verhindern, daß der Himmel herniederstürzen und die Welt dadurch untergehen
würde, wenn die Himmelssäule bricht oder fällt, mußte sie bei religiösen Zeremonien
mit dem Blut von Opfertieren eingerieben werden. Dieser Brauch ist aus vielen Ländern,
in denen der Himmelssäulenkult geübt wurde, überliefert. Offenbar galt Poseidon
als Gott der Säule und des Beiles. Dazu paßt gut, daß auch in Griechenland in ältester
Zeit Poseidon an Säulen verehrt wurde und daß er das Beil oder die Doppelaxt
trug (Schweitzer, 1922, 93 ff.). Später wurde dann bei den Griechen der älteste Sohn
des Poseidon, Atlas (Krit. 114a), zum Gott der Himmelssäule oder zum Himmelsstützer.
Im Atlantisbericht überliefert uns Platon (Krit. 119c):
„Die Herrschaft und Gemeinschaft unter ihnen wurde aufrechterhalten nach
den Anordnungen des Poseidon, wie sie ihnen (den fünf königlichen Zwillingspaaren)
das Gesetz und die Inschriften überlieferten, die von den Urvätern auf
einer Säule aus Oreichalkos (Bernstein) eingegraben waren; sie stand in der
Mitte der Insel im Heiligtum des Poseidon.“
Im Heiligtum des Friesengottes Fosites/Poseidon auf Fositesland (Helgoland) müssen
noch im Jahr 689 n.Chr. „wunderbar geschmückte Steinsäulen“ gestanden haben, wie
von Wulfram (Vita Wulframni, Kap. 10) berichtet wird. Die Thing- und Gerichtssäulen
und die Markt- oder Rolandssäulen des Mittelalters sind vermutlich Nachfolger jener
Kultsäulen an Versammlungsstätten, die die Weltensäule darstellten. Das Gebiet nördlich
der Eider wird noch Anfang des 9. Jahrhunderts n.Chr. Sillendi oder Silland genannt,
das als Säulenland zu deuten ist (sil, sul = Säule), aus dem die „Säulenvölker“
(Kaphtoriter) bzw. „Nordmeervölker“ stammten, die zu Beginn des 12. Jh. v.Chr. zu
Wasser und zu Lande Ägypten angriffen und von Ramses III. geschlagen wurden.
Dem Buch „Nordfriesland, Heimatbuch für die Kreise Husum und Südtondern“ von
L.C. Peters ist zu entnehmen, daß die ältesten Schreibweisen der Insel Sylt noch Siland
lauten. In einer Weltkarte des damals in Palermo lebenden arabischen Geographen
Idrisi wird das Nordseeküstengebiet nördlich der Eider noch um 1130 n.Chr. Sila
genannt.
In einer Karte des Amtes Tondern von 1648 n.Chr. ist vor der Küste von Sylt auf Höhe
des 55. Breitengrades der untergegangene Ort Sillum eingezeichnet, dessen Name als
„an den Säulen“ gedeutet werden kann. Auch der Name der atlantischen Hauptstadt
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
190
Basileia, der sich als germanische Stammform nachweisen läßt, enthält die „Säule“
(sil): Ba = leuchten, erhaben; sil = Säule; eyja = Insel, was Basileia als die „erhabene,
strahlende (in der Rangfolge oberste) Säuleninsel“ ausweist (Zschweigert, DGG).
Auch in dem germanischen Heiligtum Yggdrasil ist die atlantische Säule „sil“ enthalten,
und in der heiligen Irminsul das „sul“.
„Viele hohe Berge, von Norwegen über die Alpen bis nach Süditalien,tragen
,Säulennamen‘, zum Beispiel Storsula, Norsaulo, Syltoppen, Storsylen, (Norwegen)
oder Sillkogel, Sulegg, Hochsäul (Alpen) und Sila (Italien). Mit hoher Wahrscheinlichkeit
entstanden diese Namen aus der Vorstellung von einem hohen Berg, der als
Säule den Himmel stützt. Die zahllosen Silberberge in Deutschland, gerade auch im
norddeutschen Tiefland, sind mit ,Silber‘, etwa durch Erzbergbau oder als Fundort
eines Silberschatzes, nicht zu erklären. In Wirklichkeit entstanden die Mehrzahl
dieser Namen aus sil, ,Säule‘, und beri, ,Berg‘. Es sind ursprünglich sil-berries,
,Säulenberge‘, auf denen Kultsäulen aus Holz oder Stein standen, Abbilder der
Himmels- oder Weltsäule. Als man die Bedeutung von sil-beri nicht mehr verstand,
wurde daraus ,Sil-ber-‘, und man fügte ,-berg‘ hinzu (eigentlich eine Tautologie),
weil der Name ohne Zusatz keinen Sinn mehr ergeben hätte. Den selben Vorgang
finden wir bei Europas größter Erdpyramide aus der Zeit um 3000 v.d.Ztr., dem 40
m hohen Silbury-Hill in England, auf dessen Plattform mit größter Wahrscheinlichkeit
eine Säule als Abbild der Himmels- oder Weltsäule gestanden hat, denn
sil/syl war eine Form des Wortes ,Säule‘.“
Gert Meier, Die deutsche Frühzeit war ganz anders, S. 266f
Die Weltensäule bzw. Himmelsstütze wurde auch als Sonnensäule bezeichnet, weil
man die Vorstellung besaß, daß die Sonne – nach ihrem Untergang im Westen und vor
ihrem Aufgang im Osten – während der Nacht im Norden auf der Höhe der Weltensäule
ihren Ruheplatz habe (Säule = „Ruheplatz der Sonne“). In vielen kultischen Darstellungen
wird die Weltensäule daher mit einem darüber angeordneten Sonnensymbol
dargestellt, so z.B. bei den Sumerern; bei verschiedenen Darstellungen der Irminsul,
wo man oft eine angedeutete Sonne in der Mitte über den beiden Volutenarmen findet;
beim hethitischen Mauerschrein in der Nähe der Ortschaft Beysehir finden wir drei
Weltensäulen mit jeweils zwei Volutenarmen und je einer Sonnendarstellung darüber;
auch die Ionischen Säulen in Griechenland symbolisieren mit ihren Voluten die Sonne
bzw. die Sonnenbahn über der Säule; ebenso ist unterhalb des Sonnenlochs in der
Sonnenwarte an den Externsteinen eine Weltensäule angeordnet. Säulen-, Sonnenund
Sternenkult sind unmittelbar miteinander verbunden und machen die kosmische
Religion der nordischen Megalithiker aus, sie stellen keine konkurrierenden
Religionen dar, wie dies irrtümlicherweise oft dargestellt wird.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
191
Die Gänge der Großen Pyramide von Giseh und die
Erdkugel. Der 30 Grad-Schacht aus der Königskammer
der Großen Pyramide zeigt genau auf den Himmelspol,
denn Kairo liegt auf dem 30. Breitenkreis,
d.h., der nördliche Himmelspol bzw. jeweilige Polarstern
ist in Kairo unter einem Winkel von 30 Grad
über dem nördlichen Horizont erkennbar (aus Pharaonen
und Sumerer – Megalithiker aus dem Norden,
Dieter Braasch, S. 121)
Auch in der Architektur
der Pyramiden und in
alten ägyptischen
Überlieferungen finden
wir verschiedene
Indizien, die dafür
sprechen, daß der
ägyptische Sonnen- und
Säulenkult seinen
Ursprung in den
nordischen
Megalithgebieten hat.
Zum Beispiel sind die in
nördlicher Richtung
nach außen führenden
Seelenschächte bzw.
Grabkorridore in den
Königskammern
ägyptischer Pyramiden
immer mit einem
Winkel von ca. 30° auf
den nördlichen
Himmelspol
ausgerichtet. Diese Ausrichtung der Seelenschächte ägyptischer Pyramiden ist religiös
begründet. Nach den alten ägyptischen Pyra-midentexten wünscht der tote König bei
seiner nächtlichen Aufersteh-ung zu den „Unvergänglichen“ des Ster-nenhimmels in
der Nähe des nördlichen Him-melspols emporzustei-gen. Unvergänglich, weil diese
Sterne nahe um den Drehpunkt des Himmelsgewölbes nicht hinter dem Horizont versinken,
und somit nach damaliger religiöser Vorstellung auch niemals in die Unterwelt,
das Totenreich, eintauchen.
Nun stellt sich die Frage, warum ein ägyptischer König zum Ende seines Lebens zum
himmlischen Nordpol will. Hierüber Auskunft geben die Pyramidentexte, die in den
Wänden von Königspyramiden der 5. und 6. Dynastie (2500-2200 v.Chr.) eingraviert
wurden und zum Teil aus prädynastischen Zeiten stammen. Sie stellen die ältesten
schriftlichen Hinweise zur Religion der herrschenden Schicht im Alten Reich dar und
sind noch zu großen Teilen erhalten. In den Pyramidentexten, von denen zwar einige
dem späteren Osirisglauben angepaßt wurden, sind die Anschauungen der alten Ägypter
über das Jenseits überliefert. Diese Texte dienten als Vorbereitung für die Fahrt der
Toten zu den Göttern. Hier einige Auszüge, die wir aus dem Buch Pharaonen und Sumerer
– Megalithiker aus dem Norden, Dieter Braasch, Grabert Verlag, entnommen
haben.
(§1168) „My father ascends to the sky among the gods who are in the sky; he stands in
the Great Polar Region, and learns the speech of the sun-folk. … he who is north of
waterway, the end of the sky.“
(§559) „Hail to you, Great Flood, butler of the gods, leader of the sun-folk!“
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
192
(§1567) „I (am saved?) by my father Osiris, the sun-folk have guarded me.“
(§1886) „O my father Osiris the King, on the thron of Re-Atum, that you may lead the
sun-folk.“
(§1766) „… The sun-folk in his two boats. My name is there in the horizon.“
(§2187) „The sun-folk shall come to you.“
Weitere Hinweise auf Verbindungen der Pharaonen zu einem mystischen Sonnenvolk
der Vorfahren im hohen Norden geben auch Inschriften auf den Särgen des Mittleren
Reichs. Diese späteren „Sargtexte“ haben die gleiche Bestimmung wie die Pyramidentexte
des Alten Reichs, sie sollen der Seele auf ihrem Weg zu den Göttern helfen.
Auch in den Sargtexten wird mehrfach ein Sonnenvolk erwähnt, das mit dem Ältesten
der ägyptischen Götter, dem Luftgott Schu, am Horizont lebt. Nach ältesten ägyptischen
Überlieferungen konnte das Leben erst beginnen, nachdem der Luftgott Schu
sich zwischen Himmel und Erde stemmte. Das Symbol des Gottes Schu wurde die
Himmelssäule. Nach den Sargtexten ist Schu ein (Spell 75) „selbst geschaffener Gott,
der allein ins Sein kam, älter als die Götter, er, der die Höhe des Himmels durchstieß
… die Sturmwolke des Himmels ist mein Ausfluß; Hagelstürme und Halbdunkel sind
mein Schweiß … Ich bin gebunden an meinen Platz der Ewigkeit“. Da der Drehpunkt
des Himmels nun unzweifelhaft am Nordpol liegt, kann Schu sich aber nur dort gegen
den Himmel gestemmt haben, was wiederum dafür spricht, daß der Himmelsstützenmythos
in Ägypten in frühester Zeit aus dem Norden übernommen wurde. Hier noch
einige weitere Auszüge aus den Sargtexten:
(317/288) „when Shu is at the head of the sun-folk.“
(1126) „The sun-folk. The crew of Re, whose number is unknown.“
(586) „Hail to you, O Re … O Blue-eyed one, who freshens eyes, whose power is severe“,
und Spell (467) „heads are given to me, and I knit on the head of the Blue-eyed
Horus.“
Die vorab zitierten Auszüge aus den Pyramiden- und Sargtexten belegen, daß es in der
alten ägyptischen Religion, in der sich die Pharaonen als Söhne des Sonnengottes Re
verstanden, also auch die Vorstellung eines „Sonnenvolkes“ hoch im Norden in der
„Polar-Region“ gab.
Die Ausrichtung der Seelenschächte auf den nördlichen Himmelspol, das offensichtliche
Bemühen des toten Pharaos in die „Polarregion“, zum Drehpunkt des Himmels, zu
gelangen, die Beziehungen zu dem Sonnenvolk in der Polarregion, der Himmelsstützenmythos,
die blauen Augen von Re und Horus sowie auch die Tatsache, daß die
Cheopstochter mit blonden Haaren dargestellt wurde, sprechen eindeutig dafür, daß
die frühen Pharaonen und die alte ägyptische Kultur ihren Ursprung im atlantischen
Nordwesten Europas, in der nordischen Megalithkultur haben.
Eine der größten und rätselhaftesten Entdeckungen der Archäologie, ja die phänomenalste
Hinterlassenschaft der gesamten Vorgeschichte, die den Schlüssel zur Beantwortung
vieler bisher ungelöster Fragen der Vorgeschichtsforschung in sich birgt,
ist die Externstein-„Pyramide“ (Externstein-Dreieck), deren geheimnisvolle Botschaft
wir in den nachfolgenden Kapiteln entschlüsseln werden.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
193
Die Externsteinpyramide
(Walther Machalett, Die Externsteine, Band 2,
Hallonen, Maschen 1970, S. 407)
DIE EXTERNSTEIN-PYRAMIDE
Die Externsteine bei Horn in der Nähe von Detmold am Rande des Teutoburger Waldes
zählen zu den ältesten Zentralheiligtümern der Welt, doch führen sie im etablierten
Geschichtsbild der heutigen Scheuklappen-Wissenschaft ein Schattendasein. Der eigentliche
Begründer der neueren Externsteinforschung ist der zuletzt in Maschen bei
Hamburg ansässige Forscher Walther Machalett (1901-1982). Aufbauend auf den Erkenntnissen
von Wilhelm Teudt (1860-1942), der in langjähriger Forschung grundlegendes
Wissen um die Externsteine erarbeitet hatte, kam Machalett zu ganz außerordentlichen
Erkenntnissen über die Externsteine, die bis heute geschichtlich nicht
eingeordnet werden konnten und von den allermeisten Vorgeschichtsforschern einfach
verdrängt werden.
Walther Machalett ist der Entdecker der von ihm so bezeichneten Externstein-„ Pyramide“,
die in Wirklichkeit ein gleichschenkliges Großraumdreieck ist, das mit den
Externsteinen an der Spitze sich von Mitteleuropa bis zum 30. Breitengrad in Nordafrika
erstreckt, wo die Insel Salvage im Atlantik (nördlichste Insel der Kanaren; nur
1,5 km² groß; zu Portugal gehörend) den westlichen und die Cheopspyramide den östlichen
Eckpunkt der Grundlinie bilden. Dieses Dreieck hat seinen Namen erhalten,
weil es die Vergrößerung einer Seitenansicht der Cheopspyramide darstellt. Das heißt,
das Großraumdreieck Externsteine-Cheopspyramide-Salvage hat den Schenkelwinkel
von 51°51’14,32’’, welcher genau dem Neigungswinkel der Cheopspyramide entspricht.
Konkret bedeutet das: Wenn
man auf der Landkarte von
der Cheopspyramide ausgehend
den Winkel von
51°51’14,32’’ am 30.
Breitengrad anlegt und die
Schenkellinie in nordwestlicher
Richtung bis nach
Mitteleuropa verfolgt, dann
geht diese Linie genau durch
die Externsteinanlage.
Legt man auf der anderen
Seite ebenso am 30. Breitengrad
von der Insel Salvage
im Atlantik ausgehend diesen
Winkel an, so führt auch
diese Schenkellinie durch
die Externsteinanlage. Das
ist schon erstaunlich und
scheint kein Zufall zu sein.
Das Außergewöhnliche an diesem Großraumdreieck ist jedoch der Breitengrad, auf
dem sich die Externsteine befinden – denn die Externsteine liegen haargenau auf
51°51’14,32’’ nördlicher Breite!
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
194
Der Meridian des Externstein-Dreiecks verläuft von den Externsteinen über Korsika
und Sardinien dicht an Karthago vorbei, wo er dann im Raum Ghadames den 30. Breitengrad
n.Br. schneidet. Die Seitenlinien dieses Großraumdreiecks sind die von Machalett
sogenannten Schlüssellinien. Auf diesen Linien fand Machalett die Kultstätten
des Altertums wie Perlen an einer Schnur aufgereiht. Von den drei Seiten des Externstein-
Dreiecks hat Machalett insbesondere die östliche Seitenlinie, die E-C-Linie (Externstein-
Cheops), untersucht. Von den Externsteinen kommend schneidet diese Linie
eine Reihe von Orten mit bedeutender mythischer oder kulturgeschichtlicher Vergangenheit,
u.a. Kassel, den Neunzehnberg nördlich von Bebra (mit seinem Mondobservatorium),
Staffelstein und den Staffelberg, Kottingeichendorf, den Olymp (der heilige
Berg und Göttersitz), Delos (der mythologische Geburtsort von Apollo und Artemis,
Sonne und Mond) und trifft dann auf die Cheopspyramide. Auch die erst im Jahr 2005
in Bosnien (ca. 30 km nordwestlich von Sarajevo nahe dem Ort Visoko) entdeckte ca.
100 Meter hohe Pyramide liegt genau auf der E-C-Linie.
Die Seitenlinien des Machalettschen Externstein-Dreiecks sind aber auch noch mit
anderen Liniensystemen vernetzt. Der griechische Fliegergeneral und Mathematiker
Theophanis N. Manias hat herausgefunden, daß 22 altgriechische Orte und die sieben
frühgeschichtlichen griechischen Orakelstätten (Delphi, Delos, Dodona, Eleusis, Epidaurus,
Olympia, Trophonium) nach einem geheimnisvollen geometrischen System
angelegt wurden. Diesem System liegen feste Streckenverhältnisse zugrunde – 9 des
Goldenen Schnitts und 18 der gleichen Entfernungen. Delos ist viermal Bezugspunkt
des Streckensystems des Goldenen Schnitts. Die sieben Orakelstätten des alten Griechenlands
sind also ebenso wie die alten Städte Griechenlands (Argos, Athen, Chalkis,
Epidaurus, Korinth, Mykenai, Nikosia, Sparta u.a.) als Standorte von Menschen geplant
und angelegt worden. Der westliche Punkt dieses Systems ist das Heiligtum von
Delos (Gert Meier, Die Externsteinpyramide,
DGG,2/2004). Die westliche Seitenlinie des
Externstein-Dreiecks, die E-S-Linie, verläuft von
den Externsteinen ausgehend u.a. auch mitten
durch das von Wolfgang Thiele entdeckte (über
10.000 km² große) Bodenhimmelsystem in
Südwestfalen, welches wir schon in
REICHSBRIEF NR.6 vorgestellt hatten.
Viel wurde schon über das Alter der Externsteine
spekuliert. Hermann J. Dörr berichtet in seiner
Schrift Die Externsteine – Urkunden versunkener
Kultur von einer Runenritzung auf dem Kopf von
Felsen-1 der Externsteine, die besagt, daß die Externsteine,
als jene Runen eingeritzt wurden, über
drei Präzessionen als Beobachtungsstätte gedient
hatten. (Anmerkung: Eine Präzession ist eine
Pendelbewegung der Erdachse mit einer Dauer
von 25.920 Jahren. Drei Präzessionen umfassen
einen Zeitraum von 77.760 Jahren).
Vermessungen an der Cheopspyramide ergaben
das Maß von 63,5 cm für ein Pyramidenmeter.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
195
Machalett erkannte dieses Maß als heiliges Urmaß jener frühen Kultur, die das Großraumdreieck
angelegt und die Pyramiden von Giseh errichtet hat. Er fand das Maß 127
cm (= 2 x 63,5 cm) als Durchmesser der Halbkugel bzw. des in den massiven Felsboden
der Externsteingrotte eingehauenen Kessels, der, wie aus der gesamten örtlichen
Situation erkennbar ist, eine aus zwei halbkugelförmigen Bronzeschalen zusammengesetzte,
maßstabgerechte Abbildung der Erde – einen vorgeschichtlichen Globus (im
Maßstab 1 : 10.000.000) von genau 127 cm Durchmesser enthielt.
Ebenso fand Machalett dieses Maß auch in der Höhe der Säule (vom Boden bis zur
Oberkante) im Sonnen- und Gestirnsbeobachtungsraum (Sacellum), dem sogenannten
Turmzimmer der Externsteine. 12.700 km mißt bzw. maß der Poldurchmesser der Erde
damals, das Maß von 127 cm bildet somit den zehnmillionsten Teil der Erdachse (Erdseele).
Jene frühe Kultur kannte also nicht nur die Kugelgestalt der Erde, sondern sie
verfügte auch über ein hohes geodätisches und himmelskundliches Wissen.
Die Säule im Sacellum der Externsteine mißt in der Höhe vom Boden bis zur Oberkante
127 cm und vom Podest bis zur Oberkante 84,6 cm, was dem Doppel der Megalithischen
Elle von 42,3 cm entspricht – die im ganzen Megalithbereich im Gebrauch gewesene
Elle bewegte sich um dieses Maß von 42,3 cm. Die Megalithische Elle mit
42,3 cm ist ein Drittel von 127 cm und die Hälfte von 84,6 cm. Das Säulenmaß im
Turmzimmer der Externsteine besitzt ein Verhältnis von 2 : 3, welches der Grundformel
des Goldenen Schnitts entspricht. (Anmerkung: Der Goldene Schnitt ist das
kosmische Proportionsgesetz der Schöpfung! – das Sonnensystem, jeder einzelne Planet,
jedes Atom, der Kristall wie auch der Baum, jede Blume und jedes Geschöpf gehorcht
diesem Gesetz. Ebenso ist dieses Gesetz das Grundgesetz der Musik, es ist
schon als Tongesetz in den einzelnen Schritten unserer Dur-Tonleiter verankert. Im
Goldenen Schnitt unterteilt man eine Strecke dergestalt, daß sich das kleinere Teilstück
zum größeren verhält wie dieses zum Ganzen, 2 : 3 wie 3 : 5 wie 5 : 8 usw.)
Der Neigungswinkel von 51°51’14,32’’ birgt eine mathematische Überraschung, wie
Gert Meier erläutert: „Der Arctangens dieses Winkels entspricht dem Quadrat der Zahl
2, geteilt durch die Kreiszahl Pi, mathematisch ausgedrückt: tan 51°51’14,32’’ = 4/Pi.
Sind das mathematische Spielereien, oder steckt Sinn dahinter? Sollten in der Form
und in den Maßen des Externstein-Dreiecks – und das Gleiche gilt für die Cheopspyramide
– mathematische Formeln hinterlegt sein? Die Neugier wird größer, wenn man
sich die Mühe macht, den Bruch 4 : Pi einmal auszurechnen. Dann erhält man nämlich
die Zahl 1,2732. Diese Größe – 1,2732 – entspricht dem Machalettschen Urmaß von
127 cm. Die Zahl dieses Maßes müßte genau lauten: 1,2732 cm“ (zitiert aus Deutschland
in Geschichte und Gegenwart, Sept. 2005).
Die Externsteine sind in Wirklichkeit Bestandteil eines größeren Anlagenkomplexes,
welcher auch das von Wilhelm Teudt entdeckte Himmelsobservatorium von Oesterholz
mit einschließt. Die astronomisch ausgerichteten mehrere hundert Meter langen
Wälle dieser Anlage, die den heutigen Sternhof umgeben, sind heute noch vorhanden
und auf dem Katasterplan deutlich zu erkennen. Der Sternhof liegt genau 6350 m
südwestlich der Externsteine. Diese Entfernung entspricht einem Vielfachen des machalettschen
Urmaßes von 127 cm, was darauf schließen läßt, daß der Ort, auf dem das
Himmelsobservatorium errichtet wurde, mit den Externsteinen als Bezugspunkt geplant
wurde. Der Grundriß der Anlage von Oesterholz enthält, darin waren sich
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
196
Der Grundriß der Anlage von Oesterholz
nach dem Katasterblatt (aus: Machalett)
Machalett und Teudt einig, den Konstruktionsplan der Externstein-„Pyramide“
und auch der Cheopspyramide.
Die als Visurlinien dienenden Wälle
und Mauern bilden ein unregelmäßiges
Sechseck und waren
ausgerichtet auf den Meridian
(Nord-Süd-Richtung), die südlichen
(Aufgang) und nördlichen (Untergang)
Mondextreme, und die vier
Fixsterne (Untergangspunkte):
Sirius, Kapella, Orion (Orionis –
Mintaka) und (Aufgangspunkt) Kastor.
Dem Konstruktionsplan der Anlage
von Osterholz liegt die Idee der
Siebenteilung des Kreises zugrunde,
die durch die drei Eckpunkte
des Seitenansicht-Dreiecks der
Cheopspyramide ermöglicht wird.
Die geometrische Konstruktion des
Siebensterns (Orion) findet sich
also sowohl im Grundriß der
Anlage von Oesterholz als auch in
der Seitenansicht bzw. dem Querschnitt
der Cheopspyramide (siehe
Neigung und Länge der großen
Galerie) wieder.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
197
Die Übereinstimmungen zwischen dem Grundriß der Anlage von Oesterholz und dem
Konstruktionsplan der Cheopspyramide ist nicht der einzige Bezug zwischen diesen
beiden Anlagen. Auffällig ist auch, daß zwei der Visurlinien der Oesterholz-Anlage
auf Orion und Sirius (im großen Hund) ausgerichtet sind, denn diese Sternbilder
standen im alten Ägypten im Mittelpunkt kultischer Verehrung.
Es könnten noch viele weitere Übereinstimmungen aufgezeigt werden, was aus Platzgründen
in dieser Schrift jedoch nicht möglich ist. Deshalb empfehlen wir zu diesem
Thema die Bücher: Die Externsteine, Walther Machalett, Verlag Hallonen, Maschen
1970, Bd. 1-5; Die deutsche Frühzeit war ganz anders, Gert Meier, Grabert-Verlag,
ISBN 3-87847-175-0; und Zeitschriften Deutschland in Geschichte und Gegenwart,
Grabert-Verlag: DGG – 2/2004, DGG – 3/2005, DGG – 4/2005.
Das Externstein-Großraumdreick (Externstein-„Pyramide“) ist schon an sich eindeutig,
die unübersehbaren Parallelen zwischen dem Himmelsobservatorium von Oesterholz
und der Cheops-Pyramide in Astronomie und Architektur geben einen weiteren Hinweis
darauf, daß es in der Frühzeit einen einheitlichen, bis nach Nordafrika reichenden
nordisch geprägten Kulturraum gegeben hat, dessen Zentrum in Westfalen war.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
198
DIE ENTDECKUNG DES GEWALTIGSTEN
KATASTROPHENEREIGNISSES
DER MENSCHHEITSGESCHICHTE
Eine Vielzahl neuerer vor- und erdgeschichtlicher Erkenntnisse sprechen dafür, daß
sich auf unserer Erde vor mehreren tausend Jahren in irgendeiner Form ein „Polsprung“
ereignet hat, der einhergehend mit gewaltigsten Kataklysmen das Bild der
Erde in vielen Regionen entscheidend umgestaltet, zur Verschiebung von Klimazonen
und auch zum Untergang vieler Kulturen geführt hat.
Erst mit Hilfe der Annahme eines solchen „Polsprungs“, der mit gewaltigen globalen
Naturkatastrophen einherging, können verschiedene, bisher nicht erklärbare Phänomene
gedeutet werden, wie z.B. das abrupte Ende der sogenannten (letzten) Eiszeit; die
zur Zeit der „Eiszeit“ eisfreien Gebiete in den heutigen Polarzonen (ganz Nord- und
Nordost-Sibirien und selbst Nordalaska waren eisfrei und es herrschte dort ein mildes
Klima); das Schockgefrieren vieler tausender Mammuts in Nord- und Nordostsibirien;
das Vorhandensein der vielen großen Eisschmelz-Seen in Nordamerika (am Rande des
ehemaligen Eises); großräumige Bodenablagerungen, die von gewaltigsten Überschwemmungen
zeugen; das Ragnarök und der Fimbulwinter der Edda; die überall auf
der Erde vorzufindenen Sintflut-Mythen usw.
Am 28. Oktober 1999 berichtete MSNBC Online:
„WISSENSCHAFTLER ERKENNEN
BEWEISE FÜR SCHNELLE KLIMAVERÄNDERUNG
In einer Studie, die man durchaus als Warnung verstehen kann, haben Wissenschaftler
nachgewiesen, daß sich das Weltklima plötzlich verändern kann. Beinahe wie ein
Thermostat, der von ‚Kalt‘ auf ‚Heiß‘ schaltet. Eine neue Methode zur Analyse von in
den Gletschern Grönlands eingeschlossenen Gasen hat bewiesen, daß eine mehrere
tausend Jahre währende Eiszeit vor ungefähr 15.000 Jahren schlagartig endete, weil
die Lufttemperatur plötzlich enorm angestiegen war. ‚Am Ende der letzten Eiszeit kam
es zu einer plötzlichen Erwärmung um 16° C‘, erklärte Jeffrey P. Severinghaus vom
Scipps Institut für Ozeanographie mit Bezug auf eine vor kurzem im Science-Magazin
veröffentlichte Studie. ‚Diese Erwärmung vollzog sich innerhalb von zwei Jahrzehnten.
Die bisherige Annahme ging davon aus, daß sich die Temperatur im Verlauf von
Jahrtausenden verändern würde. Wir haben aber festgestellt, daß sich dieser Vorgang
viel schneller vollzieht‘. Als mögliche Ursache nimmt Severinghaus eine warme Strömung
im Atlantik an, die zum schnellen Abschmelzen der großen Eisfelder führte, von
denen die nördliche Hemisphäre bedeckt gewesen war. Der Rückzug des Eises erstreckte
sich immer noch über mehrere hundert Jahre, aber der Beginn dieses Vorgangs
vollzog sich entschieden schneller, als es die Wissenschaft bisher für möglich
gehalten hat. Davon läßt sich ableiten: Severinghaus erklärte, das Weltklima sei über
lange Zeiträume stabil, verändere sich unter bestimmten Bedingungen jedoch plötzlich.
Dies sollte uns zu denken geben.“
(Unterstreichungen und Hervorhebungen durch den Verfasser)
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
199
Zum Thema „Polsprung“ gibt es die unterschiedlichsten Theorien und Spekulationen,
so daß darüber eigentlich nur ein großes Durcheinander kontroversester Meinungen
existiert und man sich bis heute nicht darüber einig ist, vor wieviel Tausend bzw.
Millionen Jahren sich dieser ereignet haben und wo der ehemalige Nordpol gelegen
haben mag.
Von den verschiedenen Polsprungtheorien, die wir durchdacht und überprüft haben,
mußten wir die meisten verwerfen, weil sie auf der irrigen Annahme aufbauen, daß die
Drehachse der Erde durch gewisse Einflüsse von außen oder aus dem Innern der Erde
(Gravitation, Umpolung des Erdmagnetfeldes o.ä.) relativ einfach ihre Schrägstellung
ändern könnte. Dies ist aber definitiv nicht der Fall, da das durch die Erdrotation erzeugte
Drehmoment die Ausrichtung der Erdachse immer stabil hält, abgesehen von
der leichten Pendelbewegung der Erdachse, die als Präzession bekannt ist, aber auch
diese ist eine konstante, berechenbare Bewegung. Um die Schrägstellung der Drehachse
der Erde zu verändern, müßte sich schon ein Einschlag eines Himmelskörpers gewaltigster
Größe ereignen, dessen Auswirkungen dann aber auch gewiß die Vernichtung
der gesamten Menschheit bedeuten würden. Daß sich zumindest in den letzten
hunderttausend Jahren die Schrägstellung der Erdachse über die bisher schon bekannten
leichten Pendelbewegungen hinaus nicht verändert hat, das bezeugt auch das althergebrachte
Wissen um die verschiedenen astronomischen Zyklen, das nur durch
weitestgehend feste Beobachtungsparameter und eine wiederholte Beobachtung regelmäßig
wiederkehrender Zyklen über sehr, sehr lange Zeiträume gewonnen werden
konnte.
Es gibt dennoch eine Möglichkeit, die Verlagerung der Polbereiche auf der Erdoberfläche
zu erklären, wenn man sich bewußt macht, daß die Erdkruste nur wenige Kilometer
dick ist und in Form verschieden großer, leicht gewölbter Platten (Kontinentalplatten)
auf dem flüssigen Erdmantel schwimmt. Im Verhältnis zu einem Hühnerei ist
die Erdkruste unserer Erde ungefähr so dünn wie beim Ei die Schale. Der Prozeß des
damaligen „Polsprungs“ könnte sich dann so vollzogen haben, daß nicht die Erdachse
ihre Stellung änderte, sondern daß die gesamte Erdkruste (z. B. durch einen
äußeren kosmischen Einfluß oder vielleicht sogar durch eine innere geophysikalische
Ursache) mit allen Kontinenten zugleich auf dem „glitschigen“ Erdmantel
flüssigen Gesteins verrutschte.
Im Rahmen einer Auseinandersetzung mit verschiedenen Eiszeit-Theorien in Verbindung
mit dem „Polsprung“-Phänomen arbeiteten wir im Herbst 2004 daran, die Lage
des ehemaligen Nordpols zu lokalisieren. Mit dem Wissen um die recht merkwürdige,
relativ polferne Zentrierung des eiszeitlichen Eisschildes auf der Nordhalbkugel
während der sogenannten Eiszeit, mit einer Vereisung bis zum 40. Breitengrad an der
nordamerikanischen Ostküste und einem völlig eisfreien Alaska und Sibirien, sowie
mit der Kenntnis verschiedener anderer Indizien, wie z.B. um die vielen Tausend
schockgefrorenen Mammuts, die man in Nord- und Nord-Ost-Sibirien im Permafrostboden
gefunden hat, hatten wir die Position des ehemaligen Nordpols vor dem
letzten „Polsprung“ bei ca. 65° nördlicher Breite und 40° westlicher Länge an der Ostküste
Südgrönlands ausgemacht.
Als wir diesen Punkt auf einem Kunststoffglobus mit einer Stecknadel markierten, auf
dem wir schon Monate zuvor schon die „Externstein-Pyramide“ des VorgeschichtsforREICHSBRIEF
NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
200
schers Walther Machalett (d.h. die Seitenansicht der „Cheops“-Pyramide auf dem
Globus mit den Eckpunkten Externsteine, „Cheops“-Pyramide, Insel Salvage) abgesteckt
hatten, fiel uns einige Tage später durch „Zufall“ auf, daß die doppelte Verlängerung
der Linie Cheops-Externsteine um das Abstandsmaß dieser Orte fast genau auf
die von uns vermutete Position des alten Nordpols weist! – wir mußten die Makierungsnadel
für den von uns ausfindig gemachten alten Pol auf unserem Globus nur um
ca. zwei Millimeter umstecken, damit die Verbindungslinie zwischen zwei der ältesten
und herausragendsten Kultplätze der Menschheitsgeschichte in ihrer doppelten Verlängerung
genau den ehemaligen Nordpol bei ca. 62° 30’ nördlicher Breite und 39°
30’ westlicher Länge an der Ostküste Südgrönlands markiert!
Es lief uns heiß und kalt den Rücken runter! – was hatten wir da mit dieser einfachen
Feststellung entdeckt? – wurden die Pyramiden von Giseh von unseren atlantischen
Vorfahren hauptsächlich als Erinnerungs- und Mahnmal dort in Ägypten
am Nil gebaut? Soll damit nach vielen tausend Jahren des geistig-kulturellen Wandels
und Niedergangs der Nachwelt die Möglichkeit gegeben sein, sich den „Polsprung“-
Kataklysmus, das unvorstellbare, bisher größte Katastrophenereignis der Menschheitsgeschichte
und ebenso die einstige Hochblüte der alten atlantischen Kultur ins Bewußtsein
zu rufen? Sollen die Giseh-Pyramiden die Nachwelt vor der Wiederholung
solch globaler Katastrophen warnen?
Es wurde uns alsbald klar, daß wir mit dieser Entdeckung auch die Lageposition des
auf Grönland vermuteten „Ultima Thule“ gefunden hatten, den heiligen mystischen
Ort, der in vielen alten Mythen erwähnt wird, von dem aber niemand mehr wußte, wo
er sich genau befindet und welche konkrete Bedeutung er hatte. Das „Ultima Thule“
war der Ort des ehemaligen Nordpols vor dem letzten „Polsprung“, welcher über mehrere
Hunderttausend Jahre für viele Ur-Kulturen der heiligste Ort der Erde war, da
nach der Vorstellung der alten Kulturen am Nordpol die Weltensäule steht, um die sich
das ganze Universum dreht – siehe Kapitel über den Sonnen- und Säulenkult. (Anmerkung:
Um die in dieser Schrift dargestellten Gesamtzusammenhänge zu veranschaulichen
und besser nachvollziehen zu können, empfehlen wir unseren Lesern, sich das
Externstein-Dreieck und den ehemaligen Nordpol auf einem Globus abzustecken bzw.
aufzuzeichnen).
Die Position des ehemaligen Nordpols vor dem letzten „Polsprung“ hatten wir also
gefunden – es handelt sich hier nur um eine einfache, aber sehr weitreichende Entdekkung,
die in verschiedensten Bereichen der Wissenschaft, wie z.B. der Geologie, der
Eiszeit-, Erdgeschichts-, Kulturgeschichtsforschung, Ägyptologie usw., große Auswirkungen
haben wird. Wie aber war nun der Zeitpunkt dieses gewaltigen erdgeschichtlichen
Ereignisses ausfindig zu machen?
Nach den meisten Eiszeitthesen soll die letzte „Eiszeit“ vor ca. 10.000-15.000 Jahren
zu Ende gegangen sein, wobei viele dieser Thesen ja noch von einem schleichenden
Ende der Eiszeit ausgehen. Von den Giseh-Pyramiden wissen wir durch Entdeckungen
des Pyramidenforschers Robert Bauval, daß diese vor ca. 12.500 Jahren (ca. 10.500
v.Chr.) erbaut wurden, und da deren Grundrisse auf den jetzigen, d.h. auf den neuen,
jetzigen Nordpol ausgerichtet (eingenordet) sind, ebenso auch der Meridian der „Externsteinpyramide“
gleichen Alters auf den jetzigen Nordpol zeigt, müssen die PyraREICHSBRIEF
NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
201
miden von Giseh auf jeden Fall nach dem letzten „Polsprung“, der das Ende der letzten
„Eiszeit“ herbeigeführt hat, errichtet worden sein.
Da anzunehmen ist, daß Bauwerke solcher Qualität nicht direkt nach solch einem Katastrophenereignis
errichtet worden sein können, weil die damalige Erbauer-Kultur
nach den gewaltigen Zerstörungen und damit verbundenen Hungerkatastrophen u.ä.
sicher mindestens erst einmal mehrere Jahrhunderte brauchte, um wieder auf die Beine
zu kommen, sich neu zu organisieren und die Erde neu zu vermessen, ist es realistisch,
daß sich der „Polsprung“-Kataklysmus mindestens 1.500 Jahre vor dem Bau der Pyramiden
von Giseh, also in der Zeit vor 12.000 v.Chr. (mind. 14.000 Jahre vor heute)
ereignet hat. Diese Zeitangabe würde auch mit den Datierungen von den meisten
Mammut-Funden im Permafrostboden Nord- und Nordost-Sibiriens übereinstimmen,
die im Mittel auf ein Alter von ca. 14.000-15.000 Jahren schließen lassen.
Weitere interessante Informationen, die uns der konkreten Datierung des „Polsprung“-
Kataklysmus näher brachten, fanden wir in dem Buch Der zwölfte Planet (aus dem
Jahr 1976) von Zecharia Sitchin. Durch dieses Buch erfuhren wir, daß in den alten
sumerischen Schriften ein Planet namens Nibiru erwähnt wird, der zu unserem Sonnensystem
gehören, aber neben unserer Sonne noch eine zweite, längst erloschene
„Schwarze Sonne“ umlaufen soll. Dieser Planet soll ca. fünfmal so groß wie die Erde
sein und für seine weitgezogene elliptische Umlaufbahn ca. 3.600 Jahre benötigen.
In den sumerischen Schriften wird Nibiru auch der Zwölfte Planet genannt (Sonne und
Mond wurden dabei mitgezählt). Ein langer mesopotamischer Text, „Epos der Schöpfung“,
beschreibt, daß dieser Planet nach einer kosmischen Kollision, bei welcher der
Asteroidengürtel sowie unsere Erde und unser Mond entstanden sein sollen, in einem
weiten elliptischen Orbit von unserer Sonne eingefangen wurde. Er soll eine rechtsläufige
Umlaufbahn besitzen, entgegengesetzt zur Bewegungsrichtung der Planeten unseres
Sonnensystems. Nach Angaben der alten sumerischen Schriften soll Nibiru ein rötliches
Aussehen besitzen. Bei seinem Erscheinen soll er regelmäßig mehr oder weniger
gewaltige Katastrophen auf der Erde verursachen. Laut Zecharia Sitchin
sollen die Völker der Antike die periodische Annäherung des 12. Planeten als ein
Zeichen großer Unruhen und Veränderungen auf der Erde sowie als das Ende
einer Herrschaft und Ära betrachtet haben. Die sumerischen Schriften sprechen
über das periodische Auftauchen des 12. Planeten als ein „erwartetes, voraussagbares
und beobachtbares Ereignis“.
Mit unterschiedlichen Namen soll Nibiru in den Mythen und Prophezeiungen der verschiedensten
Kulturen enthalten sein, insgesamt soll es 35 Namen für ihn geben – z.B.
bezeichneten ihn die Babylonier als Marduk; die Griechen als Typhon; die Ägypter als
Apep oder Seth; die Hopis als Roten Stern; die Chinesen als Gung-Gung oder Roter
Drache; die Majas als Himmlischen Quetzalcoatl; in der Geheimen Offenbarung des
Johannes (8,10-12) ist der Name dieses Sterns Wermuth.
Wegen zu vieler abgehobener und wirklichkeitsferner pseudo-esoterischen Spekulationen
und eines penetrant auf den meisten Seiten dieses Buches vertretenen krampfhaften
UFO- und Außerirdischen-Wahns können wir dieses Buch von Zecharia
Sitchin zwar nicht insgesamt weiterempfehlen, doch die Berichte in diesem Buch über
den Zwölften Planeten (Nibiru) mit einem Bahnzyklus von ca. 3.600 Jahren scheinen
den alten sumerischen Schriften tatsächlich zu entsprechen.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
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(Anmerkung: In diesem Buch sind viele schöne Abbildungen von sumerischen Götterdarstellungen
zu finden, die Sitchin durchweg als Außerirdische weiszumachen versucht,
wobei sämtliche Götterbildnisse in diesem Buch eindeutig als nordisch
identifiziert werden können, da sie in den meisten Fällen nicht nur Hörnerhelme tragen,
sondern auch noch zusammen mit verschiedenen anderen nordischen Heiligtümern
und Symbolen, wie der Weltensäule bzw. der Irminsul, Sonnensymbolen, dem
Nordischen Kreuz [Keltenkreuz] u.a. abgebildet sind. Eine dieser Abbildungen in diesem
Buch zeigt auch einen Mauerschrein mit der Darstellung der atlantischen Urgötter
Poside und Kleito mit ihren zehn Kindern, den fünf männlichen Zwillingspärchen,
genau so, wie Platon sie beschreibt. In diesem Mauerschrein ist auch dreimal
die Irminsul und ebenso dreimal die Sonne symbolisiert, also ein eindeutiges nordischatlantisches
Heiligtum – für UFO-Guru Sitchin sind die darauf abgebildeten Figuren
jedoch selbstverständlich außerirdische Götter).
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
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Auch im Pergamonmuseum in Berlin gibt es Hinweise auf diesen Planeten, dort wird
unter der Katalognummer VA/243 ein ungefähr 4500 Jahre altes akkadisches Rollsiegel
aufbewahrt, auf dem die älteste uns bekannte Darstellung unseres Sonnensystems
abgebildet ist. Es handelt sich bei dieser Sternenkarte um eine Sensation, denn
auf ihr sind alle Planeten in den richtigen Größenverhältnissen dargestellt, einschließlich
Pluto, der erst 1930 entdeckt wurde. Im Unterschied zu gewöhnlichen Darstellungen
unseres Sonnensystems zeigt diese alte Sternenkarte zwischen Mars und Jupiter
noch einen weiteren, für unsere heutigen Astronomen unbekannten Planeten.
Anscheinend hatte man auch im alten Ägypten Kenntnis von diesem Planeten, denn im
Jahr 1857 fand Heinrich Karl Brugsch in einem Grab in Theben auf einem Sargdeckel
eine Himmelskarte, auf der alle Planeten unseres Sonnensystems eingezeichnet sind,
samt Pluto und einem zusätzlichen Planeten – so berichtet H.-J. Zillmer in seinem
Buch Irrtümer der Erdgeschichte auf Seite 127f.
Obwohl sein Buch Der zwölfte Planet voll von pseudo-esoterisch eingefärbten Fehlinterpretationen
ist, hat Sitchin mit der Verbreitung des altsumerischen Wissens um den
Planeten Nibiru uns doch einen entscheidenden Impuls für die Erforschung und Datierung
von Katastrophenereignissen in der Vorgeschichte geliefert. Als wir bei Sitchin
vom ca. 3.600-Jahre-Zyklus des Planeten Nibiru lasen, brachten wir damit gleich den
Ausbruch des Vulkans Santorin (Thera) in Verbindung, der sich im Jahr 1628 v.Chr.
ereignet haben soll, und es fielen uns relativ schnell noch verschiedene andere Ereignisse
ein, die auf ca. 1600 v.Chr. datiert werden. Neben dem gewaltigen Vulkanausbruch
auf der Insel Santorin sollen damals auch der Ätna und der Vesuv, ja, sämtliche
Vulkane im Mittelmeerraum zur gleichen Zeit ausgebrochen sein und es gibt viele Anzeichen
dafür, daß diese Katastrophe um das Jahr 1628 v.Chr. weltweite Ausmaße
hatte, also eine globale Katastrophe war.
Schon im Vorfeld, aber besonders im Anschluß an dieses Katastrophenjahr kam es in
vielen Gebieten der Erde zu längeranhaltenden klimatischen Verschlechterungen.
Der Kälteeinbruch der damaligen Zeit kann u.a. durch das Studium der Jahresringe an
fossilierten Bäumen nachgewiesen werden. In diese Zeit fallen: der Exodus der Hebräer
aus Ägypten (immer mehr unabhängige Vorgeschichtsforscher gelangen zu der
Überzeugung, daß der Exodus genau zur Zeit des Santorin-Ausbruchs stattgefunden
hat!); das Ende des Klimatischen Optimums in Nordeuropa; der Untergang des
Mittleren Reichs in Ägypten (das Nilhochwasser blieb aus); der Klimawandel in der
Sahara; die Himmelsscheibe von Nebra; die Einleitung des Untergangs der minoischen
Kultur; die deukaleonische Flut in der Ägäis; Aufzeichnung der Gilgamesh-Legende;
der Zug der Olmeken von Nord- nach Mittelamerika und viele andere Ereignisse.
Da nach 1628 v.Chr. (Ende des Klimatischen Optimums) die Ernteerträge im Nordund
Ostseeraum nun nicht mehr ausreichten, all die dort ansässigen Menschen zu ernähren,
wanderten von dort die ersten Stammesverbände ab (die ersten schon ab ca.
2000 v.Chr.), die Skythen zogen nach Osten und andere in den Mittelmeerraum, wo
sie um 1600 v.Chr. auf dem Gebiet des heutigen Griechenlands als die Archäer (Homer)
die mykenische Kultur, in Klein-Asien (heutige Türkei) die hethitische Kultur
und nur einige Zeit später auf dem Gebiet des heutigen Italiens zwischen Arno und
Tiber die etruskische Kultur gründeten.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
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Bestätigen all diese Ereignisse die Aussagen der alten sumerischen Schriften? Erreichte
der Planet Nibiru 1628 v.Chr. seinen erdnächsten Punkt und löste weltweit gewaltige
Naturkatastrophen aus? Heißt das, daß wir bald wieder mit dem Erscheinen Nibiru’s
zu rechnen haben? Daß wir in apokalyptischen Zeiten leben, und daß in Kürze ein
geistig-kultureller Paradigmenwechsel samt einer weltpolitischen Wende bevorsteht
und dies auch von vielen Prophezeiungen für unsere Zeit vorhergesagt wurde, darüber
haben wir schon in verschiedenen Schriften berichtet, doch jetzt wurde es selbst uns
ein wenig mulmig! – es kam uns vor, als wäre uns aus der tiefen Vergangenheit kommend
ein kühler Hauch des menschheitsgeschichtlichen Schicksals durch die Glieder
gefahren.
Die Vorstellung von Nibiru’s baldiger Wiederkehr war bisher nur eine Vermutung,
jedoch wurde die ganze Sache nun immer spannender! – dabei wollten wir doch anfangs
eigentlich nur die Vorgeschichte der germanisch-deutschen Kultur erkunden und
dafür gewisse Rätsel und Widersprüche der etablierten Eiszeittheorien auflösen. Es
blieb uns nichts anderes übrig, als weiter zu forschen, und so versuchten wir noch einige
markante Ereignisse in der Vorgeschichte um 1600 v.Chr. und der Zeit davor ausfindig
zu machen. Hinweise auf weitere größere vorzeitliche Katastrophenereignisse
auf unserem europäischen Gebiet, fanden wir in Schottland, Norwegen und Deutschland.
An der Nordostküste Schottlands soll sich vor ca. 7.000-7.500 Jahren eine gigantische
Flutkatastrophe ereignet haben, von der noch heute meterdicke Ablagerungen
vorzufinden sind. In Norwegen soll es ca. vor über 7.000 Jahren durch Gashydratfreisetzung
am oberen Kontinentalabhang zu einer der größten weltweit bekannten
Rutschungen gekommen sein. Bei dieser sogenannten Storegga-Rutschung sind
insgesamt über fünftausend Kubikkilometer (!) Kontinentalmasse bis zu 800 Kilometer
weit in die tiefere Nordsee abgerutscht. Es ist sehr wahrscheinlich, daß die
gewaltigen Überschwemmungen an der Nordostküste Schottlands mit der Storegga-
Rutschung in Zusammenhang stehen. Auch in Deutschland fanden wir Hinweise auf
eine gewaltige Katastrophe in der Vorgeschichte, und zwar vor ca. 11.000 Jahren, zu
dieser Zeit sind in der Eifel zum letztenmal die Vulkane ausgebrochen. Weiter
vorne hatten wir für den „Polsprung“-Kataklysmus einen Zeitpunkt postuliert, der
mindestens 1.500 Jahre vor dem Bau der „Cheops“-Pyramide liegt, also vor über
14.000 Jahren anzuordnen ist. Halten wir die ungefähren Zeitpunkte all dieser Katastrophen
einfach mal im Hinterkopf fest.
Wenn wir jetzt einmal davon ausgehen, daß im weltweiten Katastrophenjahr 1628
v.Chr. der Planet Nibiru (Marduk, Planet X, Wermuth usw.) zum letztenmal um unsere
Sonne herum- und damit auch an der Erde vorbeigezogen ist, dann ist innerhalb der
nächsten Jahre mit seiner Wiederkehr zu rechnen! Aus den alten sumerischen
Schriften wissen wir, daß der Zyklus Nibiru’s nah bei 3.600 Jahren liegt. Da dieser
Planet bisher (wir schreiben das Jahr 2007) nicht an der Erde vorbeigezogen ist, ist ein
Zyklus von 3.634 Jahren (1.628 Jahre + 2.006 Jahre) auszuschließen. Wir müssen den
Bahnzyklus Nibiru’s also um ein, zwei oder drei Jahre länger ansetzen. Gehen wir
einmal von einem Zyklus von ca. 3636 Jahren aus, dann würde er im Jahr 2008 in
den Bereich des inneren Sonnensystems kommen. Wobei er dann aus dem fernen
All kommend von unserer Sonne auf Höchstgeschwindigkeit beschleunigt um sie herumziehen
wird, um dann wieder in das Weltall hinauskatapultiert zu werden. Zu einem
bestimmten Zeitpunkt, und zwar spätestens, wenn er auf seiner Bahn seinen erdREICHSBRIEF
NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
205
nächsten Punkt hinter sich gelassen hat, werden sich die durch seinen Gravitationseinfluß
in der Erde und auf der Erdkruste aufgebauten Spannungen in Form von verschiedenen
Katastrophen (Erdbeben, Vulkanausbrüchen u.ä.) entladen. Die Schwere und
Intensität der Katastrophen wird bei jeder Wiederkehr dieses Planeten entscheidend
davon abhängig sein, wie nah sich Nibiru und Erde auf ihren Bahnen um die Sonne
zum Zeitpunkt ihrer größten Annäherung tatsächlich kommen.
So, und nun wird’s interessant! – wenn wir ausgehend von dem Jahr 2008 nun einmal
in der Zeit zurückgehen und die Multiplikatoren von ca. 3.636 Jahren untersuchen
(3.636 Jahre x 2 = 7.272 Jahre, 3.636 Jahre x 3 = 10.908 Jahre und 3.636 Jahre x 4 =
14.544 Jahre), dann ist festzustellen, daß die Zeitpunkte der großen, geschichtlich belegten
Naturkatastrophen genau in das Schema der hier ermittelten Zahlen hineinpassen,
also genau mit dem 3.636-Jahreszyklus von Nibiru übereinstimmen!
Wie zuvor schon genannt, sollen sich die gigantische Flutkatastrophe an der Nordostküste
Schottlands vor ca. 7.000-7.500 Jahren und die Storegga-Rutschung vor ca.
über 7.000 Jahren ereignet haben – diese Datierungen stimmen mit dem 3.636-
Jahreszyklus überein, wenn man diesen mit zwei multipliziert = 7.272 Jahre. Die
Vulkane in der Eifel sollen vor ca. 11.000 Jahren das letztemal ausgebrochen sein –
der 3.636-Jahreszyklus mit drei multipliziert ergibt 10.908 Jahre. Für das Ende der
Eiszeit, das Schockgefrieren der Mammuts in Sibirien bzw. den Zeitpunkt des „Polsprung“-
Kataklysmus hatten wir zuvor auf andere Weise einen Zeitpunkt ermittelt, der
ca. 14.000-15.000 Jahre zurückliegt – der 3.636-Jahreszyklus mit vier multipliziert
ergibt 14.544 Jahre! Liebe Leser, rechnet bitte alles nach und recherchiert die Datierungen
der Katastrophenereignisse selber – auch ihr werdet feststellen, daß einfach
alles paßt!
Hier die Umrechnung auf die konkreten Jahreszahlen: 3.636 Jahre vor dem Jahr
2008 = 1.628 v.Chr. – Ausbruch des Vulkan Thera (Santorin) in der Ägäis u.a.
7.272 Jahre vor dem Jahr 2008 = 5.264 v.Chr. – Flutkatastrophe in Schottland; Storegga-
Rutschung in Norwegen 10.908 Jahre vor dem Jahr 2008 = 8.900 v.Chr. –
die letzten Vulkanausbrüche in der Eifel 14.544 Jahre vor dem Jahr 2008 = 12.536
v.Chr. – „Polsprung“, Schockgefrieren der Mammuts, Ende der „Eiszeit“.
An dieser Stelle möchten wir alle an der Erforschung der Vorgeschichte Interessierten
bitten, dabei mitzuhelfen, nach Spuren von Katastrophen-Ereignissen in der Vorgeschichte
zu suchen, die in dieses Zeitraster passen – wir selber können hier nur einen
kleinen Anstoß geben. Bezüglich der Datierungen von Ereignissen in der Vorgeschichte
gilt es zu bedenken, daß man bei offiziell angegebenen Datierungen manchmal einen
gewissen „Spielraum“ berücksichtigen muß, weil die wissenschaftlichen Methoden
zur Bestimmung von Daten, die mehrere Tausend Jahre zurückliegen, auch heute
noch ziemlich ungenau sind.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
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DER „POLSPRUNG“-KATAKLYSMUS
12.536 v.Chr. KONKRET
Konkret kann man sich den „Polsprung“, genauer die Verlagerungen der Polbereiche
auf der Erdoberfläche so vorstellen: Über mehrere Hunderttausend, sehr wahrscheinlich
sogar über 1,5 Millionen bis mehrere Millionen Jahre (zumindest über den Zeitraum
der sogenannten Eiszeiten) lag die Position des geographischen Nordpols der
Erde an der Ostküste Südgrönlands auf ca. 62° 30’ nördlicher Breite und 39° 30’ westlicher
Länge. Als Planet Nibiru vor ca. 14.500 Jahren (um 12.536 v.Chr.) auf seiner
Bahn um unsere Sonne sehr nah an der Erde vorbeizog, kam es durch den gravitativen
Einfluß dieses Planeten zu einem ruckartigen Verrutschen (in wenigen Stunden) der
Erdkruste, wodurch die Lage des Nordpols um ca. 3.050 km in das heutige Nordpolarmeer
verschoben wurde. Die Erdachse änderte dabei ihre Stellung nicht, sondern
blieb in derselben Position in Relation zur Sonne – lediglich die Erdkruste verschob
sich in eine neue Position!
Durch diese spontane Verrutschung der Erdkruste brachen sämtliche Spalten zwischen
den tektonischen Platten der Erdkruste auf und weltweit ereigneten sich gewaltige Kataklysmen
mit Erdbeben, Vulkanausbrüchen und Überschwemmungen ungeheuren, ja
für unser Denken unvorstellbaren Ausmaßes. Aus der Perspektive des Menschen auf
der Erde muß der optische Eindruck entstanden sein, als ob der Himmel fortgezogen
würde. In Wirklichkeit war es jedoch nur die Erdkruste, die auf dem Erdmantel verrutschte.
Unzählige Vulkanausbrüche verdunkelten die Atmosphäre, wodurch der
Himmel auf der gesamten Erde über Wochen fast völlig verdunkelt wurde. Nord-
Alaska, Nord- und Nordost-Sibirien wurden innerhalb weniger Stunden in die Polarregion
verlagert, wodurch es dort schlagartig zu einer extremen Abkühlung kam. Erst
seit dieser Zeit gibt es hier den Permafrostboden.
Während des „Polsprung“-Kataklysmus brachen die Wassermassen der Meere und
Ozeane über die Tieflandgebiete der Kontinente herein, es kam zu gewaltigsten Überschwemmungen
(Superfluten, noch viel gigantischer als die größten Tsunamis), von
denen man sich heute kaum ein Bild machen kann. Dabei wurden riesige Mengen an
Schlamm, Lehm, Geröll und Sand bewegt, welche viele Hunderttausende Quadratkilometer
der kontinentalen Tieflandgebiete flächendeckend mit meterhohen Geröll-,
Schlamm-, Lehm-Sand- oder Lehm-Ablagerungen überdeckt und teils auch moränenähnliche
Ablagerungen von teils bis zu 150 Meter Höhe hinterlassen haben. Die Wassermassen
schwappten in großen Zyklen viele Male hin und her, auf dem Höhepunkt
der Überschwemmungen stand die gesamte norddeutsche Tiefebene bis ins Münsterland
im Schnitt ca. 200 Meter unter Wasser (Schlamm- bzw. Lehmwasser).
In der Phase der Erdkrustenverrutschung erhoben sich auf einigen Kontinenten große
Gebiete aus dem Meer, wie z.B. in den mittleren USA (im Bereich des Missouri-
Mississipibeckens), und einige Gebirge bzw. Teile von Gebirgen sind durch Heraushebung
bzw. Faltung neu entstanden. Zum Beispiel ist in Nordamerika das Colorado-
Plateau um fast zweitausend Meter angehoben worden – wobei auch große Wassermassen
mit emporgehoben wurden, welche wiederum in relativ kurzer Zeit den Grand
Canyon haben entstehen lassen (Zillmer, Die Evolutionslüge, S. 49ff). Vieles spricht
dafür, daß tatsächlich erst zu diesem Zeitpunkt die Dinosaurier ausgestorben sind
(Anmerkung: Lieber Leser, auch wir konnten anfangs darüber nur schmunzeln), wie
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
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Hans-Joachim Zillmer es in seinen Büchern beschrieben hat und wie viele Funde von
unversteinerten Dinosaurier-Knochen beweisen – hier Zillmer im Originaltext:
„Die wie frisch hinterlassen wirkenden Wasserstandslinien in den trockenen Seen der
heutigen Wüstengebiete im Gebiet des Colorado-Plateaus sind ein Mahnmal für jeden
Besucher, wie schnell sich eine Landschaft verändern kann. Deshalb findet man heutzutage
die Dinosaurierskelette am Rande dieser früheren Seen wie Ölsardinen in der
Büchse, meist zusammen mit Krokodilen und Schildkröten in einer Art zusammengeschwemmtem
Massengrab, das aus einem Knochenwirrwarr besteht …
Wie in meinem ,Dinosaurier Handbuch‘ ausführlich diskutiert, waren die meisten Dinosaurierarten
auch keine Land-, sondern Wasserbewohner, weshalb man sie auch oft
zusammen mit Fossilien von Krokodilen und Schildkröten findet. Diese Ansicht war
früher auch vorherrschend, wurde jedoch vor relativ kurzer Zeit wissenschaftlich geändert.
Sauropoden gelten jetzt als Landtiere, was auf Grund des immensen Gewichts,
der Probleme mit der Blutversorgung und anderer Kriterien aber nicht richtig sein
kann (Zillmer, 2002, S. 87ff.).
Aus dieser Sichtweise folgt zwangsläufig auch, daß Dinosaurier in 2000 Meter Höhe,
wo sie in Colorado heutzutage gefunden werden, gar nicht lebensfähig sein konnten.
Definitiv nicht! Die Saurier wurden mit der Hebung des gesamten Plateaus zusammen
mit Seen und Sümpfen, in denen sie lebten, tot und vielleicht noch lebendig, wie mit
einem Aufzug in größere Höhen befördert. Die wenigen überlebenden Saurier waren
allein wegen ihrer Größe und der kaum aufrecht zu erhaltenden Blutversorgung sowie
dem einsetzenden Impakt-Winter dem Tod geweiht und relativ bewegungsunfähig. Die
überlebenden Ureinwohner dieser Gebiete kennen diese Dinosaurier deshalb auch
noch aus eigener Anschauung und stellten sie in Felsbildern exakt so dar, wie sie auch
nach neuer wissenschaftlicher Ansicht aussahen: mit waagerechtem Schwanz, gerader
Wirbelsäule und höchstens leicht erhobenem Kopf, wie die Darstellung eines Sauropoden
auf dem eingangs beschriebenen, 1924 in Tucson ausgegrabenen Schwert
zeigt.
Jeder Besucher der Navajos in Arizona kann vor Ort nach ihren Überlieferungen fragen.
Die Mythen bezeugen, daß die Vorfahren der Navajos und Dinosaurier am Anfang
der Welt gemeinsam lebten. Vor 140 Millionen Jahren oder eher vor ein paar
tausend Jahren? Die Behausungen der Navajos in der Nähe von Tuba City (Arizona)
liegen in unmittelbarer Nähe von Felsspalten, in denen unzählige Trittsiegel von Dinosauriern
an der Erdoberfläche konserviert sind (Ortsbeschreibung im ,Dinosaurier
Handbuch‘ S. 262-263). Die Navajos bestätigen auf Nachfrage, daß hier früher auch
Fußspuren von Menschen versteinert waren, die aber von den Bauarbeitern, die die
Straße errichteten, aus der Felsplatte herausgeschnitten wurden. Ein im Jahre 1990
veröffentlichter Bericht dokumentiert, daß nicht nur Fußspuren von Menschen neben
Dinosaurier-Trittsiegeln vorhanden sind, wie in ,Irrtümer der Erdgeschichte‘ dokumentiert
wurde, sonder auch versteinerte Spuren von Säugetieren in den gleichen geologischen
Schichten (Rosnau et al., 1990).“
H.-J. Zillmer, Die Evolutionslüge, S. 49ff (Hervorhebungen und Unterstreichungen
d.d.Verf.); (Anmerkung: Auch in der Wüste Gobi wurden schon viele Dinosaurierskelette
direkt an der Erdoberfläche gefunden).
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TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
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DIE THEORIE DER ERDKRUSTENVERSCHIEBUNG IST NICHT NEU:
Die Annahme einer solchen Erdkrustenverschiebung ist nicht neu. Mehrere unanhängige
Erd- und Vorgeschichtsforscher haben darüber schon Überlegungen
angestellt und betrachten eine solche Erdkrustenverlagerung als tatsächlich geschehen.
In seinem Buch Die Spur der Götter, ISBN 3-404-64149-3, weist Graham
Hancock darauf hin (S. 514), daß es schon seit Jahrzehnten eine detaillierte
Darstellung einer Theorie der Erdkrustenverrutschung gibt, die ursprünglich von
Professor Charles Hapegood formuliert wurde und in dem Buch When the Sky
Fell (Rand und Rose Flem-Ath) zu finden sein soll. Diese Theorie, die damals
u.a. auch von Albert Einstein unterstützt worden sein soll, geht jedoch davon
aus, daß sich der einstige Nordpol in der nordamerikanischen Hudson Bay befunden
habe. Auch nach dieser Theorie hat die Polverlagerung gut ca. 3.000 km
betragen, soll sich aber über einen größeren Zeitraum, zwischen 14.500 und
12.500 v.Chr. erstreckt haben.
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BELEGE FÜR DEN „POLSPRUNG“-
KATAKLYSMUS UM 12.500 v. Chr.
In der Phase des „Polsprung“-Kataklysmus wurden ganze Landschaften durch gewaltige
Schlammfluten gestaltet (siehe H.-J. Zillmer, Die Evolutionslüge, Abbildungen
39-42). Auch die meterhohen flächendeckenden Lehm-, Schlamm-, Geröll- oder
Lehm-Sand-Ablagerungen in großen Bereichen der Deutschen Tiefebene, die in der
Regel Richtung Küste immer sandiger werden und an verschiedensten Stellen, so z. B.
im Ausgrabungsgebiet bei Schöningen in Niedersachsen, sauber geschichtet zu beobachten
sind, sind durch die gewaltigen Überschwemmungen vor ca. 14.500 Jahren
entstanden, als die Meere und Ozeane über die kontinentalen Tieflandgebiete hinwegschwappten
– alle anderen Erklärungen scheiden bei so großflächigen Ablagerungserscheinungen
aus.
Auf allen Kontinenten finden wir in küstennahen Tieflandebenen solche großflächigen,
im Mittel 2-3 Meter dicken Lehm-, Schlamm-, Geröll- oder Lehm-Sand-
Ablagerungen, selbst im Zweistromland (Irak) sollen solche Ablagerungsschichten
gefunden worden sein, weshalb verschiedene Wissenschaftler die Vermutung anstellten,
daß dort die Sintflut stattgefunden hätte – diese war jedoch ein globales Katastrophenereignis!
Ein weiteres Beispiel gibt es in der Ukraine. Dort fand man vier geräumige Hütten aus
geschickt zusammengesetzten großen Mammutknochen bei Meschiritsch etwa 100 km
den Dnjepr flußabwärts von Kiew. Die Hütten werden der Epigravettien-Kultur zugeordnet,
die vor ca. 15.000 Jahren (!) in Osteuropa existierte und von der in der
Ukraine und angrenzenden Regionen viele kleine Siedlungen mit solchen Hütten entdeckt
wurden (siehe Spektrum der Wissenschaft – Spezial 1/2006, S. 64- 71). Die Hütten
in Meschiritsch wurden von einem Bauern entdeckt, der eine Baugrube für den
Neubau eines Kellers ausheben wollte. Was an der Hüttensiedlung von Meschiritsch in
unserem Themenzusammenhang interessant ist, ist die Tatsache, daß das ursprüngliche
Grundniveau dieser Hütten aus Mammutknochen von einer über zwei Meter hohen
Lehmschicht bedeckt ist, welche wie die auch die norddeutsche Tiefebene nahezu flächendeckend
überlagernden Ablagerungsschichten nur durch die globale Überschwemmungskatastrophe
des „Polsprung“-Kataklysmus entstanden sein können.
Die deutlichsten Zeugnisse der gewaltigen Überschwemmungskatastrophe während
der Erdkrustenverrutschung vor ca. 14.500 Jahren sind die vielen Tausend schockgefrorenen
Mammuts, die im Permafrostboden Nord- und Nordostsibiriens begraben liegen,
von denen bisher erst ein Bruchteil gefunden wurde. In den meisten Fällen wurden
die Mammuts in einer ca. 2 – 3 Meter dicken Schlamm- bzw. Geröllschicht
gefunden und wiesen Knochenbrüche auf. Wenn man Mammuts im Eis gefunden hat,
dann enthielt das Eis, aus dem man sie herausgepickt hat, viele Geröll- und
Schlammanteile. Dies läßt darauf schließen, daß diese Mammuts damals Opfer eines
gewaltigen Tsunamis wurden, der viele Schlamm- und Geröllmassen mit sich geführt
und die Mammuts darunter begraben hat.
Mikroskopische Untersuchungen der Haut an verschiedenen Mammutfunden ergaben
das Vorhandensein von punktförmigen Einblutungen, die nicht nur einen plötzlichen
Tod beweisen, sondern auch, daß der Tod durch Ersticken, entweder durch Gase oder
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
210
Wasser, eingetreten ist. Das Fleisch von einigen im Permafrostboden entdeckten
Mammuts soll noch frisch und für die Schlittenhunde genießbar gewesen sein, in den
Mägen mancher Mammuts hat man verschiedene unverdaute Pflanzenarten mit Samen
gefunden, die nur in warmen und feuchtwarmen Klimazonen gedeihen können, nicht
aber in der Nähe des Polarkreises.
„Eine Reihe vielbeachteter Funde brachten die 1970er Jahre, allen voran ein
,Mammutfriedhof‘ in Nordostsibirien am Berelech, einem Nebenfluß der Indigirka.
Als Erstes kam dort 1970 ein Bein zum Vorschein, das auf ein Alter
von etwa 13.700 Jahren datiert wurde. Binnen zehn Jahren folgten mehr als
10.000 Mammutknochen, die alle in derselben zwei Meter dicken Schicht lagerten.
Verschiedene Skelette, Rüsselstücke und andere Teile, die in jenen
Jahren teils in derselben Gegend, teils an anderen Orten geborgen wurden,
bereichern heute die Museen Sibiriens.“
Spektrum der Wissenschaft – Spezial 1/2006, S. 34
Durch das schlagartige Verrutschen der Erdkruste auf dem Erdmantel („Polsprung“)
und der damit verbundenen Verschiebung der geographischen Pole wurden die Lebensräume
der Mammuts in Nord- und Nordostsibirien spontan innerhalb weniger
Stunden in die Polarregion verlagert. Dadurch wurden sie einer schockartigen Extrem-
Abkühlung ausgesetzt, welche durch die gleichzeitige Verdunkelung der Atmosphäre
aufgrund unzähliger Vulkanausbrüche auf der gesamten Erde zusätzlich verstärkt wurde
(da kam tagelang, in manchen Regionen gar wochenlang kein Sonnenstrahl auf der
Erde an), so daß die Wasser- bzw. Schlammassen, die damals in Form von gewaltigen
Tsunamis über das nördliche Sibirien gespült wurden, innerhalb kürzester Zeit zum
heutigen Permafrostboden erstarren und die Mammuts darin einschließen konnten.
Die verschiedenen Mammutfunde in Nord- und Nordostsibirien werden von der heutigen
Wissenschaft mit ihren nach wie vor ungenauen Meßverfahren zwar unterschiedlich
datiert, zwischen 6000 und 18.000 Jahren v.Chr., jedoch sind die Mammuts, die
da in den ca. 2-3 Meter dicken Schlamm-, Geröll- oder Flußschotterschichten bzw.
dem Permafrostboden Sibiriens begraben liegen, alle im selben Jahr und am selben
Tag in den Stunden ums Leben gekommen, als sich die größte Naturkatastrophe der
Menschheitsgeschichte ereignet hatte – um 12.536 v.Chr.!
„Rund 1500 Tonnen Mammutelfenbein dürften in Rußland seit dem Ende des
17. Jahrhunderts verarbeitet oder von dort ausgeführt worden sein. Setzt man
für ein paar Stoßzähne im Durchschnitt 60 Kilogramm an, wären das schätzungsweise
25.000 Tiere. Offiziell verwertet und exportiert das Land heute
jährlich fünfzehn bis zwanzig Tonnen des kostbaren Rohstoffs.“
Spektrum der Wissenschaft – Spezial 1/2006, S. 31
Um eine Vorstellung von der Anzahl der bei dieser Katastrophe zu Tode gekommenen
Mammuts zu erhalten, kann man die in Spektrum der Wissenschaft geschätzte Größenordnung
von 25.000 bisher gefundenen Tieren gewiß noch mal mit dem Faktor drei
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
211
multiplizieren, denn in dem großräumigen und dünnbesiedelten Gebiet Nord- und
Nordost-Sibiriens ist sicher erst ein Teil der Kadaver gefunden worden, so daß man
zirka auf eine Zahl von 75.000 Mammuts kommt, die dort insgesamt durch die
Schlammfluten begraben wurden. Jedem halbwegs klardenkenden Menschen sollte
einleuchten, daß Tiere wie Mammuts, die einen immensen Nahrungsbedarf an Gräsern
und anderen Pflanzen haben (ähnlich wie Elefanten), und schon gar nicht so viele,
niemals in eisigen Polargebieten existiert haben können, wie es die offizielle wissenschaftliche
Lehrmeinung bis heute weismachen will, sondern nur dort gelebt haben
können, wo mildes Klima und üppige Vegetation anzutreffen waren.
Im nordsibirischen Permafrostboden fand man aber nicht nur Mammuts. Während
Vermessungsarbeiten auf den Neusibirischen Inseln fand der Arktisforscher Eduard
von Toll einen eingefrorenen Obstbaum mit einer ursprünglichen Höhe von 27 Metern.
Dieser Baum wurde samt seinen grünen Blättern, Wurzeln, Samen und reifen
Früchten schockgefroren und im Eis konserviert (Zillmer, Irrtümer der Erdgeschichte,
S. 153).
Ein weiterer unglaublicher Fund in der Arktis wurde 1995 gemacht. Nur ca. 1200 km
vom Nordpol entfernt auf der westlich von Grönland im Nordpolarmeer gelegenen
Axel-Heiberg-Insel, wurde von einer Expedition ein gefrorener Wald gefunden –
über 2500 km nördlich der Waldgrenze! Offiziell wurde das Holz auf ein Alter von
45 Millionen Jahre datiert, doch es war noch nicht versteinert, wie es bei einer solch
langen Liegezeit zu erwarten wäre. Im Gegenteil, es ist derart frisch, daß es geschnitten
und verbrannt werden kann! – das bedeutet, daß dieses Gebiet aus erdgeschichtlicher
Sicht erst seit relativ kurzer Zeit (seit der Polverlagerung) vereist war (Zillmer,
Die Evolutionslüge, S. 54). Daß selbst einige Inseln, die ganz in der Nähe des heutigen
Nordpols liegen, nicht vereist waren und Vegetation haben konnten, wird durch das
Kapitel Die Eiszeit war ganz anders erst richtig verständlich!
In der Antarktis gehörte zu den eisfreien Gebieten vor dem „Polsprung“-Kataklysmus
(während der „Eiszeit“) auch der sich zum Atlantik und nach Südamerika erstreckende
Bereich, welcher jedoch heute vereist ist. Der geographische Südpol lag vor dem „Polsprung“
ca. auf 140° 30’ östlicher Länge und 62° 30’ südlicher Breite, er war vom
heutigen Südpol betrachtet ca. 3.050 km in Richtung Australien verschoben. Während
zur Zeit der größten Vereisung in der letzten „Eiszeit“ im Osten des nordamerikanischen
Kontinents (Nordost- und Ost-Kanada) die Eiszeitgletscher weit bis nach Süden,
bis auf die Linie Chikago-Boston reichten, war Alaska und auch der Norden Alaskas
eisfrei. Selbst in vielen konventionell wissenschaftlichen Abbildungen der vereisten
Polargebiete auf der Nordhalbkugel während des Höhepunktes der Vereisung vor angeblich
21.000 Jahren sind Nordost-Sibirien und sogar Nord-Alaska als eisfrei dargestellt,
was sich mit der Lage des geographischen Nordpols im Nordpolarmeer, wo er
sich heute befindet, nicht erklären läßt.
Zieht man um den ehemaligen Nordpol an der Ostküste Südgrönlands (ca. 62° 30’
nördlicher Breite und 39° 30’ westlicher Länge) einen Kreis auf der Höhe des damaligen
(während der Eiszeit; vor dem Polsprung um 12.536 v.Chr.) 60sten Breitengrades,
dann findet man als weiteres Indiz die gesamten großen Seen des nordamerikanischen
Kontinents wie an einer Perlenschnur am ehemaligen 60sten Breitengrad
gelegen. Diese Seen liegen genau auf der Linie, bis zu der auf dem nordamerikaniREICHSBRIEF
NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
212
schen Kontinent die polare Vereisung reichte, d.h. daß ihre Entstehung sehr wahrscheinlich
durch das Abschmelzen des polaren Eisschildes bedingt ist und ihre Lage
den ehemaligen Nordpol an der Ostküste Südgrönlands weiter bestätigt. All die hier
aufgeführten Punkte und viele, viele weitere sprechen eindeutig für eine Verlagerung
der Polargebiete aus dem Bereich der Ostküste Südgrönlands ins heutige
Nordpolarmeer vor ca. 14.500 Jahren!
In seinem Buch „Glauben und Denken der Sioux“ (Berlin 1970) weist Werner Müller
eindeutig nach, daß die Sioux-Stämme aus einer Urlandschaft im hohen Norden stammen
müssen. Die Wandersage der Cheyenne berichtet: „Ursprünglich hätten sie in
einem Lande des fernsten Nordens gewohnt, in einem Lande ohne Eis und Kälte“.
Die Delaware erinnern sich: „Eine Flut- und Erdbebenkatastrophe zwang ihre Vorväter,
ihr altes Land, das Nordland oder Schildkrötenland, zu verlassen. Es war dort
kalt und schneereich geworden“. Der Wahrheitsgehalt dieser Überlieferungen aus
indianischen Sagen wird erkennbar, wenn man bedenkt, daß der größte Teil des heutigen
Alaskas damals, als sich der Nordpol noch an der Ostküste Südgrönlands befand,
südlich des 50. Breitengrades lag.
In seinem Buch Die Chronik von Akakor zitiert Karl Brugger, ein ehemals für die
ARD in Rio de Janeiro arbeitender freier Auslandskorrespondent, alte indianische
Überlieferungen, die als Zeugenbericht für den letzten Polsprung betrachtet werden
können. Brugger, der als Spezialist für Indianerfragen gilt, interviewte mehrfach den
Häuptling Tatunca Nara, welcher berichtete, daß es zwei die Erde verwüstende große
Katastrophen gegeben haben soll. Die erste soll nach indianischer Überlieferung vor
10468 Jahren ereignet haben – hier zwei Zitate aus Bruggers Buch:
„Eine rote Sonne, ein schwarzer Weg kreuzten sich … Sie sahen die Sonne nicht
mehr, nicht den Mond und nicht die Sterne … Dunkelheit brach herein. Seltsame
Gebilde zogen über ihren Häuptern dahin. Flüssiges Harz troff vom Himmel, und
im Dämmerlicht suchten die Menschen nach Nahrung“ (Brugger, 1976, S. 48f).
„Die erste große Katastrophe gab dem Antlitz der Erde eine neue Gestalt. In einem
Geschehen, das für immer unbegreiflich bleibt, veränderten sich der Lauf der Flüsse,
die Höhe der Berge und die Kraft der Sonne. Kontinente wurden überflutet. Die
Wasser des großen Sees flossen in die Meere zurück. Der große Fluß wurde durch
eine neue Bergkette zerrissen. In einem breiten Strom trieb er jetzt nach Osten. An
seinen Ufern entstanden riesige Wälder. In den östlichen Gebieten des Reiches breitete
sich eine schwüle Hitze aus. Im Westen, wo sich gewaltige Berge aufgetürmt
hatten, erfroren die Menschen in der bitteren Kälte der Höhen“ (Brugger, 1976, S.
52f).
Es ist unglaublich! – sollte die Bergkette im Westen, also die Anden, tatsächlich erst
durch den letzten Polsprung entstanden sein? – und der große Fluß, der Amazonas,
mündete früher also in den Pazifik und soll nach der Katastrophe seine Fließrichtung
geändert haben? Wir selber konnten nur staunen, doch wurde nun die anfängliche
Vermutung, daß es einen Polsprung gegeben haben könnte, immer mehr zur Gewißheit.
Anscheinend haben wir hier einen Augenzeugenbericht des Polsprung-
Kataklysmus vor ca. 14.500 Jahren vorliegen. Daß die Zeitangabe in den indianischen
Legenden sich von dem von uns berechneten Zeitpunkt etwas unterscheidet, läßt sich
durch die lange Zeit der mündlichen Überlieferung und den damit verbunden UngeREICHSBRIEF
NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
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nauigkeiten bzw. Fehlzählungen der Jahre erklären – jedenfalls sagt uns die indianische
Zeitangabe „vor 10.468 Jahren“, daß der Polsprung-Kataklysmus weit in der Vorgeschichte,
über 10.000 Jahre, zurückliegt.
Die indianischen Legenden berichten noch über eine zweite weltweite Katastrophe, die
sich angeblich 6.000 Jahre nach der ersten ereignet haben soll (Brugger, 1976, S. 60):
„Und die Götter begannen, die Menschen zu vernichten. Einen gewaltigen Stern
schickten sie, dessen rote Spur den ganzen Himmel bedeckte. Und Feuer sandten
sie, heller als tausend Sonnen … Dreizehn Monde lang regnete es. Dreizehn Monde
ein unaufhörlicher Regen. Die Wasser der Meere stiegen an. Rückwärts flossen die
Flüsse. Der große Strom verwandelte sich in einen gewaltigen See. Und die Menschen
wurden vernichtet. In den schrecklichen Fluten ertranken sie.“
Hier handelt es sich sehr wahrscheinlich um eine Beschreibung der nächsten Wiederkehr
Nibiru’s 3.636 Jahre nach dem Polsprung-Kataklysmus vor ca. 10.900 Jahren, als
auch die Vulkane in der Eifel ausbrachen. Wahrscheinlich hatte sich die Erdkruste bis
zu diesem Zeitpunkt noch nicht wieder ausreichend stabilisieren können, so daß das
Erscheinen Nibirus selbst bei relativ großem Erdabstand seiner nahesten Erdannäherung
große Katastrophen auslöste, da die „alten Wunden“ sich leicht aufreißen ließen.
EIN HINWEIS AUF DEN „POLSPRUNG“ IN DER EDDA
– DIE EISSTRÖME IM OSTEN
In der Sage vom Eisriesen Hymir in der Edda fordert der Wettergott Thor den
Riesen Ägir, der über die Binnengewässer herrscht, auf, den Göttern Bier zu
brauen. Nach Ausflüchten suchend sagt Ägir, daß er keinen Kessel habe, wenn
Thor Bier trinken wolle, dann müsse er erst den Kessel herbeischaffen. Den
Kessel besitzt Hymir, ein Eisriese, der am Ende des Himmels wohnt, im Osten,
wo sich die urweltlichen Eisströme (Elivagar) befinden. Daraufhin macht
sich Thor, der Wettergott, auf den Weg „gen Osten“, um von Hymir den Kessel
zu bekommen. Da dieser Hinweis „gen Osten“ mehrfach in der Edda in Verbindung
mit dem Eis erscheint, ist mit dem Wissen um den „Polsprung“-
Kataklysmus darauf zu schließen, daß die Geschichte mit dem Eisriesen Hymir
nur aus der Zeit vor dem „Polsprung“ um 12.500 v.Chr. stammen kann. Auf der
Karte mit der Darstellung des nordischen Raums zur Zeit des ehemaligen Nordpols
und der maximalen Vereisung ist deutlich zu erkennen, daß sich die Eismassen
über dem skandinavischen Raum genau östlich des atlantischgermanischen
Hauptsiedlungsgebietes befinden.
Nach unseren Erkenntnissen war dieser „Polsprung“ um 12.536 v.Chr. mit an Sicherheit
grenzender Wahrscheinlichkeit das Ereignis, auf das sich weltweit die Mythen von
der „Sintflut“ gründen und worauf sich ebenso das in der altgermanischen Edda beschriebene
„Ragnarök“ (Weltenuntergang) bezieht, auf das direkt der „Fimbulwinter“
folgte, in dem es über drei Jahre keinen Sommer und somit auch keine Ernten
gab. Es ist anzunehmen, daß durch dieses außerordentlich gewaltige Katastrophenereignis
der größte Teil der damaligen Menschheit und aller auf der Erde damals vorhandenen
Kulturen vernichtet wurde. Bei den germanischen Völkern ist bis in die Zeit
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
214
der Völkerwanderung die Erinnerung an den sagenumwobenen Ort „Ultima Thule“
(den ehemaligen Nordpol) lebendig geblieben.
Mit der hier dargestellten „Polsprung“-Version lassen sich auch verschiedene bisher
ungeklärte Rätsel der Geologie, wie z.B. verschiedene bisher unerklärliche Landabsenkungen
sowie partielle Gebietsemporhebungen und Auffaltungen von Gebirgen auf
der Erdoberfläche erklären. Vor allem aber können hiermit viele bisher ungelöste Fragen
zum Thema „Eiszeit“ beantwortet werden, denn dadurch wird deutlich, daß es die
sogenannten Eiszeiten in der bisher angenommenen Vorstellung nicht gegeben hat,
sondern daß die Vereisung von bestimmten Gebieten vor allem aus deren ehemals polnäheren
Lage, also in erster Linie aus einer Verschiebung der Polargebiete auf der
Erdoberfläche resultiert. Darüber hinaus kommt aber auch dem Golfstrom eine ganz
entscheidende Rolle zu und es kommen noch einige ganz bestimmte physikalische
Grundprinzipien zum Tragen, welche für ein zyklisches Anwachsen und Wiederabtauen
der Inlandeismassen verantwortlich waren – diese sollen im nächsten Kapitel erläutert
werden.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
215
GIBT ES HINWEISE AUF DIE
ANNÄHERUNG DES PLANETEN NIBIRU?
Weil ein herannahender Planet von einer solchen Größe, wie sie von Nibiru angenommen
wird, sicher auch schon in großer Entfernung Auswirkungen auf das Gravitations-
und Magnetfeld sowie das Klimageschehen der anderen Planeten zeigen muß,
ist durchaus anzunehmen, daß die Zunahme der vielen Überschwemmungs- und Hurrikan-
Katastrophen sowie der vielen bisherigen anderen Wetter- und Klimaextreme
durch das Herannahen von Nibiru verursacht worden sind. In diesem Zusammenhang
ist auch die weltweite extreme Zunahme an Erdbeben und Vulkanausbrüchen zu sehen.
Wie die Statistik zeigt, ist allein seit 1995 mindestens eine Verdoppelung der Anzahl
von Erbeben auf unserem Planeten im Vergleich zu den letzten zehn Jahre davor
(1984-1994) zu verzeichnen, und im Vergleich zu den 1970er Jahren fast eine Verdreifachung!
Auch Vulkanausbrüche haben in dieser Zeit, besonders in den letzten zehn
Jahren, ständig zugenommen.
Über Jahrzehnte wurde eine durchschnittliche Erdfrequenz (Schumann- Resonanz, SR,
entsteht durch die Eigenresonanzen des Hohlraumresonators, der aus Erdoberfläche
und Ionosphäre in ca. 100 km Höhe gebildet wird), auch als Herzschlag der Erde bezeichnet,
von 7,8 Schwingungen pro Sekunde gemessen (SR 7,8), so daß man lange
Zeit annahm, es handele sich um einen konstanten Wert. Doch nach jüngsten Berichten
steigt die Erdfrequenz seit Jahren dramatisch an. Gegenwärtig liegt sie höher als
SR 11 und steigt weiter an, wofür die Wissenschaft bis heute keine Erklärung hat.
Während der „Pulsschlag“ der Erde ansteigt, nimmt die Feldstärke des irdischen Magnetfeldes
beständig ab. Allein in den letzten hundert Jahren soll es um bis zu 40%
abgenommen haben.
Es gibt verschiedene Berichte, die auf die Existenz und das Herannahen von Nibiru
hinweisen. Ob die von uns ausfindig gemachten Quellen jedoch authentisch sind,
konnten wir bisher nicht überprüfen. Eins ist aber klar: Wenn der Planet Nibiru tatsächlich
schon entdeckt worden ist und sich der Erde annähern sollte, dann könnte es
nur im größten Interesse des Establishments liegen, dies der Weltöffentlichkeit zu verheimlichen
bzw. dieses Ereignis, wenn Nibiru tatsächlich demnächst am Abendhimmel
zu sehen und nicht mehr wegzuleugnen ist, möglichst herunterzuspielen, damit die
Menschen erst möglichst spät die tatsächliche Bedrohungssituation erkennen. Würde
die Kunde von Nibiru zu früh in der Öffentlichkeit bekannt, bestände die Gefahr, daß
die ganze öffentliche Ordnung zusammenbrechen würde und ebenso, daß die Situation
von Gegnern U$raels – des jüdisch-anglo-amerikanischen Mega-Systems – zum Systemsturz
genutzt werden könnte.
Wir wollen ehrlich sein und nicht um den heißen Brei drumherumreden. Wer uns
kennt, weiß, daß wir keine abergläubigen Menschen oder sonst irgendwie geartete
Glaubensapostel sind, sondern Philosophen, Zukunfts- und Wahrheitsforscher, die
bemüht sind, die Lebenswirklichkeit so zu sehen, wie sie wirklich ist. Und nach langer
intensiver Auseinandersetzung mit den Themen „Katastrophismus“, „Polsprung“,
„Eiszeit“, „Kulturgeschichte der Menschheit“ usw. sind wir fest davon überzeugt, daß
Nibiru kommen wird! Wir können momentan das Jahr seines Erscheinens zwar noch
nicht genau voraussagen, aber mit unserem Wissen um die analytische Auswertung
von sämtlichen Prophezeiungen, die für dieses Thema von Bedeutung sind, und mit
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
216
der Kenntnis verschiedener weltkriegsrelevanter Entwicklungen in der Welt können
wir den Zeitraum, in dem mit ihm zu rechnen ist, ziemlich genau eingrenzen: Mit Nibiru
und den Kataklysmen, die durch ihn ausgelöst werden, ist zwischen Oktober
2008 und Dezember 2012 zu rechnen!
Die weltpolitische Situation spricht momentan zwar schon sehr für das Jahr 2008, aber
die Zuspitzung der Lage kann sich durchaus auch noch ein oder gar zwei Jahre in die
Länge ziehen. Wie schon gesagt, theoretisch könnte Nibiru auch erst 2012 kommen.
Es gilt die verschiedenen Entwicklungen zu beobachten und zu schauen, ob die herausragenden
Ereignisse eintreffen, welche die seriösen Prophezeiungen für das Jahr
vor der heißen Phase des Dritten Weltkriegs vorhergesagt haben – dies sind z.B.: ein
sehr warmer Winter vorher; im April viele Erdbeben; Solidarisierung der muslimischen
Staaten; Annäherung zwischen islamischer und kommunistischer Welt; Unruhen
in Frankreich und Italien; Krisen in Ägypten, in der Türkei und auf dem Balkan;
Handlungsunfähigkeit der westlichen Regierungen, ein Putsch in Rußland usw. (Anmerkung:
Der vorausgesagte Putsch in Rußland ist anscheinend schon längst eingetroffen,
nur die meisten haben ihn nicht zur Kenntnis genommen – nach unserer Einschätzung
war die Machtergreifung Putin’s dieser Putsch!) Sobald wir Genaueres über die
Entwicklung in Erfahrung bringen, werden wir uns bemühen, das deutsche Volk
kurzfristig über das Weltnetz und über Flugblätter zu informieren. Vorkehrungen
treffen muß man eh – wer jetzt noch in Küsten- oder in Großstadtnähe wohnt und
keine haltbaren Lebensmittelvorräte, Saatgut usw. eingelagert hat, hat die Zeichen der
Zeit noch nicht erkannt.
Um das tatsächliche Erscheinen von Nibiru am Abendhimmel demnächst herunterspielen
zu können, hat man die Menschen schon mindestens zehn Jahre mit Berichten,
Fernsehsendungen und auch Kinofilmen über kosmische Katastrophen (Asteroideneinschläge
usw.) überfüttert – ist Euch das denn nicht aufgefallen? Seit Mitte der
neunziger Jahre hat man in den Medien nahezu aus jedem größeren Steinbrocken, den
irgendein Astronom im All entdeckt hat, eine Sensation gemacht oder daraus in „Wissenschafts“-
Fernsehsendungen Horrorszenarien gezeichnet, um die Öffentlichkeit gegenüber
diesem Thema abzustumpfen (Prinzip der intriganten Dialektik), so daß die
meisten Menschen, wenn dann Nibiru am Abendhimmel demnächst tatsächlich mit
dem Auge zu erkennen ist, sie kein Interesse zeigen bzw. die Bedeutung dieses Ereignisses
bis kurz vor der Katastrophe als wenig bedrohlich betrachten, z.B. nur so ansehen,
wie das Erscheinen des Hale-Bopp 1997.
Vermutlich ist auch das große Theater im Jahr 1999 um den chilenischen Astronom
Ferrada, der vorgab, einen Planeten entdeckt zu haben, der angeblich im August 1999
an der Erde vorbei und um unsere Sonne ziehen sollte, eine ganz gezielte Inszenierung
zur Irreführung der Menschen gewesen, damit sie gegenüber dem Thema „Planetoiden
aus dem All“ schon einmal abgestumpft sind und Berichte über Nibiru möglichst lange
als Falschmeldung bzw. Unsinn abtun.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
217
DIE „EISZEIT“ WAR GANZ ANDERS
Aufbauend auf unseren Erkenntnissen zum „Polsprung“-Kataklysmus möchten wir in
diesem Kapitel das Thema „Eiszeit“ einmal aus einer völlig neuen Sicht angehen und
dabei versuchen, verschiedene brauchbare Aspekte bisheriger Denkansätze und Hypothesen
in einen kohärenten Gesamtzusammenhang zu stellen.
Vom „eiszeitlichen“ Geschehen und den damals im mittel- bis nordeuropäischen
Raum vorherrschenden klimatischen Verhältnissen ein der Wirklichkeit entsprechendes
Bild zu gewinnen, ist für die Erforschung der deutschen und europäischen Vorund
Kulturgeschichte von großer Bedeutung, denn jede einzelne wahre Erkenntnis zu
diesem heute immer noch recht diffusen Thema trägt auch dazu bei, Schritt für Schritt
eine konkrete Vorstellung von den wirtschaftlich-existentiellen Möglichkeiten und
darüber hinaus auch von dem tatsächlichen geistig-kulturellen Daseinsniveau unserer
Vorfahren der Frühzeit im europäischen Raum zu gewinnen.
Solange etablierte Kreise den Menschen Riesenmammuts als ehemals in
polaren Schnee- und Eisgebieten lebende Tiere (als wären diese Schneeund
Eisfresser gewesen) weismachen können, solange gelingt es ihnen auch
weiterhin, der Öffentlichkeit die Urahnen der Deutschen als wilde, mit der
Keule durch den Wald laufende Primitivmenschen zu verkaufen.
In diesem Zusammenhang möchten wir auch darauf hinweisen, daß die Aufrechterhaltung
des Dogmas von der weitverbreiteten irrigen Vorstellung von zwei gewaltig
großen Eis-„Palatschinken“ (Pfannkuchen), die laut offizieller Lehrmeinung bis vor
ca. 15.000 oder gar 10.000 Jahren einen Großteil des atlantisch-germanischen Völkerherds
abgedeckt haben sollen (der eine über dem Alpenraum und der andere über
Skandinavien bis nach Mitteldeutschland hineinreichend), es dem Establishment ermöglicht,
die großartige deutsch-europäische Vorgeschichte einer weltweit ausstrahlenden
Hochkultur weiterhin totzuschweigen und statt dessen weiter das negative
Zerrbild vom primitiven und kulturlosen Daseinsstatus unserer germanischen Vorfahren
in der Vorgeschichte zu verbreiten. Dies nur als Information, um die kulturelle und
politische Bedeutung der Eiszeit-Diskussion einmal deutlich zu machen.
Bis Mitte des 19. Jahrhunderts, vor der Etablierung des Eiszeit-Dogmas durch Louis
Agassiz, hat man in der Geologie die Bodenformationen, die heute als eiszeitliche Erscheinungen
gedeutet werden, großen kataklysmischen Ereignissen zugeschrieben.
Obwohl der „Katastrophismus“ in der Geologie heute weltweit wieder deutlich zunehmende
Anerkennung findet, wird dieses Thema in etablierten wissenschaftlichen
Kreisen bisher noch gänzlich verdrängt. Die Hypothesen der sogenannten Schulwissenschaft
ignorieren kategorisch sämtliche Fakten und Erkenntnisse, die nicht der Zementierung
der offiziellen geologischen Lehrmeinung – der Doktrin des „Lyellschen
Aktualismus“ (Charles Lyell) – dienen, welche unabrückbar für den Standpunkt steht,
daß bei der Formung der Erdoberfläche stets nur vergleichsweise harmlose, nichtkataklysmische
Kräfte mitgewirkt hätten.
Einer der großen Schwachpunkte der etablierten Eiszeit-Lehre liegt schon in der
Frage, was denn eigentlich ein „Großes Eiszeitalter“ ausgelöst oder beendet haREICHSBRIEF
NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
218
ben soll. Die heute etablierten Geologen haben nicht die geringste Ahnung, welche
Mechanismen dafür in Frage kommen oder welche Ereignisse damals stattgefunden
haben könnten und es scheint, daß man in den Kreisen dieser Leute gar kein ernsthaftes
Interesse hat, die Ursachen des „Eiszeit“-Phänomens wirklich erforschen zu wollen.
Bei aller berechtigten Kritik muß aber leider festgestellt werden, daß auch von nonkonformistischen
Eiszeit-Forschern bisher kein befriedigendes Erklärungsmodell hervorgebracht
wurde, mit dem das „Eiszeit“- Rätsel umfassend gedeutet werden kann.
Hier und da sind zwar mal ein paar interessante Ansätze zu entdecken, doch in wesentlichen
Punkten bleiben viele Fragen offen, oder es wird gleich das Kind mit dem Bade
ausgegossen, indem die einstigen Eismassen fast gänzlich wegphantasiert oder die
Zeitrechnung in absurder Weise zusammengekürzt wird. Bis heute gibt es keine einzige
kohärente Eiszeit-These geschweige denn Theorie, welche das Phänomen
Eiszeit mit den tatsächlich beobachteten Fakten kompatibel erklären könnte!
Einen herausstechenden physikalischen Erklärungsansatz zum Thema „Eiszeit“ hat der
schon mehrfach erwähnte H.K. Horken in seinem Buch „Ex nocte lux“ dargestellt. In
Horken’s Eiszeitthese werden zwar einige wesentliche Aspekte wie das „Polsprung“-
Geschehen und das Faktum einer wesentlich geringeren Ausdehnung der Inlandeismassen
in Europa noch nicht miteinbezogen, doch sind einige darin formulierte Prinzipien
dermaßen grundlegend für das Verständnis des „Eiszeit“-Phänomens, daß man
sie nicht unberücksichtigt lassen kann. Einige dieser grundsätzlichen Erkenntnisse
Horken’s, die uns bei unseren Forschungen zum Thema „Eiszeit“ weitergeholfen haben,
möchten wir nachfolgend in aller Kürze einmal darstellen, bevor wir unsere eigene
„Eiszeit“-Theorie vorstellen.
DIE WESENTLICHEN PRINZIPIEN
AUS H.K. HORKEN’S EISZEITTHESE
Horken hat als erster einleuchtend erklären können, daß das (zyklische) Anwachsen
der Inlandeismassen, dessen Ursache die etablierte Wissenschaft in einer zunehmend
kühler werdenden Kaltzeit („Eiszeit“) begründet sieht, nicht durch eine Abkühlung des
Klimas bedingt ist, sondern – und das mag viele überraschen – eher mit einer Erwärmung
des Klimas in Zusammenhang steht. Horken hat anschaulich klargestellt, daß
Gletscher zum Leben und Wachsen keiner zusätzlichen Kälte bedürfen, sondern was
sie brauchen, ist Schnee – Schnee – Schnee! Mag noch so harte Kälte kommen: Wenn
kein Schnee fällt, verkümmert der Gletscher. Umgekehrt: Wenn anstatt auch nur geringster
zusätzlicher Kälte eine feuchtwarme Regenperiode einsetzt, wobei dann in den
höher gelegenen Regionen „Regen“ als Schnee niederfällt, gedeiht der Gletscher! Und
so wenig er zusätzlicher Kälte von außen bedarf, so gewiß wird der Gletscher bei viel,
mehr und immer mehr Schnee gewaltig wachsen, seine Zunge immer schneller und
weiter ins Vorland schieben und seinerseits Kälte erzeugen (Horken, Ex nocte lux,
S.103).
Laut Horken’s These müssen in der Vergangenheit durch einen „geheimnisvollen Mechanismus“
zum wiederholten Mal sehr wirksame Voraussetzungen für gewaltige Regen-
Schnee-Mengen und die dazu erforderlichen verdunsteten Wassermengen rings
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TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
219
um den arktischen Länderkranz entstanden und wieder verlorengegangen sein. Seit
dem Ende der letzten Eiszeit haben nach Horken die Voraussetzungen für eine Regen-
Schnee-Produktion im Eiszeitmaßstab gefehlt, daher stellt er (S. 106) die folgerichtige
Frage: Woher konnte damals (anstatt zusätzlicher Kälte) solche zur Gletscherbildung
im Eiszeitmaßstab ausreichende zusätzliche Wärme im Polarraum kommen?
In Horken’s Eiszeitthese kommt dem Golfstrom mit seinen warmen Wassermassen –
der aus dem Golf von Mexiko kommend zwischen Schottland und Island nach Nordosten
westlich an Norwegen vorbei, entlang der nordsibirischen Küste durchs Nordpolarmeer
fließt und schließlich entlang der Ostküste Grönlands, zwischen Grönland und
Island, abgekühlt als Grönlandstrom wieder in den Atlantik zurückfließt – eine
Schlüsselrolle zu. Die gewaltigen Wärmemengen, die der Golfstrom mit sich führt,
können die erforderlichen verdunsteten Wassermengen für die gewaltigen Regen-
Schnee-Mengen im Eiszeitmaßstab gewährleisten.
Über den warmen Wassermassen des Golfstroms im europäischen Nordmeer zwischen
Norwegen und Grönland sind aufgrund der hohen Temperaturunterschiede die besten
Voraussetzungen zur Entstehung großer Verdunstungsmengen und ihren Abtransport
durch Winde gegeben.
Weil sich die sehr kalte Polarluft über der Wasseroberfläche der Wassertemperatur des
Golfstromes rasch bis auf wenige Grade Unterschied annähert, erfolgt ein beträchtlicher
Temperaturanstieg der Luft über dem Wasser, die nun erhebliche Mengen von
Wasserdampf in gasförmigem Zustand fassen kann (Anmerkung: Die Wärmekapazität
des Wassers, auf gleiches Volumen umgerechnet, ist rund 3200 mal größer als diejenige
der Luft).
Durch das Aufeinandertreffen von warmen Golfstromwasser und kalter arktischer Luft
bildet sich „arktischer Seerauch“, Nebel und Wolken. Seerauch entsteht immer da,
wo die Luft sehr viel kälter als das Oberflächenwasser ist. Über einem zugefrorenen
Polarmeer könnte sich dagegen kein nennenswerter Wassergehalt in der Luft, der für
eine Gletscherbildung nötig ist, entwickeln.
Nach Horken’s Eiszeitthese wird bei steigenden Temperaturen im Nordpolarmeer und
im Europäischen Nordmeer immer mehr des von den Wärmeenergien des Golfstromes
verdunsteten Wassers durch die kontinuierlichen Westwinde per Wolken ins Binnenland
verfrachtet und dort in Form von Schnee, Firn und schließlich Gletschereis in
wachsendem Maße in den Gletschern eingelagert und dem Kreislauf zurück zum Meer
entzogen. (Anmerkung d.Verf.: Horken geht für die Zeit des größten Gletscherwachstums
von einer Schneemenge aus, die bis zu 150 mal höher war als heute – diese Annahme
halten wir allerdings für viel zu hoch gegriffen).
In den Gebirgsregionen, in denen es eh kälter als im Tiefland ist, schaffen sich die
wachsenden Eismassen selber ein kühles Mikroklima, welches das Gletscherwachstum
begünstigt. Langsam, aber unaufhaltsam sinkt der Meeresspiegel. Ebenso langsam,
aber unaufhaltsam steigt, wo der Schelf das zuläßt, ständig neues fruchtbares Schelfland
aus dem Meer, das von den Menschen der Frühzeit besiedelt werden kann – westlich
von Frankreich und Irland, im Bereich der Nordsee, westlich von Norwegen, vor
allem aber im Bereich des Weißen Meeres und der nordsibirischen Küste bis nach
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
220
Alaska, ist ein breites Band neuen Landes aus dem Meere gestiegen. An all diesen
Schelfküsten herrscht dank des Golfstroms mildes Klima.
Über viele Jahrtausende hat der Golfstrom nun das Nordpolarmeer sowie auch das Europäische
Nordmeer erwärmt und dabei durch seine Verdunstungsleistung riesige
Wassermassen aufs Festland transportiert. Durch das Absinken des Meeresspiegels
und das damit einhergehende Trockenfallen von Randgebieten hat die Oberfläche des
Nordpolarmeeres um mehr als ein Drittel (!) abgenommen. Dadurch sind auch alle
Verbindungen zum Nordpolarmeer von der Bering-Straße bis zum Robeson- Kanal
flachgefallen, was nicht ohne Folgen für den Energiehaushalt des Polarraumes bleibt,
denn in einem kleineren Polarmeer mit weniger Abflüssen bleiben mehr der vom Golfstrom
gelieferten Wärmeenergien erhalten, die so mit dem Grönlandstrom in südlicher
Richtung abgeführt werden und nun auch östlich von Grönland das Europäische
Nordmeer erwärmen. Dies bedeutet zusätzliche Verdunstungsmengen und weiteres
Gletscherwachstum.
Da der Grönlandstrom den Wasserrücktransport aus dem Arktischen Meer jetzt allein
bewältigen muß, tritt mit weiterem Absinken des Meeresspiegels ein wesentlicher Mechanismus
zur Steuerung der sogenannten eiszeitlichen Kalt- und Warmzeit-Zyklen in
Kraft. An der flachen sogenannten „nordatlantischen Schwelle“ (zwischen Schottland,
Färöer, Island und Grönland), deren Durchflußleistung infolge des Absinkens des
Meeresspiegels stark geschwächt ist, kommen sich nun der Grönlandstrom und der
Golfstrom im Gegenverkehr entgegen. Bei verdoppeltem Gegenverkehr auf halbierter
Straße ist es nur eine Frage der Zeit, wann der Verkehr zusammenbricht. So unaufhaltsam
sich der Zeitpunkt nähert, an dem der Golfstrom seine Arbeitsleistung einschränken
muß, weil er nicht mehr in ausreichender Kapazität über die nordatlantische
Schwelle fließen kann, so langsam wird sich dieser Vorgang über große Zeiträume
hinziehen.
Weil der Golfstrom ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr in ausreichender Menge
über die nordatlantische Schwelle fließen kann und nun vorher abbiegt, sinken im
Nordpolarmeer und im Europäischen Nordmeer die Temperaturen, wodurch im gesamten
nordischen Raum und ganz in Europa die Niederschlagsmengen erheblich zurückgehen.
Dadurch kommt der Gletscherfluß in den europäischen Eisregionen zum
Stehen und schließlich ziehen sich trotz kühleren Klimas die Eismassen zurück.
Wir merken uns:
Auf dem Höhepunkt der Vereisung ist das Nordpolarmeer warm, und zu Zeiten
geringster Vereisung ist es kalt – es ist also genau anders herum, als die etablierte
Wissenschaft den Sachverhalt dargestellt!
Der gesamte Prozeß verläuft über sehr, sehr lange Zeiträume bis der Golfstromeffekt
infolge des Ansteigens des Meeresspiegels (durch Abschmelzen der Gletscher) wieder
zum Tragen kommt und nach vielen, vielen Tausend Jahren das Nordpolarmeer allmählich
wieder wärmer wird und die Gletscher wieder wachsen. Die Menschen des
nordischen Raumes haben sich in der Frühzeit den Zyklen des Eises bzw. des Golfstroms
angepaßt, sind mit dem sinkenden Meeresspiegel in die Schelfgebiete gewanREICHSBRIEF
NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
221
dert, um das fruchtbare Marschland zu besiedeln, und haben dieses im Laufe der Jahrtausende
mit steigendem Wasserstand wieder aufgeben müssen.
Was die Ausdehnung des Inlandeises und der einzelnen Eisvorstöße betrifft, übernimmt
Horken im Großen und Ganzen die Annahme der konventionellen wissenschaftlichen
Lehrmeinung, d.h., auch er geht also davon aus, daß zum Höhepunkt der
Vereisung zwei riesige Eis-„Palatschinken“ über Skandinavien (bis nach Deutschland
hineinreichend) und über den Alpen und dem Alpenvorland liegen. Soviel in Kürze zu
H.K. Horken’s Eiszeitthese.
Zu Horken’s Eiszeitthese sowie auch bei den allermeisten anderen uns bekannten Erklärungsansätzen
zur Lösung des „Eiszeit“-Rätsels ist anzumerken, daß kaum die Tatsache
zur Kenntnis genommen bzw. gar völlig verdrängt wurde, daß während der sogenannten
Eiszeit, in der große Teile Nordeuropas, der nordöstliche Bereich Nordamerikas
und Grönland unter einer bis zu mehrere Kilometer dicken Eisschicht lagen, andere
Bereiche unserer Erde wie Alaska und Sibirien, die heute in der Polarzone bzw.
nahe der Polargrenze liegen, jedoch eisfreie Zonen der Erde waren. Auch der dem Atlantik
zugewandte Teil der Antarktis war nach wissenschaftlich gesicherten Erkenntnissen
damals – während der „Eiszeit“ – eisfrei.
Da all die bisherigen „Eiszeit“-Hypothesen das „Polsprung“-Phänomen mit den verschiedenen
damit einhergehenden Kataklysmen völlig außer Acht gelassen, oder
wenn, dann nur inkonsequent und halbherzig miteinbezogen haben, konnte sich bisher
auch keine wirklich kohärente „Eiszeit“- Theorie herauskristallisieren. Erst wenn
man der Erforschung des „Eiszeit“-Rätsels die Erkenntnis der in den vorherigen
Kapiteln beschriebenen Verschiebung der Polarbereiche auf der Erdoberfläche
um über 3000 km („Polsprung“-Kataklysmus) als Annahme zugrunde legt, lassen
sich all die bisher dem „eiszeitlichen“ Geschehen zugeordneten Erscheinungen
sowie die verschiedensten, bisher nicht erklärbaren Phänomene (wie z.B. das
abrupte Ende der sogenannten letzten Eiszeit, die zur Zeit der „Eiszeit“ eisfreien Gebiete
in den heutigen Polarzonen, das Schockgefrieren vieler tausend Mammuts in
Nordsibirien, das Vorhandensein der vielen großen Eisschmelzseen in Nordamerika
am Rande des ehemaligen Eises, das Ragnarök und der Fimbulwinter der Edda, die
überall auf der Erde vorzufindenen Sintflut-Mythen usw.) schlüssig und in einem kohärenten
Zusammenhang erklären.
Auch wenn H.K. Horken’s Eiszeitthese nicht alle tatsächlichen Begebenheiten und
Einflußfaktoren berücksichtigt und somit das Gesamtphänomen Eiszeit nicht gänzlich
erfassen kann, liefert er entscheidende grundlegende Überlegungen und erklärt die wesentlichen
Mechanismen, die zur Erlangung eines der Wirklichkeit entsprechenden
Gesamtbildes dessen notwendig sind, was bisher als „Eiszeit“ bezeichnet wurde. Daher
möge der Leser die von H.K. Horken sauber herausgearbeiteten „eiszeitlichen“
Funktionsmechanismen („Golfstromeffekt“) bei unseren weiteren Überlegungen zum
Thema „Eiszeit“ im Hinterkopf behalten.
Bei all unseren nachfolgenden Ausführungen gilt es grundsätzlich zu bedenken, daß
der Nordpol der Erde zu der Zeit, die bisher allgemein als „Eiszeit“ bezeichnet wurde,
nicht wie heute im Nordpolarmeer, sondern bis vor ca. 14.500 Jahren an der Ostküste
Südgrönlands auf ca. 62° 30’ nördlicher Breite und 39° 30’ westlicher Länge lag.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
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Nach unserer Einschätzung kommt der in Horken’s Eiszeitthese für das Gletscherwachstum
eine so große Rolle spielende zusätzliche Verdunstungseffekt erst mit voller
Wirkung zum Tragen, wenn man davon ausgeht, daß sich der ehemalige Nordpol genau
an dieser Position befunden hat. Dies kann man leicht nachvollziehen, wenn man
sich einmal auf einem Globus den ehemaligen Nordpol auf der Position ca. 62° 30’
nördlicher Breite und 39° 30’ westlicher Länge markiert, zur besseren Orientierung
auch den damaligen 60sten Breitengrad aufzeichnet und dann den Fluß des Golfstroms
durch die auf seinem Weg liegenden polnahen und polferneren Gebiete verfolgt.
Nun fällt es nicht schwer, sich vorzustellen, daß der Golfstrom damals (vor der Polverlagerung)
bei seinem Fluß entlang der Küsten Nordsibiriens und Nordalaskas – die
sich zu dieser Zeit südlich des ehemaligen 60sten Breitengrades in wärmeren Gefilden
befanden, heute aber in der kalten Polarregion liegen – einen wesentlichen Teil seiner
hohen Wärmeenergien bewahren und auf dem Rückweg beim Entlangfließen an der
grönländischen Ostküste direkt am ehemaligen Nordpol vorbei mit diesen Wärmemengen
aufgrund der extremen Temperaturgegensätze für erheblich höhere Verdunstungsmengen
als heute sorgen konnte.
Diese Überlegungen machen deutlich, daß Horken’s Argumentation der erforderlichen
zusätzlichen Wärmeenergien zur vermehrten Verdunstung von Wasser in der Polarregion
und des daraus resultierenden Gletscherwachstums auf jeden Fall richtig ist, wenn
wir von einer Verlagerung der Polargebiete und einem ehemaligen Nordpol auf der
Position ca. 62° 30’ nördlicher Breite und 39° 30’ westlicher Länge ausgehen. Es ist
jedoch fraglich, ob die erforderlichen zusätzlichen Wärmeenergien auch bei einer Lage
des heutigen Nordpols im Nordpolarmeer geliefert werden könnten.
Bei der Kurzdarstellung unseres Erklärungsansatzes zur Lösung des „Eiszeit“-Rätsels,
wollen wir gar nicht lange um den heißen Brei herum reden und von vornherein klarstellen,
daß auch wir ähnlich wie Horken von einer langfristigen, zyklisch zu- und
wieder abnehmenden Vereisung großflächiger Gebiete im skandinavischen und nordost-
amerikanischen Raum sowie auf Grönland in der Zeit vor dem letzten „Polsprung“
ausgehen. Jedoch entspricht nach unseren Erkenntnissen die tatsächliche Größenordnung
der damals unter Eismassen liegenden Flächen speziell im europäischen Raum
nicht der Darstellung der etablierten wissenschaftlichen Lehrmeinung!
In Europa gab es langfristige Vereisungen und große Gletscherbildungen sowohl in
den Alpen als auch in Skandinavien – das ist eine Tatsache, die sich nicht wegphantasieren
läßt! Auch im schottischen Hochland und den Pyrenäen wird es ein paar Gletscher
gegeben haben – doch flächenmäßig kann die langfristige Inlandvereisung bei
weitem nicht so groß gewesen sein, wie die von der konventionellen Wissenschaft postulierten
Eismassen, und auch die weit ins Land reichenden Eis-„Palatschinken“ – da
sind wir uns sehr sicher – kann es nicht gegeben haben.
Auch die Niederschlagsmengen zur Zeit des Eis-Maximums, von denen H.K. Horken
in seiner Eiszeitthese ausgeht (bis zu 150 mal mehr als heute), betrachten wir als viel
zu hoch gegriffen. Diese hohe Annahme ist zustande gekommen, da Horken die von
der konventionellen Wissenschaft postulierte Annahme von der gewaltigen Größe der
Eis-„Palatschinken“ als real in seine These übernommen und darauf die Berechnung
seiner Niederschlagsmengen bezogen hat.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
223
Um ein realistisches Bild von den Niederschlagsmengen im Europa vor dem „Polsprung“
zu gewinnen, ist insbesondere zu berücksichtigen, daß bei der ehemaligen Lage
des Nordpols an der Ostküste des heutigen Südgrönlands der damalige Westwind
den arktischen Seerauch nicht nach West- und Mitteleuropa brachte, sondern größtenteils
quer über Grönland transportierte und dort für extrem hohe Niederschläge sorgte.
Im Gebiet des heutigen West- und Mitteleuropa kann die erhöhte Bildung arktischen
Seerauchs durch den damals warmen Grönlandstrom daher nur zu einer geringfügigen
Erhöhung der Niederschlagsmenge geführt haben – eventuell zur doppelten Menge des
heutigen Niederschlags.
In der Region Norwegen/Nord-Schweden/Finnland, die relativ nah am damaligen Entstehungsgebiet
des arktischen Seerauchs lag, wird die Niederschlagsmenge vor dem
„Polsprung“ um einiges, sehr wahrscheinlich um ein Vielfaches höher gewesen sein,
sie wird eventuell das 5-fache der heutigen Menge betragen haben, vielleicht sogar
noch etwas mehr, aber ganz gewiß nicht das 150-fache.
DAS TATSÄCHLICHE AUSMASS
DER MAXIMALEN VEREISUNG
Nach unseren Erkenntnissen reichte die Vereisung in Skandinavien – auf dem Höhepunkt
der Vereisung (vor dem „Polsprung“-Kataklysmus um 12.500 v.Chr.) – in südlicher
Richtung gerade mal bis zur Südküste Norwegens und Finnlands, wobei in Finnland
der Küstenstreifen meist über ca. 50 km eisfrei und besiedelt war, wie wir aus der
finnischen „Bocksaga“ (www.bocksaga.de) erfahren. Der Meeresspiegel lag zu dieser
Zeit ca. 65 m – 80 m tiefer als heute. Über mehrere Hunderttausend Jahre floß, während
die Eismassen die skandinavische Halbinsel und den Ostseebereich (mehr oder
weniger) herunterdrückten, ein Teil des Golfstroms hinter den Britischen Inseln rechts
herum nach Osten, südlich an Norwegen vorbei, teils über das damals abgesenkte
Nord-Jütland und über das damals ebenso tiefergelegene Mittel-Schweden (Bereich
Vänersee) durch die Ostsee und den Finnischen Meerbusen über die karelischen Wasserwege
ins Weiße Meer (südlich und östlich der Halbinsel Kola).
Dieser Golfstromableger brachte viel Wärme in dieses relativ weit nördlich gelegene
Gebiet, wodurch im Ostseeraum am Rande des Eises ein konstant mildes Klima geschaffen
wurde, so daß die Gletscher in den Küstenregionen immer schnell abschmolzen.
Im Westen und Norden Norwegens liefen die Gletscher in den Fjorden im Bereich
der heutigen Küstenlinie aus. Wie archäologische Funde beweisen, war auch die an
Nordfinnland angrenzende Halbinsel Kola während der „Eiszeit“ eisfrei.
Ob bei abgesenktem Meeresspiegel zur Zeit größter Eisausdehnung (in der Zeit vor
dem „Polsprung“) die Schelfgebiete westlich von Irland, Schottland und Norwegen
besiedelt waren, wie u.a. H.K. Horken in seiner Eiszeit-Hypothese annimmt, möchten
wir bezweifeln, denn wenn man die Lage des ehemaligen Nordpols an der Ostküste
von Südgrönland berücksichtigt, dann ist es sehr unwahrscheinlich, daß Menschen dort
in größerer Zahl siedelten, weil diese Regionen viel zu nah am damaligen Nordpol (um
den damaligen 70sten Breitengrad) lagen und somit viel zu wenig Sonnenlicht hatten,
um dort existieren zu können.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
224
„Die Funde deuten darauf hin, daß weniger Landfläche mit Eis bedeckt war,
als von manchen Wissenschaftlern angenommen wurde. Denn das Vorkommen
von Mammutsspricht für eine steppenartige Landschaft mit offenem
Grasland.“
Bild der Wissenschaft, 6.9.2001
Auch in den Alpen reichten die Gletscher bei weitem nicht so weit und schon gar nicht
so flächig ausgedehnt ins Land hinein, wie von der Wissenschaft bisher dargestellt
wurde. Es gab zwar einige Gebirgsgletscher mehr als heute, die großen Gletscher werden
aber zur Zeit des Vereisungsmaximums nicht viel mehr als ca. das Fünf- bis Zehnfache
ihrer Größe von vor fünfzig Jahren besessen haben. Die tatsächliche Eismenge
in den Alpen umfaßte also nur einen Bruchteil (ca. ein 1/100stel) von dem, was die
etablierte Wissenschaft bisher behauptet. Die im Alpenvorland vorzufindenden, angeblich
„eiszeitlich“ bedingten moränenähnlichen Bodenformationen, die bisher als Ablagerungserscheinungen
gewaltiger, großflächiger Vorlandgletscher gedeutet wurden,
sind auf das in vorherigen Kapiteln beschriebene „Polsprung“-Geschehen zurückzuführen.
Das Geschehen auf der Erdoberfläche, speziell in den Alpen während und nach der
„Polsprung“-Phase (Erdkrustenverrutschung vom ehemaligen zum neuen Pol um ca.
3.050 km innerhalb weniger Stunden) muß man sich nur einmal möglichst konkret vor
Augen führen. Während der Erdkrustenverrutschung ereigneten sich nicht nur gewaltigste
Stürme und Erdbeben, durch die in den Gebirgen große Steinmassen von den
Bergen zu Tal donnerten, es gab auch einen unvorstellbar starken, schlagartigen Ruck,
und zwar genau parallel zu der geographischen Versprunglinie der Polverlagerung (die
Alpen verrutschten ruckartig in die heutige Südwest-Richtung), durch den zum Teil
auch riesige Gesteinsbrocken die Täler abwärts rollten und durch den „Polsprung“-
Ruck über weite Strecken in die heutige Nordost-Richtung transportiert und dabei in
kürzester Zeit durch kilometerweites Rollen zu Findlingen geschliffen wurden.
Durch die ruckartige Erdkrustenverrutschung in die heutige Südwest-Richtung konnten
innerhalb kurzer Zeit riesige Gesteinsbrocken und ebenso auch gewaltige Eisbrokken
über große Entfernungen in die heutige Nordost-Richtung verlagert werden, weil
viele Täler am nördlichen Gebirgsrand der Alpen eh in nördlicher bzw. nordöstlicher
Richtung abfallen. Es gibt im nördlichen Alpenvorland mehrere Findlinge von hundert
und mehr Tonnen – der größte Findling befindet sich bei Weiler im Allgäu und wird
auf ursprünglich 3.000-4.000 m³ geschätzt.
Dort, wo weit im nördlichen Alpenvorland gewaltige Findlinge und große Toteislöcher
vorzufinden sind, ergänzten sich Richtung und Abschüssigkeit der Täler mit der Richtung
der ruckartigen Bewegung der Erdkrustenverrutschung. Während dieser dramatischen
Stunden schossen in den nach Norden und Nordosten abfallenden Alpentälern
auch lehm- und geröllhaltige Schlammfluten mit hoher Geschwindigkeit bis weit ins
Alpenvorland, deren mehrere Meter mächtige Ablagerungen heute als Grundmoränen
gedeutet werden, jedoch solche nicht sind (Anmerkung: Wirkliche Grundmoränen
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
225
müssen lehmfrei sein, weil die feinen Gesteinsbestandteile, welche den Lehm bilden,
beim Abtauen des Gletschereises von den Schmelzwässern abgeführt werden).
Um nach der „Polsprung“-Phase die Vorgänge in der Alpenregion nachvollziehen und
die verschiedenen Ablagerungserscheinungen im Alpenvorland verstehen zu können,
ist weiter zu bedenken, daß die alpenländischen Vereisungsgebiete im Zuge der Erdkrustenverrutschung
vom ca. 60sten Breitenkreis in südlichere Gefilde auf den ca.
46sten Breitenkreis verfrachtet worden sind, wo es dann innerhalb weniger Jahre zu
erheblichen Abschmelzungen und damit verbundenen Schmelzwasserfluten, zwischenzeitlichen
Aufstauungen und Sturzfluten gekommen ist. Auch die Isardurchbrüche
bei Bad Tölz und Grünwald, deren Entstehung von etablierten Geologen auf die
Zeit zwischen 11.000 v.Chr. und 13.000 v.Chr. Datiert werden (paßt hundertprozentig
mit unserer Datierung überein!), sind in der Zeit des „Polsprung“-Kataklysmus bzw.
kurz danach durch tektonische Ursachen und durch Sturzfluten entstanden.
Die allermeisten als „eiszeitlich bedingt“ gedeuteten Ablagerungserscheinungen
(Drumlins, Esker, Warven, Schotterflächen aus geschichteten Kiesen) im Alpenvorland
sind auf kurzfristig abgelaufene Abschmelzprozesse in den Gebirgsregionen
und daraus resultierenden gewaltigen Schmelzwasserfluten, zurückzuführen. Hierzu
möchten wir anmerken, daß von nonkonformistischen Forschern ganz identische
Bodenformationen in Gegenden gefunden worden sind, wo definitiv nie Vergletscherungen
existiert haben (das Buch Impact Geology von Allan O. Kelly, Encinitas/
Kalifornien 1985, enthält zahlreiche aufschlußreiche Farbfotos solcher Formationen).
Auch wenn vor dem Erdkrustenverrutschungs-Kataklysmus die tatsächlichen Gesamtflächen
der Vereisung in den Alpen und anderen Gebirgsregionen erheblich kleiner
waren, als von der etablierten Wissenschaft bisher dargestellt, ist von gewaltigen
Massen an Schmelzwasser auszugehen, die sich während der Abtauzeit nach zwischenzeitlichen
Aufstauungen in einer gewissen Zeit nach dem „Polsprung“-
Geschehen aus dem Hochgebirge in die Gebirgsvorlandregionen ergossen haben.
Abgesehen von einigen wenigen dafür geeigneten Gletschertälern mit entsprechenden
Geländestrukturen (ausreichendes Gefälle, wenige Hindernisse usw.) dürfen die von
den Vertretern des Eiszeit-Dogmas für das Alpenvorland postulierten großflächig palatschinkenartig
ausgedehnten, weit ins Land vorstoßenden Vorlandgletscher berechtigterweise
bezweifelt werden, denn die kann es allein schon wegen der dafür nicht
ausreichenden Schubkraftverhältnisse aufgrund mangelnden Eisdrucks, zu geringen
Gefälles und großer Geländehindernisse nicht gegeben haben! Selbst wenn man eine
wesentlich größere Vergletscherung der Alpen annimmt, dann wären die Eismassen
von den ihnen den Weg blockierenden Bergen und Höhenzügen festgehalten worden,
so daß nur durch wenige Gletschertäler ein kleiner Teil der Eismassen einige wenige
Kilometer weit ins Vorland hätte vordringen können – die Eis-Palatschinken-These ist
aber ein völliger Unsinn.
Wir möchten in diesem Zusammenhang auch darauf aufmerksam machen, daß nirgendwo
in gegenwärtigen Vergletscherungsgebieten, ob in Island, Grönland oder
Alaska, derart großflächig ausgedehnte Vorlandvergletscherungen vorzufinden sind,
wie sie von der schulwissenschaftlichen Eiszeit-Lehre für das oberbayrische Alpenvorland
postuliert werden.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
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ERLÄUTERUNG „EISZEITLICHER“ BEGRIFFE:
Warve = während eines Jahres entstandene Ablagerungsschicht (nach konventioneller
Lehrmeinung).
Warven-Methode = eine der tragenden Säulen der schulwissenschaftlichen Eiszeit-
Chronologie, mit welcher anhand geologischer Schichtenbildung in sogenannten
eiszeitlichen Bodenformationen das Alter dieser Schichten zu ermitteln
versucht wird. Diese Analyse-Methode geht von der Annahme aus, daß sich in
der „Eiszeit“ bei bestimmten örtlichen Situationen pro Jahr eine Ablagerungsschicht
gebildet habe.
Jedoch ist es den geologischen Schichtungen im Nachhinein nicht anzusehen, ob
einzelne Schichten innerhalb eines Jahres, innerhalb von Monaten, Wochen oder
Tagen abgelagert wurden, was für die Zeitrechnung einen riesigen Unterschied
ergibt. Warven mit vielen Ablagerungsschichten können im Rahmen großer
Sturzfluten (oder im Flachland durch Super-Tsunamis) durch zyklische Überschwemmungen
(z. B. Hin- und Herschwappen großer Wassermassen o. ä.) innerhalb
von wenigen Tagen entstanden sein.
Endmoränen = setzen sich aus ungeschichteten, bis zu Kubikmeter großen
Blöcken, alle Korngrößen enthaltenden Anhäufungen von Gesteinsschutt zusammen.
Im Gegensatz dazu bauen sich durch Riesentsunamis und Superfluten
entstandene Schotterflächen aus hervorragend geschichteten Kiesen auf, wie sie
eben von fließendem Wasser abgelagert werden.
Esker = extrem schmale, teils sehr lange, quasi Bahndamm-ähnliche Schotterdämme,
die sich unregelmäßig durch die Landschaft ziehen. Die konventionellen
Eiszeitforscher gehen davon aus, daß sie durch große Schmelzwasserbäche,
die unter Inlandeismassen flossen, entstanden sind, doch konnte man bisher unter
heutigen Gletschern nirgendwo „Esker“ beobachten.
Drumlins = stellenweise sehr zahlreich vorzufindende, typisch länglich- stromlinienförmig
geformte Hügel aus Ablagerungsmaterial wie Kies usw.
Toteislöcher = verschieden große, vertiefte Gelände-Hohlformen bis über 20 m
tief, die nach offizieller Lehrmeinung so entstanden sein sollen, daß in den „Moränen“
und sonstigen „eiszeitlichen“ Ablagerungserscheinungen gewaltige Eisblöcke
von Kies und Sand bedeckt wurden, unter denen sie dann erst über einen
längeren Zeitraum abschmolzen und dann schließlich diese Geländevertiefungen
zurückließen. Nach unserer Auffassung sind in Norddeutschland die meisten
dieser sogenannten Toteislöcher Einschlaglöcher von Asteroiden bzw. Asteroiden-
Teilen, die vor dem Einschlag in der Atmosphäre explodiert sind und sich in
viele kleinere Bruchstücke aufgeteilt haben und so über weite Flächen verstreute
Vertiefungen hinterlassen haben, die heute kleine Seen bilden.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
227
Im Bereich Nordamerikas reichte das Maximum der polaren Vereisung (während der
Eiszeit; vor dem Polsprung um 12.536 v.Chr.), wie in einem der vorherigen Kapitel
schon erwähnt, bis ca. zum damaligen 60sten Breitengrad, auf dem die gesamten großen
Seen des nordamerikanischen Kontinents wie an einer Perlenschnur liegen. Für die
starke Vereisung dieser Gebiete auf dem nordamerikanischen Kontinent spricht auch
hier gerade die Lage des ehemaligen Nordpols an der Ostküste Südgrönlands und
ebenso die warmen Wassermassen im Bereich des heutigen Nordpolarmeeres, welche
die nötigen Wärmeenergien für die entsprechende Wasserverdunstung im Bereich östlich
der nordamerikanischen Eismassen geliefert haben. Zur besseren Veranschaulichung
der damals bestehenden Verhältnisse betrachte man die konkrete damalige Situation
an einem Globus, auf dem der ehemalige Nordpol gekennzeichnet ist und berücksichtige
die kontinuierlich wehenden Westwinde, durch die die verdunsteten Wassermassen
in Richtung Nord-Ost-Amerika transportiert wurden, genau dorthin, wo auf
dem nordamerikanischen Kontinent die großen Inlandeismassen waren.
„EISZEITLICH“ BEDINGTE
LANDSENKUNGEN UND -ANHEBUNGEN
Nach der Erdkrustenverrutschung („Polsprung“; Ende der „Eiszeit“) schmolzen die
ehemaligen Inlandeismassen, die über mehrere Hunderttausend Jahre den Osten des
nordamerikanischen Kontinents, die Britischen Inseln, Skandinavien, die Alpen und
die Pyrenäen bedeckt hatten, sukzessive ab und mit diesem Abschmelzen stieg der
Meeresspiegel wieder an. Der Anstieg des Wasserspiegels wurde in der südlichen
Nordsee in späteren Jahrtausenden
(zeitlich versetzt)
noch durch tektonische
Landabsenkungen verstärkt,
welchen eine Hebung Skandinaviens
und der Britischen
Inseln infolge der Entlastung
durch das abschmelzende Eis
gegenübersteht. Durch diese
tektonische Hebung wurde die
skandinavische Halbinsel in
ihrem Mittelteil bisher bis zu
250 m emporgehoben.
Aufgrund der Landanhebungen
in Nordjütland, Südschweden
und Karelien wurde der Durchfluß
des Golfstromes durch die
Ostsee nun verhindert, da diese
Landflächen aufgrund der
isostatischen Landanhebung
höher angehoben worden
waren, als der Meeresspiegel
im gleichen Zeitraum anstieg.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
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Laut wissenschaftlicher Lehrmeinung ist die Ostsee durch Eisaufstauungen im Zuflußbereich
im Zeitraum bis 8.300 v.Chr. zum Baltischen Eisstausee geworden. Zwischen
8.300 und 6.800 v.Chr. wurde die Ostsee dann (noch einmal) zu einer Meerstraße zwischen
Nordsee und Weißem Meer (Yoldiameer), bis sie schließlich durch weitere
Landanhebungen für einige Zeit zu einem Süßwasserbinnensee wurde (Ancylussee
6.800 – 5.500 v.Chr.) und dann in den folgenden Stadien ihre heutige Gestalt annahm.
Laut Brockhaus bewirkt die isostatische Landanhebung im Bottnischen Meerbusen ein
Fallen des Wasserstandes um rund 50 cm im Jahrhundert, während der Wasserstand
im Bereich der südlichen Ostseeküste, welche von dem Gebiet der maximalen Vereisungsdicke
viel weiter entfernt war, in diesem Zeitraum ungefähr gleich blieb.
Das Gebiet der heutigen Nordsee war in der Zeit vor dem „Polsprung“-Kataklysmus
über lange Zeiten ein weites, von den Flüssen Rhein, Themse, Ems, Weser, Elbe usw.
durchflossenes fruchtbares Flachland mit einigen wenigen sanften Erhebungen. Nach
dem „Polsprung“ bildete bis ca. 8.000 v.Chr. die Doggerbank den Südrand der Nordsee.
Nach dem Abschmelzen des Eises hatte der Meeresspiegel um ca. 5.500 bis 5.000
v.Chr. seinen Höchststand erreicht, den er – abgesehen von geringfügigen Schwankungen
– bis heute weitestgehend beibehalten hat. Ab ca. 6500 v.Chr. wurde die Doggerbank
allmählich zu einer Insel, bis letzte Reste von ihr mit Beginn der subatlantischen
Transgression um 800 v.Chr. in der Nordsee untergingen. An der jütländischdeutsch-
holländischen Nordseeküste kommt es, bedingt durch das Abschmelzen der
damaligen Eismassen über Skandinavien und den Britischen Inseln, zeitlich versetzt
bis heute zu tektonischen Landabsenkungen, die zwischenzeitlich mit drei leichten
zyklischen Landanhebungen verbunden waren (siehe Schüttesche Senkungskurve).
SOGENANNTE EISZEITLICH BEDINGTE, MORÄNENÄHNLICHE
ABLAGERUNGEN IM BEREICH DER KÜSTENREGIONEN
Um die Entstehung der verschiedenen moränenähnlichen Ablagerungserscheinungen
in den Küstenregionen und den angrenzenden Flachlandgebieten (wie z.B. der norddeutschen
Tiefebene), die bisher als Spuren eiszeitlicher Gletscher gedeutet wurden,
nachvollziehen zu können, muß man sich eine Vorstellung von den gewaltigen Naturkatastrophen
verschaffen, die damals durch den „Polsprung“ ausgelöst wurden. Es ereigneten
sich damals, vor ca. 14.500 Jahren, gewaltigste Kataklysmen, die ganze Gebirgsregionen
in den Anden, Rocky Mountains und den Himalajas in wenigen Stunden
um einige Tausend Meter emporgehoben und großräumige Gebiete wie z.B. den Bereich
des mittleren Nordamerikas über den Meeresspiegel verlagert haben. Von den
Überschwemmungen, die sich damals ereignet hatten, kann man sich heute kaum ein
Bild machen.
Während der akuten Phase der Erdkrustenverrutschung brachen die Ozeane wie gewaltigste,
weit über tausend Meter hohe Super-Tsunamis über die küstennahen Flachlandgebiete
bis weit ins Binnenland herein. Als diese gewaltigen Wassermassen anschließend
in vielen Wogen in das Binnenland hinein-, zurück- und wieder hinein- und dabei
immer wieder hin- und herschwappten, sind dabei über große Gebiete flächendeckende
Ablagerungsschichten und je nachdem, wie die Wassermassen hereinbrachen bzw.
zurückströmten, auch Bodenformationen entstanden, die als bisher eiszeitlich bedingte
Moränen gedeutet wurden.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
229
Die Entstehungsursache für die bisher als eiszeitlich bedingt gedeuteten Ablagerungserscheinungen
in den Küstenregionen und den angrenzenden Flachlandgebieten
sind in Wirklichkeit gewaltigste Überschwemmungen, die durch den
„Polsprung“-Kataklysmus ausgelöst wurden!
Es gilt zu bedenken, daß in der Phase der Erdkrustenverrutschung („Polsprung“) die
Wassermassen ruckartig mit hoher Geschwindigkeit über die Flachlandgebiete hereinbrachen,
wodurch auch große Felsbrocken über weite Strecken transportiert und dabei
in relativ kurzer Zeit auch schön geschliffen wurden. Die Findlinge, die man später
zum Bau von Großsteinanlagen verwandte, sind Zeugen dieser gewaltigsten Katastrophe
der jüngeren Erdgeschichte. Es ist ein Irrglaube, anzunehmen, daß eiszeitliche
Gletscher in aller Ruhe und Gemütlichkeit die Findlinge geschliffen hätten. Sowohl
beim Hineinströmen ins Binnenland als auch beim Strömen der Wassermassen in die
Meere zurück muß man davon ausgehen, daß es zu partiellen Hochgeschwindigkeitsströmungen
gekommen ist, welche hier und da moränenähnliche Ablagerungserscheinungen
hinterlassen haben.
Auch die meterdicken Lehm- und teils Sandablagerungen, die in vielen Flachlandgebieten
(nicht nur in Küstennähe) großflächig vorzufinden sind, sind durch die höchstgewaltigen
Überschwemmungen des „Polsprung“-Kataklysmus entstanden, als sich
die Lehmanteile des schlammigen Überschwemmungswassers absetzten. Selbst in
Flachlandgebieten wie dem Münsterland, die schon relativ weit von den Küsten entfernt
sind, sind meterdicke Ablagerungsschichten, teils auch moränenähnliche Ablagerungserscheinungen
vorzufinden, die von den Ausläufern solcher Super-Tsunamis geschaffen
wurden.
„Super-Tsunami“ ist eigentlich nicht die richtige Bezeichnung, denn ein Super-
Tsunami ist ja im Prinzip nur eine Welle, die sich allmählich abbaut, je weiter sie ins
Land dringt; die Überschwemmungen in der „Polsprung“-Phase muß man sich wie ein
Verschieben bzw. ein Überschwappen der ozeanischen Wassermassen über die
kontinentalen Flachlandbereiche vorstellen, so daß auch viele Hundert Kilometer weit
im Binnenland in relativ niedrigem Flachland die Wassermassen noch einen Wasserstand
von ca. 200 m Höhe erreichten.
Die gesamte norddeutsche Tiefebene ist nahezu flächendeckend meterhoch von Ablagerungen
dieser höchstgewaltigen Überschwemmungskatastrophe überdeckt, wie man
z.B. am Rande des Braunkohletagebaus in der Nähe des niedersächsischen Städtchens
Schöningen sehr gut erkennen kann, wo Wissenschaftler in einem Ausgrabungsfeld
unter diesen Schichten Skeletteile von mehr als zwanzig Pferden gefunden haben, diese
aber auf ein vermeintliches Alter von 400.000 Jahre datieren – weil man eben nach
der Warven-Methode rechnet, aber höchstgewaltige Super-Tsunamis erst gar nicht in
die Überlegungen mit einbezieht, da man sie nach etablierter Lehrmeinung einfach
nicht für möglich hält. Ebenso ist fast die gesamte sibirische Tiefebene von meterdikken
lehmigen Ablagerungen überdeckt, nur auf Anhöhen und in manchen Bereichen,
wo das Zurückfließen des Wassers (dadurch entstanden die sogenannten Urstromtäler)
sie wieder weggespült hat, findet man sie nicht.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
230
Die meistens flächigen und verschiedentlich auch moränenähnlichen Ablagerungserscheinungen
solcher Super-Tsunamis sind von solchen zu unterscheiden, die durch
sturzflutartige Superfluten aus den Hochgebirgsregionen geschaffen wurden, welche
auch die Urstromtäler mitgestaltet haben.
DAS KLIMA IN MITTELEUROPA
VOR DEM „POLSPRUNG“-KATAKLYSMUS
Im Zeitraum vor der Polverlagerung herrschte im Europa nördlich des damaligen
60sten Breitengrades (dieser ging über die Azoren, durch Nordportugal entlang am
Nordrand der Alpen, durch das Baltikum, entlang der Ostgrenze Finnlands, durch das
Weiße Meer und nord-westlich an Nowaja Semlja vorbei) sowohl zur Zeit des Vereisungsmaximums
als auch des Vereisungsminimums dank des warmen Golfstroms, von
dem ein Ableger durch die Ostsee ins Weiße Meer floß, bis in den Nord-Ostsee-Raum
hinein ein mildes Klima. (Anmerkung: Zur Zeit des Vereisungsmaximums war zwar
der Meeresspiegel insgesamt tiefer, aber dafür war der Bereich der Ostsee durch das
Eisgewicht, das auf der skandinavischen Platte lagerte, um so mehr abgesenkt, so daß
der Durchfluß eines Golfstromablegers über lange Zeiten gewährleistet war).
Um sich ein realistisches Bild von der damaligen klimatischen Situation im Bereich
des heutigen Deutschlands verschaffen zu können, gilt es insbesondere zu beachten,
daß aufgrund der Position des damaligen Nordpols an der Ostküste Südgrönlands die
skandinavischen Gletschergebiete nicht direkt nördlich, sondern weiter östlich des
Hauptsiedlungsgebietes unserer atlantischen Vorfahren (im Bereich der südlichen
Nordsee bis runter zu den Externsteinen) lagen, so daß die Eisgebiete über Norwegen,
Nord-Schweden und Finnland wegen der kontinuierlich wehenden Westwinde für das
Klima in Mitteleuropa nicht relevant waren und somit keinen kühlenden Einfluß ausüben
konnten! Die Gletschereisgebiete im Bereich der Britischen Inseln können klimatechnisch
völlig vernachlässigt werden, da diese äußerst klein waren und es nur in den
höchsten Regionen der schottischen Hochlande zur Gletscherbildung gekommen war.
Die Gletscher in Schottland wuchsen über eine bestimmte Größe nicht hinaus, weil die
Wärmeenergien des nahen Golfstroms im unteren Bereich dieser Gletscher gleich wieder
für ein schnelles Abschmelzen sorgten. Es ist absolut realistisch, daß es in Irland
und in England gar nicht zur Gletscherbildung gekommen ist.
Selbst in dem von H.K. Horken beschriebenen Fall, daß der Fluß des Golfstroms über
die nordatlantische Schwelle aufgrund abgesenkten Meeresspiegels eingeschränkt oder
gar verhindert war und dieser nach Westen und/oder in Richtung Süd-Ost umgelenkt
wurde, wird das Klima (in Anbetracht der Lage des damaligen Nordpols an der Ostküste
Südgrönlands) im Europa nördlich des damaligen 60sten Breitengrades relativ mild
gewesen sein, weil die kontinuierlich wehenden warmen Westwinde auch in diesem
Fall die Wärmeenergien des Golfstroms in den west-, mittel- und auch nordeuropäischen
Raum transportiert haben. Um die damalige klimatische Situation richtig visualisieren
und nachvollziehen zu können, sollte man sich die Position des ehemaligen
Nordpols, die (relativ kleinen) Vereisungsgebiete und den ehemaligen 60sten Breitengrad
einfach einmal auf einem Globus aufzeichnen – dann ist das Verständnis des zuvor
Beschriebenen umso anschaulicher und einprägsamer.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
231
In Frankreich, das damals zum größten Teil auch nördlich des 60sten Breitengrades
lag, ebenso am Niederrhein und in Mitteleuropa, herrschte aufgrund dieser Bedingungen
über einen Zeitraum von ca. zwei Millionen Jahren ein im Mittel gemäßigt warmes
Klima, das in mehreren seiner wärmsten Phasen (von der Wissenschaft als Zwischenwarmzeiten
in der „Eiszeit“ gedeutet) über viele Jahrtausende nahezu an tropisches
Klima heranreichte. Hier in Europa gab es während der vermeintlichen Kaltzeit
Löwen, wie angeblich 32.000 Jahre alte Zeichnungen von frühmodernen Menschen in
der Höhle von Cauvet beweisen. Am Niederrhein und in Mitteleuropa war es sogar so
warm, so daß hier Flußpferde (!) heimisch sein und viele andere Tiere leben konnten,
die heute nur in tropischen Gegenden zu finden sind. Im Werra-Tal, nahe dem Ort Untermaßfeld
in Südthüringen, haben Wissenschaftler ein „eiszeitliches“ Massengrab von
unterschiedlichsten Säugetieren wie Riesenhamster, Pferd, Elefant, Bison, Gepard,
Hyäne, Jaguar, Puma und Flußpferd entdeckt – „Es muß eine Sintflut (Superflut,
d.Verf.) gewesen sein, die zahllose Tiere verschlang“ (Magazin „Geo“, 07/2005, S.
126).
Die offizielle Lehrmeinung behauptet nach wie vor, daß erhebliche Bereiche des Landes
der Vorfahren der Deutschen (von Skandinavien bis fast zu den deutschen Mittelgebirgen
und im Süden die Alpen und weiträumig das Alpenvorland) in der Vergangenheit
abgesehen von einigen kleineren Warmzeiten über Hunderttausende von Jahren
von gewaltigen Eisgletschern überzogen gewesen wären und sich in den restlichen
eisfreien Gebieten Polarwüsten, Tundren, Kaltsteppenvegetation, Dauerfrostböden bis
nach Südfrankreich usw. befunden hätten – also ein lebensfeindliches, kaltes Klima
geherrscht hätte. Dieses Eiszeit-Dogma unterdrückt seit über 150 Jahren wie selbstverständlich
von vornherein jedweden Gedanken daran, daß sich in diesem Land in der
Vergangenheit jemals eine höhere Kultur entwickelt haben, geschweige denn diese
Region der Erde die Wiege der Zivilisation gewesen sein könnte.
Jedoch belegen die vielen Knochenfunde von tropischen und subtropischen Tierarten,
die man bisher im mitteleuropäischen Raum gefunden hat, daß zu der Zeit, als die
Hochgebirgsbereiche in den Alpen, den Pyrenäen, den schottischen Highlands und
große Gebiete in Skandinavien mit großen Gletschern überzogen waren, im restlichen
Europa nördlich des damaligen 60sten Breitengrades über viele Hunderttausend Jahre
ein relativ konstant mildes Klima vorherrschte.
In einem der vorherigen Kapitel hatten wir schon darauf aufmerksam gemacht, daß die
Möglichkeit zu einer reichhaltige Erträge hervorbringenden Landwirtschaft die grundsätzliche
Voraussetzung dafür ist, daß sich in einem Land eine Hochkultur herausbilden
kann. Denn erst durch eine ertragreiche Landwirtschaft ist ein Volk in der Lage,
Menschen für andere Bereiche des gesellschaftlichen Lebens wie Handwerk, Künste,
Wissenschaft, Rechtsprechung, Religion u.a. freistellen zu können und somit überhaupt
erst fähig, höhere Kultur hervorzubringen.
Die hier aufgeführte Argumentation zur Entschlüsselung des „Eiszeit“- Rätsels ist aus
kulturhistorischer Sicht zur Beantwortung der Frage nach der „Wiege der Zivilisation“
von entscheidender Bedeutung. Denn dadurch wird nun deutlich, daß sogar in der Zeit
während der sogenannten Eiszeiten in weiten Gebieten des nordischen Raumes – entgegen
dem bisher etablierten Eiszeit-Dogma – ideale klimatische Bedingungen für
eine ertragreiche Landwirtschaft im Bereich der heutigen Nordsee, der gesamten nordREICHSBRIEF
NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
232
deutschen Tiefebene, dem Münsterland und vielen anderen Gebieten nördlich der Alpen
und damit für die Hervorbringung frühzeitlicher Hochkulturen sogar lange vor
dem Atlantis der Bronzezeit gegeben waren.
Die in diesem Kapitel vorgestellte „Eiszeit“-Theorie stellt ein umfassendes, schlüssiges
und kohärentes Gedankengebäude zum Thema „Eiszeit“ dar, doch erhebt sie keinen
Anspruch auf Vollständigkeit. Selbstverständlich gibt es noch einige offene Fragen
und verschiedene Ablagerungserscheinungen bedürfen noch ihrer Erklärung. Um
alle Rätsel und Phänomene erklären zu können, ist jedoch erst einmal eine genaue Erforschung
des tatsächlichen Ablaufs der gewaltigen Überschwemmungen und anderer
Katastrophenereignisse im Verlauf der „Polsprung“-Phase erforderlich.
Daß die nordischen Eismassen bis nach Norddeutschland hineingereicht haben könnten,
also Gletschereismassen in flachem, sogar ansteigendem Gelände über viele Hundert
Kilometer weit nach Süden vorgestoßen sein, sogar noch Hindernisse wie den
Teutoburgerwald überquert und dabei noch gewaltige Geröllmassen bewegt haben sollen,
ist aus vielerlei Hinsicht, vor allem aber schon aufgrund mangelnder Eisdruckverhältnisse
völlig unmöglich und einfach großer Unsinn! – um dies zu verstehen
muß man sich nur einmal einen maßstabs- und höhengetreuen Querschnitt des vermeintlichen
Eisschildes vor Augen führen. In erster Linie soll die hier erstmals veröffentlichte
Arbeit eine Orientierung in das momentane Informationschaos der Erd-,
Vorgeschichts- und Eiszeitforschung bringen und für weitere Forschungen einen Anstoß
in die richtige Richtung geben.
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TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
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DIE UR-HEIMAT DES ARISCHEN MENSCHEN
– DER URSPRÜNGLICHE NORDISCHE RAUM
Mit dem Grundlagenwissen um den „Polsprung“ und die tatsächlichen klimatischen
Verhältnisse zu Zeiten größter Vereisung (der vermeintlichen „Eiszeit“) lassen sich
nun auch Rückschlüsse auf die Herkunftsregion des hellhäutigen, arischen Menschen
ziehen.
Da die pigmentarme Haut dafür geschaffen ist, spärliche Sonnenstrahlung optimal zu
nutzen, um genug lebensnotwendiges Vitamin D zu bilden, ist davon auszugehen, daß
die weißhäutige, blonde Menschenrasse sich nur in Lebensräumen nördlich des ca.
60sten Breitengrades herausbilden konnte, in Regionen, wo die Sonnenstrahlung über
einen Zeitraum von vielen Hunderttausend Jahren im Jahresmittel relativ gering war
(wie im heutigen Skandinavien), aber trotzdem geeignete klimatische Bedingungen
zum Siedeln gegeben waren.
Betrachtet man nun auf dem Globus die Lage vor dem „Polsprung“-Kataklysmus mit
dem ehemaligen Nordpol an der Ostküste Südgrönlands, der Darstellung des damaligen
nördlichen 60sten Breitengrades und den vereisten Gebieten zur Zeit des Vereisungsmaximums
(siehe Abbildung), dann wird ersichtlich, daß es damals auf der
Nordhalbkugel im Bereich nördlich des 60sten Breitengrades flächenmäßig nur sehr
wenige bewohnbare Lebensräume gab, in denen eine größere Anzahl von Menschen
seßhaft werden und die weiße Menschenrasse entstehen konnte.
Grönland und der Bereich Nordamerikas nördlich des damaligen 60sten Breitengrades
waren nahezu komplett vereist, nur in dem Bereich, der zum heutigen Nordpolarmeer
gelegen ist, war auf einigen eisfreien Inseln (heute nord-kanadische Inseln) BesiedeREICHSBRIEF
NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
234
lung möglich. In Europa dagegen gab es im damaligen nordischen Raum dank des
warmen Golfstroms einige größere Gebiete mit konstant mildem Klima, in denen
Menschen siedeln und höhere Kultur entwickeln konnten.
Diese klimatisch günstigen Siedlungsräume nördlich des ehemaligen 60sten Breitengrades
sind die Herkunftsregion der hellhäutigen, hellhaarigen und helläugigen Menschen,
die in den Mythen als Arier bezeichnet wurden. Die Herkunftsgebiete des weißrassigen
Menschentyps erstreckten sich damals von Nordportugal und Nordspanien
über das nördlich der Alpen gelegene West- und Mitteleuropa, sie schlossen das Baltikum,
Karelien und die Halbinsel Kola, ebenso die Britischen Inseln (diese lagen damals
allerdings extrem weit nördlich), die bewohnbaren Küstenregionen am Rande des
skandinavischen Eisschildes und den Bereich der trockengefallenen Nordsee mit ein.
Den geographischen Mittelpunkt in diesem Gebiet des ursprünglichen nordischen
Raumes bildeten die Externsteine! – (siehe Abbildung) hier hat sich der nordische
Menschentyp seit Urzeiten herausgebildet, hier befindet sich die schon solange gesuchte
Urheimat der sogenannten „Indogermanen“ bzw. „Indoeuropäer“ sowie das
Herkunftsgebiet der ältesten Ur-Sprachen und -Schriften.
(Anmerkung: Aufgrund des vorgeblichen Mißbrauchs des Begriffs „indogermanisch“
im Dritten Reich verwendet man in der etablierten Geschichtsforschung und Archäologie
die Bezeichnung „indoeuropäisch“. Sachlich richtiger ist jedoch der Begriff „Indogermanen“,
da er in der Funktion des Klammerbegriffs den [ursprünglich] östlichsten
und westlichsten Sprachzweig der verwandten Sprachfamilie benannte. Beide Bezeichnungen
haben jedoch nun ihre Berechtigung verloren, denn bei allen sogenannten
„indogermanischen“ bzw. „indoeuropäischen“ Kulturen, die außerhalb des hier dargestellten
ursprünglichen Nordischen Raumes zu finden sind, handelt es sich um Ablegerkulturen
des einstigen ur-nordischen weißen Kulturvolkes. Siehe dazu auch das
Kapitel: Atlanter – Kelten – Germanen).
Da eine Kultur, die das Externsteindreieck, die Giseh-Pyramiden und andere großartige
Bauwerke und Anlagen in der Welt schon knapp 2000 Jahre nach dem „Polsprung“-
Kataklysmus geschaffen hat, nicht auf einem kulturellen Niveau von Null begonnen
haben kann, ist davon auszugehen, daß es schon lange vor dem „Polsprung“-
Kataklysmus, d.h. schon während den sogenannten „Eiszeiten“ in dem Gebiet nördlich
des ehemaligen 60sten Breitengrades eine oder gar mehrere Hochkulturen gegeben
hat.
Wenn man allerdings in der norddeutschen Tiefebene von diesen Kulturen Hinterlassenschaften
finden will, dann muß man schon etwas tiefer und stellenweise sehr tief
graben, denn diese sind unter vielen meterdicken Ablagerungen zu suchen, welche die
„Polsprung“-Überflutungen hinterlassen haben, von denen die hohen bisher als Endmoränen
interpretiert wurden. Über die vor-atlantischen Kulturen sollen in dieser
Schrift aber keine weiteren Spekulationen angestellt werden.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
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DER SCLÜSSEL ZUR LÖSUNG DES ATLANTISRÄTSELS
– ES GAB DREI ATLANTISCHE KULTUREPOCHEN
Durch die Entschlüsselung des „Eiszeit“-Phänomens und die Ermittlung des Katastrophen-
Zyklus von 3636 Jahren kommen wir nun auch der Lösung des Atlantis-Rätsels
näher. Mit dem Wissen um die Polverlagerung, das milde Klima und die viel, viel
kleiner dimensionierten Gletschereismassen zum Zeitpunkt des Vereisungs-
Maximums in Europa können wir nun eine konkrete Vorstellung von den Lebens- und
Siedlungsbedingungen gewinnen, die in den verschiedenen Zeiten der Vorgeschichte
(vor und nach 14.500 v.Chr.) im damaligen europäischen Raum nördlich derAlpen
vorherrschend waren. Und in das Schema der 3.636-Jahreszyklen lassen sich nun
unterschiedliche Atlantis-Thesen bzw. -Datierungen integrieren.
Um es kurz zu machen: Atlantis hat es mehrmals gegeben, es hat auf unterschiedlichen
Kulturstufen existiert und es ist dreimal untergegangen!
Nach unseren Erkenntnissen haben schon vor dem „Polsprung“-Kataklysmus vor ca.
14.500 Jahren Hochkulturen existiert, wie jedoch die Kulturen auf unserem Planeten
vor diesem markanten Ereignis beschaffen waren, davon haben wir keine konkreten
Vorstellungen entwickelt – darüber zu spekulieren macht aus heutiger Sicht auch wenig
Sinn. Hier ein Übersichtsdiagramm mit der Darstellung des 3636-Jahreszyklus des
Planeten Nibiru, das mit dem Zeitpunkt des Polsprungs beginnt.
Der nachfolgend dargestellte geschichtlicher Abriß der drei atlantischen Kulturen ist
eine Vision in die Vergangenheit, die schon mit vielen wissenschaftlichen Fakten und
archäologischen Funden unterbaut werden kann, die wir in den nächsten Jahren sukzessive
konkretisieren werden.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
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REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
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DAS ZEITALTER
DER ATLANTIS -I-KULTUR (12.536-8.900 v.Chr.)
DIE ZEIT NACH DER GROSSEN KATASTROPHE
Durch den „Polsprung“-Kataklysmus war der größte Teil der Menschheit und ebenso
aller zuvor existierenden Kulturen vernichtet worden. In den Küstenbereichen und den
dahinterliegenden Tieflandgebieten (im Gebiet des heutigen Rußland teils mehrere
Tausend Kilometer bis ins Landesinnere) gab es für Mensch und Tier keine Überlebenschance.
Im damaligen nordischen Raum (im Bereich nördlich des ehemaligen
60sten Breitenkreises), war es einem Volk zumindest zum Teil gelungen zu überleben
und auch gewisse ihrer bisherigen geistig-kulturellen und technischen Errungenschaften
über die Zeit des „Polsprung“-Kataklysmus und der darauffolgenden Katastrophenjahre
zu retten. Dies war vor allem dem Umstand zu verdanken, daß die weisen
Leute dieses Volkes die Katastrophe hatten kommen sehen und die Menschen vorgewarnt
haben. So hatten viele dieser nordischen Menschen Vorkehrungen getroffen und
sich beim Herannahen des Planeten Nibiru in die sicheren Mittelgebirge zurückgezogen.
Viele Menschenleben und viel altes Wissen wurden dadurch gerettet – trotzdem
überlebte nur ein kleiner Teil dieser nordischen Menschen diese allerschlimmste Zeit.
Die Jahre nach dem „Polsprung“-Kataklysmus waren von einer düsteren Atmosphäre,
vielen Nachbeben, unaufhörlichen Regenfällen, Überschwemmungen, großen Hungersnöten
und Massensterben in weiten Teilen der Welt gekennzeichnet. Es waren Jahre,
in denen es drei Jahre lang so gut wie keinen Sommer und damit auch keine Ernten
gab (Edda). Von dem damaligen Chaos, Notstand und Elend kann man sich heute nur
schwer eine Vorstellung machen. Aufgrund der relativen Polnähe waren die nordischen
Gebiete durch die Kataklysmen besonders stark in Mitleidenschaft gezogen.
Da dieses nordische Volk vor der Erdkrustenverrutschung seit Urzeiten seine Heimat,
seinen Lebens- und Entwicklungsraum im sonnenarmen nordischen Bereich oberhalb
des ehemaligen 60sten Breitengrades hatte, besaßen seine Menschen eine weiße Hautfarbe,
waren vorwiegend blau-, grün- oder hellbraunäugig und hatten meist brünette,
blonde, braune oder rötliche Haare. Der geographische Mittelpunkt dieses einst nordischen
Ursprunggebietes der weißen Menschen, das durch den „Polsprung“ in südlichere
Regionen verschoben wurde, waren die Externsteine (siehe graphische Darstellung).
Das Überleben war diesem nordischen Volk vor allem deswegen möglich, weil es ein
hohes Bewußtseinsniveau und einen damit verbundenen hohen Grad an Gemeinsinn,
Organisationsfähigkeit und Disziplin besaß. Dieses Volk, das wir nachfolgend als Atlanter
und dessen Kultur als Atlantis I-Kultur (12.536-8.900 v.Chr.) bezeichnen, besaß
eine ganzheitlich ausgewogene kosmische Spiritualität mit einer entsprechend natürlichen
Religiosität, welche den Himmel (Kosmos) und damit auch die Ereignisse
am Sternhimmel in das irdische Leben miteinbezog. Für dieses einst nordische Volk
war es höchster Lebens- und Sinninhalt, die Gesetzmäßigkeiten des Himmels und die
Urprinzipien des Kosmos zu erkennen und im irdischen Leben zur Verwirklichung zu
bringen – oberster Grundsatz des geistig-kulturellen Lebens der Atlanter war das Prinzip
„Wie im Himmel, so auch auf Erden“. Der Himmels- und Sternenkult, besonders
die Sonnen- und Mondverehrung, besaßen daher im Leben der Atlanter einen hohen
Stellenwert. Die Religion, die sie lebten, war eine ganzheitliche, kosmische SonnenreREICHSBRIEF
NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
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ligion, in welcher die Wiedergeburt der Seelen eine selbstverständliche Grundannahme
war. Höchstes Symbol und Heiligtum war die Weltensäule (Weltenseele), welche als
Verlängerung der Erdachse (Weltenachse) vom Nordpol zum Himmelspol reichend
die irdische Welt mit dem himmlischen Kosmos verbindet.
(Anmerkung: Die ganzheitlich ausgewogene Spiritualität der Atlantis I-Kultur bedeutet,
daß der kosmische Allvater und die kosmische Allmutter gleichermaßen verehrt
wurden und daß die Menschen dieser Kultur die männlichen und die weiblichen Attribute
der Psyche [d.h. die Qualitäten der linken und rechten Gehirnhälfte] in der Regel
im Lebensalltag in Ausgewogenheit zum Ausdruck brachten, wodurch sie eine starke
intuitive Verbindung mit dem geistigen Kosmos besaßen [d.h. einen hohen Individualitäts-
und Intelligenzgrad] und die Frauen in ihrem Ansehen gleichwertig an der Seite
des Mannes standen, wobei es selbstverständlich eine geschlechtsspezifische Rollenverteilung
gab.)
Weil die Atlanter viel altes Kulturwissen über die Krisenzeit bewahrt hatten und geistig
hoch entwickelt waren, kamen sie in den Jahrhunderten nach der Katastrophe
wirtschaftlich und kulturell wieder schnell auf die Beine und machten große Fortschritte
in ihrer Entwicklung. In der Atlantis I-Kultur gab es ein hochentwickeltes
astronomisches Wissen über die kosmischen Zyklen des Sternenhimmels, das die nordischen
Vorfahren dieses Volkes schon über viele Jahrtausende vor der großen Erdkatastrophe
in den langen Winternächten des (damals) nordischen Raums erforscht hatten.
Als das atlantische Volk nach einigen Jahrzehnten die Wirren und die Not der großen
Katastrophenzeit überwunden hatte, wandten sich seine Weisen wieder intensiver der
Himmelskunde zu. Aufbauend auf dem himmelskundlichen Wissen der Vorfahren
wurde damit begonnen, die durch die Erdkrustenverlagerung („Polsprung“) veränderten
astronomischen und geodätischen Daten und Maßverhältnisse neu zu ermitteln und
die auf manchen Kontinenten erheblich umgestaltete Erde von neuem zu erkunden.
Dafür legten die Atlanter in Europa über mehrere Jahrtausende eine große Anzahl von
Himmelsobservatorien an. Die veränderten Sonnen- und Mondaufgangslinien sowie –
Untergangslinien sowie einige andere astronomische bzw. kosmische Richtgrößen
wurden auch an den Externsteinen markiert, die schon viele Jahrtausende zuvor als
religiöses Zentralheiligtum und auch Himmelsbeobachtungsstätte dienten.
Die Externsteinanlage wurde damals durch die Anlage von Oesterholz (ca. 6,3 km
südwestlich der Externsteine) ergänzt, mit der weitere, für diese Zeit und Kultur bedeutsame
Positionen und Laufbahnen von Gestirnen erfaßt wurden.
DIE LAGE DES KERNLANDES UND DER
METROPOLE DER ATLANTIS I-KULTUR
Einige Jahrhunderte nach dem „Polsprung“-Kataklysmus, als die Erdkruste sich schon
längere Zeit stabilisiert hatte und keine Tsunami-Gefahr mehr drohte, begannen die
Atlanter aus ihren sicheren Rückzugsgebieten in den Mittelgebirgen wieder an die Küste
zu ziehen. Im Bereich der heutigen südlichen Nordsee fanden die Atlanter endlose
Weiten fruchtbaren Marschlandes vor, das die besten Voraussetzungen für die landwirtschaftliche
Versorgung ihres Volkes bot. So kam es zu einer regelrechten VolksREICHSBRIEF
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TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
239
DIE DOGGERBANK
Die rekonstruierte Insel – eingezeichnet ist die
Küstenlinie bei -55 m, dem Meeresspiegel um
7.000 v.Chr. (Aus: El desafio des los atlantes,
Jean Deruelle, Robin Book, Barcelona 1993)
wanderung und schon nach wenigen Jahrzehnten siedelte der allergrößte Teil der damaligen
nordischen Menschen in diesem Gebiet. Schon nach ca. hundert Jahren waren
weite Gebiete dieser fruchtbaren Gegend kultiviert, Schiffbau und Hochseeschiffahrt
wurden wieder betrieben, und allmählich entstand auch die Kulturmetropole der Atlantis
I-Kultur auf der Doggerbank.
(Anmerkung: Das damalige Kernland von Atlantis, das Gebiet im Bereich der heutigen
südlichen Nordsee, wird von den etablierten Vorgeschichtsforschern im Hinblick auf
eine eventuelle Besiedlung in der Vergangenheit in keiner Weise berücksichtigt, weil
dieses Gebiet wie selbstverständlich als Meeresgebiet gesehen wird, obwohl allgemein
bekannt ist, daß die Nordsee bis vor einigen Jahrtausenden noch trocken lag und die
Britischen Inseln mit dem europäischen Festland verbunden waren. Erd- und kulturgeschichtlich
ist es noch gar nicht lange her, daß sich hier die größten und fruchtbarsten
landwirtschaftlichen Flächen Europas befanden.)
Nach unseren Erkenntnissen hat die Hauptstadt der Atlantis I-Kultur an der Südspitze
der Doggerbank gelegen, knapp über dem 54. Breitengrad, sehr wahrscheinlich sogar
genau dort, wo der französisch-spanische Atlantisforscher Jean Deruelle schon seit
längerem das Zentrum des Atlantis seiner Atlantis-Theorie vermutet (Anmerkung:
Leider konnten wir zu Deruelle’s Theorie bisher nur eine Lageskizze der Doggerbank,
aber keine Schriften in deutsch bekommen, es gibt sie offenbar nur in spanisch).
Ein weiteres Argument für
die Lage der Hauptstadt von
Atlantis I an der Südspitze
der Doggerbank ist auch die
Tatsache, daß dieser Ort in
der Verlängerung der Externstein-
Cheops-Linie, genau
auf der den Atlantern
heiligen Verbindungslinie
zwischen den Externsteinen
und dem ehemaligen Nordpol
(„Ultima Thule“) liegt, denn
was liegt näher als die
Annahme, daß die Atlanter
die ihnen damals heiligste
Stadt auch auf einer
geographisch heiligen Linie
gründeten. Zudem spricht für
die Lage der atlantischen
Metropole an dieser Stelle,
daß dieser Ort genau auf dem
ehemaligen Polarkreis liegt
(vor dem „Polsprung“), was
abgesehen davon, daß der
ehemalige Polarkreis für die
Atlanter (wegen der von ihm
einzigartigen BeobachtungsREICHSBRIEF
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TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
240
möglichkeiten des Sonnenlaufs) eine heilige Linie war, als verschlüsselte Information
für die Nachwelt zu verstehen ist. Die dritte für die Atlanter heilige Linie, die im Bereich
der Südspitze der Doggerbank das Gebiet der südlichen Nordsee schneidet und
diesen Ort als Zentrum und Kultur-Metropole der Atlantis I-Kultur ausweist, ist der
54. Breitenkreis, zu dessen Bedeutung wir an dieser Stelle Gert Meier zitieren möchten:
„Nun gibt es auf dem Globus eine geographische Linie, die aus damaliger Sicht eine
Verbindung zwischen zeitlicher und räumlicher Ordnung herstellt und den Tages- und
den Jahreslauf der Sonne auf einen Nenner bringt: der 54. Breitenkreis. Gute Gründe
sprechen dafür, daß sein Umfang auf der Grundlage der Proportional-rechnung schon
von den Trägern der Megalithkultur mit genau 86400 Stadien berechnet worden ist.
Das entspricht der Zahl der Sekunden eines Tages: 24 h x 60 min. x 60 sec. ergeben
genau 86400 sec. Das bedeutet nach damaliger Vorstellung: Die Erde dreht sich auf
dem 54. Breitenkreis mit einer Geschwindigkeit von 1 Stadion/sec. Oder 3600 Stadien/
h oder 86400 Stadien/24h. Nur auf dieser Breite dreht sich die Erde scheinbar mit
der Geschwindigkeit von 1 Stadion/sec. – eine einzigartige Übereinstimmung und Synchronizität
von Längen- und Zeitmaß. Der 54. Breitenkreis ist aber durch eine weitere
Besonderheit gekennzeichnet. Sie erleuchtet eine bisher dunkle Stelle der Edda, wonach
Wallhall 540 Tore habe und aus jedem dieser Tore 800 Einherier herausträten.
Der 54. Breitenkreis, und nur er, ist nämlich durch die Zahlen 540 und 800 teilbar.
Hieraus ergeben sich 540 Abschnitte zu 160 Stadien und die megalithischen Maßlängen
von 8 Odry-Ruten (8 x 4,62 m), Längenmaße, die wiederum Teiler von 8 und 16
enthalten. Die Edda gibt somit vermessungstechnisches Urwissen des 54. Breitenkreises
wieder. Dieser durchschneidet bei Helgoland die südliche Nordsee. Es spricht einiges
dafür, daß hier – im Atlantis von Spanuth – das Maßsystem von Zeit und Raum,
das noch heute für uns gültig ist, entstand.“
Gert Meier,
Die deutsche Frühzeit war ganz anders, S. 486f
(Anmerkung: Es ist einleuchtend, daß das alte europäische Ur-Maß, das Stadion und
damit das für uns noch heute gültige Maßsystem von Zeit und Raum, am 54. Breitenkreis
entstand – jedoch nicht in Basileia, dem Zentrum des bronzezeitlichen Atlantis,
das Jürgen Spanuth im Gebiet östlich von Helgoland entdeckt hat, sondern in der Kulturmetropole
der Atlantis I-Kultur auf der Doggerbank. Das spätere bronzezeitliche
Basileia wurde auf demselben Breitenkreis der untergegangenen Metropole der Atlantis
I-Kultur erbaut, weil dieser Breitenkreis auch den späteren Atlantern der Atlantis
III-Kultur heilig war.)
DIE ATLANTIS I-KULTUR BILDET SICH HERAUS
Um 11.500 v.Chr., ca. fünfhundert Jahre nachdem die Atlanter damit begonnen hatten,
die Region der heutigen südlichen Nordsee (wieder) zu besiedeln und zu kultivieren,
war aus diesem Gebiet schon ein wahrer Garten Eden geworden. Es gab dort nahezu
endlos fruchtbare Landschaften mit Feldern, Weiden und Wäldern, durchzogen von
großen schiffbaren Flüssen, mit unzähligen unbeschreiblich schönen und lieblichen
Dörfern. Es war eine paradiesische Landschaft, geziert mit vielen wundersamen MegaREICHSBRIEF
NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
241
lith-Bauwerken, schönsten Kultstätten und einer unvorstellbar schönen, sonnenartig
angelegten Hauptstadt, erbaut in einer außergewöhnlichen Megalith-Architektur, mit
heiligen Orten und herrlichen Tempelanlagen und Brückenbauwerken, mit Häfen,
Wirtschafts- und Handelsplätzen und Gebäuden – eine einzigartige faszinierende Kulturmetropole
mit verschiedensten Wissenschafts- und bunten Wirtschaftszentren.
Die Atlanter hatten sich damals relativ schnell zu einer Hochkultur entwickelt, weil sie
im Vergleich zu anderen Völkern dank guter Vorkehrungen vieles an altem Weistum
und technischem Wissen über die dramatische Zeit der weltweiten Kataklysmen gerettet
und bewahrt hatten. Die Atlantis I-Kultur konnte daher schon früh ein hohes geistig-
kulturelles Niveau und einen hohen Stand der Wissenschaft entwickeln. Die Menschen
dieser Kultur besaßen schon damals ein großes Wissen um die kosmischen Gesetzmäßigkeiten
sowie um das spirituelle Wesen des Menschen und der Schöpfung.
Sie hatten große Kenntnisse im Bereich der Philosophie, der Religion, der Seelenforschung,
der Heilkünste, der Physik, Mathematik, Kunst, Architektur usw. – Wissenschaft,
Philosophie und Religion bildeten in dieser Kultur eine untrennbare Einheit, die
Menschen strebten danach, den Himmel auf Erden zu verwirklichen. Die Weisen der
Atlantis I-Kultur besaßen außerdem das Wissen um die Levitation, d.h. sie konnten
Gegenstände, sich selbst und sogar über 1000 t schwere Steine durch die Kraft des
Bewußtseins den Gesetzen der Gravitation entziehen und über dem Boden schweben
lassen.
Mit dem neu erarbeiteten astronomischen und geographischen Wissen konnten die
Atlanter (wie einst ihre Vorfahren) wieder die Weltmeere besegeln. Ab ca. 11.000
v.Chr. hatten die Atlanter der Atlantis I-Kultur auch damit begonnen, mit den durch
die Kataklysmen extrem dezimierten und meist kulturell weit zurückgefallenen Völkern
in anderen, weiter entfernten Regionen und auch auf anderen Kontinenten Kontakt
aufzunehmen und diesen beim Aufbau ihrer Staaten und Kulturen zu helfen. Vor
allem in den Mündungsgebieten der großen Flüsse und den küstennahen, fruchtbaren
Marschlandschaften (z.B. Indus in Indien, Nil in Ägypten, Mississippi in Nordamerika,
Amazonas in Südamerika und von dort bis in die Anden zum Titicacasee) kam es
zu ersten Ansätzen von Ablegerkulturen der nordischen Atlanter. Ab dieser Zeit begann
die weltweite Verbreitung des nordischen Sonnen-, Säulen- und Sternenkults,
womit die Atlanter auch dafür sorgten, daß in möglichst vielen Regionen der Erde das
spirituelle Wissen um die kosmischen Urprinzipien der Schöpfung und die dreieinige
göttliche Wesensgestalt des Menschen bzw. um die dreieinigen Götterwelten Verbreitung
finden konnte.
DIE PLANUNG DER EXTERNSTEIN-PYRAMIDE
In dieser Zeit begannen die Atlanter das Externstein-Dreieck (Externstein-Pyramide)
und die Pyramidenanlage von Giseh zu entwerfen. In Kenntnis der Gefahr drohender
Kataklysmen, wissend um die kosmischen Zyklen in der spirituellen Entwicklung der
Menschheit und dem damit verbundenen bevorstehenden weltweiten über 12.000 Jahre
andauernden geistig-kulturellen Abstieg der Kulturen planten die Gelehrten und geistig-
kulturellen Führer der Atlantis I-Kultur in weiser Voraussicht für die Nachwelt
ein nahezu unzerstörbares Erinnerungs- und Mahnmal zu bauen, das viele Jahrtausende
überdauern und der Menschheit in der fernen Zukunft das Wissen um den
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
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„Polsprung“-Kataklysmus sowie auch verschiedenste wissenschaftliche, philosophische
und religiöse Informationen überliefern konnte. Sie entwarfen den globalen
Großraumplan des Externsteindreiecks („Externstein-Pyramide“), wobei der heilige
Ort des ehemaligen Nordpols, das „Ultima Thule“, und das höchste religiöse Heiligtum
der Atlanter, die Externsteine, das spätere Asgard der Germanen, die grundlegenden
Koordinatenpunkte bildeten.
Die Planung sah so aus, daß die Strecke zwischen diesen beiden, den Atlantern heiligsten
Orten der Erde („Ultima Thule“ und Externsteine) genau in ihrer doppelten Verlängerung
(in ca. südöstlicher Richtung) punktgenau den Ort des zu errichtenden Erinnerungs-
und Mahnmals markiert. Weil die Erbauer wußten, daß die Position bzw.
der Koordinatenpunkt des ehemaligen Nordpols bei späteren Kulturen in Vergessenheit
geraten würde, stellten sie mit der Großraumplanung des Externsteindreiecks
eine unübersehbare und zweifelsfreie Beziehung zwischen den Externsteinen
und der Großen Pyramide von Giseh her (siehe Kapitel: Die „Externstein-
Pyramide“) – so konnte der Nachwelt schon einmal die Besonderheit des Ortes, an
dem die Pyramiden von Giseh errichtet wurden (als Markierungspunkt in der Großraumplanung)
in verschlüsselter geometrischer Form überliefert werden.
ZUR ERINNERUNG:
Das Externsteindreieck ist eine Projektion der Seitenansicht der Cheopspyramide
auf unseren Globus mit den Eckpunkten Externsteine (oben), Cheopspyramide
(rechts unten) und der nördlichsten kanarischen Insel Salvage (links unten).
Das Großraumdreieck Externsteine-Cheopspyramide-Salvage hat den
Schenkelwinkel von 51°51’14,32’’, welcher genau dem Neigungswinkel der
Cheopspyramide entspricht. Konkret bedeutet das: Wenn man auf der Landkarte
von der Cheopspyramide ausgehend den Winkel von 51°51’14,32’’ am 30. Breitengrad
anlegt und die Schenkellinie in nordwestlicher Richtung bis nach Mitteleuropa
verfolgt, dann geht diese Linie genau durch die Externsteinanlage.
Legt man auf der anderen Seite ebenso am 30. Breitengrad von der Insel Salvage
im Atlantik ausgehend diesen Winkel an, so führt auch diese Schenkellinie
durch die Externsteinanlage. Das ist schon erstaunlich und scheint kein Zufall zu
sein. Das Außergewöhnliche an diesem Großraumdreieck ist jedoch der Breitengrad,
auf dem sich die Externsteine befinden – denn die Externsteine liegen
haargenau auf 51°51’14,32’’ nördlicher Breite!
Durch den in der geographischen Lage der Giseh-Pyramiden verschlüsselten Hinweis
auf den ehemaligen Nordpol machen die Erbauer auch auf die ehemalige Verehrung
dieses heiligen Ortes der Vorzeit – „Ultima Thule“ – aufmerksam, von dem aus früher
die Erdachse bzw. die Weltensäule in das Weltenall auf den Himmelspol zeigte.
Gleichwohl gaben die Erbauer damit auch einen Hinweis auf die Weltensäulen-
Religion mit dem damit verbundenen Sonnen- und Sternenkult (Weltenseelen-
Religion) der Vergangenheit.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
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DER BAU DER PYRAMIDENANLAGE VON GISEH
Seit Jahrtausenden geben die Pyramiden von Giseh unzähligen Forschern Rätsel auf
über ihre Erbauer und den Anlaß ihrer Errichtung. Wie die machalettsche „Externsteinpyramide“
(das Großraumdreieck Externsteine-Cheops-Salvage) und die alte
Nordpol-Linie (die Strecke vom ehemaligen Nordpol über die Externsteine in ihrer
doppelten Verlängerung bis zur Cheopspyramide reichend) unmißverständlich zeigen,
ist der Hauptgrund, der zum Bau der Pyramiden von Giseh geführt hatte, nicht in
Ägypten oder gar in den Pyramiden selbst, sondern in ihrer großräumigen Positionierung
auf dem Globus zu finden. Erst wenn die Giseh-Pyramiden auch im großräumigen
geographischen Zusammenhang gesehen werden, kann ihre hauptsächliche Botschaft
an die Nachwelt wirklich erkannt werden.
Neben der Besonderheit des Ortes der Pyramidenanlage von Giseh und den wissenschaftlichen,
philosophischen und religiösen Weisheitsinhalten der Atlantis I-Kultur,
die in ihren Bauwerken, vor allem aber in der Großen Pyramide verschlüsselt sind,
war es den Erbauern sehr wichtig, der Nachwelt über astronomische Bezüge in
der Architektur dieser Pyramidenanlage auch den genauen Zeitpunkt ihrer Errichtung
– ca. 10.500 v.Chr. – zu vermitteln! Die Erbauer beabsichtigten, daß mit
Hilfe dieser Zeitangabe nach vielen tausend Jahren auch auf den Zeitpunkt des „Polsprung“-
Kataklysmus geschlossen werden kann, denn eine Hauptintention, die zum
Bau der Pyramidenanlage von Giseh geführt hatte, war es doch gerade, das Wissen um
dieses gewaltigste Katastrophenereignis der Menschheitsgeschichte der Nachwelt ins
Bewußtsein zu rufen, um sie vor ähnlichen Ereignissen zu warnen! Des weiteren können
aus dieser Zeitangabe in sehr viel späteren Zeiten Rückschlüsse über die Entwicklung
der Menschheit und für das Verständnis der Schöpfung gezogen werden.
Wie die Erbauer der Pyramidenanlage von Giseh den genauen Zeitpunkt ihrer Errichtung
über die Architektur der Bauwerke überlieferten, das entdeckte der belgische Pyramidenforscher
und Astronom Robert Bauval.
Bauval entdeckte die Wechselbeziehung zwischen den Pyramiden von Giseh und
dem Sternbild Orion sowie zwischen dem Nil und der Milchstraße. Er stellte fest,
daß die drei Giseh-Pyramiden genau nach dem Vorbild des Oriongürtels angeordnet
sind – das Sternbild Orion befindet sich am Himmel wie auf Erden! R. Bauval: „Das
macht deutlich, daß die Bauwerke nach einem Gesamtplan errichtet wurden, der sich
mit außerordentlicher Genauigkeit an den drei Sternen des Oriongürtels orientierte“
(Hancock, S. 487). Mit entsprechenden Astronomie-Computerprogrammen betrachtete
Bauval die drei Sterne im Gürtel des Orion im Verhältnis zur Milchstraße zur Zeit des
angeblichen Pyramidenbaus um 2.500 v.Chr., doch in dieser Zeit paßte die Stellung
des Sternbildes Orion zur Milchstraße nicht zum Abbild auf Erden, der Giseh-
Pyramiden zum Nil.
Für die frühen Ägypter entsprach Orion dem hohen Osiris, dem Gott der Auferstehung.
Alte ägyptische Mythen besagen, daß Osiris als erster göttlicher Pharao das
Land Ägypten regierte. Links neben dem Sternbild Orion steht der Stern Sirius, der
Stern der Isis, der ägyptischen Göttin der Weisheit und des Lebens nach dem Tod.
Bauval entdeckte, daß zu dem Zeitpunkt, wenn der Schacht aus der Königskammer auf
Orion gerichtet war, der Schacht aus der Kammer der Königin direkt auf Sirius, die
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TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
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Die Präzession und die Sterne des Oriongürtels
aus Die Spur der Götter,
Graham Hancock, S. 488
Göttin Isis zeigte. Die Schächte waren also Sichtpfade, die genau auf die alten ägyptischen
Götter Osiris und Isis ausgerichtet waren.
„Die Mythen erzählen von einer Zivilisation, die nach dem Ende einer großen
Flut (Anmerkung: „Polsprung“-Kataklysmus) begann. Das ist die besagte Erstzeit,
die weit zurückliegende Epoche am Anfang ägyptischer Geschichte…“
Graham Hancock
(zitiert aus seinem Film „Das Geheimnis der Pyramiden“)
Für die alten Ägypter war die Erscheinung der beiden Gottheiten zugleich die Geburtsstunde
Ägyptens, sie sprachen von der sogenannten Erstzeit, den Beginn ihrer Zeitrechnung,
als Osiris und Isis den Nil, das Land und seine Menschen formten, als sie
Ägypten fruchtbar machten, Überfluß und Schönheit bescherten. Schon für die alten
Ägypter lag diese Erstzeit Tausende von Jahren zurück, weit vor dem ersten ägyptischen
König Menes (um 2.900 v.Chr.), bei dem die Forschung der Ägyptologen aufhört
– doch wann war diese Erstzeit?
Robert Bauval fand eine Antwort darauf, als er sich mit der Präzession, der Pendelbewegung
der Erdachse, auseinandersetzte, die von den etablierten Pyramidenforschern
ignoriert wird. Aufgrund der Präzession haben die Sternbilder einen Zeitzyklus,
nachdem sie scheinbar durch den Sternhimmel wandern und im Laufe der Jahrhunderte
und Jahrtausende – von der Erde aus gesehen – an bestimmten Positionen
des Himmels erscheinen.
Bauval drehte den Sternhimmel mit Computersimulation in der Zeit zurück und entdeckte
um 10.450 v.Chr. die perfekte Überlagerung, genau in der Zeit, als der Orion
seinen Aufstieg im präzessionalen Zyklus begann (Tiefststand 11° 08’ über dem
südlichen Horizont)! Um 10.450 v.Chr. paßt alles zusammen! – in diesem Jahr, zur
Erstzeit des Sternbilds Orion, decken
sich das Sternbild des Orion in
seinem Verhältnis zur Milchstraße
und die Anordnung der Pyramiden in
ihrer Stellung zum Nil mit
verblüffender Genauigkeit! Die
Erbauer der Pyramiden hatten
dadurch den Zeitpunkt der Errichtung
der Anlagen von Giseh und ebenso
den Beginn der Herrschaft des ersten
göttlichen Pharaos in Ägypten (in der
vorägyptischen Kultur) im Kosmos
markiert.
Die Präzession gibt weitere Hinweise. Das fast unmerkliche Taumeln der Erdachse
bewirkt eine scheinbare Wanderung der Sternbilder am Himmel. Die Atlanter der altägyptischen
Erstzeit beobachteten dies genau, ein besonderes Augenmerk legten sie
dabei auf den Zeitpunkt des Sonnenaufgangs während der Tagundnachtgleiche am 21.
März. Sie kannten auch die von der Sonne durchlaufenen Sternbilder des Tierkreises
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
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und sie wußten, daß diese im Laufe der Jahrhunderte ihre Position am Himmel ändern.
Der Sphinx sollte dabei zusehen, so scheint es.
„Ägyptologen und Hieroglyphenforscher ignorieren die Präzession, aber ohne
sie bleibt vieles unerklärlich. Die Taumelbewegung der Erdachse ist der Schlüssel
zum Geheimnis der Pyramiden.“
Robert Bauval
(zitiert aus dem Film „Das Geheimnis der Pyramiden“)
Etwa alle 2000 Jahre durchläuft die Sonne ein anderes Tierkreiszeichen, womit eine
neue Epoche, ein neues astrologisches Zeitalter beginnt. In unserer Gegenwart sind die
Sternzeichen Fische und Wassermann ansteigend, davor waren es Widder und Stier.
Die Tagundnachtgleiche am 21. März, der Frühlingsbeginn, war für die alten Ägypter
immer ein großer Augenblick. Und wenn es heißt, „der Sphinx“ wäre im Jahr 2.500 v.
Chr. erbaut worden, als die Sonne zur Tagundnachtgleiche im Tierkreiszeichen des
Stiers aufging, wäre es doch für einen Pharao absurd gewesen, ein Monument in Form
eines Löwen zu erbauen. Nur zu einem bestimmten Zeitalter hätte es Sinn gemacht,
der Sphinx die Form eines Löwen zu geben – im 11. Jahrtausend v.Chr., im Zeitalter
des Löwen! Diese Spur führt uns zurück in prähistorische Zeiten, in eine Zeit lange
vor dem vermeintlichen Beginn jeder menschlichen Zivilisation. Die Spur führt zu
der bislang unbekannten megalithischen Hochkultur aus Nord- und Mitteleuropa, die
wir als Atlantis I bezeichnen!
Das Fundament des Sphinx und sein Baugraben weisen Erosionserscheinungen auf,
die unzweifelhaft nur durch Jahrhunderte langanhaltende Regenfälle verursacht sein
können, erkennbar an dem welligen, abgerundeten Profil mit tiefen senkrecht verlaufenden
Kerben, die teils 90 cm tief sind. Es gibt nur eine Zeitepoche, in der Ägypten
unter sintflutartigen Verhältnissen litt und im Wasser versank. Erstaunlicherweise
deckt sich diese Zeitspanne mit dem Anbeginn der Zeit in der ägyptischen Mythologie,
mit der Erstzeit 10.500 Jahre v.Chr. Auch der Pyramidenforscher John West datiert
den Sphinx auf 10.500 Jahre v.Chr.
Da stellt sich die Frage: Warum trägt der Sphinx das Gesicht und den Kopfschmuck
eines Pharaos? Bei genauerer Betrachtung fällt auf, daß der Kopf der
Sphinx unverhältnismäßig klein geraten ist, auf dem langgestreckten flachen Körper
des Sphinx sitzt dieser kleine Kopf wie ein Stecknadelkopf. Das bedeutet, dieser
Kopf ist nicht der ursprüngliche Kopf des Sphinx, er wurde im Laufe der langen Geschichte
geändert. Pharao Chephren hat den Sphinx nicht geschaffen, er hat ihn seinerzeit
nur restauriert!
Der Körper des Sphinx wurde durch Wasser- und Winderosion über den langen Zeitraum
stark abgetragen und es ist anzunehmen, daß über gewisse Zeiten der untere
Körper von Sandanwehungen zugeschüttet und dadurch konserviert wurde, der Kopf
aber weiter dem Wetter ausgesetzt war und somit verhältnismäßig viel stärker erodierte.
Als er später neu gemeißelt wurde, hat dies zwangsläufig zu einer erheblichen Verkleinerung
im Verhältnis zur Körpergröße geführt.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
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Der Sphinx und die Pyramiden von Giseh bilden zusammen ein gigantisches astronomisches
Hologramm des Sternenhimmels über Ägypten um das Jahr 10.450 v.Chr.
Nur in der damaligen Epoche entsprach die Position der wichtigsten Himmelskörper
der Darstellung der Pyramidenanlage von Giseh, die sich aus jedem Blickwinkel als
absolut exakt erweist. Bei der Genauigkeit der Pyramidenbauer ist hier der Zufall
auszuschließen, was wir sehen ist eine kolossale und bewußte Markierung der
Epoche um das Jahr 10.450 v.Chr.! Das ist fast 8.000 Jahre früher als der angebliche
Anfang ägyptischer Kultur.
Wer Näheres über Robert Bauval’s Datierung der Pyramiden von Giseh wissen möchte,
dem empfehlen wir das Video DAS GEHEIMNIS DER PYRAMIDEN, zu beziehen
bei: Komplett-Video GmbH, D-82031 Grünwald, Tel. 089/6492277. Dieser Film wurde
auch in der Dokumentations-Serie „Die großen Rätsel“ im ZDF gezeigt.
Wie wir sehen, kannten die Erbauer der Pyramiden von Giseh den Sternhimmel und
seine gesetzmäßigen Zyklen perfekt. Die Präzision dieser Bauwerke ist phänomenal,
nahezu unheimlich. Gerade bei der Großen Pyramide haben wir es mit einem hochentwickelten
mathematischen Modell zu tun. Was in dieser Pyramide alles an mathematischen
und physikalischen Wissensinhalten sowie geodätischen und astronomischen
Angaben enthalten ist, ist unglaublich – die Große Pyramide enthält mathematisiert
die Gesetze des Universums, sie ist das steinerne Lehrbuch des Lebens und der
wahre Stein der Weisen.
Heute werden ständig noch immer weitere phänomenale Dinge in und im Umfeld dieser
Pyramide entdeckt, die vom hohen Weistum und den unvorstellbaren Fähigkeiten
der Menschen der Atlantis I-Kultur zeugen. Da darüber in vielen einschlägigen Büchern
berichtet wird, möchten wir aus Platzgründen hier nicht all die Details aufzählen.
Eines der besten Bücher dazu ist das Buch PYRAMIDEN: WISSENSTRÄGER AUS
STEIN von Axel Klitzke, Govinda-Verlag, ISBN 3-906347-76-1.
Die in der Pyramidenanlage von Giseh verschlüsselten astronomischen, mathematischen,
geo- und astrophysischen Daten und Wissensinhalte zwingen zu dem Schluß,
daß die drei Pyramiden von Giseh einschließlich des Sphinx in einem Zuge als Gesamtanlage
geplant und auch innerhalb einer Epoche (evt. über mehrere Jahrhunderte)
errichtet worden sind. Die Entdeckung des Externstein-Dreiecks und der Linie Ultima-
Thule/Externsteine/Cheopspyramide bestätigen diese Schlußfolgerung zusätzlich.
Bei der Planung des Externstein-Dreiecks stellten die Erbauer sowohl geographisch,
mathematisch, astronomisch und zeitlich gesehen die weiträumigen Zusammenhänge
unmißverständlich und mit einer so zwingenden Logik dar, daß die darin enthaltenen
Informationsinhalte, die dieser globale Großraumplan mit seinen Koordinaten, Bauwerken,
Zeitangaben usw. der Nachwelt überliefern soll, auch tatsächlich relativ einfach
erkannt werden können – wenn die Zeit dafür reif ist! Und die Zeit ist jetzt reif!
Jetzt ist die Zeit, in der das alte atlantische Erbe – das Urweistum der Menschheit –
aus tiefster Vergangenheit im Bewußtsein der heutigen Menschheit wieder auf Resonanz
trifft.
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B. Wegener, Anordnung der Pyramiden
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TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
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Den bevorstehenden geistig-kulturellen Niedergang vorausahnend bauten die Atlanter
vor 12.500 Jahren die aufwendige Pyramidenanlage in Giseh aus Liebe und Verantwortungsbewußtsein
für die Menschheit, um altes, einmal erlangtes Kulturwissen
bis in die ferne Zukunft zu bewahren. Neben den bisher genannten, in den Pyramiden
enthaltenen Wissensinhalten, lag es den Atlantern in ganz besonderer Weise am Herzen,
die spätere Menschheit durch die in diesen Anlagen verschlüsselte Symbolik an
die dreigliedrigen, dreieinigen kosmischen Urprinzipien der Schöpfung und damit
das Wissen um die dreieinige göttliche Wesensgestalt des Menschen zu erinnern.
Dies war mit ein Grund, warum sie den Oriongürtel mit seinen drei Sternen als Vorlage
für die Größenverhältnisse und die Anordnung der Erinnerungs- und Mahnmale
von Giseh wählten, denn diese Sterne symbolisieren in idealer Weise die grundlegend
dreigliedrige Struktur des Kosmos und damit das sich in der Lebenswirklichkeit überall
vorfindende Vater-Mutter-Kind- bzw. Geist-Körper-Seele-Prinzip (Wille-Weisheit-
Liebe).
Die Bedeutung dieser drei der gesamten Schöpfung zugrundeliegenden Urprinzipien
wird innerhalb der Pyramidenanlage von Giseh noch einmal in besonderer Form durch
die drei Kammern in der Großen Pyramide hervorgehoben. Wie der geistige Kosmos
diese drei Urprinzipien in sich birgt, so birgt die Große Pyramide ihre drei geheimnisvollen
Kammern in sich, welche auch über die Beziehung der Urprinzipien untereinander
Auskunft geben, was durch die Ausgestaltung und durch die Anordnung der
Kammern zueinander dargestellt ist.
Von diesen drei kosmischen Urprinzipien läßt sich recht einfach und zwingend logisch
das Wissen um das Gott-Menschentum ableiten, das in der Atlantis I-Kultur die essentielle
Grundlage des Religionsverständnisses bildete (Gott-Menschenreligion = bewußte,
ganzheitlich-spirituelle Sonnen- und Säulenreligion – darauf gehen wir in einem
späteren Kapitel genauer ein), wenn man sich die Urprinzipien nur einmal ontologisch
aufschlüsselt, wie es der Chyren in seiner Schrift zur Jahrtausendwende Zeitenwende
im Christentum erstmals aufgezeigt hat. Über das ontologisch aufgeschlüsselte Seelenbzw.
Weltenseelenprinzip kommt man dann von ganz allein zur atlantischen Säulenreligion
(Säule = soul = Seele), welche wiederum einen kosmischen Sonnen- und Sternenkult
impliziert, den wir nicht nur in Ägypten und im nordischen Raum, sondern in
den uralten Kulturen auf dem ganzen Planeten vorfinden. Die Pyramiden von Giseh
sind daher auch als Monumente des sich selbst bewußten gott-menschlichen Willens,
der Weisheit und Liebe zu deuten, welche die Menschen in der fernen Zukunft zu
Selbsterkenntnis führen und an ihre wahre Bestimmung zum Gottmenschentum erinnern
sollen.
Die alten Atlanter wußten, daß ihre Erinnerungs- und Mahnmale dort in Nordafrika
südlich des Nildeltas viele Jahrtausende zu überstehen hatten, aus diesem Grund haben
sie diese Bauwerke in einer für Erdbeben und die Anwendung grober Gewalt möglichst
unzerstörbaren Größe und Form gebaut. Aus der Monumentalität und Form dieser
Bauten ist jedoch nicht abzuleiten, daß die megalithischen Bauwerke in ihrer Heimat
nördlich der Alpen ähnlich ausgeschaut haben müssen! – nein, es ist nur logisch
und macht Sinn, daß die Pyramidenform und die Größe der Giseh-Bauwerke nicht typisch
für die Bauweise in der Heimat der Atlanter gewesen ist, sondern allein und gerade
für diese bedeutsamen Erinnerungs- und Mahnmal-Bauwerke in Giseh gewählt
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
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Die Irminsul aus Bronze aus dem
nördlichen Schacht der Königskammer
wurde, damit sie (aus damaliger Sicht) als einzigartige Bauwerke dieser Art aus allen
anderen hervorragen. Es ist daher nicht verwunderlich, daß man in Mittel-, Nord- und
Westeuropa keine monumentalen Pyramiden findet, denn die Pyramiden wurden so, in
dieser Form- und Größenordnung, zum erstenmal in Giseh gebaut. Die Einzigartigkeit
dieser Bauwerke war für die Botschaft, die sie zu übermitteln haben, von den
Erbauern so gewollt.
(Anmerkung: Um das Wirken und die Bautätigkeit der damaligen Atlanter nachvollziehen
zu können, gilt es zu bedenken, daß die Erde zur Zeit der Atlantis I-Kultur nur
sehr, sehr gering bevölkert war und daß das Europa nördlich der Alpen, abgesehen
vom fruchtbaren Kernland der Atlanter im Bereich der heutigen südlichen Nordsee,
allergrößtenteils aus Urwald und unkultivierter Sumpflandschaft bestand, wo zwar hier
und da ein paar kleine wilde Stämme von Menschen hausten, wo aber ansonsten eben
noch keine Kultur war, außer in kleinen begrenzten Gebieten, wie im Bereich der Externsteine
oder einigen wenigen späteren Kulturoasen der Atlanter im Ostseeraum, die
sich teils bis zum Weißen Meer [Halbinsel Kola/Karelien] erstreckten. Im atlantischen
Kernland, wo sich die Kultur der Atlanter damals hauptsächlich konzentrierte, vor allem
aber in der Kulturmetropole auf der Doggerbank, müssen sich die heimischen und
ältesten Megalithbauwerke der Atlantis I-Kultur befunden haben.)
Damit die in der inneren Architektur der Großen Pyramide enthaltene Botschaft an die
Nachwelt bis in möglichst ferne Zukunft erhalten werden konnte, haben die nordischen
Erbauer der Pyramiden mit massiven Steinverschließungen Vorkehrungen dafür getroffen,
daß die inneren Kammern und besonders die Schächte (Seelenschächte) erst
sehr spät entdeckt werden konnten. Sie wußten, daß die Botschaft desto weiter in die
Zukunft überliefert werden konnte, je länger die Pyramiden ihre Geheimnisse für sich
behielten. Deswegen haben sie auch im gesamten Bereich der Pyramidenanlage von
Giseh keine Schriftzeichen hinterlassen, sondern die Bauwerke einzig durch sich selbst
sprechen lassen. Denn hätten sie Schriftzeichen oder gar konkrete Texte in irgendeiner
Form in oder an diesen Bauwerken zurückgelassen, dann hätte ja die Gefahr bestanden,
daß diese im Laufe der Jahrtausende fehlinterpretiert oder verfälscht worden wären,
oder irgendeinem Herrscher aus weltanschaulich-religiösen oder politischen
Gründen nicht ins religiöse bzw. politische Konzept gepaßt und Veranlassung zur Zerstörung
gegeben hätten. Im Rahmen der
Auseinandersetzung mit den Pyramiden
von Giseh muß man sich eben immer vor
Augen halten, daß diese Pyramiden
speziell dafür gebaut wurden, auf
intelligente Weise der Nachwelt
wertvollstes geistig-kulturelles Wissen
über viele Jahrtausende zu überliefern!
Die millimetergenaue Verarbeitung von
tonnenschweren Granitblöcken in vielen
Megalith-Anlagen Ägyptens deutet daraufhin,
das zur Zeit der Atlantis I-Kultur
schon ein erstaunlich hoher Stand der
Technik existiert haben muß. Daß die
Atlanter beim Bau der Giseh-Anlagen vor
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ca. 12.500 Jahren auch schon die Bronze- und Eisenherstellung und -verarbeitung beherrschten,
belegen zwei Funde in der Großen Pyramide.
In seinem Buch „The Great Pyramid“, das 1878 erschienen war, berichtet Charles Piazzi
Smyth darüber, wie Wayman Dixon und ein Dr. Grant als erste die „Luftschächte
in der Königinnenkammer“ entdeckten. Smyth beschreibt darin, wie Wayman und
Grant die Schächte mit Stahlmeißeln freistemmten und im nördlichen Schacht der Königskammer
eine 538 Gramm schwere Kugel aus Aplitgranit, ein zedernartiges gut 12
cm langes Holzstück sowie einen bronzenen „Doppelhaken“ fanden. Daß dieser bronzene
„Doppelhaken“, der bisher als „rituelles Werkzeug zur Mundöffnung“ gedeutet
wurde, die eindeutige Form einer Irminsul (Weltensäule) besitzt (siehe Abbildung),
scheint den Pyramidenforschern und Ägyptologen bisher entgangen zu sein. Diese
bronzene Irminsul („Doppelhaken“) ist nicht nur ein Beweis für die Beherrschung der
Bronzemetallurgie in der Atlantis I-Kultur, sondern auch dafür, daß die Irminsul bzw.
die Weltensäule schon zu dieser Zeit (um 10.450 v.Chr.) in Ägypten als heiliges Symbol
verehrt wurde.
Auch der weltweit älteste Eisenfund stammt aus Ägypten, in dessen trockenem Klima
günstige Bedingungen für seine Erhaltung gegeben waren. Es handelt sich um ein 30
cm langes, 10 cm breites und 3 mm dickes Eisenblech, das 1834 nach dem Absprengen
von Steinen unter der äußeren Ummantelung der Großen Pyramide von Giseh
gefunden wurde – also aus der Zeit von ca. 10.450 v.Chr. stammt (abgebildet ist dieses
Eisenblech in dem Buch Der Schlüssel zur Sphinx, R. Bauval/G. Hancock, List, München,
Abb. 17). Angesichts der Perfektion, mit der die Große Pyramide von Giseh geplant
und gebaut wurde, kann man davon ausgehen, daß sowohl das Eisenblech als
auch die kleine Irminsul nicht zufällig beim Bau der Großen Pyramide in der Konstruktion
vergessen, sondern diese Teile mit Absicht dort hinterlassen wurden, um der
Nachwelt dadurch weitere Informationen zu liefern.
WEITERE BAUWERKE DER
ATLANTIS I-KULTUR IN ÄGYPTEN
Die Pyramiden von Giseh mit der Sphinx sind aber bei weitem nicht die einzigen megalithischen
Bauwerke der nordischen Atlanter in Ägypten. Es gibt dort zahlreiche
weitere, völlig außergewöhnliche unterirdische Megalith-Anlagen aus Kalkstein und
oft auch aus Rosengranit gefertigt, die durch ihre präzise geometrische Verarbeitung
auffallen und deutliche Parallelen zu megalithischen Anlagen in anderen Teilen der
Welt aufweisen, sich aber eindeutig von den pharaonischen Bauwerken unterscheiden.
Dies war lange Zeit nicht aufgefallen, weil die Ähnlichkeit mit Megalith-Anlagen in
anderen Ländern erst sehr spät erkannt wurde, und weil die Pharaonen die viel älteren
megalithischen Bauwerke der Atlanter in ihre architektonischen Anlagen integriert und
teils sogar leicht überarbeitet bzw. mit Hieroglyphen ausgeschmückt haben, so daß sie
auf den ersten Blick als Werke ägyptischer Kultur erscheinen. Hier nur einige Beispiele
für Megalith-Bauten der Atlantis I-Kultur in Ägypten:
Das Osireion von Abydos (Oberägypten) ist eine wasserumflutete, ehemals unterirdische
Megalith-Anlage aus vordynastischer Zeit (60 m lang und 18 m breit), die aus
gewaltigen Rosengranit-Monolithten gefertigt und über einen Kanal aus dem 12 km
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entfernten Nil gespeist wurde. Wie auch bei anderen megalithischen Konstruktionen,
die in verschiedenen Ländern der Erde zu finden sind, haben einige Granitquader eine
polygonale (vieleckige) Form und viele haben ein Gewicht bis zu 80 Tonnen. Das Osireion
wurde in späteren Zeiten von Pharao Sethos in dessen Tempelkomplex integriert.
Granit kommt in der Umgebung nicht vor und hätte aus dem 500 km südlich gelegenen
Aswan (Assuan) herangeschleppt werden müssen. (Einen ausführlicheren, bebilderten
Text dazu siehe Die Giza-Mauer, S. 52-57).
Das Serapäum von Saqqara (ca. 15 km südwestlich von Giseh, Unterägypten) wurde
1851 bei Sprengarbeiten im Wüstenboden entdeckt. Die Anlage besteht aus einem ca.
100 m langen, ins Felsgestein gehauenen Gang, der durch Rundbögen (gut 3 m breit,
über 4 m hoch) aus sauber versetzten und akkurat behauen Steinen gegliedert ist. Auf
beiden Seiten des langen Ganges befinden sich jeweils zwölf Nischen und ebenso eine
vor Kopf an dessen Ende. In diesen Nischen stehen insgesamt 25 perfekt zugeschnittene,
wie mit modernster Technik hergestellte große Behälter aus Granit, die wie gewaltige
Sarkophage erscheinen. Diese Granitbehälter sind alle mehr oder weniger gleich
groß. Das jeweils aus einem Stein gefertigte Unterteil ist 3,8 m lang, 2,3 m breit und
2,1 m hoch, hat eine Wandung von ca. 35 cm und ein Gewicht von gut 30 Tonnen. Der
1 Meter dicke Deckel hat ein Gewicht von fast 25 Tonnen. Diese unterirdische Megalith-
Anlage erweckt den Eindruck eines Zweckbaus, wofür sie diente ist jedoch ungeklärt.
Ganz abgesehen von der außergewöhnlichen Präzision dieser Granitbehälter gilt
es zu bedenken, daß sich der nächstgelegene Granitsteinbruch ca. 1.000 km südlich
von Saqqara befindet. Schon in der 1. Dynastie galt der Bereich von Saqqara als ein
heiliger Ort, weshalb sich dort mehrere Könige der ersten Dynastien dort beerdigen
ließen – über ihren Gräbern wurden jedoch nur einfache Lehmziegelpodeste errichtet,
die heute als Mastaba-Gräber bezeichnet werden. (Einen ausführlicheren, bebilderten
Text dazu siehe Die Giza-Mauer, S. 59-62).
Die unterirdische Kammer bei der Unas-Pyramide: Ebenfalls in Saqqara, neben der
Unas-Pyramide befindet sich ein senkrechter, in den felsigen Untergrund getriebener
Schacht von über 20 m Tiefe mit einem Querschnitt von 1,5 x 1,4 m. Am unteren Ende
dieses Schachts befindet sich ein Gang mit drei gewölbten Felsenkammern, zwei
Kammern davon sind leer und in der dritten und größten Kammer (3 m breit, 6 m lang
und in der Mitte 3 m hoch) befindet sich eine Megalith-Anlage, die wie ein heiliges
Grabmal erscheint. In der hinteren Hälfte dieser Kammer befindet sich eine kunstvoll
und sauber aus dem Felsboden herausgearbeitete, zweistufige wannenartige Vertiefung
von ca. 80 cm Tiefe, in der ein Mensch von über 1,80 m Größe liegend Platz hat.
Links und rechts neben dieser Wanne stehen je drei niedrige, massive Kalksteinsäulen
von ca. 1 Meter Höhe. Auf ihnen ruht – in ca. halber Höhe des Raumes – ein glatt bearbeiteter
Monolithblock aus rotem Granit, der die Breite der Kammer fast ausfüllt,
aber auf keiner Seite die Kammerwand berührt. Dieser Granitblock ist 4,3 m lang, 2,5
m breit, 1,25 m hoch und hat ein Gewicht von ca. 35 Tonnen, die Unterseite ist perfekt
eben, die Oberseite ist etwas gerundet und an der Stirnseite weist er zwei längliche,
konsolenartige Fortsetzungen auf. Das Verwunderliche an der gesamten Anlage ist,
daß der Monolith nicht durch den 1,5 x 1,4 m großen senkrechten Schacht paßt! Ebenso
hätte er nicht durch den schmalen und rechtwinklig geknickten Gang in die Kammer
transportiert werden können. Doch der einzige Zugang zu dieser über 20 m tief im
Felsgestein liegenden Kammer ist dieser senkrechte Schacht. Die Gesteinsschicht über
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
252
der Grabkammer ist nachgewiesenermaßen niemals durchbrochen worden, es handelt
sich um gewachsenen Fels. Der Monolith kann also unmöglich nachträglich in die
Kammer hinabgeseilt worden sein – niemand hat bisher eine Erklärung dafür gefunden,
wie dieser riesige Monolith in diese unterirdische Kammer gekommen sein kann,
es ist einfach unerklärlich. (Einen ausführlicheren, bebilderten Text dazu siehe Die
Giza-Mauer, S. 68-71).
Ein weiteres megalithisches Bauwerk, das der Atlantis I-Kultur zuzuordnen ist, ist das
sogenannte „Grab des Osiris“ von Giseh, eine unterirdische, in den Fels gehauene
Anlage auf drei Ebenen mit senkrechten Schächten geringen Querschnitts. Der senkrechte
Eingangsschacht zum „Grab des Osiris“ befindet sich zwischen der Chephren-
Pyramide und der Sphinx. Das Niveau der ersten Ebene liegt ungefähr 7 m, das der
zweiten etwa 20 m und das der dritten Ebene ca. 30 m unter der Erdoberfläche. Die
Schächte, die zur ersten, zweiten und dritten Ebene führen, sind alle versetzt. Die erste
Ebene ist nur eine Vorkammer, in deren hinteren Bereich der zweite Schacht zur zweiten
Ebene hinunterführt, welche aus einer Zentralkammer mit sieben Felsnischen besteht.
In zwei der Nischen befinden sich große Granitbehälter, welche die Ägyptologen
als Sarkophage bezeichnen. In einer Ecke der zweiten Ebene führt ein dritter senkrechter
Schacht hinunter zur dritten Ebene in 30 m Tiefe, wo sich ein annähernd quadratischer
Raum und in dessen Mitte das sogenannte Grab des Osiris in Form eines Granit-
„Sarkophags“ befindet, der in eine mit Wasser gefüllte Vertiefung eingelassen ist. An
den Ecken der Umrandung aus Fels standen einst vier Säulen und an der Außenseite
der Umrandung ist ein kleiner Wassergraben angelegt. Das Bedeutungsvolle an dieser
Anlage ist, daß auch hier die sogenannten Sarkophage nicht durch die kleinen Querschnitte
der in den Fels gehauenen senkrechten Schächte passen – eine Tatsache, welche
die offizielle Ägyptologie einfach verdrängt. (Einen ausführlicheren, bebilderten
Text dazu siehe Die Giza-Mauer, S. 72- 80)
Es ließen sich noch eine ganze Reihe weitere Beispiele von megalithischen Anlagen
aufzeigen. Auch die Felsenkammer mit dem massiven Granittrog unter der „Unvollendeten
Pyramide von Zawiyet-el-Aryan und verschiedene andere Bauwerke
bzw. Anlagen in Ägypten sind keine Errungenschaften ägyptischer Pharaos, sondern
megalithische Anlagen der nordischen Kulturbringer der Atlantis I-Kultur.
Oft werden die megalithischen Anlagen in Ägypten als solche nicht erkannt, weil dort
viele bauliche Komplexe architektonisch kombiniert sind. Die ägyptischen Pharaos
haben ihre Bauten (Lehmziegel-Pyramiden, Grabmastabas, Totentempel, Göttertempel
usw.) gern auf unterirdische Megalithanlagen der nordischen Atlanter gebaut, oder
diese Megalithbauwerke in irgendeiner Form in ihre Baukomplexe integriert. Die Forscher,
die Jahrtausende später diese Bauwerke entdeckten, wußten nichts mehr von
einer früheren Kultur und konnten noch nicht zwischen dynastischen und vordynastischen
Bauwerken bzw. Kulturen unterscheiden.
Da die Pyramidenanlage von Giseh und die anderen megalithischen Anlagen in Ägypten,
von denen in Zukunft sicher noch weitere entdeckt werden, nicht mal eben im
Schnellverfahren von Besuchern aus dem Norden gebaut worden sind, ist davon auszugehen,
daß die nordischen Atlanter um ca. 10.450 v.Chr. in Ägypten auch eine Ablegerkultur
gegründet hatten. Hier handelt es sich um die sogenannte Erstzeit in Ägypten,
um die unter Ägyptologen soviel gerätselt wird. In der ganz frühen vordynastiREICHSBRIEF
NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
253
schen Zeit war Ägypten ein Teilreich der Atlantis I-Kultur, aus dem erst nach Jahrtausenden,
um ca. 3.000 v.Chr. durch neue Kulturimpulse nordischen Atlanter der Atlantis
III-Kultur die ägyptische Kultur hervorging. Wie man heute weiß, hatten mehrere
Pharaos blonde Haare und wie die „Pyramidentexte“ sowie die „Sargtexte“
berichten, stammen die ägyptischen Pharaonen aus dem Sonnenvolk im hohen
Norden!
Die etablierten Ägyptologen, allen voran Zahi Hawass (der vom Establishment eingesetzte
Verhinderer einen freien Ägyptologie und Pyramidenforschung), lehnen die
vordynastische Existenz einer Megalith-Kultur in Ägypten strikt ab und behaupten
weiter, alle dort vorhandenen megalithischen Anlagen seien von den Pharaonen erbaut
worden, weil ihr Weltbild keine andere Möglichkeit zuläßt. Sie verneinen die Existenz
einer prädynastischen Hochkultur in Ägypten, weil man von dieser angeblich keine
Spuren finde – die unzähligen Beweise für das Wirken der nordischen Megalithiker in
Ägypten werden stur und starrsinnig verdrängt.
Man muß sich nur einmal vor Augen führen, daß in Ägypten Hunderte von Granitquadern
von 30, 50 oder gar 80 Tonnen über rund tausend Kilometer transportiert worden
sind – solche Transportleistungen, die von den Ägyptern nicht erbracht werden konnten,
sind immer ein Beleg für das Wirken der nordischen Atlanter. Der schwerste in
Ägypten transportierte Megalithblock, der heute in der Nähe der Chephren-Pyramide
liegt, wiegt über 400 Tonnen.
BAUWERKE DER ATLANTIS I-KULTUR
IN ANDEREN REGIONEN DER ERDE
Auch in anderen Regionen der Erde hatte die Atlantis I-Kultur Ablegerkulturen geschaffen,
von denen noch heute Hinterlassenschaften vorzufinden sind. Anfang 1971
wurden in Peru archäologische Entdeckungen gemacht, die alle Rekorde schlugen.
Bei Otuzco im heutigen Peru drangen Forscher in die Tiefe der sogenannten Inkagrotten
vor, wo sie in 62 Metern Tiefe plötzlich auf riesige Steintüren stießen, die auf
Steinkugeln lagerten und zu öffnen waren. Hinter der sechsten Tür entdeckten sie einen
Riesentunnel, der aus den Anden westwärts teilweise mit einem Gefälle von bis zu
vierzehn Prozent in Richtung Pazifikküste verläuft. Es wird vermutet, daß dieser Tunnel,
der nur bis zum Bereich der Küste begehbar ist, da er ab dort voll Wasser gelaufen
ist, eventuell sogar bis zur Insel Guanape reicht und über 90 km lang ist – er wird daher
„Tunnel von Guanape“ genannt (die Weltpresse berichtete Anfang 1971 darüber).
Am Südufer des Titicacasees über 3.800 m über dem Meeresspiegel im heutigen Bolivien
liegt die prähistorische Stadt Tiahuanaco, wo sich die megalithische Sonnentempelanlage
mit dem berühmten Sonnentor befindet. Das monolithische Sonnentor
besteht aus extrem harten Trachyt, einer Gesteinsart, die in diesem Gebiet über Hunderte
von Kilometern weit und breit nicht anzutreffen ist. Der deutsche Ingenieur Arthur
Posnansky, der sein ganzes Leben der Erforschung des Ruinenfeldes von Tiahuanaco
widmete, dort jeden Winkel durchstöberte und jeden Stein mit akribischer Genauigkeit
vermaß, stellte fest, daß Tiahuanaco nicht nur ein Observatorium für Beobachtungen
des Sonnenlaufs und anderer astronomischer Ereignisse war, sondern daß
dort auch der Mond im Visier der Sternengucker stand. Überall in Tiahuanaco taucht
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
254
immer wieder das Symbol des Pumas auf, der als Sinnbild für den Mond gesehen wurde
– es wurden dort also Sonne und Mond verehrt. In den Fresken des Sonnentores
erkannte Posnansky einen Kalender, der bis in das 13. Jahrtausend v.Chr. zurückreicht,
welcher das Jahr in zwölf Monate und 365 Tage aufteilt und sowohl die Frühlings- und
Herbst-Tagundnachtgleiche als auch die Winter- und Sommersonnenwende kennzeichnet.
Die Atlantis I-Kultur hat hier in den Anden anscheinend damals eine Kolonie
bzw. ein Teilreich aufgebaut und es ist anzunehmen, daß der Beginn des im Sonnentor
von Tiahuanaco dargestellten Kalenders den „Polsprung“-Kataklysmus markiert, indem
er die Zeitrechnung von diesem Datum an beginnen läßt, was ja nur sinnvoll und
logisch wäre, denn die Kalender einer jeden Kultur beginnen an einem sehr markanten
Punkt ihrer Geschichte. Nach Graham Hancock bestätigt der auf den Spuren von Arthur
Posnansky forschende Rolf Müller die Datierung des Sonnentores von Tiahuanaco
in das 13. Jahrtausend v.Chr.
Nur wenige Kilometer südwestlich von Tiahuanaco, unweit des Titicacasees, ca. 4000
Meter über dem Meer, befinden sich die monumentalen Reste von Puma Punku, einer
zerstörten Megalithanlange, deren ursprüngliche Funktion und Aussehen man heute
nicht einmal erahnen kann. Dort findet man große Plattformen und riesige bis zu über
hundert Tonnen schwere Monolithen (aus Granit, Andesit und Diorit) mit geometrischen
Ausfräsungen, die mit einer Präzision gearbeitet sind, als wären sie von modernsten
Maschinen gefertigt worden. Außerdem waren diese gewaltigen Steine ursprünglich
mit Metallklammern aneinandergeheftet, was an entsprechenden Aussparungen zu
erkennen ist. In Südamerika gibt es noch einen weiteren Ort, wo man solche Zapfenund
Klammerlöcher entdecken kann, es ist die alte Inka-Festung Ollantaytambo, die
auf halbem Wege zwischen Cuzco und Machu Picchu liegt. Die dortigen, den Inka
zugeschriebenen Mauern müssen erheblich älter sein, als man bisher annahm.
In der Nähe der peruanischen Stadt Cuzco, in 3.500 m ü.NN nicht weit von der Inkafestung
Sacsayhuaman stößt man auf monumentale polygonale Megalithmauern, um
die undefinierbare Gesteinsmassen, kleinere und größere Quader, herumliegen, Überbleibsel
unbestimmbarer Bauten, die aus der Zeit lange vor den Inkas stammen. Die
polygonalen Steine in den Megalithmauern von Sacsayhuaman (die schwersten Blöcke
sind hier bis zu 360 t schwer!) sind ohne Mörtelfugen versetzt worden und haben eine
vollkommen bündige Anpassung aneinander, so daß man kaum eine Rasierklinge zwischen
sie schieben kann, sie erscheinen wie monumentale Mosaiksteine in einem unerklärlichen
Puzzle. Etwas weiter findet man merkwürdig geometrisch zugeschnittene
Felsungetüme, bei denen sauber gearbeitete Abwinklungen abrupt am Naturfels enden.
Die Erbauer dieser Anlagen müssen über technische Möglichkeiten verfügt haben,
ganze Felsen wie Käse zu zerschneiden.
Auch in Machu Picchu (Peru), der sogenannten Inkastadt, und auch in der Festung
Ollantaytambo (Peru) finden wir solche monumentalen polygonalen Megalithmauern
vor – wie auch im Taltempel der Chephren-Pyramide in Giseh! Eine weitere Parallele
zwischen den Megalith-Bauwerken in Peru und Ägypten sind die Nockensteine (Granitsteine
mit aus der Oberfläche hervorragenden Nocken, deren Sinn und Zweck bis
heute ungeklärt ist), welche sowohl die Megalithmauern in Ollantaytambo als auch
den Sockel der Mykerinos-Pyramide in Giseh zieren. Spuren gleicher Steinbearbeitungstechnik
finden wir in Ägypten, in Südamerika und auch auf der Osterinsel.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
255
Die hier genannten megalithischen Stätten in Peru und Bolivien sind einige Beispiele
für architektonische Überbleibsel von Ablegern der nordischen Atlantis I-Kultur. Später
haben sich die Inkas diese Bauwerke zunutze gemacht, indem sie einige von diesen
zu ihren Heiligtümern machten, wo sie ihre Götter verehrten. Die spanischen Eroberer
erfuhren von den Inkas, daß all die megalithischen Bauwerke schon lange vor ihrer
Zeit existierten. Der oberste Inka wurde stets als „Sohn der Sonne“ verehrt, er betrachtete
sich als Abkömmling jener geheimnisvollen weißen, hellhaarigen und helläugigen
Menschen, die diese Gegend einst besuchten und die Ureinwohner unterwiesen.
In der Südosttürkei wurde vor einigen Jahren eine megalithische Tempelanlage entdeckt,
die offiziell auf ein Alter von über 11.000 Jahren datiert wird und somit in die
Zeit der Atlantis I-Kultur fällt. Dort befinden sich auf einer Anhöhe, Göbekli Tepe
genannt, mehrere, erst zum Teil freigelegte Kreisanlagen mit Dutzenden, bis zu sechs
Meter hohen T-Pfeilern, die alle jeweils aus einem Stück aus Kalkstein gemeißelt sind
und bis zu 50 Tonnen wiegen. Diese Megalithen sind mit kunstvollen Reliefs verziert,
Tiere aller Art wurden darauf verewigt. Bevor diese Megalithanlage auf dem Göbekli
Tepe errichtet wurde, haben ihre Erbauer die Spitze dieser Anhöhe flächig plangeschliffen
und aus bisher unerfindlichen Gründen die gesamte Anlage mit dem zuvor
abgetragenen Bodenmaterial wieder zugeschüttet, so daß die Anhöhe bzw. Anhöhen
ihr ursprüngliches Erscheinungsbild wiedererlangten und so über lange Zeit verborgen
blieben.
Das Verbergen ihrer megalithischen Anlagen, ebenso wie von bedeutsamen Wissensinhalten
innerhalb dieser Bauwerke scheint für die Atlantis I-Kultur vor allem in Europa
charakteristisch gewesen zu sein. Nach unserer Einschätzung machten die Atlanter
dies, wie wir dies schon am Beispiel der Externstein-Pyramide aufgezeigt haben, um
wichtige Informationen über viele Jahrtausende zu bewahren und der Nachwelt zu
übermitteln. In diesem Zusammenhang muß man eben sehen, daß die Menschen der
Atlantis I-Kultur, deren Bewußtsein in hohem Maße von Idealismus und Verantwortungsbewußtsein
geprägt war, ihre Aufgabe in erster Linie darin gesehen hatten, das
durch sie gerettete, erarbeitete und bewahrte Weistum und großartige Wissen an möglichst
viele Völker ihrer Zeitepoche weiterzugeben, aber eben auch in unterschiedlichsten
Bauwerken für die Nachwelt sehr viel späterer Zeiten zu bewahren. Sämtliche
Bauwerke der Atlantis I-Kultur sollten daher unter dem Blickwinkel der Wissensüberlieferung
betrachtet und daraufhin untersucht werden! – allein um all die Informationen
zu entschlüsseln, die in der Großen Pyramide von Giseh verborgen sind, braucht
es noch Jahrzehnte.
Auch die über hundert Meter hohe Pyramide von Visoko in Bosnien, ca. 30 km nordwestlich
von Sarajevo, die man erst im Jahr 2005 entdeckt hat, wurde von ihren Erbauern
in äußerst aufwendiger Arbeit auf ihrer gesamten Fläche mehrere Meter dick
mit Erdreich überdeckt, um sie zu verbergen und für die Nachwelt zu erhalten. Daß
diese Pyramide genau auf der Externstein-Cheops-Linie liegt, kennzeichnet sie als
Bauwerk der Atlantis I-Kultur und bestätigt ebenso auch ihr Alter, das einige Vorgeschichtsforscher
auf ca. 12.000 Jahre datieren. Vermutlich soll diese rätselhafte Pyramide
einen ganz bestimmten mathematisch, geometrisch oder geodätisch bedeutsamen
Punkt auf der Externstein-Cheops-Linie markieren.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
256
Ein weiteres Megalith-Bauwerk in Europa aus der Zeit der Atlantis I-Kultur, das auch
viele Jahrtausende verborgen geblieben war, ist der Lemminkäinen-Tempel an der
Südküste Finnlands ca. 30 km östlich von Helsinki. Bei diesem Tempel handelt es sich
um eine unterirdische in den dortigen Granitfelsen gemeißelte Megalith-Anlage mit
einem riesigen Menhir über dem Eingangsportal, die mit Erdmaterial völlig verfüllt
wurde. Diese Anlage, von der die Welt erst seit 1984 weiß, als die sogenannten Bock-
Saga in Finnland ans Licht der Öffentlichkeit kam, wird seitdem ohne öffentliche Unterstützung
in einer privaten Initiative in kleinen Schritten ausgegraben. Es wird berichtet,
daß die Ausgrabungsarbeiten bisher schon oft behindert worden sind.
(Anmerkung: Was von der Bock-Saga zu halten ist, möchten wir hier nicht abschließend
kommentieren, in der Person Ior Bock scheint es sich um einen Märchenerzähler
zu handeln, wie er im Buche steht. Der größte Teil dieser Saga ist völliger Unsinn,
jedoch einige Aussagen darin decken sich mit unseren Erkenntnissen. Zum Beispiel ist
in der Bocksaga davon die Rede, daß während der Eiszeit ein Abzweig des Golfstroms
durch die Ostsee über die karelischen Wasserwege ins Weiße Meer geflossen ist und
daß in Südfinnland am Rande des Eises Menschen siedelten, die u.a. auch den Lemminkäinen-
Tempel angelegt haben sollen. Es ist auch von einer Verlagerung der Erdachse
die Rede, was dazu jedoch berichtet wird und so einiges Andere, ist ein großer
Unsinn, der bei aller Offenheit für alternative Ansätze nicht im geringsten wissenschaftlich
haltbar ist. Was als stärkstes Argument jedoch dafür spricht, daß an der
Bock-Saga etwas Wahres dran sein muß, ist die Tatsache, daß auf Grund von Aussagen
dieser Saga der unterirdische Lemminkäinen-Tempel in Südfinnland entdeckt
wurde. Da laut Ior Bock die Bock-Saga seit Jahrtausenden allein mündlich von Generation
zu Generation überliefert wurde, denken wir, daß in ihr tatsächlich ein wahrer
Kern verborgen ist, daß jedoch durch die mündliche Überlieferung über so lange Zeit
ein großer Teil der Inhalte durch Mißverständnisse, durch Überlieferungslücken oder
auch durch die Phantasie der Übermittler mit der Zeit verändert, verdreht oder vergessen
wurde und so eben nur noch ein
kleiner Teil tatsächlich der Wahrheit
entspricht – aber immerhin. Am
Beispiel der Bock-Saga kann man
sehen, wie schwierig es ist, eine in
der Geschichte soweit
zurückliegende Kultur wie die
Atlantis I-Kultur zu erforschen. Unter
Vorbehalt hier die Weltnetzadresse
der Bock-Saga www.bocksaga.de)
Mit weiteren Funden von
Überbleibseln der Atlantis I-Kultur in
Europa und im nordischen Raum ist
zu rechnen, denn die Suche nach
diesen verborgenen Bauwerken hat
gerade erst begonnen. Daß im
nordischen Raum bisher keine
Pyramiden dieser Zeitepoche
entdeckt wurden, mag wohl daran
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
257
liegen, daß die Pyramiden zur Zeit der Atlantis I-Kultur in erster Linie Markierungspunkte
im Liniennetz der Externstein-Pyramide waren, das den Atlantern
heilig war. Heilige Stätten im nordischen Raum waren Naturdenkmäler wie die Externsteine,
Steinkreise, unterirdische Anlagen und Säulenberge (heilige Berge, auf denen
ein Abbild der Weltensäule errichtet wurde).
Wenn in Europa mit verborgenen Pyramiden aus der Zeit der Atlantis I-Kultur zu
rechnen ist, dann wohl am ehesten auf den Linien des Externstein-Dreiecks, oder auf
ihren Verlängerungen. Ob in der Kulturmetropole auf der Doggerbank auch eine größere
Pyramide stand, von der eventuell noch Fundamentreste zu finden sind, oder gar
an der Stelle des ehemaligen Nordpols an der Ostküste Südgrönlands (diesen Atlantern
ist alles zuzutrauen), wird sich noch erweisen.
Der Ausklang der Atlantis I-Kultur begann mit dem sich allmählich vollziehenden
Klimawandel dieser Zeit, welcher dadurch bedingt war, daß sich das Nordpolarmeer
und der Grönlandstrom im Laufe der Jahrhunderte langsam immer weiter abkühlten.
Um ca. 10.450 v.Chr., der Zeit des kulturellen Höhepunkts der Atlantis I-Kultur, hatte
sich das Klima schon soweit abgekühlt, daß die landwirtschaftlichen Erträge in der
Heimat der Atlanter stark zurückgegangen waren – die paradiesischen Zeiten im atlantischen
Kernland klangen allmählich aus. Weil die Atlanter sich nun verstärkt um die
Lebensgrundlagen sorgen mußten, blieb immer weniger Zeit, um großartige Bauwerke
zu errichten. Hier ist sehr wahrscheinlich auch die Ursache dafür zu finden, daß einige
Bauwerke der Atlantis I-Kultur, wie z.B. in Südamerika und in Ägypten, nicht vollendet
worden sind. Es war vorerst das Ende des ersten Pyramidenzeitalters. Um 10.000
v.Chr. erstreckten sich die heimischen Siedlungsoasen der Atlantis I-Kultur vom Bereich
der heutigen südlichen Nordsee entlang der damaligen Ostseeküsten bis zum
Weißen Meer (Karelien/Halbinsel Kola) am Polarkreis, dem sich die Atlanter wie auch
dem Nachthimmel so sehr verbunden fühlten, weil dort der Sonnenweg und die Lichtphänomene
in einzigartiger Weise zu beobachten sind. Im Binnenland gab es nur hier
und da einige wenige kleine Siedlungsgebiete, wie z.B. in der Nähe der Externsteine,
dem bedeutendsten Naturheiligtum der Atlanter und aller altnordischen Kulturen.
Die Atlantis I-Kultur hatte bis zu dieser Zeit auf der Erde einen einzigartigen Kulturschub
ausgelöst und in einigen Regionen der Erde, wie in Ägypten, Südamerika und
einigen anderen Regionen kleine Ablegerkulturen gegründet.
DIE ABWANDERERUNG DER VEDEN
AUS DER NORDISCHEN HEIMATREGION
Aufgrund der Klimaverschlechterungen im nordischen Raum (West-, Mittel- und
Nordeuropa) mußten einige Stämme das heilige Heimatland der Atlanter verlassen, da
die Ernteerträge nicht für alle ausreichend waren. Zur größten Abwanderungsbewegung
und Ablegerkulturbildung kam es ca. um 9.500 v.Chr., viele Tausend Atlanter
wanderten damals aus dem nordischen Raum Richtung Südosten in die Himalaja-
Region ab, wo sie im Bereich Indien/Pakistan eine Hochkultur schufen, die sich als
Veden bezeichnete, was „die Träger des Heiligen Wissens“ bedeutet. Die Atlanter
bildeten dort über lange Zeit die geistige Elite, welche die sogenannten Halbgötter und
die Priesterkönige gestellt hat.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
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In den ältesten Schriften der Veden, der indischen Arier, sind Erinnerungen an die Urheimat
der Veden im hohen Norden, an das „sveti dvipa“, das Land am „weißen
Milchmeer“ zu finden. (Anmerkung: Als das Weiße Meer wird in neuerer Zeit das
Flachmeer südlich und östlich der Halbinsel Kola bezeichnet, doch dieses Flachmeer
ist nur ein Teil des ursprünglich weit größeren Weißen Meeres, das in alter Zeit bis zur
kimbrischen Halbinsel [Jütland] reichte, als noch ein Ableger des Golfstroms durch die
Ostsee ins Nordpolarmeer floß. Das Weiße Meer, das in den alten vedischen Schriften
erwähnt wird, ist die Ostsee! – noch heute wird in der lettischen Sprache die Ostsee als
„baltijas jura“ [weißes Meer] bezeichnet! Das Baltikum bezeichnet seit frühester Zeit
das Land der Weißen [die Balten = die Weißen], das vor dem „Polsprung“-
Kataklysmus noch nördlich des 60sten Breitenkreises lag und ein Teilgebiet der Urheimat
des arischen Menschen. Die Anfangssilbe „Bal“ deutet darauf hin, daß die Balten
bzw. die weiße Menschenrasse mit denjenigen Menschen gleichgesetzt wurden, die
den Lichtgott Baldur bzw. Bal [Baal] als Gott verehrten).
Ebenso gibt es in den vedischen Schriften verschiedene Hinweise auf einen ehemaligen
Sonnenkult, wovon der lächende Sonnengott Surya, der zu den Hauptgottheiten
der Veden zählt und als große Quelle von Licht und Wärme verehrt wird, Zeugnis gibt.
In der Anfangszeit der Veden war die Sonne das Symbol für spirituelle Erleuchtung
und Tor zur höchsten Verwirklichung.
Im indischen Mahabharata-Epos wird vom Berg Meru berichtet, wo die Götter lebten,
daß dort „… Tag und Nacht gemeinsam sind für die Bewohner des Ortes einem
Jahr gleich …“. Im Surya Siddhanta, einem altindischen Text, heißt es: „Die Götter
sehen die Sonne, nachdem sie aufgegangen ist, ein halbes Jahr lang“. In einer
Dämmerungshymne der siebten Mandala des Rigveda wird beschrieben, daß mehrere
Tage zwischen dem Erscheinen der Dämmerung am Horizont und dem Sonnenaufgang
verstrichen.
(Anmerkung: Die Geschichte der vedischen Kultur ist wesentlich älter, als die etablierte
Wissenschaft darstellt. Daß die Inder den Bezug zu der wahren Zeitrechnung ihrer
Geschichte verloren haben, ist darauf zurückzuführen, daß ihnen im Zuge der Kolonisationsbestrebungen
des britischen Imperiums der Stempel der westlichen Kultur auch
die Übernahme der zeitlichen Ordnung des westlichen Geschichtsverständnisses aufgedrückt
worden ist. Hierzu Armin Risi, S. 371: „Zu diesem Zweck wurde eine zweifache
Taktik angewandt: Erstens sollte in Indien das Christentum eingeführt werden,
und zweitens sollte die einheimische Religion als primitiv und heidnisch ‚entlarvt‘
werden, damit das indische Volk und vor allem die indischen Intellektuellen beschämt
ihre eigene Kultur zurückweisen würden (Anmerk.d.Verf.: In Deutschland haben das
die gleichen imperialistischen Kräfte innerhalb weniger Jahrzehnte geschafft). Später
kam noch eine dritte Taktik hinzu, nämlich das Schüren der Konflikte zwischen den
Religionen(Hindus, Sikhs, Moslems). Nachdem im 18. und 19. Jahrhundert die ersten
beiden Programmpunkte das Feld vorbereiteten, schien im 20. Jahrhundert der dritte
Programmpunkt Indien den Rest zu geben.“)
In den einzelnen Ablegerkulturen lebte das Urweistum der Atlanter um die Schöpfung
und die dreieinige Wesensnatur des Menschen (Reste davon finden sich Jahrtausende
später in der Kabbala sowie auch in den Sanskrit-Schriften der vedischen Kultur wieder),
das wissenschaftliche und himmelskundliche Wissen sowie das Wissen um die
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TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
259
Sonnenreligion und die dreieinigen Götterwelten in unterschiedlichen Ausgestaltungen
weiter fort. In einigen Kulturen wurde dieses Wissen im Laufe der Jahrtausende verzerrt
bzw. abgewandelt oder es ging mit deren Untergang wieder verloren. In den
Nachfolgekulturen der atlantischen Kulturableger auf den verschiedenen Kontinenten
geriet das Wissen um den einstigen kulturellen Ursprung in Vergessenheit, jedoch in
vielen Kulturen wurde die Erinnerung an die einstigen Götter bzw. Gottmenschen, die
ihnen die Zivilisation und das religiöse Wissen gebracht hatten, in uralten Mythen,
Sagen oder auch in einigen ältesten Texten bewahrt.
3.636 Jahre nach dem „Polsprung“-Kataklysmus hatte sich die Erdkruste an ihren damaligen
Bruchstellen noch nicht wieder ausreichend verfestigt, so daß es bei der Wiederkehr
Nibirus im Jahr 8.900 v.Chr. abermals zu großen Naturkatastrophen mit vielen
Erdbeben, Vulkanausbrüchen, Seebeben und Tsunamis kam. Wie die offizielle Erdgeschichtsforschung
bestätigt, waren zu dieser Zeit, vor ca. 10.900 Jahren, auch die Vulkane
in der Eifel das letztemal ausgebrochen. Da die Atlanter Vorkehrungen getroffen
hatten und sich die Bevölkerung größtenteils aus der Küstenregion zurückgezogen
und im Binnenland in Sicherheit gebracht hatte, konnte zumindest ein Teil der Atlanter
die Zerstörungen und die große Not dieser Zeit überleben, doch kulturell und technisch
waren sie weit zurückgeworfen worden – die grandiose Epoche der Atlantis I-Kultur
war nun gänzlich vorbei!
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
260
DAS ZEITALTER DER
ATLANTIS II-KULTUR (8.900-5.264 v.Chr.)
DIE ENTSTEHUNG DES „NACHEISZEITLICHEN“
NORDISCHEN MATRIARCHATS
Im küstennahen Flachland waren die Zerstörungen nach den durch Nibiru verursachten
Naturkatastrophen besonders verheerend, jedoch waren sie bei weitem nicht so gewaltig
wie 3.636 Jahre zuvor beim „Polsprung“-Kataklysmus. Schon seit dem kulturellen
Höhepunkt der Atlantis I-Kultur um 10.450 v.Chr. war das Klima allmählich kühler
geworden, ab 8.900 v.Chr. hatte die Abkühlung jedoch so weit zugenommen, daß die
Ernteerträge im atlantischen Kernland und im gesamten Gebiet des heutigen Europas
nördlich der Alpen spürbar zurückgegangen waren und sich die Menschen nun mehr
als zuvor dem Überlebenskampf widmen mußten.
Das Leben ging weiter, aber auf niedrigerem Niveau. Nach einigen Jahrzehnten begannen
die übriggebliebenen Atlanter auch damit, die durch Erdbeben zerstörte Kulturmetropole
auf der Doggerbank wieder aufzubauen, Hochseeschiffahrt wurde nur
noch sehr begrenzt betrieben, um notwendige wirtschaftliche Güter herbeizuschaffen.
Zur Zeit der Atlantis II-Kultur kam erschwerend hinzu, daß die im alten küstennahen
atlantischen Kernland siedelnden Atlanter mit der fortschreitenden Transgression (Anstieg
des Meeresspiegels verbunden mit Landabsenkungen) zu kämpfen hatten, wodurch
im Laufe der Jahrhunderte immer mehr von dem einst so fruchtbaren Land vom
Meer zurückerobert wurde und sich die Küstenlinie sukzessive immer weiter ins Binnenland
verlagerte.
Das Weltbild des dreigegliederten Kosmos aus Erde, Himmel und irdischer Himmelsstütze
gehörte auch in der Atlantis II-Kultur zur Vorstellung der All-Ordnung, doch da
sich durch den nun abgekühlten Golfstrom auch das Klima verändert hatte und die
Ernten nicht mehr so ertragreich waren, galt das Hauptinteresse der Menschen der
Fruchtbarkeit der Natur, was zwangsläufig eine besondere Verehrung der göttlichen
All-Mutter (Mutter Erde) zur Folge hatte.
Nach großen Katastrophen oder einschneidenden Klimaveränderungen haben in der
Geschichte nicht selten auch die Gottesvorstellungen gewechselt – so auch in Europa.
Ab ca. 8.900 v.Chr. erlebte das Matriarchat bei den Atlantern und im gesamten
nordisch-europäischen Raum eine Hochzeit, worin der Hauptgrund zu finden ist,
daß in der Atlantis II-Kultur damals nicht das Bestreben vorherrschend war, ein größeres,
über das atlantische Kernland im Bereich der heutigen südlichen Nordsee hinausgehendes,
geschweige denn europaweites atlantisches Reich aufzubauen. Die matriarchale
Bewußtseinsorientierung ist ein charakteristischer Teilaspekt der nordischen
Seele und Wesensart, der in verschiedenen Zeitaltern mal mehr oder weniger in Erscheinung
getreten ist und die nordische Wesensart geprägt hat.
Mit dem Matriarchat der Atlantis II-Kultur kam es zu einer spirituellen Umorientierung
in den geistig-kulturellen Prioritäten, wodurch die Bedeutung des kosmischen
Allvaters und damit auch die männlichen Attribute der Psyche im Alltagsleben (u.a.
auch der Drang, die äußere Welt mit Hochseeschiffahrt u.ä. zu erforschen) in den Hintergrund
traten. Aufgrund der neuen matriarchalen Bewußtseinsausrichtung orientierten
sich die Atlanter der Atlantis II-Kultur nicht über das Notwendige hinaus nach auREICHSBRIEF
NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
261
ßen, d.h. bei ihnen standen materialistische und machtpolitische Aspekte des Lebens
nicht im Vordergrund und sie dachten nicht in imperialen Denkkategorien. Vielmehr
war es eine wesentliche Eigenart der Atlanter dieses Zeitalters, den Blick bzw.
die Wahrnehmung verstärkt nach innen, auf die seelisch-geistige Entwicklung
ihres Selbst, auf die Hege und Pflege von Mutter Erde sowie auf das Wohl der eigenen
Gemeinschaft und das Göttliche in der Natur zu richten. Die Fruchtbarkeit
der Natur sowie das Streben nach Weisheit und Zusammenhalt der Gemeinschaft standen
in dieser zweiten atlantischen Epoche im Zentrum des kulturellen Interesses.
Zur Zeit der Atlantis II-Kultur lebten die Atlanter daher weitestgehend abgeschieden
von der Welt, führten ein einfaches, beschauliches Leben, betrieben Wissenschaft,
Himmelskunde (Astrologie und Astronomie), erforschten das Wesen der menschlichen
Seele und suchten in vielen anderen Bereichen nach Erkenntnissen. Das Wissen um
die Megalithbauweise, um Schiffbau und Hochseeschiffahrt, um Kupfer, Bronze und
Eisenherstellung ging in dieser Zeit zwar nicht verloren, doch kam es nur im kleinen
Maßstab zur Anwendung. Das restliche Europa, das größtenteils aus Urwald bestand,
war im Vergleich zum atlantischen Kernland eine kulturell und technisch rückständige
Provinz. Die Atlanter pflegten zwar mit einigen Regionen einen gewissen wirtschaftlichen
und kulturellen Austausch, doch ließen sie die verstreuten Stämme im Gebiet
nördlich der Alpen für sich leben.
Aber nicht nur im nordischen Raum, sondern auch im Gebiet des heutigen Indien war
das Zeitalter des Matriarchats angebrochen. Im Indusgebiet und der Himalajaregion
hatten die Abwanderer aus dem nordischen Raum aufbauend auf dem nordischatlantischen
Urweistum der Atlantis I-Kultur die hochspirituelle vedische Hochkultur
geschaffen, die durch eine matriarchale Bewußtseinsorientierung gekennzeichnet war
und aus der später die verschiedenen, uns teils heute noch bekannten Weisheitsreligionen
hervorgegangen sind. Das Matriarchat der vedischen Kultur unterschied sich im
Kern vom nordisch-ureuropäischen Matriarchat durch seine spirituelle Jenseitsorientierung,
wodurch in den zentralasiatischen Religionen die irdische Welt nur als die
(niedere) Ebene des Leids betrachtet wurde und sich der Gedanke der „Notwendigkeit
der Überwindung des irdischen Lebens“ bzw. der Weltflucht etablierte. Ein solcher
Weltflucht-Gedanke war aber niemals Bestandteil bzw. Glaubensinhalt nordischer Religion.
(Anmerkung: Matriarchate gab es früher in vielfältigen Erscheinungsformen.
Es ist dabei besonders zwischen den nordischen und den östlichen Matriarchaten zu
unterscheiden. Die Definition des Begriffs „Matriarchat“ siehe im Kapitel: Die archetypische
Dreigliederung in den Paradigmen der Großkulturen).
Das spirituelle Urweistum um die Schöpfung und das Wesen des Menschen sowie das
wissenschaftliche und himmelskundliche Wissen der Atlantis I-Kultur wurde in der
Atlantis II-Kultur nur zum Teil bewahrt, im nordischen Raum ging manches davon
verloren, in Indien wurde vieles durch die vedische Kultur bewahrt und ist noch heute
in der Sanskritliteraturenthalten, die erst zu einem kleinen Teil übersetzt ist.
Ein wesentliches Kennzeichen des Matriarchats der Atlantis II-Kultur ist der Glaube
an eine All-Mutter, der charakteristisch ist für die nordisch-ureuropäische Form des
Matriarchats. Der Ursprung des alteuropäischen matriarchalen Glaubens an eine All-
Mutter, die meist in Form ihres dreieinigen Sinnbilds der drei Mütter (Drei-Mütter-
Kult) dargestellt wird, liegt schon über 40.000 Jahre zurück. Altsteinzeitliche MütterREICHSBRIEF
NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
262
statuetten sind europaweit gefunden worden, bis nach Sibirien sind sie belegt. Der
Mütterkult, der in der Geschichte der nordischen Völker in unterschiedlichen Zeiten
aufgeflammt ist, hatte in der Atlantis II-Kultur einen letzten großen Höhepunkt – in
dieser Zeit walteten im nordischen Raum die heilenden Mütter, bevor dieser Glaube
dann im Laufe eines längeren Prozesses allmählich verklang.
Eines der großen nordischen Sinnbilder ist die Geburt des neuen Jahresgottes: Die
Allmutter gebiert zur Wintersonnenwende ihr Kind, den jungen Jahresgott, der den
ewig neuen Jahreslauf der Sonne versinnbildlicht. Dieses Sinnbild ist Ausdrucksformel
des nordischen Wiedergeburtsglaubens: Wie nach dem Ende des Sonnenlaufs des Jahres
ein neuer Jahreslauf beginnt, so wird die Seele des Verstorbenen immer wieder von
neuem in ein neues Leben hineingeboren.
Das Hoheitszeichen der Allmutter war die Hacke, dies findet man überall in Europa an
heiligen Orten, z.B. auch auf dem Sargstein der Externsteine. In der Zeit vor den Naturkatastrophen
um 5.264 v.Chr. war die Hackbau-Kultur mit ihrem Matriarchat europaweit
verbreitet. Hermann Wirth beschreibt die matriarchale Ur-Ordnung Alteuropas
wie folgt (Führer durch das Ur-Europa-Museum, Eccestan, Marburg 1975, S. 8):
„Hackbau-Dörfer, Wirtschaft im Großfamilien-,Kollektiv‘. Vorrats- und Versammlungs-,
Kulthäuser in der Mitte der Siedlung, ringsum die Einzel- Wohnhäuser.
Hirschhornhacken, keine Waffen. Glaube an eine Allordnung, eine Ur- und Allmutter,
die Himmel- und Erden-Mutter und an die von ihr ausgehende ,Kraft‘,
,Beseelung‘, durch die alles geworden ist und wird, Wiedergeburtsglauben, kultisches
Matriarchat.“
Die für die Vorgeschichtsforschung geschichtlich noch erfaßbaren Nachfolger der matriarchalen
Atlantis II-Kultur sind die Linienbandkeramiker, denn bis in die Zeit der
sogenannten Linienbandkeramiker, die noch unbefestigte Siedlungen hatten, gründete
die nordische Kultur in einem matriarchalisch organisierten Gemeinschaftsleben, in
dem soziale Gleichberechtigung und der Glaube an die Große Mutter (All-Mutter;
Magna Mater) vorherrschten. Erst in viel späterer Zeit durch die Asen, den Einbruch
der Streitaxtleute (Schnurkeramiker) um 2.800 v.Chr. (siehe nächstes Kapitel), wurde
die alteuropäische All-Ordnung mit ihrem Mütterkult und dem Glauben an die All-
Mutter zerstört: „… als Götter die Gullweig mit Speeren stießen und sie in Heervaters
Halle verbrannten die dreimal Geborene, wieder und wieder, doch lebt sie noch
heut“ (Völuspa, Der Seherin Gesicht). Ab ca. 6.500 wurde das Heilige Land auf der
Doggerbank, auf der ein Großteil der Menschen der Atlantis II-Kultur lebte, zu einer
Insel, die schon weit draußen im Meer lag und von der sich das Festland mit weiter
ansteigendem Meeresspiegel und den fortschreitenden Landabsenkungen allmählich
immer weiter entfernte. Das einst zusammenhängende fruchtbare Land zerfiel zur Zeit
der Atlantis II-Kultur (8.900-5.264 v.Chr.) immer mehr zu einer Inselwelt aus Hunderten
von einzelnen Inseln, die mit der Zeit entweder immer mehr durch Deichbauten
geschützt oder nach und nach aufgegeben werden mußten.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
263
DAS ENDE DER ATLANTIS II-KULTUR
Das Erscheinen des Planeten Nibiru um das Jahr 5.264 v.Chr. verursachte in vielen
Teilen der Erde wieder große Naturkatastrophen mit gewaltigen Erdbeben und Überschwemmungen.
Sehr schlimm hatte es wieder einmal die dichtbesiedelten küstennahen
Flachland- bzw. Inselgebiete im Bereich der südlichen Nordsee getroffen. Durch
gewaltige Tsunamis infolge der Storegga-Rutschung (Abrutschung von 5.000 km³ (!)
Landmasse, die sich vom Kontinentalsockel in Norwegen gelöst hatte) wurden die gerade
noch knapp über Meeresniveau liegenden, schon lange Zeit zu einer großen Inselwelt
aufgesplitterten Flachlandgebiete im Bereich der südlichen Nordsee völlig
überschwemmt.
Da es im 6. Jahrtausend in der südlichen Nordsee zu einer rapide verlaufenden Transgression
(Meeresspiegelanstieg in Verbindung mit Landabsenkung) gekommen war
(siehe Schüttesche Senkungskurve), sich dort infolge der durch Nibiru ausgelösten
Erdbeben sehr wahrscheinlich sogar eine ruckartige tektonische Landabsenkung ereignet
hat (worauf der untere 10-m-Steilabfall an einer untermeerischen Brandungsterrasse
bei Helgoland hinweist), brauchte die gewaltige Storegga-Überschwemmungskatastrophe
nur noch am Rande dazu beigetragen, der Nordsee zum erstenmal
einen kleinen Durchstich zwischen den heutigen Britischen Inseln und dem Festland
zu ermöglichen. Von nun an strömte ein kleiner Abzweig des Golfstroms durch
einen schmalen Meeresarm in die Nordsee, welcher sich mit jeder weiteren Sturmflut
und mit weiter fortschreitender Transgression im Bereich der südlichen Nordsee fortwährend
vergrößerte.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
264
DAS ZEITALTER DER
ATLANTIS III-KULTUR (5.264-1.223 v. Chr.)
DIE ERSTEN BISHER VON DER VORGESCHICHTSFORSCHUNG
ERFASSTEN SPUREN DER ATLANTER
Nach der erneuten Zerstörung ihrer Kulturmetropole und dem schon längere Zeit zu
vielen einzelnen Inseln zerstückelten ehemaligen atlantischen Kernland war die nordisch-
atlantische Kultur für einige Jahrzehnte kulturell und technisch (wieder) weit
zurückgeworfen worden. Neben der gesamten Infrastruktur des atlantischen Kernlandes
von dem sich die Nordsee immer weitere Teile eroberte, war auch ein Großteil der
geistigen Elite der Atlantis II-Kultur vernichtet worden. Vieles des alten Weistums und
der technischen Fähigkeiten war jedoch bewahrt worden, daß es im erheblich kleiner
gewordenen atlantischen Kernland schon bald zu einem kulturellen Neuanfang kam.
Über mehrere Jahrzehnte stand jedoch allein der Überlebenskampf im Vordergrund.
In der hier aufgezeigten Zusammenfassung der Geschichte der nordisch-atlantischen
Kulturen kommen wir nun in die Zeit, ab der die offizielle Vorgeschichtsforschung
beginnt, Spuren der nordischen Stämme und Kulturen geschichtlich zu erfassen. Um
unseren Lesern in diesem chronologischen Abriß der nordisch-atlantischen Kulturen
das geschichtliche Verständnis vom Übergang der (für viele Menschen noch utopisch
erscheinenden) nordischen Atlantis-Vergangenheit zur offiziellen Geschichtserkenntnis
zu vereinfachen, werden wir die offiziellen Bezeichnungen der etablierten Vorgeschichtsforschung
für die bisher entdeckten Spuren von „Kulturen“ im nordischeuropäischen
Raum verwenden.
Die atlantischen Stämme, die östlich des atlantischen Kernlandes im Gebiet um
Schleswig-Holstein ansässig waren und diese Katastrophenzeit weitestgehend überlebt
haben, werden von der bisherigen Vorgeschichtsforschung als Maglemose-Kultur
(offizielle Datierung: 8000-6000 v.Chr.; unsere Datierung: ca. 5.264-5.250 v.Chr.), die
durch steinzeitliche Funde im Westen der dänischen Insel Seeland belegt ist, und deren
Spätform als Oldesloer-Kultur in Schleswig-Holstein (offizielle Datierung: 6000-
5000 v.Chr.; unsere Datierung: ca. 5.250 – 5.200 v.Chr.) erfaßt. In der offiziellen Vorgeschichtsforschung
gilt die sogenannte Maglemose-Kultur als älteste bisher nachgewiesene
nordische Küstenkultur, welche Fischfang und Jagd zur Grundlage und bereits
über hochseefähige Boote verfügt haben soll.
Nach unserer Einschätzung handelt es sich bei der Maglemose- und Oldesloer-Gruppe
um direkte Nachbarstämme und Überlebende von Kern-Atlantis II, die nach den verheerenden
Naturkatastrophen um das Jahr 5.264 v.Chr., über einige Jahrzehnte (von
5.264 – ca. 5.200 v.Chr.) auf niedrigem technischen Niveau ausharren und überleben
mußten. In dieser Zeit mußten die Atlanter ums reine Überleben kämpfen und eben in
primitiveren Hütten leben, hatten teils auch Einbäume als Boote benutzt, weil alle anderen
Schiffe zerstört waren, aber gewiß hatten sie keine Kapazitäten über, um Megalith-
Gräber oder andere megalithische Anlagen zu bauen. Nach dem Erkenntnisstand
der bisherigen Vorgeschichtsforschung entwickelt sich im Siedlungsgebiet der Oldesloer-
Kultur ab 5.000 v.Chr. die Ertebolle-Ellerbeck-Kultur (offizielle Datierung:
5.000 – 4.100 v.Chr.; unsere Datierung: ca. 5.200-5.000 v.Chr.), deren Kulturkreis von
Schleswig-Holstein und Dänemark bis nach Südschweden im Norden, bis ins nördliREICHSBRIEF
NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
265
che Niedersachsen im Süden und bis über Mecklenburg im Osten hinausreicht. Nach
unseren Erkenntnissen müssen also die Maglemose- und auch die Oldesloer-Gruppe
auf die Zeit nach 5.264 v.Chr. vordatiert werden, und die Ertebolle-Ellerbeck-Kultur
auf die Zeit nach 5.200 v.Chr.
(Anmerkung: Über die Oldesloer und die Ertebolle-Ellerbeck-Kultur berichtet die offizielle
Vorgeschichtsforschung, daß diese „entlang der Seewege bereits Handel und
vereinzelt Ackerbau betrieben hätten“. Dabei wird jedoch nicht berücksichtigt, daß
diese östlich des atlantischen Kernlandes ansässigen Stämme in den ersten Jahren nach
den Naturkatastrophen in vielen Bereichen, vor allem mit Schiffbau und Schiffahrt,
wieder fast bei Null anfangen mußten und daß das hauptsächliche Siedlungsgebiet der
übriggebliebenen Atlanter [nach 5.264 v.Chr.] in dem Gebiet eines damals noch bis zu
200 km breiten Landstreifens westlich der heutigen Westküste der kimbrischen Halbinsel
lagen, der erst in viel späterer Zeit durch tektonische Landabsenkungen in der
Nordsee unterging. Die Behauptung, daß der Getreideanbau erst ab dieser Zeit im nordischen
Raum allmählich Verbreitung gefunden hätte, ist mal wieder so ein typisches
Ex-Oriente-Lux-Dogma, das in keiner Weise der Wirklichkeit entspricht – schon viele
Jahrtausende vor dieser Zeit wurde im Bereich der heutigen südlichen Nordsee Ackerbau
und Getreideanbau betrieben. Einige Autoren haben bereits vor Jahrzehnten auf
das Vorkommen von Getreidesorten in frühesten Zeiten im Norden Europas hingewiesen,
wofür auch mehrere altsteinzeitliche Ritzungen von Ähren sprechen, doch solche
Informationen wurden von der etablierten Wissenschaft starrsinnig ignoriert.)
Weiter südlich, im Bereich nördlich der Alpen, vor allem entlang des nördlichen Lößgürtels,
von Paris bis vereinzelt auch zur Ukraine, vor allem im Gebiet des heutigen
West-, Mittel- und Ost-Deutschlands, waren zu dieser Zeit (nach den Naturkatastrophen
um das Jahr 5.264 v.Chr.) nordische Stämme ansässig, die nach den bandförmigen
Verzierungen ihrer Tonwaren von der bisherigen Vorgeschichtsforschung als
Bandkeramiker bezeichnet werden (älteste Stufe = Linienbandkeramiker ca. 5.600-
5.000 v.Chr.). Älteste linienbandkeramische Gefäße stammen aus dem Raum des heutigen
Hessen und werden offiziell auf ca. 5.600 v.Chr. datiert. Nach dem Ex-Oriente-
Lux-Dogma stammen die Bandkeramiker aus dem Balkanraum, doch dort sind bandkeramische
Gefäße völlig unbekannt.
(Anmerkung: Angesichts der vielen unterschiedlichen Spuren [Siedlungsbau, Keramik,
Waffen, Gerätschaften usw.] von angeblich verschiedenen Kulturen im Gebiet
nördlich der Alpen und des Namenswirrwarrs in den Kulturbezeichnungen für diese
Zeit gilt es zu bedenken, daß über lange Zeit in den Provinzen kulturell und technisch
weniger entwickelte Stämme existierten und diese eben im Laufe der Jahrhunderte ihre
Sitten, Keramikgefäße zu gestalten sowie Häuser und Waffen herzustellen, eben änderten
– wie es eben immer schon war. Das kulturell und technisch wesentlich höherentwickelte
Kernland sowohl der Atlantis I-, Atlantis II als auch der Atlantis III-Kultur
beschränkte sich jedoch zum allergrößten Teil auf die Siedlungsgebiete im Bereich der
heutigen südlichen und später der südöstlichen Nordsee. Erst ab ca. 4.000 v.Chr. bauten
die Atlanter innerhalb der europäischen Kernländer entlang der Sternenstraßen
[Kaminski] ein Netz von kulturellen Stützpunkten, das Europa nahezu flächendeckend
überspannte, wodurch die im europäischen Raum verstreut lebenden nordischen
Stämme allmählich in die atlantische Kultur und Zivilisation miteinbezogen wurden,
bis es später zur Ausbildung eines Reiches kam.)
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
266
DIE ENTSTEHUNG DER ATLANTIS III-KULTUR
Nach großen Naturkatastrophen haben sich in der Menschheitsgeschichte oft große
Wanderungsbewegungen ereignet, so auch nach den Katastrophen um 5.264 v.Chr.
Westlich der kimbrischen Halbinsel (Dänemark/Schleswig-Holstein) war den Atlantern
ein bis zu 200 km breiter Streifen ihres fruchtbaren Kernlandes – wenn
auch durch die gewaltigen Überschwemmungen erheblich entvölkert – als Siedlungs-
und landwirtschaftliches Nutzgebiet erhalten geblieben, da dieses Land
damals noch hoch genug über dem Meeresspiegel lag. Vornehmlich in diese Gebiete
sowie in die Region des heutigen Schleswig-Holsteins und Dänemarks zogen ab ca.
5.200 v.Chr. Menschen aus südlicheren Gebieten, Stämme der sogenannten Bandkeramiker,
wo sie von den Überlebenden und den direkten Nachbarstämmen von Kern-
Atlantis II, welche die Vorgeschichtsforschung als Ertebolle-Ellerbeck-Leute bezeichnet,
absorbiert wurden.
Ab dieser Zeit wurde es im Kernland (im östlichen Bereich der heutigen südlichen
Nordsee) der Atlantis III-Kultur zur Sitte, Tongefäße in Form von Trichterbechern
(Kragenhalsflaschen) herzustellen. Diese Sitte hat sich ab ca. 4.300 v.Chr. erst in den
benachbarten Regionen im Nordwesten Europas und dann ab ca. 4.100 v.Chr. vom
östlichen Holland entlang dem damaligen Ufer der Ostsee bis zur Ukraine stark verbreitet,
daher spricht die Vorgeschichtsforschung von der sogenannten Trichterbecherkultur.
Die nordwestdeutsche Trichterbecherkultur dauerte nach offiziellen Erkenntnissen
von etwa 4.600 – 2.800 v.Chr., doch wir denken, daß man auf dem Grund
der südlichen Nordsee demnächst noch Trichterbecher-Keramik finden wird, die bis
5.200 v.Chr. zurückreicht. Die sogenannten Ertebolle-Ellerbeck-Leute, die ca. hundert
Jahre nach den Naturkatastrophen um das Jahr 5.264 v.Chr. mit den nach Norden gezogenen
Bandkeramikern die Sitte hervorgebracht hatten, ihre Keramikgefäße in
Trichterbecher-Form zu gestalten, bezeichnen wir innerhalb der Atlantis III-Kultur als
die „Trichterbecher-Atlanter“.
Schon kurz nach der damaligen Katastrophenzeit war den Trichterbecher-Atlantern
klar, daß der größte Teil der von Sturmfluten bedrohten Inselwelt (im Bereich der südlichen
Nordsee) einschließlich der heiligen Hauptinsel mit der atlantischen Kulturmetropole
auf der Doggerbank als Siedlungsgebiet nun endgültig aufgegeben werden
mußte. Daher planten die Trichterbecher-Atlanter, nur einige Hundert Kilometer weiter
östlich der ehemaligen Atlantis II-Metropole auf dem gleichen Breitenkreis (etwas
oberhalb von 54° nördlicher Breite) nordöstlich von Helgoland eine neue Hauptstadt
(der Atlantis III-Kultur), die atlantische Kulturmetropole Basileia zu erbauen.
Nach den gewaltigen Zerstörungen im gesamten nordischen Küstenland durch die Storegga-
Rutschung, die fast das totale Ende der atlantischen Kultur bedeutet hätten, ereignete
sich bei den nordischen Atlantern ein gesamtgesellschaftlicher Neuanfang, der
den Beginn eines neuen Zeitalters bedeutete. In dieser Zeit gab es zwei entscheidende
äußere Veränderungen der natürlichen Gegebenheiten, die dem Beginn eines neuen
atlantischen Zeitalters förderlich waren, es war erstens der Beginn des sogenannten
nacheiszeitlichen Klimaoptimums im nordischen Raum, das schon mit dem Herannahen
des Planeten Nibiru’s ab ca. 5.350 v.Chr. begann (ähnlich wie heutzutage wurde
das Klima allmählich wärmer – es kam mit der Zeit zu einer bis zu 3° höheren Durchschnittstemperatur
als heute), und zweitens wurde nun die Hochseeschiffahrt durch
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
267
den Ärmelkanal möglich, was für die nordischen Atlanter einen direkten Zugang nach
Süden zu den Weltmeeren ermöglichte, ohne den großen Umweg um Schottland herum
nehmen zu müssen.
Diese Veränderung der äußeren Gegebenheiten in Verbindung mit der Zielsetzung,
eine neue Kulturmetropole erbauen zu wollen bzw. zu müssen (die alte war völlig zerstört
und versank ständig weiter), löste bei den Atlantern einen gewaltigen Motivationsschub
aus und mobilisierte alle Reserven. Allein schon die Errichtung der neuen
Hauptstadt Basileia mit vielen großartigen Megalithbauwerken, Tempel-
/Hafenanlagen usw. machte es aus wirtschaftlichen Gründen erforderlich, eine große
Hochseeflotte aufzubauen, mit der die benötigten Rohstoffe herbeigeschifft werden
konnten. Mit der Hochseeschiffahrt hatten die Atlanter schon bald wieder begonnen,
und zwar in einem erheblich größeren Maße als zuvor in der Zeit der Atlantis IIKultur.
Zu dieser Zeit wurde in dieser Region (im Bereich der neuen Metropole) schon (wieder)
Kupfer und Bronze hergestellt und verarbeitet. Das Wissen darum wurde seit der
Atlantis I-Kultur, in der die Herstellung und Verarbeitung verschiedener Metalle beherrscht
wurde, bewahrt, doch kam es in der matriarchal ausgerichteten Atlantis IIKultur
nur in bescheidenem Maße zur Anwendung. Daß die Megalithbauweise im
nordwesteuropäischen Kernland der Atlantis III-Kultur schon ab ca. 5.200 v. Chr.
wieder ausgeübt und hier auch die Kupfermetallurgie beherrscht wurde, hat die bisherige
Vorgeschichtsforschung nicht zur Kenntnis nehmen können, weil für längere Zeit
alle weisen und zum Megalithbau befähigten Leute im atlantischen Kernland gebunden
waren, um das neue Kultur- und Wirtschaftzentrum der Atlanter wieder aufzubauen,
und sich heute all diese megalithischen Anlagen zerstört auf dem Grund der Nordsee
nordöstlich von Helgoland befinden. Noch über einige Jahrhunderte konnten die
Atlanter aus dem zerstörten ehemaligen Atlantis-Zentrum an der Südspitze der Doggerbank
Schätze und Baumaterialien bergen und wiederverwerten, bis das ehemals
Heilige Land eines Tages in den Fluten der Nordsee gänzlich verschwand. Die neue
Königsinsel Basileia wurde in Form einer riesigen Trojaburg (ringförmig angelegtes
Sonnenheiligtum) mit drei konzentrischen Wasserstraßen um die Zentralinsel erbaut,
so, wie Platon diese Stadt in seinem Atlantisbericht beschreibt, mit einer großen Weltensäule
als Zentralheiligtum in der Mitte.
(Anmerkung: Daß im Bereich der Doggerbank im letzten Jahrhundert Mammutstoßzähne
in Fischernetzen gefunden wurden, läßt sich damit erklären, daß dort damals
diese Stoßzähne rituelle Funktion besaßen und an verschiedenen Stellen, vor allem an
ehemaligen Kultplätzen [welche die Weltensäule/Irminsul symbolisierten] zur Ehrung
der Ahnen und der untergehenden heiligen Insel z. B. an Steinsäulen befestigt waren.
Die Doggerbank war für die Menschen der Atlantis III-Kultur das Land der Ahnen,
das es in Ehren zu halten galt. Deswegen ist es realistisch, daß sogar in späteren Zeiten,
als die Doggerbank längst in der Nordsee untergegangen war, dort noch Mammutstoßzähne
und andere Kultobjekte oder Opfergaben zum Gedenken und zur Ehrung
der Ahnen von Schiffen aus versenkt wurden.)
Entscheidend für die weitere kulturelle Entwicklung der Atlantis III-Kultur dieser Zeit
war die Bewußtseinsveränderung, welche die Atlanter allmählich vollzogen. Durch die
großen technischen bzw. baulichen Herausforderungen sowie auch durch die veränderREICHSBRIEF
NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
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ten Umweltfaktoren (wärmeres Klima, der nun offene Ärmelkanal) entwickelte sich
das Bewußtsein durch die zuvor unterdrückten und sich nun wieder entfalten können
den männlichen Attribute der Psyche von der über mehrere Jahrtausende gelebten matriarchalen
Bewußtseinshaltung nun allmählich zu einem ganzheitlichen Bewußtsein,
d.h. daß nun die weiblichen und männlichen Bewußtseinsqualitäten des Menschen im
Leben der Atlanter in einer ganzheitlich-spirituellen Ausgewogenheit zum Ausdruck
kamen (ähnlich, wie es in der Atlantis I-Kultur vorherrschte). Dadurch gewann die
nordisch-atlantische Kultur erheblich an Ausstrahlung und mit der Zeit entwickelte
sich das Nordsee-Atlantis zu einem kulturell hochentwickelten atlantischen Kleinreich,
das nach und nach in einigen europäischen Regionen kleine Ablegerkulturen aufbaute.
Die benachbarten Regionen um das atlantische Kernland drumherum blieben noch
über tausend Jahre rückständige Provinzen, aus der die Atlanter möglichst viele befähigte
Menschen rekrutierten, um das Kernland wieder ausreichend zu bevölkern und
um wieder eine geistige Elite aufzubauen, die sie für den Aufbau des bis nach Nordafrika
reichenden atlantischen Reiches benötigten. Megalithbauweise findet man im
Europa des 5. Jahrtausends v.Chr. auch deswegen nur in wenigen Regionen vor, weil
nach der Katastrophenzeit um 5.264 v.Chr. nur wenige weise Menschen die dafür
notwendige Fähigkeit zur Levitation von Großsteinen besaßen – die einstige geistige
Elite der Atlanter war mit dem Untergang der Atlantis II-Metropole ja schließlich vernichtet
worden. Die Megalithbauweise, die im Kernland der Atlantis II-Kultur üblich
war, mußte nun größtenteils wieder neu erlernt werden.
Um das Überleben der atlantischen Kultur und die Bewahrung des großartigen spirituellen
Ur-Weistums der Atlanter (um das Wesen der menschlichen Seele, um die Astrologie,
Astronomie, Medizin, Akupunktur, Megalithbauweise, Levitation von Großsteinen
usw.) für die Nachwelt – auch bei einer eventuellen Zerstörung des atlantischen
Kernlandes durch zukünftige Naturkatastrophen – zu gewährleisten, wuchs ab ca.
5.000 v.Chr. die Idee der Schaffung eines europäischen Großreiches mit verschiedenen
Teilreichen im und um den Bereich des Externsteindreiecks.
So begannen die Atlanter damit, auch außerhalb ihres Kernlandes die nordischatlantische
Zivilisation und somit auch die Megalithbauweise zu verbreiten, wobei die
Megalithbauten nicht nur als Heiligtümer und Stätten der Himmelsbeobachtung errichtet
wurden, sondern auch der Wissensüberlieferung an die Nachwelt dienten (z.B. das
Ganggrab von Gavrinis). Als älteste Megalithbauten mit einem Alter von ca. 7000 Jahren
gelten zur Zeit Bauten der Bretagne (Cairn Barnanez; Langhügel St. Michel, das
Ganggrab von Gavrinis), Ganggräber in Portugal (Casa da Orca da Cunha Baixa) sowie
das Megalithgräberfeld Carrowmore in Irland – diese Regionen gehörten zu den
ersten Teilreichen der Atlantis III-Kultur.
Abgesehen von diesen wenigen Ausnahmen wurde die Megalithbauweise außerhalb
des atlantischen Kernlandes, in den Provinzgebieten der „Trichterbecher-Atlanter“
(also in den Gebieten, die allgemein als Bereich der Trichterbecher-Kultur gelten),
erst gegen 4.000 v.Chr. eingeführt, dort wechselt allmählich die Bestattungsform von
der Bestattung in Einzelgräbern zu der in Großsteingräbern. Die Vorgeschichtsforschung
hat bisher angenommen, daß ab dieser Zeit die Trichterbecherleute megalithisiert
wurden, doch die Megalithbauweise wurde in der dünnbesiedelten Provinz einfach
nur später zur Sitte.
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TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
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Die Atlanter des Kernlandes beherrschten die Megalithbauweise jedoch schon
seit Urzeiten. Das Wissen um die Levitation, d.h. die Fähigkeit, riesige Megalithen
mit spiritueller Kraft zu transportieren und zu verbauen, war zwar immer nur einem
relativ kleinen Kreis von befähigten Menschen zu eigen, wurde aber von den Atlantern
über den Untergang der Atlantis I-Kultur um 8.900 v.Chr. und der Atlantis II-Kultur
um 5.264 v.Chr. hinaus durchgängig bewahrt. Manch anderes, z.B. wissenschaftliches
Wissen war dagegen durch die Katastrophen teils verloren gegangen.
Die Atlanter der Atlantis III-Kultur bereisten jedenfalls schon ab ca. 5.000 v.Chr.
(wieder) die Welt mit Schiffen und hatten ab dieser Zeit nun auch damit begonnen, das
atlantische Reich mit ersten Teilreichen sowie weitläufigen Kultur- und Handelsbeziehungen
aufzubauen.
Die Megalithbauweise hat sich dann durch die „Trichterbecher-Atlanter“ von Nordwesteuropa
entlang der Seewege an vielen Küsten Europas und ab ca. 3.500 v. Chr.
auch über Europa weit hinaus verbreitet. Weiter im Landesinneren sind Megalithbauwerke
dieser Zeit jedoch lediglich in den Gebieten des heutigen Frankreichs und
Deutschlands zu finden. Um 3.850 v.Chr. erstreckte sich das Einflußgebiet der Atlantis
III-Kultur von Südschweden bis Malta und zur Levanteküste (Libanon/Palästina), ab
dieser Zeit begann sich das europaweite, von Irland bis zur Ukraine und von Norwegen
bis nach Nordafrika erstreckende atlantische Großreich herauszubilden. Darüber
hinaus reisten die Nordseeatlanter ab dieser Zeit mit ihren hochseetüchtigen Schiffen
ähnlich wie ihre Vorfahren der Atlantis I-Kultur bis in die entferntesten Winkel der
Erde und verbreiteten dort den Sonnen-, Sternen- und Säulenkult und in vielen Regionen
auch die Megalithbauweise.
DIE ERFORSCHUNG DES STERNENHIMMELS
– u.a. UM KATASTROPHEN VORAUSSEHEN ZU KÖNNEN
Zur Zeit der Trichterbecher-Kultur („Trichterbecher-Atlanter“) hatten die Atlanter
über weite Gebiete des heutigen Europas ein Netz von „Sternenstraßen“ (Kaminski)
angelegt, auf denen sie wie an Perlenschnüren astronomische Beobachtungsstationen,
Steinkreise und kreisförmige Wallanlagen (Henges) zur Beobachtung des Himmels
anordneten. Die Wälle der Wallanlagen dienten als künstliche Horizonte, um ideale
Beobachtungsbedingungen für die Auf- und Untergänge der Gestirne zu schaffen.
Der Himmel wurde nicht nur aus religiös-kultischen Gründen oder der Seefahrt wegen
erforscht, sondern vor allem, um durch das Verständnis der Abläufe am Himmel drohende
Gefahren aus dem Weltall voraussehen und kosmischen Katastrophen vorbeugen
zu können. Die ansonsten furchtlosen nordischen Atlanter, todesverachtende Krieger,
kannten nur eine Angst, und zwar, daß ihnen der Himmel auf den Kopf fallen
würde.
Zu viele vernichtende, vom Himmel kommende Katastrophen, die teils durch Mythen
und Sagen in Erinnerung blieben, hatten die Atlanter in ihrer langen Geschichte erlebt
(neben den von Nibiru ausgelösten gab es noch viele andere Naturkatastrophen, wie
Asteroideneinschläge usw.).
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
270
Daher beabsichtigten sie auf verschiedene Weise wirksame Vorkehrungen für das
Überleben ihres Volkes und der atlantischen Kultur zu treffen. Neben den vielen
Himmelsobservatorien und den starken ummauerten Eindeichungen der Königsinsel
Basileia zum Schutz vor großen Flutkatastrophen plante man ab ca. 3.150 v.Chr. für
eine eventuell drohende Großkatastrophe mit kontinentalen Überschwemmungen (wie
beim „Polsprung“- Kataklysmus) auch ein Rückzugsgebiet in den sicheren Gefilden
der Mittelgebirge, wohin man im Fall der Fälle sämtliche Einwohner des atlantischen
Kernlandes zu gegebener Zeit umzusiedeln plante.
LÄNGENGRADE AUSDRUCK DES „SONNENWEGES“
„Die Längengrade sind schon in vorgeschichtlicher Zeit ,Götterwege‘ gewesen,
Ausdruck des ,Sonnenweges‘. Der ,Sonnenweg‘ ist eines der ältesten Sinnbilder
des ,Stirb oder Werde‘. Es leitet sich ab von der Beobachtung der Sonnenwenden
am Gesichtskreis des Beobachters am Polarkreis. Dort geht die Sonne am
Tage der Sommersonnenwende im Norden auf und unter, und entsprechend zur
Wintersonnenwende im Süden … Es wird schon im Rig-Veda beschrieben. Dort
ist ein Wissen wiedergegeben, das die Arier unter keinen Umständen in Indien
erworben haben können … Der ,Sonnenweg‘ hat den Längengraden den Namen
,Götterweg‘ gegeben … Der Sonnenweg ist nur am Polarkreis zu beobachten …
Die Bezeichnung des Süd-Nord-Weges der Sonne, wie sie sich dem Betrachter
am Polarkreis darstellt, wurde auf die Süd-Nord-Linien der Längengrade übertragen:
als der Weg nicht mehr der Sonne, sondern deren Vertreters, des Jahresgottes
und seiner Hypostasen und der noch späteren ,Götter‘.“
Gert Meier,
Das Geheimnis des Elsaß, S. 185f, Grabert 2003
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
271
Auf demselben Längengrad, auf
dem das Zentralheiligtum der
atlantischen Königsinsel, die
Weltensäule, stand (8° 15’ 30’’
östlicher Länge), errichteten die Atlanter
einige hundert Kilometer
weiter südlich im heutigen Süd-
Westfalen eine zweite große megalithische
Weltensäule im Zentrum
eines planvoll angelegten, über
10.000 km² großen
Siedlungsgebietes, dessen heilige
Plätze (spätere germanische Thing-
Plätze) kartographisch perfekt den
nördlichen Sternhimmel um das Jahr
2.800 v.Chr. abbildeten, als der
Stern alpha draconis Polarstern und
Himmelspol war.
Überliefert wurde dieses Bodenhimmelsystem,
das erst vor ca. 12
Jahren durch den Astro-
Archäologen Wolfgang Thiele entdeckt
worden ist, weil ab der Zeit
Karl’s des Großen, nachdem die
Thing-Plätze geschliffen waren (die
dort befindlichen Megalith-Anlagen
zerstört waren), darauf die ersten
Kirchengebäude Westfalens gebaut
wurden. Empirische Grundlage für
dieses einzigartige Bodenhimmelsystem
sind 258 älteste Kirchen,
Kapellen und Klöster des alten
kölnischen Westfalens unterhalb der
Lippe und östlich des Rheins. 237
von ihnen bilden große Teile des
nördlichen Sternenhimmels auf dem
Boden ab, insgesamt siebzehn
Sternbilder und wichtige Einzelsterne,
die absolut korrekt zueinander
stehen.
An der Stelle des Himmelspols dieses
einzigartigen atlantischen Sternenhimmel-
Siedlungsgebietes befindet sich heute nur noch ein kleines Heiligenhäuschen
in der Nähe des Dorfes Allagen am Nordrand des heutigen Sauerlands (Genaueres
siehe in: Der Himmel ist unter uns, W. Thiele u. H. Knorr, ISBN 3-922750-48-6).
Dieser ist, wie viele andere in Westfalen, Deutschland und Europa durch die Kirche
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
272
total geschliffen worden. Das Sauerland wurde seit alters her noch bis ins letzte Jahrhundert
als Süderland bezeichnet. Der Name „Süderland“ stammt daher, weil diese
Mittelgebirgsregion das südliche Rückzugs- und Siedlungsgebiet der Atlanter und deren
südliche Heimat, das Südatlantis war.
DIE ERSTE HOCHZEIT DER ATLANTIS III-KULTUR
UM 3.000 v.Chr. UND DEREN ABLEGERKULTUREN
Schon ab ca. 3.500 v.Chr. begannen die Atlanter damit auch über die Grenzen Europas
hinaus kleine Ablegerkulturen zu gründen. Mit ihren hochseetüchtigen Schiffen gelangten
sie bis nach Nordafrika, Palästina, Nord- und Südamerika, Mesopotamien, Indien,
China, und später Ableger von ihnen bis in den Südpazifik, nach Polynesien, zu
den Osterinseln und bis nach Neuseeland (wo der Bootsbau der Ureinwohner in vielen
Details dem der Wikinger ähnelt und die Musik klingt, wie deutsche Volksmusik aus
der Bronzezeit – Barry Fell), und verbreiteten dort den Sonnen-, Sternen und Säulenkult
und in manchen Ländern auch die Megalithbauweise. Spuren der nordischen Megalithiker
(Atlanter) – Steinkreise, Megalith-Gräber bzw. -Bauten – sind rund um unseren
Planeten nachzuweisen. In vielen Regionen der Erde wurden die seefahrenden
Atlanter der Atlantis III-Kultur wie schon einige Jahrtausende zuvor ihre Vorfahren,
die weltreisenden Kulturbringer der Atlantis I-Kultur, als weiße Götter verehrt.
Um das Jahr 3.000 v.Chr. begann die erste Hochzeit der Atlantis III-Kultur, in dieser
Zeit entwickelten die Atlanter eine außergewöhnlich starke und vielfältige Bau- und
Reisetätigkeit. In diese Zeit fallen u.a. auch die Errichtung der Menhir-Anlage von
Carnac an der Südküste der Bretagne (um ca. 3.000 v.Chr.) und ebenso der Bau des
Himmelsobservatoriums Stonehenge bei Salisbury in Südengland, wofür die Forschung
drei Bauphasen nachgewiesen hat. Die erste Bauphase wird auf 3000-2500
v.Chr. datiert, die zweite auf 2500-1800 v.Chr. und die dritte auf 1800-1500 v.Chr. Ab
2200 v.Chr. wurde eine 2 km lange, auf die Sommersonnenwende ausgerichtete Prozessionsstraße
angelegt, womit anscheinend das vorher als Hauptheiligtum dienende
Avebury in seiner Funktion abgelöst wurde.
Europaweit gründeten die Atlanter vor allem an den „Sternenstraßen“, entlang der Küsten
und großen Flüsse kulturelle Stützpunkte bzw. heilige Zentren, wie z.B. rheinaufwärts
um 3.000 v.Chr. im Elsaß, wovon die gewaltige „Heidenmauer“ um den Odilienberg
und das zuvor genannte Bodenhimmelsystem in Südwestfalen zeugen. Auch
die sogenannten Römerstraßen, die in unterschiedlichsten Regionen Europas vorzufinden
sind, haben bis auf einige wenige Straßen im heutigen Italien mit den Römern gar
nichts zu tun, sondern sind technische Leistungen der nordischen Atlanter bzw. der Ur-
Kelten (ur-keltisch = atlantisch bzw. nordisch; siehe Kapitel: Atlanter – Kelten – Germanen),
von denen die Römer erst den Wagen- und Straßenbau lernten.
An der Levanteküste im verkehrstechnisch und strategisch günstig gelegenen Gebiet
Palästina/Libanon/Syrien gründeten die nordischen Atlanter schon vor dem Jahr 3.000
v.Chr., ab ca. 3.500 v.Chr., kulturelle und wirtschaftliche Stützpunkte, wofür viele
Megalithbauwerke und Tausende von Megalithgräbern im Jordangebiet sprechen, die
errichtet wurden, lange bevor die Philister bzw. Phoenizier dort erschienen. Zeugen
der nordischen Atlanter dieser Zeit sind die Steingiganten in der antiken Tempelstadt
Baalbek (Libanon). In den Ruinen von Baalbek sind in den Sockelmauern gigantische
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
273
Steinquader (ca. 19 m x 4,16 m x 3,60 m) mit einem Gewicht von über 750 t millimetergenau
fugenlos eingebaut worden, die niemals mit herkömmlicher Technik transportiert
und verbaut worden sein können. Die Quader dieser „Trilithon“ („Drei-Stein“)
genannten Konstruktion stammen aus einem 600 m entfernten Steinbruch und gehören
zu den schwersten, die je auf der Erde transportiert und verarbeitet wurden, sind das
Phänomen einer für die heutige Wissenschaft unbegreiflichen Transporttechnik. Außerhalb
von Baalbek liegt ein Riesenstein, der sogenannte „hadschar el hibla“ (Stein
der schwangeren Frau), der die Trilithon-Quader an Größe und Gewicht noch übertrifft,
die Länge beträgt 21,72 m, die südliche Stirnfläche mißt 4,25 m x 4,35 m und
die nördliche Stirnfläche 5,35 m x 5,35 m. Das Volumen ist demnach 504,6 m³ und
entspricht einem Gewicht von 1.211 Tonnen. So unglaublich es sich auch anhören
mag: Die Atlanter besaßen damals ein Geheimwissen, das sie befähigte, schwerste
Gewichte mit spirituellen Kräften zu levitieren (zum Schweben zu bringen) und so
über weite Strecken zu transportieren.
Auch die Überlieferungen auf dem sogenannten „Palermostein“ (er steht in Palermo),
welche von einem Schiffs- und Holztransport um 2.600 v.Chr. aus dem holzreichen
Libanongebiet nach Ägypten an den Pharao Snofru (den Erbauer der 99 m hohen Pyramide
von Daschur) berichten, deuten darauf hin, daß in Byblos (etwa 110 km nördlich
von Tyros) schon vor der ersten ägyptischen Dynastie eine hohe Kultur existierte
und dort die technische Zentrale der Atlanter für den vorderen Orient war. Die Megalithgräber
am Jordan sind für die Vorgeschichtsforschung ein bisher nicht zu lösendes
Problem und werden meist völlig verdrängt. Wir vermuten, daß die Hochkulturen der
Ägypter, der Sumerer und der Akkader von hier durch die Atlanter ihre kulturellen
Impulse sowie ihr technisches und wissenschaftliches Wissen bekommen haben.
Einige Jahrhunderte eher als in Ägypten entsteht um 3.200 v.Chr. in Mesopotamien
(Zweistromland) eine hochentwickelte, nach nordischem Vorbild politisch in Stadtstaaten
(u.a. Uruk, Ur, Lagasch und Umma) organisiete Kultur, die Hochkultur der
Sumerer, welche die innere Entwicklung fast ganz Vorderasiens bestimmt. In der sumerischen
Kultur lassen sich unzählige Funde von nordischen Götterdarstellungen mit
Hörnerhelmen, Lebensbaum- bzw. Weltensäulen- bzw. Irminsul-Darstellungen sowie
auch Schiffen, Spiralen und anderen nordischen Kennzeichen und Symbolen nachweisen,
was eindeutig dafür spricht, daß diese Hochkultur nicht aus dem Nichts entstanden
ist, oder gar von Außerirdischen gegründet wurde, wie dies manche esoterisch
verblendeten Forscher behaupten, sondern ein Kulturableger der Atlanter aus Nordwest-
Europa ist. Später, um 2.235 v.Chr., begründet König Sargon I. am Rande des
Zweistromlandes das Reich von Akkad, in dem ebenso der nordische Sonnen- und
Säulenkult gepflegt wurde.
Im Mittelmeerraum bauten die Atlanter an wirtschaftlich und militärisch strategisch
wichtigen Punkten kleine Basen auf, wie z.B. Tartessos in der Nähe von Gibraltar;
Troja, an einer Schlüsselstelle zwischen Europa und Asien sowie zwischen Schwarzem
und Mittelmeer (die Bezeichnung Troyaner steht für die nordischen Menschen der
Sonnen- und Säulenkultur; Troyaner = Atlanter); auf Malta und ebenso auf Kreta, wo
sich um 3.000 v.Chr. daraus die minoische Kultur entwickelte.
Die kilometerlangen Menhirreihen in der französischen Bretagne, die Dolmen und
Ganggräber Dänemarks und Schleswig-Holsteins sowie die megalitischen Bauwerke
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
274
in Spanien, auf Menorca und den kanarischen Inseln mögen vielen bereisten Menschen
bereits bekannt sein, von den Megalithkulturen Perus oder Nordamerikas, Sri Lankas
oder Indiens wissen jedoch die wenigsten etwas. Allein in Südindien existieren 1.500
megalithische Grabungsfelder, und noch einige Hundert im restlichen Indien, die bis
ins Hochland von Kaschmir reichen.
In Indien gibt es Dolmen, Steinkreise und Menhire zuhauf, teils sogar in sternförmigem
Verband angelegte Anhäufungen von Megalithbauten. Im indischen Teilstaat
Karnataka, östlich der Stadt Dharwar, liegt auf einer Hochebene das Gräberfeld von
Hirebenkal mit Hunderten von kleinen Steingräbern und Dolmen, die meist nach Osten
ausgerichtet sind. Nur einige Hundert Meter westlich davon befindet sich eine Landschaft
aus gigantischen Steinpilzen, auf ca. vier Meter hohen Monolithen ruhen schwere,
fünf Meter lange Platten aus Granit, die wie gewaltige Tische erscheinen. Zwischen
umgestürzten Menhiren und zerbrochenen Platten findet man Reste von Steinkreisen.
In der Nähe der südindischen Stadt Bangalore, bei dem heiligen Ort Savanadurga liegen
verschiedene, oft in Zweier- oder Dreierreihen gestaffelte, astronomisch ausgerichtete
Steinkreise. Ebenso viele gigantische und teils umgestürzte Menhire und viele
große megalithische Gräber mit gewaltigen Plattformen, ausgerichtet nach der aufgehenden
Sonne am Tag der Winter- und Sommersonnenwende. Auch beim Dorf Karanguli
(südlich von Madras) gibt es mehrere Megalithbauten, die viele Megalithanlagen
in der Bretagne an Wuchtigkeit weit übertreffen. Diese kurze Aufzählung nur als Beispiel,
an vielen weiteren Stellen sind in Indien Hinterlassenschaften der nordischen
Megalithiker (Atlanter) zu finden.
(Anmerkung: Zu den Megalithbauten in Indien möchten wir anmerken, daß diese nach
unseren Erkenntnissen zwar von Atlantern der Atlantis III-Kultur gebaut wurden [ca.
3.500-2.600 v.Chr.], daß die vedische Kultur jedoch schon sehr viel früher von Atlantern
der Atlantis I Kultur um 9.000 v.Chr. begründet wurde. Auch zur Zeit der Atlantis
III Kultur waren nordische Atlanter in Indien vertreten, pflegten bis ca. 2.600 v.Chr.
einen freundschaftlichen kulturellen Austausch mit den Vertretern der vedischen Kultur,
bauten Handelsbeziehungen im indischen Ozean aus [z. B. zum Kupferland Makan]
und brachten von Indien die Indusschrift bis zu den Osterinseln.)
Ab ca. 3.000 v.Chr. begründeten die nordischen Atlanter auch die ägyptische Kultur
und stellten die Könige (Pharaos) der ägyptischen Dynastien bis ins Mittlere Reich.
Deswegen geben die ägyptischen (nordischen) Könige Hinweise auf Verbindungen zu
einem mystischen Sonnenvolk der Vorfahren im hohen Norden und wollten zum Ende
ihres Lebens zum himmlischen Nordpol, worüber die altägyptischen Pyramidentexte
– die in den Wänden von Königspyramiden der 5. und 6. Dynastie (2500-2200 v.Chr.)
eingraviert wurden, im Ursprung aber ca. noch Jahrhunderte älter sind – sowie die späteren
„Sargtexte“ des Mittleren Reichs darüber Auskunft geben. Durch den Beginn
des zweiten Pyramidenzeitalters in Ägypten inspiriert schufen die Ablegerkulturen der
nordischen Atlanter auch in anderen Teilen der Welt Pyramidenbauwerke, wie z.B. um
ca. 2.600 v.Chr. die Pyramiden von Caral in Peru, die Pyramiden in China und in anderen
fernen Regionen.
Auch die Inka-Kultur in den peruanischen Anden (die Inkas bezeichnen sich selbst als
Sonnensöhne) gründet in ihrem Ursprung in einer viel älteren Kultur, welche wiederum
eine Ableger-Kultur der nordischen Atlanter war. Viele megalithische Bauwerke,
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TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
275
die den Inkas zugeschrieben werden (z.B. die Sonnentempelanlage mit dem Sonnentor
von Tiahuanaco; die polygonalen Megalithmauern von Sacsayhuamander; der „Tunnel
von Guanape“ u.a.), stammen jedoch tatsächlich aus der Zeit der Atlantis I-Kultur.
Auch die Olmeken in Mittel- und Südamerika, die gewaltige Steine (Olmeken-Köpfe)
über 100 km über unwegsames Gelände transportieren konnten, sowie auch die Maya
in Mittelamerika sind späte Nachfahren von Ablegerkulturen der nordischen Atlanter.
Bei den Maya wurden die Sonne und der Weltenbaum bzw. die Weltensäule verehrt
wie bei den Völkern im nordischen Europa. Die 20er-Zählweise der Maya, die auch im
Baskenland in Resten noch vorzufinden ist, war bei den Atlantern üblich und hat ihren
Ursprung im Nordwesten Europas.
„Es gehört inzwischen zum prähistorischen Allgemeinwissen, daß der Kulturschub
von Norden nach Süden verlaufen ist und die Kulturimpulse aus dem
Vorderen Orient und dem Mittelmeerraum, die es natürlich gegeben hat und
die eine beträchtliche Rolle gespielt haben, sekundärer Art sind und aus einer
sehr viel späteren Phase stammen. Die Legende vom Kulturgefälle von Ost
nach West („ex oriente lux“) versinkt allmählich im Orkus der Lächerlichkeit.“
Gert Meier,
Die deutsche Frühzeit war ganz anders, S. 428f
Im Zusammenhang mit den weltweiten Kulturgründungen der nordischen Atlanter gilt
es zu bedenken, daß in den wenigsten Fällen ganze Stämme über weite Entfernungen
umgesiedelt sind, sondern sich relativ wenige weltreisende und größtenteils männliche
Atlanter jeweils mit der einheimischen Bevölkerung vermischt haben. Wie sich die
Züge der nordischen Atlanter um die Welt im einzelnen ereigneten, das hat die Vorgeschichtsforschung
der Zukunft noch herauszuarbeiten.
Auch in den frühen Zeiten werden wie bei der späteren, zuvor schon erwähnten „Großen
Wanderung“, klimatische Veränderungen bei Abwanderungsbewegungen aus dem
nordischen Raum eine große Rolle gespielt haben. Doch über die Klimaveränderungen
im nordischen Raum dieser Zeit haben wir bisher noch zu unterschiedliche Informationen,
so daß wir uns dazu zur Zeit noch nicht konkret festlegen wollen. Aus heutiger
Sicht ist jedenfalls festzustellen, daß es mehrere sich überlagernde Wellen gegeben
hat, in denen sich der Kultureinfluß des nordischen Atlantis über Europa, den Mittelmeerraum
und die Welt ergoß. Dabei hat es auch mehrere Rückwanderungsbewegungen
von nordischen Stämmen gegeben, die von der bisherigen Vorgeschichtsforschung
als „indogermanische Wanderungen“ bezeichnet werden. Damit wären wir auch wieder
beim atlantischen Kernland.
DER BEGINN DES „PATRIARCHATS“
IN DER ATLANTISCHEN HEIMATREGION
Eine dieser Rückwanderungsbewegungen von nordischen Stämmen (wahrscheinlich
aus süd-östlichen von Mitteleuropa gelegenen Regionen) war die Invasion der schnurkeramischen
Streitaxtvölker ab ca. 2.800 v.Chr. Diese als Schnurkeramiker bezeichneREICHSBRIEF
NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
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ten Stämme waren patriarchalischer organisiert als die (spirituell ganzheitlichausgewogen
ausgerichteten) Trichterbecher-Atlanter und gelten in der Vorgeschichtsforschung
allgemein als kriegerisch. Das wichtigste Erkennungsmerkmal der Schnurkeramiker
war erneut die Einzelbestattung (Einzelgrabkultur), der Besitz von tönernen
Bechern, die häufig mit Abdrücken von Schnüren verziert waren, sowie die asymmetrische
blankpolierte Streitaxt.
Mit dem Einbruch der Streitaxtleute (Schnurkeramiker), die mit den Trichterbecher-
Atlantern (den Trägern der Megalithkultur) verschmolzen, verschwand der alteuropäische
Glaube an die All-Mutter (Mütterkult) nun nahezu gänzlich – etwas übersteigert
ausgedrückt, begann für Nord-Westeuropa um 2.800 v.Chr. das Zeitalter des Patriarchats.
Vermutlich sind die Streitaxtvölker mit den Asen der Edda identisch. Die Edda
berichtet darüber, daß die Asen in das megalithische Nordwesteuropa einbrachen, die
Wanen bekriegten, beide jedoch nach kurzer Zeit miteinander Frieden schlossen. Es
herrscht jedoch Uneinigkeit darüber, ob der Asen-Wanen-Krieg tatsächlich ein historisches
Ereignis ist.
Da neue Datierungen zeigen, daß seit Anfang des 3. Jahrtausends sowohl die mit der
Schnurkeramik verbundene Einzelgrabkultur als auch die Bestattung in Megalithgräbern
in Nord- und Mitteleuropa heimisch waren, gibt es neuerdings Auffassungen, daß
die Schnurkeramik direkt aus der Trichterbecherkultur hervorgegangen sei. Auch gehen
heute immer mehr Forscher aufgrund der Uneinheitlichkeit der Funde dazu über,
die Streitaxtleute und die Schnurkeramik unabhängig voneinander einzuschätzen und
betrachten die Streitaxtleute als Untergruppe der Schnurkeramiker. Zu solchen Detailfragen
können und möchten wir zur Zeit den Sachverhalt noch nicht abschließend bewerten
– es ist jedenfalls zur Zeit in sämtlichen Gebieten der Vorgeschichtsforschung
ungewohnt viel Bewegung zu beobachten.
(Anmerkung: Die nordischen Religionen haben sich zwar öfters geändert, es hat davon
verschiedene Erscheinungsformen gegeben, vom Drei-Mütter-Kult über die Gestirnsverehrung
bis zum personifizierten Götterglauben der Germanen, doch im Vergleich
zum Vorderen Orient hat sich das Patriarchat im nordischen Raum sehr gemäßigt geäußert,
da in den nordischen Religionen immer auch eine weibliche Göttin verehrt
wurde und sich die nordischen Menschen zu allen Zeiten eine ganzheitliche Wahrnehmungs-
und Bewußtseinsqualität bewahrt haben, wofür die Weltensäule bzw. die
Irminsul/Yggdrasil, die seit frühesten Zeiten durchweg das höchste nordische Heiligtum
war, das Symbol ist. Der Mütterkult ließ sich aber nicht gänzlich verdrängen, wovon
in späteren Zeiten die Verehrung der Kleito bzw. Neithe [= Mutter Erde; von Tacitus
als Nerthus erwähnt] bei den Atlantern; die Verehrung der drei Nornen bei den
Germanen, die in der Unterwelt am Fuße des Weltenbaums den Faden des Schicksals
spinnen; der Odilien-Kult, die Jungfrauen-Verehrung und der Kult um die Gottes-
Mutter Maria in der christlichen Religion sowie auch das hohe Ansehen der sogenannten
Hexen bis ins Mittelalter zeugt.)
Eine Parallele zum Ende matriarchaler Gesellschaftsstrukturen im nordmitteleuropäischen
Raum finden wir in Indien, dort endete um 2.600 v.Chr. die hochspirituelle,
matriarchale Hochkultur der Veden, wovon die Ruinenstadt Mohenjo-
Daro (Hügel der Toten) in Pakistan am Indus zeugt. Mohenjo-Daro wird auch als das
Brasilia der Bronzezeit bezeichnet, sie war eine hochmoderne, am Reißbrett geplante
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Stadt von 200 Hektar Größe, mit rechtwinkligem Straßennetz, voll kanalisiert, mit einem
Luxus, wie ihn 90% der heutigen Menschheit noch nicht kennengelernt hat. Nach
den Erkenntnissen etablierter Archäologen gilt Mohenjo-Daro als die größte Stadt der
damaligen Welt und soll vor 4.500 Jahren aus unerklärlichen Gründen (die Vorgeschichtsforschung
vermutet eine soziale Katastrophe) zerstört worden sein. Nach dem
Untergang der vedischen Hochkultur kam es in ganz Asien zu großen Völkerwanderungen.
Die Zeit vor dem Erscheinen der Schnurkeramik um 2.800 v.Chr. war der erste, vielleicht
auch eigentliche Höhepunkt der Atlantis III-Kultur. Zu dieser Zeit hat das europaweite
und darüber hinausreichende Atlantische Reich, von dem Platon in seinem
Atlantisbericht schreibt, größtenteils schon bestanden und Nordsee-Atlantis mit Basileia
als Metropole hatte weltweit einen großen kulturellen Einfluß. In der Zeit danach
wurden zwar die Wirtschaftsbeziehungen unter den Teilreichen und der Welthandel
erheblich ausgebaut (z.B. gibt es Überlieferungen über den Kupferhandel des norwegischen
Königs Woden-Lithi mit den Algonquian-Indianern in Nordamerika um 1.700
v.Chr. – Barry Fell), die Kupfer- und Bronze-Metallurgie etablierte sich in vielen Regionen
der Welt, und somit auch eine verbesserte Waffentechnik, Streitwagen usw.
Mit dem allmählichen Aufstieg des Patriarchats und der Technik wurden einzelne
Teilreiche eigenmächtig.
Die großen Naturkatastrophen um 1.628 v.Chr., die durch die zyklische Wiederkehr
des Planeten Nibiru verursacht worden waren, hatten den nordischen Raum diesmal
anscheinend nicht so stark betroffen, Spuren einer größeren Katastrophe zu dieser Zeit
sind bisher jedenfalls nicht nachzuweisen, auch bei Platon und in den nordischen Mythen
ist darüber nichts zu erfahren. Wahrscheinlich hatten sich die hartgeprüften Nordsee-
Atlanter diesmal früh genug in Sicherheit gebracht, vielleicht hatten sie aber auch
einfach Glück gehabt, indem ihr Gebiet diesmal von größeren Katastrophen verschont
geblieben war. Den Mittelmeerraum hatte es dafür um so härter getroffen, dort waren
sämtliche Vulkane zugleich ausgebrochen und gewaltige Seebeben hatten die deukaleonische
Flut ausgelöst, bei der in Griechenland und in der gesamten Ägäis über 90%
der dort ansässigen Bevölkerung ums Leben kam.
Ohne Auswirkungen auf den nordischen Raum ist das Erscheinen Nibirus jedoch nicht
geblieben, denn um 1.600 v.Chr. ging das nacheiszeitliche klimatische Optimum im
skandinavischen Bereich allmählich zu Ende, wodurch dort die Ernten schlechter wurden,
so daß ab dieser Zeit sich Stämme genötigt sahen, in andere Gebiete abzuwandern.
Wie schon an anderer Stelle erwähnt zogen die sogenannten Skythen aus dem
Ostseeraum nach Osten, andere Stämme, wie die, welche in der Geschichte später als
Etrusker (Italien), Archäer (Mykene in Griechenland) oder Hethiter (Kleinasien) bezeichnet
werden, zogen nach Süden. Im chronologischen Ablauf der großen Geschichte
der nordischen Atlanter sind wir nun an der Stelle angelangt, an der das bronzezeitliche
Atlantis einzuordnen ist, von dem uns Platon in seinen Dialogen Timaios und
Kritias einige Berichte überliefert hat. Doch dieses Atlantis, das allgemein als das Atlantis
gilt und über dessen Geschichte wir weiter vorn berichtet haben, ist nur eine
Teilepoche der Atlantis III-Kultur und nur ein winziger Ausschnitt aus der großen Geschichte
der nordischen Atlanter.
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TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
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EIN VERSUCH DER LOKALISIERUNG
DER ATLANTISCHEN TEILREICHE
In Platon’s Atlantisbericht heißt es, daß das atlantische Reich insgesamt aus zehn Teilreichen
bestand. Die Reichseinteilung in einzelne Teilreiche ist ein typisch nordisches
Kennzeichen, welches ein Ausdruck des Dezentralitäts- und Selbstbestimmungsbestrebens
nordischer Kultur ist, das sich bis über das Zeitalter der Germanen hinaus, bis
in die heutige Zeit erhalten hat. Zur Lokalisierung der von Platon genannten zehn atlantischen
Teilreiche hier eine Auflistung der in Frage kommenden Gebiete bzw. Ablegerkulturen:
die Kimbrische Halbinsel mit Teilen Norddeutschlands mit dem ehemaligen nordfriesischen
Marschland und dem Gebiet der westlichen Ostsee – zentrale Königsinsel
nordöstlich von Helgoland im Bernsteinland
das ursprünglich Gaderische Land an der Ostsee im Bereich Danzig und des Baltikums
Südwestfalen (der Bereich des Bodenhimmelsystems)
Britannien (Cornwall)
die Bretagne
das Baskenland
das später als Gaderisches Land bezeichnete Gebiet um Tartessos in Spanien (evt.
das ursprünglich Thyrrhenische Land)
das Gebiet um Almeria in Portugal
das später als Thyrrhenien bezeichnete Land in Italien
Sardinien und Sizilien
die Balearen
Mykene
das Reich der Hethiter
Kreta und Santorin
Malta und Zypern
Troja
das Gebiet um den Tritonsee im Atlas-Gebirge
die Kanaren
Libyen
Libanon/Syrien
Ägypten
Sumer
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
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Bei dieser Auflistung gilt es zu berücksichtigen, daß mehrere der hier aufgeführten
Regionen, wie z.B. verschiedene Mittelmeerinseln, als ein zusammengehöriges Teilreich
zu zählen sind, wodurch deren Zahl auf 10 begrenzt werden könnte. Da Thyrrhenien
in Italien erst nach der Großen Wanderung um 1100 v.Chr. von den Etruskern
besiedelt wurde (evt. durch die in Medinet Habu erwähnten Thrs), scheint einigen
Quellen zufolge mit dem Thyrrhenien der Platonüberlieferung das Gebiet auf der iberischen
Halbinsel gemeint gewesen zu sein, das später als das Gaderische bezeichnet
wurde. Das von Platon erwähnte Gaderische Land war sehr wahrscheinlich das südlich
und östlich der Ostsee gelegene Land, im Gebiet von Danzig und des Baltikums, da
Eumelos (Gadeiros) als Zwillingsbruder des Atlas sicher ein benachbartes Gebiet als
sein Reich erhalten hätte bzw. hatte. Hinzu kommen hypothetische Teilreiche in Südund
Nordamerika, für die es einige Hinweise auf kulturellen Austausch gibt. Ob Ägypten
und Sumer über einen gewissen Zeitraum Teilreiche des atlantischen Großreiches
der Atlantis III-Kultur oder von Anfang an eigenmächtige Ablegerkulturen waren, ist
noch zu untersuchen.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
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ATLANTER – KELTEN – GERMANEN
Bei allen vorgeschichtlichen Untersuchungen des nordischen Raums und seiner Kultur
gilt es grundsätzlich zu bedenken, daß es ein Volk der Germanen als eigenständigen
Zweig am Stammbaum der Indoeuropäer niemals gegeben hat, sondern daß es sich bei
den Germanen und allen anderen aus dem nordisch-europäischen Raum stammenden
Menschen offensichtlich um Kelten handelt!
Die Unterscheidung zwischen Kelten und Germanen gibt es erst seit der Römerzeit,
denn nachdem die Römer die Kelten Galliens unterworfen hatten, fürchteten sie sich
besonders vor den tapferen, charakterstarken und unbeugsamen Kelten, die östlich des
Rheins und nördlich des späteren Limes ansässig waren, welche sie als die „echten
Kelten“ und nachher als Germanen bezeichneten. Im Lateinischen bedeutet germanus
„echt“ im Sinne von „echter Bruder“. „Mit lateinisch ,germanus‘ werden Brüder und
Schwestern von denselben Eltern als leibliche oder echte Geschwister bezeichnet. Aus
,germani Celtarum‘ sind abgekürzt die ,Germanen‘ geworden, ,die leiblichen Brüder
der Kelten, die echten Kelten‘, die bei den Griechen Hyperboreer hießen, weil sie ganz
im Norden wohnten.“ Heinz B. Maass, (Deutschlands Urahnen, S. 117). Das Kernvolk
der Kelten – die „echten Kelten“ – sind also die Germanen, sowie heute die
Deutschen das Kernvolk der germanisch-keltischstämmigen und aller anderen
weißrassigen Menschen sind!
Ganz gleich wie sich die aus dem nordischen Raum stammenden Völker auch nannten,
diese Nordischen gehörten alle zum Volk der Kelten – man muß nur zwischen sehr
frühen, frühen und späten Kelten unterscheiden! Die sehr frühen und frühen Kelten
sind die nordischen Megalithiker (Träger der nordischen Megalithkultur) bzw. die Atlanter,
die späten Kelten sind diejenigen, welche die bisherige Geschichtswissenschaft
ab Mitte des ersten Jahrtausends vor der Zeitenwende als Kelten identifiziert hat. Auch
die Begründer der mykenischen Kultur, die sogenannten Archäer, die Hethiter, die
Etrusker, die Minoer und die von den Griechen und Lateinern so benannten „Skythen“
(Goten) waren ursprünglich schlicht Kelten (= Atlanter)!
„Nach etwa 200jährigem Gebrauch wird der Völkername ,Germanen‘ seltener,
verschwindet dann völlig und wird wieder durch den der Kelten ersetzt. Mehr
als 1200 Jahre lang ist der Volksbegriff Germanen nicht mehr in Gebrauch, und
mit dem Zusammenbruch des Römischen Reiches und mit dem Untergang der
beiden linksrheinischen römischen Provinzen Germania Superior und Germania
Inferior ist er auch als geographische Bezeichnung verschwunden. Erst in der
Renaissance hatte dann auch der Volksbegriff der Germanen seine späte Wiedergeburt.“
Gert Meier,
Die deutsche Frühzeit war ganz anders, S. 84
Es geht hier nicht darum, Keltomanie zu betreiben oder die Germanen gegenüber den
Kelten in irgendeiner Form abzuwerten, sondern es liegt uns allein daran Schritt für
Schritt Ordnung in das bestehende Namens-, Begriffs- und Hypothesen-Wirrwarr der
bisherigen Vorgeschichtsforschung zu bringen, damit die wirklichen kulturellen ZuREICHSBRIEF
NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
281
sammenhänge und Herkunftsbezüge der europäischen Vorgeschichte endlich einmal
klar und unmißverständlich dargestellt werden können.
In dem Bewußtsein, daß das Kernvolk der (späten) Kelten die Germanen („die echten
Kelten“) und beide Nachfahren der nordischen Atlanter sind, ist es selbstverständlich
in Ordnung, für die europäischen Vorfahren auch die Bezeichnung „Keltogermanen“
zu wählen.
Schon die Griechen und Römer berichten über das gleiche Aussehen und die gleiche
Eigenart von Kelten und Germanen, auch die gleichen Götter und Mythen (die Götter
der Germanen und Kelten waren mit Ausnahme ihrer Namen völlig gleich) deuten auf
einen gemeinsamen Ursprung beider hin. So wie den Germanen waren auch den Kelten
Bäume heilig. Ebenso verraten die keltischen Namen der Führer der „germanischen“
Kimbern (Bojarix bzw. Boiorix) und Teutonen (Teutobod) auf deren Marsch
nach Süden die keltische Sprache dieser Stämme. Auch hinter dem geheimnisvollen
keltischen Avallon bzw. Abalus verbirgt sich nichts anderes als die atlantische Königsinsel
Basileia, Ort des Heiligen Grals, Standort der Weltensäule nordöstlich von Helgoland.
Auch die Tatsache, daß keltische Überlieferungen von der Seelenwanderung
berichten, spricht für den Ursprung der Kelten in der megalithischen Religion und der
nordisch-atlantischen Kultur.
Aus der Sprachverwandtschaft zwischen Indern und Germanen, die aus einer nordischen
Ursprache resultiert, hat man gar ein „indogermanisches Volk“ herbeiphantasiert,
über dessen Urheimat man in Wissenschaftskreisen bis heute rätselt und sich
sinnlos streitet. Doch durch die Arbeit der unabhängigen Vorgeschichtsforschung der
letzten Jahrzehnte ist das ganze Geschreibsel von den „Indogermanen“ oder „Indoeuropäern“
nun als ein dummes Märchen entlarvt, das jetzt endlich aus den Geschichtsbüchern
verschwinden kann. Überall wo „indogermanisch“ oder „indoeuropäisch“
steht, muß es durch „nordisch“ bzw. „nordisch-atlantisch“ bzw. „keltogermanisch“
ersetzt werden. Statt „Indogermanen“ bzw. „Indoeuropäer“, die es nie gegeben
hat, muß es Kelten heißen!
Es gab einst ein weißes nordisches Urvolk und eine nordische Ursprache im ursprünglichen
nordischen Raum nördlich der Alpen (nördlich des ehemaligen 60.
Breitenkreises) – ein indogermanisches bzw. indoeuropäisches Volk hat es
jedoch niemals gegeben!
Die nordischen Menschen sind die Schöpfer von Sonnenreligion und Megalithkultur
sowie die Begründer von Astronomie und Astrologie. Bereits in frühesten Zeiten
gab es im nordisch-europäischen Raum ein hochentwickeltes Gemeinwesen, während
hier die Fürsten nur die ersten unter gleichen waren, waren die orientalischen
Fürsten Despoten, die ihre Untertanen versklavten. Sowohl die sehr frühen Kelten (die
ersten nordischen Megalithiker der Atlantis I-Kultur), die frühen als auch die späten
Kelten waren für Steinbauten und andere Ingenieurleistungen Spezialisten. Bereits
lange vor den Griechen und Römern schufen sie großartige Steinbauwerke, immer
mehr Vorgeschichtsforscher kommen nun zu der Erkenntnis, daß die meisten sogenannten
„Römerstraßen“ in Wirklichkeit Keltenstraßen sind!
Bereits die frühen Kelten hatten als nordische Megalithiker schon weite Teile der Welt
bereist und auf mehreren Kontinenten Hochkulturen gegründet. Dies taten sie teils
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
282
schon sehr viel früher, als man bisher annahm, in Ägypten, im Zweistromland, in Südund
Mittelamerika herrschten einst nordische Könige. Megalithbauten lassen sich an
vielen, voneinander isolierten Stellen außerhalb Deutschlands finden, vor allem an
Küsten, wo große Flüsse münden und fruchtbares Marschland war, woraus man den
Schluß einer maritimen Verbreitung der Megalithkultur ziehen kann.
Die von den nordischen Megalithikern (den ganz frühen Kelten der Atlantis I-Kultur)
geschaffenen ältesten megalithischen Anlagen, die aus Urzeiten weit vor der Bronzezeit
stammen, finden wir in Peru (die Sonnentempelanlage von Tiahuanaco in der Nähe
des Titicaca-Sees im Grenzgebiet von Peru und Bolivien; Megalithmauern von Sacsayhuaman,
oberhalb von Cusco; Anlagen von Machu Picchu und Ollantaytambo) und
Ägypten (Giseh-Anlagen). Diese Bauwerke sind durch ähnliche bzw. gleiche Formen
von Steinsetz- und mit äußerst präzisen Verarbeitungstechniken härtester Gesteine
(Granit, Andesit) gekennzeichnet und ca. 12.500 Jahre alt.
Während die in ihrer Heimat gebliebenen „Germanen“ ein homogenes Volk blieben,
sind die Kelten des Südens, Westens und Ostens oft als nordrassige Führerschicht andersrassiger
Völker zu verstehen, die die Entwicklung der hohen Kulturen in der Welt
angeleitet und in den verschiedensten Gegenden der Erde keltischen Steinbau, keltische
Schrift- und Sprachdenkmäler hinterlassen haben. Durch die frühen Kelten wurde
die nordische Sonnenreligion mit der Glaubensvorstellung von der Wiedererstehung
des Lichts und allen Lebens bzw. von Tod und Auferstehung des Jahresgottes (Gottessohnes)
sowie auch der Name des hochverehrten keltischen Sonnengottes „Baal“ (Bal,
Bel, der im Nordischen später Baldr = Baldur hieß) in die Welt getragen.
Mehrmals in ihrer frühen Geschichte sind die Völker Europas aufgrund von Naturkatastrophen
und Klimaveränderungen zu Abwanderungen gezwungen worden. Durch
die Vermischung der aus dem nordischen Raum abgewanderten frühen Kelten mit ihren
Wirtsvölkern sind die sogenannten „indogermanischen Völker“ (d.h. keltisch bzw.
nordisch geprägten Völkerschaften) entstanden. Wie Herman Wirth zumindest ansatzweise
belegt hat, gab es seit frühester Zeit mehrere sich teils überlagernde Abwanderungswellen
aus dem nordischen Raum, welche die Völker und Religionen in der
Welt geprägt haben.
Es gab auch mehrere Rückwanderungsbewegungen der einst abgewanderten frühen
Kelten in die angestammte nordische Heimat, wie z.B. die der Trichterbecherleute, der
Schnurkeramiker (Streitaxtleute) usw., wobei die rückkehrenden Stämme bzw. Völker
neue Kulturimpulse mitbrachten und mit den ansässigen Trägern der nordischen Megalithkultur
wieder verschmolzen.
Im Laufe der Jahrhunderte und Jahrtausende wurden mit der Zerstreuung und Verbreitung
der nordischen Kelten in der Welt deren Sprachen natürlich unterschiedlich, es
entstanden die sogenannten „indogermanischen Sprachen“, welche jedoch alle auf
eine nordisch-atlantische Ursprache zurückgehen. Auch die ehemaligen Kulturgründer,
die in Urzeiten als Götter verehrt wurden, sind allmählich in Vergessenheit geraten,
daran erinnern heute nur noch die Mythen und einige wenige älteste schriftliche
Überlieferungen (z.B. die Pyramidentexte in der Unas-Pyramide).
Nach Abwanderungen von Völkern aus dem nord- und mitteleuropäischen Raum zerfällt
die alt-nordische bzw. alt-atlantische Sprache (das sogenannte „AltindogermaniREICHSBRIEF
NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
283
sche“) ab Mitte des 2. Jahrtausends v.Chr. auch in Europa in die Sprachen der getrennten
Völker – zu dieser Zeit entstehen u.a. Sprachdenkmale für das Hethitische, das
Griechische, das Etruskische usw.
Die nordische Sonnenreligion, die schon von den ganz frühen Kelten in die Welt getragen
wurde und von der Reste im keltogermanischen Heidentum erhalten geblieben
sind, ist die älteste Religion der Erde. Hierzu ist anzumerken, daß die nordische Sonnenreligion
im Laufe der Jahrtausende unterschiedliche Ausprägungen hatte, die in der
Regel von einer sehr ausgewogenen, ganzheitlichen Spiritualität gekennzeichnet waren.
Abhängig von der jeweiligen existentiellen bzw. kulturellen Situation gab es in
gewissen Zeiten mal einen mehr weiblich oder mal mehr männlich dominierten Götterhimmel,
wobei in der nordischen Sonnenreligion weibliche Gottheiten zu keiner
Zeit gefehlt haben – es gab im nordischen Raum sogar Zeiten einer Mütterkultur mit
der „Mütterdreiheit von Sonne, Mond und Erde“, der alten Dreifaltigkeit, die nach unserer
Einschätzung auf die Zeit vor dem „Polsprung“-Kataklysmus zurückgeht und
damals die Religiosität des nordischen Raumes gekennzeichnet hat.
Wie Tacitus berichtet, haben die alten Germanen als Göttin die Mutter Erde mit dem
Namen Nerthus verehrt (Nerthum id est Terram Matrem), welche sich nach alten
Überlieferungen auf einer Insel des Ozean mit einem heiligen Hain befindet. Nerthus
war eine Göttin aus dem Vanengeschlecht und ihr Gemahl war Njörd, der nordische
Poseidon – die Vanen bzw. Wanen waren Gottheiten der Megalither. Wie Spanuth
nachgewiesen hat, ist die Nerthusinsel mit der atlantischen Königsinsel „Basileia“
identisch, auf der die „Metropolis“ = Mutterstadt lag. Die Terra Mater hatte bei den
nordischen Megalithikern den Namen „Erke“, welcher sich von dem Namen ihres
göttlichen Gatten „Er“, „Erch“, „Ir“ ableitet. „Er“ und „Erke“ waren wohl die Namen
des göttlichen Urelternpaares der Megalithiker, die in der „heiligen Hochzeit“
neues Leben zeugten und damit zum Frühlingsbeginn auf magische Weise die Fruchtbarkeit
der Fluren fördern sollten. Wie Verse des Euripides belegen, war die „Heilige
Hochzeit“ auf der atlantischen Königsinsel ein uralter Kulturbrauch (siehe Spanuth,
Die Atlanter, S. 439ff). Hierzu ist anzumerken, daß die „Heilige Hochzeit“ symbolisch
für das ganzheitliche nordische Gott-, Welt- und Menschenbild der Einheit von
Geist und Materie – der Einheit des kosmischen Allvaters mit der Mutter Natur (Erde)
– steht.
Während sich die religiösen Vorstellungen im Laufe der Jahrtausende auch leicht gewandelt
haben, hat sich die Vorstellung dreigliedriger bzw. dreieiniger Götterwelten in
allen nordischen Kulturen und Ablegerkulturen seit Urzeiten bewahrt. Das Grundschema
der Dreifaltigkeit, das sich ursprünglich aus dem Säulenkult ableitet, ist im
kollektiven Bewußtsein des nordischen Menschen seit frühesten Zeiten verwurzelt und
regelrecht arttypisch. Ebenso war die funktionelle Dreigliederung von Welt und Gemeinschaft
das Grundmuster aller nordischen sowie vieler von den Atlantern bzw. frühen
Kelten geprägten – als indogermanisch bezeichneten – Gesellschaften bis in die
historische Zeit.
Die Sonnenreligion und den damit verbundenen Baum- und Säulenkult findet man
weltweit in allen nordisch (d.h. von den frühen Kelten) geprägten Kulturen, so bei den
Ägyptern, den Minoern, den Griechen, den Etruskern, den Hethitern, den Assyrern,
den Omriden (in Israel), den Akkadern, Sumerern, den Inkas, bei den Maya, den ChaREICHSBRIEF
NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
284
chapoya im Quellgebiet des Amazonas u.a. All diese Kulturen wurden von frühen
bzw. sehr frühen Kelten gegründet und sind durch nordischen Kultureinfluß geprägt.
In all diesen Kulturen sah man den Baum bzw. die Säule primär als Bindeglied
zwischen Mensch und Kosmos. Immer wieder stößt man auf Darstellungen der Weltensäule
oder des Weltenbaums bzw. der Irminsul – weltweit finden wir Spuren der
frühen Kelten (Atlanter) und der von ihnen verbreiteten nordischen Kultur und Religion.
Auch der keltische Sonnengott Baal (Bal, Bel) kann heute noch an vielen Stellen der
Erde gefunden werden, wo einst Kelten waren. Baal waren die brennenden Scheiterhaufen
zur Sonnenwende und zur Tagundnachtgleiche geweiht – in christlicher Zeit
überlebte dieser Kult zeitlich etwas verschoben als Osterfeuer.
Neben Baal wurde auch die große Mutter (keltisch „Byanu“) verehrt, die zu Baal gehört,
aber im nordischen Raum wohl schon sehr früh und lange vor Baal da war, wie
frühe Darstellungen ihrer Eulenaugen, die auch heute noch überall zu finden sind, verraten.
Für die nordischen Menschen war die Erde gewissermaßen selbst eine Gottheit.
Die „Sonne“ und die „Große Mutter Erde“ („Magna Mater“) waren die Gottheiten der
nordischen Menschen seit undenkbaren Zeiten. Ab ca. 2000 v.Chr. wird bei den abgewanderten
Kelten die weibliche Sonnengottheit zum männlichen Himmelsgott (Lichtbringer-
Gott) – bei den daheimgebliebenen „echten Kelten“, den Germanen, bleibt die
Sonne weiblich!
In der nordischen Kultur hatte die Frau eine außerordentlich hohe und gegenüber dem
Mann eine ebenbürtige Stellung. Erst nach dem Beginn der nordisch-atlantischen (so-
Diese Darstellung zeigt die Weltensäule
(Irminsul, Lebensbaum) im 9.
Jh. v. Chr. bei den Babyloniern mit
zwei Adlern, die in der einen Hand
die Frucht des Lebens und in der anderen
Hand das Wasser des Lebens
halten. Oben auf der Weltensäule
ruht die Sonne. Diese Weltensäule
mit ihren drei Irminsul-
Doppelvoluten zeigt schon eine gewisse
Ähnlichkeit mit dem Lebensbaum
der Kabbala.
Dieser Mauerschrein enthält nicht
nur die dreifache Weltensäule bzw.
Irminsul mit (ursprünglich) jeweils
einer Sonnendarstellung darüber,
sondern er stellt auch genau die von
Platon beschriebenen atlantischen
Götter Poside und Kleito mit ihren
zehn Söhnen (fünf männliche Zwillingspaare),
den atlantischen Königen,
dar. Es handelt sich hierbei um
ein Monument der Hethiter, das in
Beytzehir in Kleinasien (heutige
Türkei) zu finden ist. Ein eindeutiger
Beweis dafür, daß die Hethiter
nordische Atlanter waren!
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
285
genannten „indogermanischen“) Wanderungen, bei denen die militärische Schutzfunktion
des Mannes eine große Rolle spielte, trat die Stellung der Frau in den Hintergrund.
In ältesten Überlieferungen so mancher Kultur, auch in den vedischen Schriften, lassen
sich noch Erinnerungen an eine ursprüngliche Sonnenreligion und die Urheimat im
hohen Norden feststellen. In vielen Religionen gilt die Sonne als Gottheit, die siegreich
gegen die Finsternis und ihre Dämonen kämpft. Gottheiten der aus dem Norden
stammenden Sonnenreligion finden wir weltweit nahezu in allen alten Kulturen der
Menschheit. Aus dem keltischen Sonnengott Baal (Bal, Bel), der laut Bibel auch der
Gott der Kanaaniter in Palästina war und bei den Babyloniern Bel hieß, wurde bei den
Germanen der Lichtgott Baldur. In Ägypten wurde Re als Sonnengott verehrt, unter
Echnaton war es der Gott Aton, der indische Sonnengott hieß Surja, der sumerische
Utu und der babylonische Sonnengott Schamasch. Dem griechischen Gott Helios entsprach
der römische Sol, dessen Kult als Sol invictus (unbesiegte Sonne) bis zur
Gründung der katholischen Kirche die größte Konkurrenzreligion zum Christentum
darstellte. Bei den Azteken in Mexiko wurde Tonatiuh als Sonnengott verehrt, im
Pantheon der Inka stand der Sonnengott Inti an höchster Stelle und auch der Hauptgott
der Maya, Itzamna, war ein Sonnengott. Im Iran, wo die Sonne nicht eine so große
Rolle spielt, wurde aus dem Sonnen- ein Feuergott, der dort als Agni bekannt ist.
Die megalithischen Atlanter bzw. die frühen Kelten aus dem nordischen Raum haben
die Sonnenreligion auf dem ganzen Planeten verbreitet.
„Entgegen der offiziell favorisierten Vorstellung von einer eher regional verbreiteten
keltischen Sprache in Mitteleuropa wurde dargelegt, daß es sich hier um ein
Sprachrelikt einer europäischen Ursprache handelt. Diese Meinung wurde bestätigt:
Die keltische Sprache geht ,auf eine einzige gemeinsame Ursprache‘ und damit eine
Kultur zurück, ,die weite Teile Asiens und Europas besiedelte und sich in alle Winde
zerstreute … Die einst einheitliche Sprache spaltete sich in zahlreiche Untersprachen
auf‘ (,Proceedings of the National Academy of Sciences‘, 22. Juli 2003, Bd.
100, Nr. 15, S.9079-9084), wie bereits Johann August Egenolff 1735 in ,Historie der
Teutschen Sprache‘ niederschrieb. Danach ist die keltische Sprache kein abgestorbener
Zweig am sogenannten – aber falsch interpretierten – indoeuropäischen
Sprachenbaum, sondern gehört zum Stamm des Sprachenbaums alteuropäischer
Sprachen. Nach Egenolff gingen das Altgriechische, Gotische und Teutsche aus
diesem Ursprung hervor.“
Dr. Hans-Joachim Zillmer, Kolumbus kam als Letzter, S. 339
„Etrusker, Altgriechen und Phönizier benutzten ähnliche Alphabete und fast identische
Buchstaben, die ähnlich in Form der älteren Runen (das sogenannte
FUTHARK-Runenalphabet) auch bei Keltogermanen in Gebrauch waren.“
Dr. H.-J. Zillmer, Kolumbus kam als Letzter, S. 66
Ein Beleg für die weite Verbreitung der sehr frühen „Kelten“ ist das oftmalige Erscheinen
der keltischen Bezeichnung für Fluß „DAN“ in verschiedenen Ländern. Auch
der Fluß Jordan in Palästina enthält in seinem Namen diese keltische Bezeichnung.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
286
„Weil nach dem dtv-Sprachatlas der Flußname „Jordan“ den keltischen Flußnamen
DAN enthält, der auch in Danube (Donau), Rhodanus (Rhone), Eridanus
(Eider), Don (in Frankreich, Gotland, Indien, England, Rußland), Dane (England),
Danu (persisch = Fluß), Don (Ossetisch = Fluß), Dnepr (Danapris),
Dnjestr (Danastrus), Donthami (Burma), Dunbeath-Water und Duneaton-Water
(Schottland), Dunajec (Polen, Tschechei), Düna (Lettland), Donne (Reinhardswald),
Daun, Dune, Dene, Donabrium und Donicum (ligurisch in Südfrankreich),
Donusa (Insel östl. von Naxos), Dahn (Pfalz, Württemberg, England, Indien)
usw. usf. vorhanden ist, wäre solch uralter Sitz der Kelten in Palästina
schon durch die zahlreichen Dolmen dort am Jordan ausgewiesen. Aus den aufgezählten
Flußnamen ergibt sich die weite Verbreitung sehr früher „Kelten“,
die auch Barry Fell ganz klar als Kelten sieht.“
Heinz B. Maas,
Deutschlands Urahnen, S. 109
Wie man sieht, ist es völlig unsinnig, in der frühen Zeit einen Unterschied zwischen
„Germanen“ und „Kelten“ zu machen. Man muß in diesem Punkt alte Denkgewohnheiten
aufgeben und nur ein bißchen umdenken lernen, damit man den Blick fürs Wesentliche
erhält. In der Frühzeit sind einfach sämtliche Menschen nordischer Abstammung
als Kelten zu betrachten! – d.h. Kelten sind Nachfahren des nordischweißrassigen,
vorwiegend blau- und grünäugigen, blond-, brünett-, braun- oder rothaarigen
Cromagnon-Menschen, dessen ursprüngliche Heimat sich während der sogenannten
„Eiszeiten“ (vor dem „Polsprung“-Kataklysmus) in dem Bereich nördlich des
damaligen 60sten Breitengrades bis zum Rand des Eises erstreckte und die Externsteine
als geographisches Zentrum hatte. Nur in dieser Region der Erde mit einem über
sehr lange Zeiten fortwährenden Mangel an Sonnenschein konnten die weißhäutigen,
hellhaarigen und helläugigen Menschen – die weiße, nordische Rasse – entstehen.
„Die Germanen, Nachfahren der ganz frühen Kelten aus dem Norden,
sind unbestreitbar das älteste Kulturvolk der Erde und sie sind
die lange gesuchten Atlanter.“ Heinz B. Maas
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
287
DIE ENTLARVUNG DER SLAWENLÜGE
Eine der größten Geschichtslügen der letzten 150 Jahre, die viel Unheil über Europa
gebracht hat und die europäischen Völker bis heute spaltet, ist die Slawenlüge, welche
die Slawen als eine eigenständige ethnische Gruppe darstellt, die von den Germanen
stets unterdrückt wurde. Wenn die Achse Paris-Berlin-Moskau nach dem Ende des
Dritten Weltkriegs – dessen brisante Phase nun bald bevorsteht – Wirklichkeit werden
und der Frieden in Europa nachhaltig gesichert werden soll, dann muß es uns gelingen,
der Wahrheit über das schicksalhafte, für die zukünftige europäische Entwicklung so
bedeutsame Slawen-Thema endlich auf breiter Front zum Durchbruch zu verhelfen.
Das bedeutendste Geschichtswerk über die Vor- und Frühgeschichte von der Ethnogenese
der Urslawen, das die Slawenlüge völlig entlarvt und eindeutig beweist, daß die
sogenannten „Ur-Slawen“ germanischer Abstammung sind, ist das Buch Indogermanen
– Germanen – Slawen (Prof. Dr. Helmut Schröcke 2003, ISBN 3-89093-024-7,
Orion-Heimreiter-Verlag). Um die Fülle der Argumente linguistischer, archäologischer
und anthropologischer Art, die Prof. Schröcke in diesem Buch anführt, darzustellen,
ist in dieser Schrift kein Platz, wir empfehlen jedoch allen, denen die Wahrheit um
die europäische Vorgeschichte und auch die zukünftige Entwicklung in Europa am
Herzen liegt, dieses Buch zu lesen. Um einen kleinen Einblick in dieses wichtige
Thema zu geben, möchten wir nachfolgend jedoch einige Auszüge aus diesem Buch
zitieren – hier einige Auszüge aus der Einleitung:
„Für die Geschichte der im Osten und Südosten angrenzenden Slawen liegen heute
noch weithin unbewältigte Fehlanschauungen auf den verschiedensten Gebieten vor.
Ihre Vor- und Frühgeschichte von der Ethnogenese der Urslawen an bis um 1000
n.d.Ztw. ist ein Schwerpunkt dieses Buches. Die allgemeine Lehrmeinung ist hier, daß
die ab Karl dem Großen betriebene Christianisierung der Bevölkerung östlich und
südöstlich der Reichsgrenzen vor allem die ,Slawen‘ betroffen hätte und daß es sich
bei diesen ,Slawen‘ um ein dem deutschen Volk fremdes Volk aus der sog. Satemgruppe
der Indogermanen gehandelt habe, das in jene Gebiete von Osten her eingewandert
sei, nachdem diese von den Germanen bis zum Ende der Völkerwanderung
geräumt worden seien. Überdies hätten die Ostgermanen, die den ,Slawen‘ ihre Gebiete
überließen, nie Anteil am deutschen Volkskörper gehabt. Die nachfolgende Ostkolonisation
hätte nun diese ,Slawen‘ entweder vertrieben oder unterjocht und dann integriert,
weshalb die deutsche Bevölkerung Mittel- und Ostdeutschlands das Ergebnis
der Vermischung mit ,Slawen‘ sei.
Die Christianisierung wurde tatsächlich durch Eroberung mit Feuer und Schwert (,Tod
oder Taufe‘) und nur zum kleinen Teil friedlich durchgeführt: ,Sie zerstörte eine große
Kultur‘, meint der Stockholmer Prof. Dr. Lamm. – Die obige Darstellung enthält in
ihrem Bezug auf ,Slaven‘ einen entscheidenden Fehler, der in jüngster geschichtlicher
Vergangenheit verhängnisvolle politische Folgen gezeitigt hat. Ursache war ein bis
heute weitgehend unaufgeklärt gebliebener Irrtum, der zuerst dem an sich sehr verdienstvollen
Johann Gottfried Herder (1744-1803), dann Bandtke, August Ludwig
Schlözer (1735-1809) und anderen unterlief und von Herders Buch Slawische Völker
aus dem Jahre 1791 ausging, für das Herder keine der alten Chroniken zitierte. Dieses
Buch wurde der Ausgangspunkt des Panslawismus, der im Imperialismus des Zarenreichs
und der UDSSR so überaus tragische Entwicklungen zur Folge hatte. Erst heute
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
288
gibt es in Rußland eine Rückbesinnung auf die wahre Entstehungsgeschichte der Urslaven
(s. Kap. 2.4.7.) und des russischen Reiches.
Die Ursache dieser Fehlentwicklung läßt sich letztlich mit Sprachschlampereien der
Kopisten alter lateinischer Chroniken – vor allem von Helmold von Bosaus verschollener
Urschrift – erklären. In den lateinischen Abschriften war aus dem ursprünglich
verwendeten Wort sclavi oder auch sclaveni, das heidnische Ostgermanen bezeichnete,
das Wort slavi geworden, das dann auch von späteren Chronisten so gebraucht
wurde. Dabei war ihnen, die nach deutscher Mundart das c in sclavi allmählich ausließen,
die ursprüngliche Bedeutung offensichtlich noch geläufig.
Erst Herder setzte sclavi mit „Slawen“ gleich, und damit wird etwa ab 1800 die
Falschübersetzung der Worte sclavi und sclaveni mit ,Slawen‘ im heutigen ethnischen
Verständnis üblich. Dabei betonen herausragende Vertreter der Slawistik aus slawischen
Ländern immer wieder, daß die Herkunft des Wortes ,Slawen‘ und die Herkunft
der slawischen Völker völlig unklar seien.
Die Bedeutung der Falschübersetzung sclavi = ,Slawen‘ im heutigen Sinne kann überhaupt
nicht überschätzt werden, sie ist eine der Hauptursachen für den Verlust des
deutschen Volksbodens bis zur Oder-Neiße-Linie, des Sudetenlandes und der Vertreibung
der dort lebenden deutschen Einwohner.
Noch Friedrich der Große schrieb in seinem Werk Denkwürdigkeiten zur Geschichte
des Hauses Brandenburg: ,Jede Gegend besaß ihren eigenen Gott. Die Vandalen einen,
der Triglav hieß. Man findet eine Darstellung von ihm auf dem Harlungerberg bei
Brandenburg. Er hatte drei Köpfe‘. Und die Chronisten verwandten bis dahin für den
Raum östlich und südöstlich der Reichsgrenzen zumeist die Identität sclavi =
,heidnische Ostgermanen‘ und besonders sclavi = ,Vandalen‘ und Vandalen =
,Wenden‘ und auch z.T. sclavi = slavi.“ (Schröcke, S. 7f)
Und hier einige Auszüge aus der Zusammenfassung am Schluß von Prof. Schröckes
Geschichtswerk:
„Der große Raum Osteuropas östlich und südöstlich des Siedlungsgebietes des deutschen
Volkes wird heute größtenteils von den slawischen Völkern bewohnt. Die Untersuchung
der Vor- und Frühgeschichte dieses Raumes und der Ethnogenese der slawischen
Völker mit allen Methoden: der Chronistik, Linguistik, den archäologischen
Zweigwissenschaften und der Anthropologie ergab, daß die heutigen slawischen Völker
bis zur Jahrtausendwende und noch danach Germanen waren und sich als solche
verstanden.
Die dann folgenden Vorgänge, die zur Ausbildung von ethnischen und größeren
sprachlichen Unterschieden wie zwischen dalmatinischen Kroaten und Weißrussen
führten, werden hier nicht untersucht. Nach dem Diktat des Panslawismus über die
Vor- und Frühgeschichte der heutigen Slawen hat in den letzten beiden Jahrzehnten
eine Objektivierung der betroffenen Wissenschaften in den slawischen Staaten bedeutende
Ergebnisse gezeitigt, die im wesentlichen zur Anerkennung vor bereits mehr als
70 Jahren in Deutschland gemachten Erkenntnissen führten und darüberhinaus außerordentlich
interessante neue Ergebnisse erbrachte. Die Entwicklung ist heute in vollem
Fluß.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
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Im einzelnen führte die Anerkennung der Przeworsk-Kultur als den Vandalen und der
Cernjachov-Kultur als den Goten zugehörig und die Ermittlung der Ausbreitung und
Wanderung beider Germanenstämme zu einem völlig neuen Ausgang der slawischen
Ethnogenese. Der Schlüssel dazu ist die Zarubintsy-Kultur, die bereits vor dem 2. Jh.
v.d.Ztw. beginnt und deren Träger mit den Bastarnen in Verbindung gebracht werden.
Sie war nach ihren archäologischen Hinterlassenschaften wohl eine kleine, aber sehr
weit durch die Goten nach Osten abgedrängte Gruppe der Vandalen. Sie wird als dem
Kreis der Nachfolgekulturen der germanischen Jastorfkultur zugehörig bezeichnet und
verschmilzt um 200 v.d.Ztw. mit dem östlichen Teil des von Schlesien bis zum Bug
reichenden Gebietes der Przeworsk-Kultur nach der Abdrängung ihrer Träger nach
Osten durch die nach Süden drängenden Goten.
In der von der Linguistik geforderten Urheimat der Slawen, in welcher das Gebiet der
Zarubintsy-Kultur liegt, entsteht durch Sprachumwandlung eine ,slawische Ursprache‘.
Diese kann nicht der indogermanischen Satemgruppe zugerechnet werden. Noch
von Einhard wird die Lingua sclavinia als seiner Sprache sehr ähnlich bezeichnet. Die
vielen angeblich germanischen Fremdworte besonders für Begriffe von Grundsozialisationen
sind keine Fremdworte, sondern wurden bei der Ethnogenese der ,Urslawen‘
und der Sprachumwandlung zur gleichen Zeit aus dem Germanischen mitgebracht.
Ähnlich wie die vor der Ausbreitung und Individualisierung der ,slawischen‘ Stämme
vollendete Sprachumwandlung ergaben anthropologische Untersuchungen slawischer
und deutscher Wissenschaftler, sowie hier zum ersten Mal veröffentlichter Ergebnisse,
daß es keine anthropologischen Unterschiede zwischen West-, Ost- und Südslawen bis
zum Beginn der Ausbreitung gab, daß keine Unterschiede zu West- und Nordgermanen
bestanden und daß Unterschiede erst durch Assimlation von Vorbevölkerungen
entstanden. Die dann später entstandenen anthropologischen Unterschiede bleiben hier
außer Betracht.
Kurz vor der Ausbreitung der ,slawischen‘ Stämme aus der ,Urheimat‘ nach Ende des
Hunnenreiches beginnt ihre Eigenständigkeit mit der Kiewer Kultur im Bereich der
gotischen Cernjachov-Kultur in Erscheinung zu treten. Hier setzt die Chronistik ein.
Von Jordanes und Prokop werden die Träger der Kiewer Kultur Veneder und Sklavenen
genannt und im gesamten Bereich der lateinisch schreibenden Chronisten dann
Sclavi.
Vom sagenhaften Stammvater Antezirto der Sclavi, Vandali, Winidi, der am Don
wohnte, berichten so gewichtige Chronisten wie N. Marschalk (gest. 1525) und S.
Münster (gest. 1588). Davon, daß die Wohngebiete der Germanen bis zum Don reichten,
berichten Paulus Diaconus (gest. 799), Alfred der Große (gest. 870), Cosmas von
Prag (gest. 1125), Sebastian Münster (gest. 1588) und Albertus Krantzius (gest. 1517).
Letzterer schrieb: […]dieses alles wird groß Teutschland geheißen‘. Die Identität der
Sclavi der lateinischen Chronisten seit Jordanes mit Vandalen wurde am kürzesten
und treffendsten von A. Krantzius definiert zu: ,Sclavi sunt Vandali‘ [Die Sclaven sind
Wandalen].“ (Schröcke, 407f)
„… Aus den vielfältigen ethnischen Veränderungen bei und nach ihren Wanderungen
entstand die große Familie der slawischen Völker. Diese Veränderungen sind erst in
großen Zügen überschaubar und wurden hier nur gestreift.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
290
Ausgehend von ihren Sprachen begann sich mit der Entwicklung ihrer Schriftsprachen
vor etwa 200 Jahren das Selbstverständnis der heutigen slawischen Völker zu entwikkeln,
gefolgt von der Entstehung des Panslawismus. Aus der Falschübersetzung des
Begriffs Sclavi der mittelalterlichen Quellen mit Slawen bezog der Panslawismus für
seine Gebietsforderungen eine vermeintliche historische Begründung, die sowohl vom
Imperialismus des Zarenreichs als auch von dem ihm folgenden Bolschewismus, dem
1916 wiedererstandenen polnischen Staat und der Tschechoslowakei aufgegriffen
wurde und bis heute zur Rechtfertigung der Vertreibung nach den Weltkriegen herangezogen
wird.
Diese imperialistischen, für viele Völker Europas unheilvollen Bewegungen beruhen
so gesehen auf falschen historischen Grundlagen. Trostreich ist, daß sich nun die Möglichkeit
bildet zur segensreichen Auswirkung der Erkenntnis historischer Wahrheit:
der Erkenntnis von einer gemeinsamen Vorgeschichte und der engen Verwandtschaft
vieler slawischer Völker mit dem deutschen Volk, einer Verwandtschaft, die z.T. größer
ist als die des deutschen Volkes mit südeuropäischen und romanischen Völkern.“
(Schröcke, S. 409f)
„Die Slawenlegende und der aus ihr geborene Revanchismus gegenüberden
Deutschen haben allein durch die Vertreibung der Deutschen östlich der Oder
und Neiße seit dem Jahre 1945 – einer Grenze, die eine politischeForderung der
Vertreter der eine slawische Sprache Sprechenden seit dem 1. Panslawistischen
Kongreß in Prag (2.-12. Juni 1848) war – 3,5 Millionen Menschen auf deutscher
Seite das Leben gekostet. Mit dem Auftreten von Johan Huss (in Konstanz
1415 als Ketzer verbrannt) kam die ,slawische Reaktion‘ gegen die Deutschen
an die Oberfläche. Sie endete mit dem Verlust der deutschen Ostgebiete und des
Sudetenlandes. Andererseits: Auch der Mythos vom ,slawischen Untermenschen‘,
der so viel Leid unter die slawisch sprechenden Völker bringen sollte,
hat in der Slawenlegende ihren Ursprung. Viel Lärm um Nichts? SCHRÖCKE
und andere beweisen: Es gab nie ein slawisches Urvolk. Ethnisch sind die
,Slawen‘ Germanen. Ostgermanen, deren Sprache sich als Ergebnis insbesondere
einer Kirchensprache ursprünglich zum Zweck der Missionierung zu eigenen
Sprachen, den slawischen, weiterentwickelt hat. Die Slawen sind eine Erfindung
des deutschen Professors in Diensten des russischen Zaren, August Ludwig
SCHLÖZER (1735-1809). Die Deutschen haben also nicht nur, wie man in Rußland
meint, den Affen erfunden, sondern auch den Slawen. Und es ist ein Treppenwitz
der Weltgeschichte, daß die Slawenlegende insbesondere von einem aus
dem ostpreußischen Masuren stammenden Schwarmgeist, Theologen und Denker
der Romantik, Johann Gottfried HERDER (1744-1803), in der Welt verbreitet
worden ist. Die Heimatvertriebenen haben keinen Anlaß, HERDER Kränze
des Nachruhms zu winden.“
Gert Meier (1999),
Die deutsche Frühzeit war ganz anders
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
291
ZUR ABSTAMMUNG, LEHRE UND
GEISTIGKEIT DES JESUS AUS GALILÄA
Ja, was hat denn Jesus mit der Atlantis-Thematik zu tun? – wird sich manch ein Leser
fragen. So wirklich deutlich wird das zwar in diesem Kapitel noch nicht, weil man dafür
erst in die tieferen philosophischen, kosmologischen und geschichtlichen Zusammenhänge
Einblick genommen haben muß, die in den nachfolgenden und späteren
Kapiteln erläutert werden, doch um diese wahrhaftig erfassen zu können, ist ein gewisses
Grundlagenwissen um die Person des Jesus aus Galiläa unbedingte Voraussetzung.
Wir haben großes Verständnis für all diejenigen, die Ablehnung und Abscheu gegenüber
dem heute etablierten Christentum mit seinen großen Kirchen und seinen unzähligen
Ablegergemeinschaften empfinden, doch wer wirklich daran interessiert ist ein
fundamentales Wissen zu gewinnen, das not-wendig ist, um zu einer Lösung für die
erdrückenden Probleme unserer Zeit zu gelangen, der wird nicht darum herum kommen,
sich mit dem auseinandersetzen, was wir in langjähriger mühsamer Arbeit an
Erkenntnissen zum wahren Wirken und zur wahren Bedeutung der Person und Lehre
des Jesus aus Galiläa erarbeitet haben! – denn es hat damit etwas ganz anderes und
viel mehr auf sich, als die bisherigen „christlichen“ Auffassungen weiszumachen versuchen!
KURZDARSTELLUNG DER WAHREN LEHRE JESU
Sofort kommt an dieser Stelle die Frage auf, gibt es die „wahre Lehre Jesu“ überhaupt,
und wenn es sie gibt, wie kann man sie herausfinden und von den Irrlehren befreien,
wo Jesus selber doch nichts Schriftliches hinterlassen hat und fast alles über ihn Geschriebene
lediglich vom Hörensagen herstammt?
Wir sind uns bewußt, daß es sehr heikel ist, zur Wahrheitsfindung und Ausfindigmachung
der wahre Lehre und der tatsächlichen Begebenheiten um die Person des Jesus
aus Galiläa Zitate aus der Bibel, den gnostischen Schriften und anderen umstrittenen
Quellen anzuführen, weil viele Quellen durch weltanschauliche oder politische Interessen
verfärbt, gefälscht oder gar erfunden wurden. Jedoch sind wir der Überzeugung,
daß sich auf dem Wege unserer philosophischen Beweisführung mit dem Wissen um
die kosmischen Gesetzmäßigkeiten, die wir in späteren Kapiteln erläutern, aus der
Vielzahl der unterschiedlichen Quellen zumindest eine Tendenz ersehen läßt, die darauf
hindeutet, was es mit der wahren Lehre Jesu auf sich hat. Wir möchten darauf
hinweisen, daß wir in dieser Schrift nicht irgendwelche Überlieferungen zitieren, sondern
nur sehr ausgewählte anführen, bei denen wir mit unserem Wissenshintergrund
davon ausgehen können, daß sie zu den wenigen authentischen Quellen gehören, die
uns über die Person und das Wirken Jesu überliefert wurden.
Es gibt heute die verschiedensten Auffassungen und Darstellungen über das Leben und
Wirken Jesu, welche mehr oder weniger solide geschichts-, religions- und philosophiewissenschaftlich
untermauert sind – heute gibt es allein weit über 80.000 Monographien
zum Thema Jesus. Da es nur sehr wenige verifizierbare Informationen über
das Leben und Wirken Jesu gibt, die Person Jesus aber so eine gewaltige Bedeutung
für die Geschichte des Abendlandes und der gesamten Menschheit besitzt und es kein
Thema gibt, das umstrittener ist, sind der weltanschaulich-religiös geprägten SpekulaREICHSBRIEF
NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
292
tion und Phantasie Tür und Tor geöffnet. Bei keinem anderen Thema spielt die subjektive
religiöse bzw. weltanschaulich-philosophische Auffassung der Autoren so stark in
das darzustellende Thema hinein, wie bei dem Thema Jesus! Ebenso gibt es große
lobbyistische Interessen, das Leben und Wirken Jesu in einer ganz bestimmten Weise
darzustellen. Diese gibt es nicht nur auf seiten der großen Kirchen und verschiedener
anderer religiöser Vereinigungen, sondern auch bei den Freimaurern und anderen Hintergrundmächten
– das Thema Jesus ist brisant wie nie zuvor!
Ein unkonventionelles Buch, das schon seit Jahren aus der Masse der vielen Veröffentlichungen
souverän herausragt, das durch sein weitgefaßtes geschichtliches Spektrum
und seine Umfassendheit sowie durch seine wissenschaftlich-historische Gründlichkeit
und die Logik der dargestellten Zusammenhänge besticht, ist das Buch Jesus lebte in
Indien (Holger Kersten, Ullstein, ISBN 3-548-35490-4). Von den meisten etablierten
Theologen wird dieses Buch jedoch verdrängt, als wäre es nie geschrieben worden.
Wenn wir auch zu einigen Einzelaspekten eine andere Anschauung vertreten (z.B. einige
Datierungen, Details zu Jesus, Moses, Paulus usw.), möchten wir unseren Lesern
dieses Buch doch ausdrücklich empfehlen. An diesem Buch kommt niemand vorbei,
der sich mit dem Leben Jesu, der Geschichte des Christentums und seiner Bedeutung
für die Kultur des Abendlandes ernsthaft befaßt – es ist für jeden Christen und für jeden
Menschen, dem die Wahrheit heilig ist, eine absolute Pflichtlektüre! Wer dieses
Buch nicht gelesen hat, kann in Fragen des Christentums nicht mitreden! Holger Kersten
hat eine Stiftung ins Leben gerufen, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die eigentlichen
und ursprünglichen Lehren Jesu mit Hilfe verschiedener Fachwissenschaftler
zu erforschen und die gewonnenen Erkenntnisse in geeigneter Form zu veröffentlichen.
Hier die Adresse: Die Gesellschaft der Nazarener, c/o Holger Kersten, Postfach
961, 79009 Freiburg.
Wir können in diesem REICHSBRIEF nur einen kurzen Abriß über das Leben und die
Lehre Jesu geben, einen ausführlicheren Text dazu werden wir demnächst im Weltnetz
veröffentlichen.
Als Jesus ca. zwei Jahre alt war, um den Zeitpunkt, als der machtbesessene König Herodes
(ein Vasall Roms) den legendären Kindermord ausgerufen hatte, trafen in Galiläa
die „drei Weisen aus dem Morgenland“ ein, welche sehr wahrscheinlich drei gesandte
buddhistische Würdenträger waren – hochgebildete Menschen, der Astrologie
und magischer Praktiken kundig. Diese kamen mit Geld und Geschenken ausgestattet
höchst wahrscheinlich aus dem indischen Raum (Kaschmir? Nepal? Tibet?) und suchten
die Inkarnation ihres spirituellen Meisters, um ihn zu beschützen und nach Indien
zur Ausbildung zu holen.
Es ist anzunehmen, daß Josef (der bestimmt nicht Jesu leiblicher Vater war, wie wir
nachfolgend noch darlegen werden) und Maria, um die Tötung ihres Sohnes zu verhindern,
mit Jesus und den drei Weisen nach Ägypten geflohen sind, wo damals schon
mehrere Hunderttausend Juden wohnten, und dort für ca. zehn Jahre in einer essenisch-
buddhistischen Kolonie in der damaligen Weltstadt Alexandria (dort lebten um
die Zeitenwende Anhänger Buddha’s – des Dharmas) Unterschlupf fanden, wo Jesus
schon im jungen Alter durch eine gründliche schulische Unterweisung in die östlichen
Weisheitslehren eingeführt wurde. Daher war es auch möglich, daß Jesus als zwölfjähriger
Knabe, nachdem seine Eltern mit ihm und den drei Weisen in das Land Israel
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
293
zurückgekehrt waren (siehe Mt 2,19-23), durch seine Reden die Priester im Tempel
von Jerusalem in Erstaunen versetzte – „Es staunten aber alle, die ihn hörten, über
seine Einsicht und seine Antworten“ (Lk 2,47).
Nachdem sich Jesus ca. ein Jahr in Israel aufgehalten hatte, ging er mit den drei Weisen
auf große Wanderschaft Richtung Indien, das er ca. mit seinem vierzehnten Lebensjahr
erreicht haben muß. Dort bekam er in vielen verschiedenen Klöstern und
Weisheitsschulen unterschiedliche Impulse aus verschiedenen spirituellen Lehren und
Religionen und erlernte ganz bestimmt auch verschiedene Bewußtseins-, Atem- und
Heiltechniken. Ganz besonders ist er jedoch durch das Gedankengut des damals aufkommenden
Mahayana-Buddhismus beeinflußt worden. Die Parallelen zwischen der
Lehre Jesu und der Buddha’s sind unübersehbar, beide predigen die Nächsten-, sogar
die Feindesliebe und raten dazu, dem bereuenden Sünder bzw. dem Opfer gegenüber
Gnade walten zu lassen, beide empfehlen keine unnötigen Reichtümer auf Erden anzuhäufen
und lehren die Friedfertigkeit des Herzens, um das Böse durch das Gute zu
besiegen usw. Wie Buddha wurde auch Jesus (später) zugleich als Gott und als
Mensch betrachtet, wie Buddha zog auch Jesus mit zwölf Jüngern in selbst gewählter
Armut umher und lehrte in Gleichnissen. Auch in den Verhaltensweisen und Lehrinhalten
dieser beiden großen Meister gibt es sehr viele Ähnlichkeiten.
Wesentliche Elemente, die in der jüdischen Religion völlig fremd waren, hat Jesus aus
dem Buddhismus übernommen und mit den Erfahrungen seinen langen Reisen zu einer
eigenen Lehre verschmolzen, welche Elemente östlichen und westlichen Religionsverständnisses
miteinander vereinte und stark von dem alten esoterischen Weistum
geprägt war, das die nordischen Vorfahren in Palästina hinterlassen hatten, das im Judentum
zu Jesu Zeit – als Kabbala – nur in mündlicher Form überliefert wurde.
Aus dem Buddhismus hat Jesus jedoch nur gewisse, den kosmischen Gesetzmäßigkeiten
wirklich entsprechende Elemente in seine Lehre übernommen, denn er hatte erkannt,
daß in der letztlich lebensverneinenden, gar atheistischen Lehre Buddha’s eine
ganze Menge im argen liegt und die Menschen von wahrer Erkenntnis und Wertschätzung
der Lebenswirklichkeit auf unserm einzigartigen Planeten abhält.
Eine Abwendung vom Leben wie bei Buddha findet bei Jesus nicht statt, dieser wandte
sich nicht hinweg vom Leben, sondern zum Leben hin. Er forderte von seinen Jüngern
auch keine Kasteiungen wie andere Religionsstifter, er aß auch Fisch und trank
Wein, wohnte Hochzeitsfesten bei, erklärte die Ehe als eine heilige Stiftung Gottes und
auch die Verirrungen des Fleisches beurteilt er so nachsichtig, daß er selbst für die
Ehebrecherin kein Wort der Verdammung hat.
Im Alter von ca. 29-30 Jahren kehrte Jesus für 2-3 Jahre nach Judäa zurück, um den
Menschen seiner Heimat seine Lehre von der Wahrhaftigkeit, der Nächstenliebe
und der Einheit des Menschen mit Gott sowie von der Aufgabe der Verwirklichung
des Himmels auf Erden zu bringen, um sie von ihrem mosaisch-jahwistischen
Irrglauben zu befreien.
Als Jesus damals von Indien in das Land seiner Geburt zurückkehrte, ist er sehr wahrscheinlich
von Johannes dem Täufer getauft und dadurch in die Gemeinschaft der Nazarener
aufgenommen worden. Johannes der Täufer war ein Prophet der Nazarener,
der apokalyptische Ansichten vertrat, eine extrem asketische Lebensweise führte und
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
294
die Menschen zur Tugendhaftigkeit, Frömmigkeit und Gerechtigkeit sowie zum Empfang
der Taufe ermahnte. Die Taufe durch Johannes stand für die Wiedergeburt des
Geistes in einem „reinen“ Körper und für die Zugehörigkeit zur Gemeinschaft der Nazarener,
sie symbolisierte gleichzeitig aber auch die Abkehr von den Dogmen der jüdischen
Orthodoxie. Da Jesus es aber ablehnte, sich der religiösen Auffassung und den
Gesetzen der Essener und Nazarener sklavisch unterzuordnen, trennte er sich bewußt
von den Ansichten des Johannes. Jesus brach konsequent mit den festgefahrenen und
erstarrten Ritualen und schuf mit den Erfahrungen, die er aus Indien mitbrachte und
auf seiner Wanderschaft gesammelt hatte, eine tolerante Spielart der essenischnazarenischen
Religion.
Die Lehre Jesu hatte ein völlig anderes Gottbild zum Inhalt, als es die heutigen Kirchen
den Menschen weismachen wollen. Jesus hat den durch den mosaischen Irrglauben
eingeschüchterten und selbstentwurzelten Menschen damals die Angst vor Gott
nehmen wollen und sie statt eines strafenden einen liebenden Gott gelehrt, mit dem
alle Menschen durch ihr inneres Wesen in direkter Verbindung stehen und mit
der gesamten Schöpfung eine allumfassende, untrennbare Einheit bilden.
Mit seiner Lehre hat Jesus den Menschen die Göttlichkeit und die Einheit allen Seins
nahebringen wollen, er hat den Menschen die Eigenverantwortlichkeit für ihre
Entwicklung deutlich gemacht und in seinem Handeln das Prinzip der Wahrhaftigkeit
und Freiheit sowie der Nächstenliebe und des Vertrauens in Gott vorgelebt –
ausdrücklich hat er die Menschen auf den Zusammenhang Wahrheit und Freiheit hingewiesen!
Jesus hat die Menschen immer wieder daran erinnert, den Pfad der Wahrheit nicht zu
verlassen, sondern in Ehrfurcht daran festzuhalten: „Seid wahrhaftig! Euer Wort gelte.
Das Ja sei ein Ja, und das Nein sei ein Nein. Was darüber hinausgeht, ist vom Bösen“
(UrEv 5,3). „Wer aber die Wahrheit tut, der kommt an das Licht, damit offenbar wird,
daß seine Werke in Gott getan sind“ (Joh.3/21). Jesus hat den Menschen zu verstehen
gegeben, daß auch sie Gottes Kinder sind und genauso viel Gutes tun können wie er
und sogar noch größere Werke.
„Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern er wird das
Licht des Lebens haben.“ (Joh 8,12)
Jesus hat den Menschen ihre Einheit mit Gott erklärt und vorgelebt, er hat sie an die
ihnen innewohnende Macht und an ihre Göttlichkeit erinnert und ihnen immer wieder
vor Augen geführt, daß jeder Mensch den Christus selber in sich trägt und daß auch sie
mit dem Vater (dem geistigen Kosmos bzw. der Allbewußten Einheit) eins werden
können, wenn sie den Christus in sich selbst erkennen und im Leben durch ihre Geisteshaltung,
ihr Reden und ihre Taten zum Ausdruck bringen. Jesus hat seine Jünger
die universellen geistigen Gesetzmäßigkeiten des Lebens und die Selbstverantwortung
für das eigene Schicksal gelehrt, er hat ihnen gezeigt, daß auch sie Meister ihres eigenen
Schicksals und als göttliche Wesen Herr über Leid und Krankheiten werden können,
so daß sie sich mit Gottes Hilfe selber heilen und auch anderen bei der Heilung
behilflich sein können.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
295
„Das Reich Gottes kommt nicht so, daß man`s beobachten kann; man wird
auch nicht sagen: Siehe hier ist es! oder: Da ist es! Denn siehe das Reich Gottes
ist mitten unter Euch.“
(Lukas 17,20-21)
Wie in den alten atlantisch-germanischen Kulturen ist auch die von nordischem Idealismus
geprägte spirituelle Lehre Jesu in ihrem Kern von dem Bestreben durchdrungen,
den Himmel auf Erden verwirklichen zu wollen. Jesus predigte von der Verwirklichung
des Reiches Gottes auf Erden. Er sprach darüber jedoch nicht unter
apokalyptischem Blickwinkel, wie es das Markusevangelium vermittelt, sondern für
Jesus ist das Reich Gottes immer schon anwesend! Er versuchte den Menschen beizubringen,
daß sie selber den Himmel auf Erden verwirklichen können – daß es
ganz allein in ihrer Kraft liegt! Er lehrte die direkte, unmittelbare Verbindung zwischen
Individuum und Schöpfer! Er appellierte an das Verantwortungsbewußtsein
und das Mitgefühl der Menschen, indem er sie aufforderte, ihre Mitmenschen als sich
selbst zu lieben – „liebe deinen Nächsten als dich selbst“ – und das Prinzip der Rache
(„Auge um Auge, Zahn um Zahn“) durch das Prinzip des Verzeihens abzulösen. Auf
diese Weise hat er wichtige Grundlagen für eine zum Wohle aller funktionierenden
Gemeinschaft geschaffen, was für die damalige Zeit – schon gar nicht in Israel – nicht
selbstverständlich war.
„Wenn diejenigen, die euer Dasein lenken, zu euch sagen: ,Siehe, das Königreich
ist im Himmel‘, dann werden die Vögel in den Lüften vor euch dort sein,
und wenn sie zu euch sagen: ,Es ist im Meer‘, dann werden die Fische vor
euch dort sein. Aber das Königreich ist in euch und um euch herum. Wenn
ihr euch selbst erkennt, dann werdet ihr erkannt und ihr werdet begreifen, daß
ihr die Söhne des lebendigen Vaters seid. Wenn ihr euch aber nicht erkennt,
dann lebt ihr in Armut, und ihr seid die Armut.“
Jesus
(im Evangelium des Thomas; Unterstreichungen d.d.Verf.)
Jesus war ein durchgeistigter, sehr lebensnaher und lebensbejahender, freier und liebender
Mensch, der auch Fleisch und Wein zu sich nahm und niemanden ausschloß,
sondern auch Frauen gegenüber eine aufgeschlossene Einstellung besaß (was damals
und erst recht bei den Juden nicht üblich war), sich auch den Armen, den Krüppeln
und den Ausgestoßenen zuwandte, was sowohl die orthodoxen Juden als auch die
strengen Essener in Qumran entsetzte, bei denen sein Bruder Jakobus – Jakobus der
Gerechte – der Anführer war. Durch den Kontakt mit den Ausgestoßenen machte er
deutlich, daß auch diejenigen, die verloren schienen, der Fürsorge und der Liebe Gottes
wert sind und der Vergebung ihrer Sünden bedürfen.
Wo Jesus auftrat, kam das Volk zusammen, denn ihm eilte der Ruf voraus ein außergewöhnlicher
Lehrer und Heiler zu sein und was er lehrte, war revolutionär, doch verschiedene
Wunderzeichen, die man Jesus andichtete, sind bis auf einige außergewöhnliche
Heilerfolge reine Erfindung, denn Wunderzeichen lehnte er ab. Viele WunderREICHSBRIEF
NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
296
geschichten über Jesus sind dadurch zustande gekommen, daß die Terminologie der
Essener und Nazarener in ihren Überlieferungen falsch verstanden wurde, z.B. hat Jesus
bei der Erweckung des Lazarus von den „Toten“ diesen nicht wirklich aus dem
Tod ins Leben zurückgeholt, sondern darunter ist eine geistige Erweckung des Lazarus
durch Jesus zu verstehen – als Tote wurden damals von den Essenern und Nazarenern
alle ungläubigen, rein materialistisch gesinnten Menschen (die geistig
Toten) bezeichnet, die wie die orthodoxen Juden, die opportunistisch-hedonistischen
Sadduzäer und die scheinheiligen, heuchlerischen Pharisäer und ähnliche Gruppierungen,
im Glauben verkommen waren.
Jesus hatte eine ausgefallene, angriffslustige Art zu reden, sprach in prägnanten Sätzen
und benutzte drastische bildhafte Übertreibungen, um seinen Zuhörern seine Weisheiten
zu vermitteln. Er hatte ein unendliches Vertrauen in die Gesetze des Lebens und in
die Liebe Gottes, es umgab ihn eine Aura des liebenden Verstehens, in die er die Menschen
bettete, die zu ihm kamen. Jesus sprach mit solcher Selbstverständlichkeit und
Souveränität von Gott wie von einem gerechten und liebenden Vater, daß die Menschen,
die ihm zuhörten, seine Nähe zu Gott verspürten und überzeugt waren, daß er
diesen Gott unmittelbar erlebte. Durch seine Lehre beabsichtigte er, den Menschen die
geistigen Spielregeln des Lebens zu vermitteln, um sie dazu zu bewegen, die primitive,
egozentrisch-opportunistische Geisteshaltung, die schon damals in Israel sehr verbreitet
war, zu überwinden und zum kosmischen Gesetz zurückzukehren (re-ligio). Er hat
auch nicht behauptet, daß er (Jesus) Gott bzw. der einzige Sohn Gottes wäre, sondern,
daß er mit dem Vater Eins und unser aller Bruder sei.
„Ihr sollt nicht meinen, daß ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die
Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.
Denn ich bin gekommen den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und
die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter.
Und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein.“
(Mat. 10,34-36)
Um Jesu Charakter und Wirken wirklich zu verstehen, ist es wichtig, seine Streitbarkeit
und Kampfeslust nicht zu verdrängen – „Ich bin nicht gekommen, Frieden zu
bringen, sondern das Schwert“. Jesus ermunterte die Menschen dazu, sich mit ihren
Nächsten tiefgründig auseinanderzusetzen und verlangte das Bemühen um Selbsterkenntnis
(„Wenn ihr euch selbst erkennt, dann werdet ihr erkannt und ihr werdet begreifen,
daß ihr die Söhne des lebendigen Vaters seid“). Wer die Umkehr erwählt, um
das wahre Leben zu finden, und Jesu Mahnung vernimmt: „Folget mir nach!“, der
muß auch, wenn es not tut, Vater und Mutter, Weib und Kind verlassen.
„Und ein anderer unter den Jüngern sprach zu ihm: Herr, erlaube mir, daß ich
zuvor hingehe und meinen Vater begrabe. Aber Jesus spricht zu ihm: Folge du
mir, und laß die Toten ihre Toten begraben.“
(Mat. 8,21-22)
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
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Für diejenigen, die verloren sind, die geistig Toten, hört bei Jesus das Mitleid sogar
gänzlich auf und mit der antiken Härte heldenhafter Gesinnung wird den Verlorenen
keine Träne nachgeweint: Folge du mir, und laß die Toten ihre Toten begraben.“
Für Jesus war es immer selbstverständlich, den ganzheitlichen Seelenimpulsen seines
Denkens, Fühlens und Wollens seiner inneren und äußeren Wahrnehmung in seinem
Reden und Handeln und damit seinem reinen göttlichen Empfindungspotential (der
göttlichen Stimme seiner Seele) Ausdruck zu verleihen, ohne Aspekte seiner wahren
Seelenimpulse zu verdrängen bzw. sich selbst zu belügen. Daher konnte sich in ihm
sein kosmischer und sein irdischer Pol (Himmel und Erde) zu einer Einheit verbinden,
so daß sein Denken, Fühlen, Wollen und Handeln wirklich eins war mit dem,
was Gott durch ihn zum Ausdruck bringen wollte – so war er wirklich mit dem Vater
(geistigen Kosmos) eins. Dadurch, daß er während seines ganzen Lebens sich in
Wahrhaftigkeit geübt hatte, hatte Jesus auch tiefstes Vertrauen (Urvertrauen) zu seinem
wahren höchsten Selbst, welches der himmlische Vater (das kosmische Allbewußtsein;
die Allbewußte Einheit) ist, gewonnen und den Willen Gottes als seinen
freien Willen erkannt. So hatte er höchstes Selbstbewußtsein (Sich-selbst-bewußtsein)
erlangt, wußte um seine Bestimmung und hat das, was sein kosmischer Auftrag
war, zur Erfüllung gebracht.
Wenn Jesus Kranke heilte, dann steckte er die Menschen mit seinem Vertrauen in
Gott, mit seinem Selbstbewußtsein, mit seiner Liebe (die Kohärenz zwischen seiner
Innen- und seiner Außenweltwahrnehmung) und der gesamten Aura der Wahrhaftigkeit,
die er ausstrahlte, förmlich an und hielt sie immer wieder dazu an, den himmlischen
Vater (Allvater) von ganzem Herzen zu lieben. Wenn die kranken Menschen das
entsprechende Urvertrauen bewiesen, für das alles durchdringende göttliche Licht des
Allvaters offen waren und wirklich geheilt werden wollten, gelangten sie in einen Zustand,
in dem sie ihre Verbundenheit mit dem ganzen Kosmos, die Geborgenheit, die
Wahrhaftigkeit und die Liebe des Allvaters in sich verspürten und sich so mit dem
Ganzen als eine kosmische Einheit empfinden konnten – das ging den Menschen durch
Mark und Bein und berührte ihr Innerstes, so daß innere Blockaden, Konflikte und
psychisch wirksame Muster dadurch zur Auflösung gebracht wurden.
Jesus war dabei der Auslöser, der ihnen half, die Einheit des Lebens – das Christusbewußtsein
– in sich selbst zu verwirklichen und das einzigartige Erlebnis der Nähe und
der Wirklichkeit Gottes in sich selbst zu erfahren. Durch die überwältigende spirituelle
Erfahrung der Einheit des Lebens konnten sie die Lebensmuster und Schatten in ihrem
Unterbewußtsein (unterdrückte Seelenimpulse, verdrängte Aspekte des wirklichen,
inneren Selbst des Menschen, woraus Haß, Mißgunst, Neid, Ängste, Minderwertigkeitsgefühl
und andere negative Grundstimmungen sowie letztendlich auch alle
Krankheiten resultieren), die immer aus den nicht verarbeiteten Konflikterlebnissen
des Lebensalltags und den damit verbundenen Verdrängungen resultieren, zumindest
in einem gewissen Maße in sich auflösen. Und da genau diese Muster und Schatten
den seelischen Hintergrund und somit die Ursache ihres Krankseins bzw. ihres Besessenseins
ausmachten, wurden bei deren Auflösung in den Momenten der Begegnung
mit Jesus ernorme Selbstheilungsenergien freigesetzt, durch welche die Kranken in die
Heilungsphase gelangten.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
298
Des öfteren kam es dabei auch zu sog. Spontanheilungen, wie es diese auch heute immer
noch gibt und auch in Zukunft immer wieder geben wird, jedoch können solche
Heilungen von materialistisch ausgerichteten Medizinern und Wissenschaftlern nicht
verstanden werden, da sie ja jeglichen Zusammenhang zwischen Körper und Seele
leugnen (Anmerkung: Das Wort „spontan“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet
nicht anders als „selbst“ – eine Spontanheilung ist also eine Selbstheilung). Die Menschen
wurden jedoch wieder krank, wenn sie in die alten negativen Empfindungs- und
Verhaltensmuster zurückfielen – deswegen sagte Jesus nach der Heilung zu dem Geheilten:
„Gehe hin und sündige nicht mehr!“. Damit meinte er, daß sie nicht mehr gegen
die innere Stimme ihrer Seele (die Stimme Gottes) handeln und nicht mehr den
Christus in sich selbst unterdrücken sollen, d.h. sich selbst nicht mehr belügen sollen.
(Anmerkung: Wir haben uns zwar intensiv mit verschiedensten Möglichkeiten der
Heilung von Krankheiten sowie den Gesetzmäßigkeiten der Germanischen Neuen Medizin
vertraut gemacht, uns auch mit vielen alternativen Diagnose- und Therapieformen
sowie mit erstaunlichen, funktionierenden Methoden der geistigen Heilung auseinandergesetzt,
doch wie Jesus im einzelnen genau heilte und welche Heilmethoden
er lehrte, das können wir noch nicht perfekt erklären. Jedoch, daß Jesus ein großer spiritueller
Heiler war, davon sind wir überzeugt und wir bemühen uns, dies möglichst
präzise und wahrheitsgemäß zu erforschen. Es gilt jedenfalls zu erkennen, daß jeder
Mensch, der seine inneren, vom Allvater gesendeten Seelenimpulse – also sein wahres
Selbst – unterdrückt bzw. verleugnet, der baut automatisch Karma auf, welches daraufhin
in das Leben des jeweiligen Menschen zurückwirkt und zu unangenehmen
Konfliktsituationen und damit zu Krankheiten bzw. psychisch wirksamen Veränderungen
führt. Hier gilt es sich bewußt zu machen, daß die einzig wirklich große Sünde
die ist, wenn sich der Mensch selbst belügt, denn wer dieses tut, belügt er damit immer
auch alle anderen Menschen und ebenso auch den Gott in sich!)
Jesus hat die Menschen immer wieder daran erinnert, den Pfad der Wahrheit nicht zu
verlassen, sondern in Ehrfurcht daran festzuhalten: „Seid wahrhaftig! Euer Wort gelte.
Das Ja sei ein Ja, und das Nein sei ein Nein. Was darüber hinausgeht, ist vom Bösen“
(UrEv 5,3). „Wer aber die Wahrheit tut, der kommt an das Licht, damit offenbar wird,
daß seine Werke in Gott getan sind“ (Joh. 3/21). Jesus hat den Menschen zu verstehen
gegeben, daß auch sie Gottes Kinder sind, er hat sie auf die ihnen innewohnende
Macht aufmerksam gemacht, ihr eigenes Schicksal gestalten und zum Wohl des Ganzes
beitragen zu können. Er sagte ihnen sogar, daß sie genauso viel Gutes tun können
wie er und sogar noch größere Werke.
„Glaubet mir, daß ich im Vater bin und der Vater in mir ist; wo nicht, so
glaubet es doch um der Werke selbst willen! Wahrlich, ich sage euch: Wer an
mich glaubt, der wird die Werke, die ich tue, auch tun und wird größere als
diese tun …“ (Joh. 14,11-12)
Jesus hat den Menschen ihre Einheit mit Gott erklärt und vorgelebt, er hat sie an die
ihnen innewohnende Macht und an ihre Göttlichkeit erinnert und ihnen immer wieder
vor Augen geführt, daß jeder Mensch den Christus selber in sich trägt und daß auch sie
mit dem Vater (dem geistigen Kosmos bzw. der Allbewußten Einheit) Eins werden
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
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können, wenn sie den Christus in sich selbst erkennen und im Leben durch ihre Geisteshaltung,
ihr Reden und ihre Taten zum Ausdruck bringen. Jesus hat seine Jünger
die universellen geistigen Gesetzmäßigkeiten des Lebens und die Selbstverantwortung
für das eigene Schicksal gelehrt, er hat ihnen gezeigt, daß auch sie Meister ihres eigenen
Schicksals und als göttliche Wesen Herr über Leid und Krankheiten werden können,
so daß sie sich mit Gottes Hilfe selber heilen und auch anderen bei der Heilung
behilflich sein können.
Um in die Einheit mit Gott zu kommen, dafür müssen die Menschen nur wieder
lernen, der Stimme ihrer individuellen Seele Gehör zu schenken und sie zu befolgen
– also Gottes Willen durch ihr Wirken geschehen lassen! Bei Menschen, die so
leben, wird das Leben zwar nicht so leicht, aber sehr erfüllt sein, solche Menschen bekommen
einen Zugang zu höherer Intuition in allen Lebenslagen und vollziehen in
einem spannenden, abenteuerlichen Leben eine große spirituelle Entwicklung.
Wenn Jesus seine Mitmenschen aufforderte: „Werdet wie die Kinder!“ meinte er damit:
seid so frei heraus, selbstehrlich und wahrhaftig wie die Kinder (ohne gekünsteltes
Verhalten), denn so verwirklicht ihr das am einfachsten und wahrhaftigsten, was
Gott durch euch im Leben zum Ausdruck bringen möchte, und seid somit Gott am
nächsten!
„Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehret und werdet wie die Kinder,
so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.“ (Mt. 18,3)
Zum tragenden Grundbestandteil der Lehre Jesu gehörte auch die Reinkarnationslehre,
die in seiner Heimat Galiläa/Palästina, wo schon seit Jahrtausenden nordische Menschen
siedelten, selbstverständlicher Inhalt der Religionsauffassung war. Den meisten
Christen ist bis heute unbekannt, daß die Vorstellung von der Wiedergeburt in der
christlichen Tradition gar nicht so fremd ist, wie es scheinen mag. Die Reinkarnationslehre
galt sowohl bei den frühen Christen als auch in der Kirche lange Zeit als eine
Selbstverständlichkeit und unbestrittene Tatsache (!), bis sie im Jahr 553 n.Chr. auf
dem 5. ökumenischen Konzil von Konstantinopel, durch eine auf höchster Ebene der
Kirche inszenierte Intrige, zum Irrglauben erklärt wurde. Bei der Abstimmung dazu
sollen von 3000 Bischöfen nur 165 anwesend gewesen sein. Obwohl man sich sehr
bemüht hat, sämtliche Spuren der Reinkarnationslehre aus der Bibel zu entfernen,
schimmert sie immer noch an einigen Stellen durch, wie z.B. in der Regel: „Was der
Mensch sät wird er auch ernten“. Wenn Jesus von der Auferstehung der Toten
sprach, meinte er nicht die Auferstehung des Körpers, sondern das Wiederinkarnieren
der Seelen.
Als Jesus der Nazarener sagte: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“, wollte er damit
klarstellen, daß weder das damals herrschende Römische Reich noch das verlorene
Reich Israels als wirkliches Reich anzuerkennen sind, sondern daß ein grundsätzlicher
Wandel vonnöten war, daß es einer Sinnesänderung, einer Abkehr vom unbewußten
Dahinleben und einer Hinwendung zu neuem, bewußteren Leben hier auf Erden bedarf.
In der wahren Lehre Jesu ist keine Spur von einem Leben nach dem Tod in
einem Reich im Jenseits zu finden, sondern ein von Grund auf neues Leben alsbald
wieder in dieser irdischen, diesseitigen Welt, das ist das Gebot Jesu und die Lehre des
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
300
wahren Christentums. Die gesamte Lehre Jesu mit ihrem außergewöhnlichen Weisheitsgehalt
und ihrem hohen Wahrheits- und Freiheitscharakter entspricht der hohen
sittlichen und lebensbejahenden Kultur nordischer Geistigkeit!
Jesus war ein wahrhaftiger Revolutionär, der die Juden von ihrer satanischen Religion
befreien und ihnen den rechten Weg aus dem geistigen Gefängnis des satanischen Mosaismus
weisen wollte. Er hatte den etablierten Juden, den heuchlerischen Pharisäern,
die glaubten, durch eine peinlich genaue Befolgung der Vorschriften der Thora das
Heil erlangen zu können, richtig eingeheizt, er nannte sie „Narren und Blinde“ (Matthäus
23,17), „Heuchler“ (Vers 13) sowie „Schlangen und Natternbrut“ (Vers 33).
Den Juden machte er wiederholt deutlich, wen sie anbeteten: „Ihr habt den Teufel
zum Vater, und nach eures Vaters Gelüste wollt ihr tun. Der ist ein Mörder von Anfang
an und steht nicht in der Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn
er Lügen redet, so spricht er aus dem Eigenen; denn er ist ein Lügner und der Vater
der Lüge“ (Johannes 8,44).
Nach seiner Kreuzigung ist Jesus nicht, wie von den meisten gläubigen Christen heute
noch angenommen wird, von den Toten auferstanden, denn das konnte er nicht, weil er
gar nicht gestorben war, sondern hat sein drei qualvolle Stunden andauerndes Martyrium
am Kreuz – dank seiner yogischen Fähigkeiten und einer geschickt organisierten
Hilfe und Heilpflege einiger Freunde während und nach der Kreuzigung – gerade noch
überlebt. Jesus wurde im Felsengrab von mehren Heilkundigen wiederbelebt, verarztet
und dann von Freunden in ein sicheres Versteck gebracht.
In Damaskus heilte er seine Wunden aus und brach einige Monate später nach Indien
(Kaschmir) auf, wo er noch lange Zeit als spiritueller Meister unter dem Namen Yus
Asaf lehrte, bis er im hohen Alter verstarb und in dem Gebäude „Roza Bal“ in der Altstadt
von Srinagar (Hauptstadt von Kaschmir) als Heiliger bestattet wurde. Die in
Stein gehauenen Fußabdrücke neben seiner Grabstätte zeigen die Wundmale seiner
Kreuzigung.
Auch im Islam, wo Jesus unter dem Namen Issa als einer der höchsten Propheten verehrt
wird, ist es allgemeines Wissen, daß Jesus bei seiner Kreuzigung nicht ums Leben
gekommen ist. Der Koran bestätigt, daß Jesus nicht am Kreuz gestorben ist, sondern
seine Hinrichtung überlebte, danach weiter nach Osten gezogen ist und in einem
„glücklichen Tal“ lebte. Auch in den Puranas, den alten Schriften der Hindus, wird der
Aufenthalt Jesu bestätigt, der zwischen dem dritten und siebten Jahrhundert verfaßte
neunte Band „Bhavishya-Maha-Purana“ berichtet darüber, wie Jesus nach Indien kam.
Die Beschreibung ist so deutlich, daß keine Zweifel bestehen bleiben, um wen es sich
handelt.
Holger Kersten hat in seinem Buch Jesus lebte in Indien den Aufenthalt Jesu in
Kaschmir vor und nach seiner Kreuzigung anhand vieler Beweise nachvollziehbar und
eindeutig belegt. In einem anderen Buch „Das Jesuskomplott“ (Langen Müller, ISBN
3-7844-2420-1) hat Holger Kersten zusammen mit Elmar R. Gruber eindeutig nachgewiesen,
daß die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchungen zur Datierung
des Turiner Grabtuchs mit der C-14 Methode gezielt verfälscht wurden, damit der Anschein
erweckt werde, daß das Turiner Grabtuch nichts mit Jesus zu tun habe und
nicht aus seiner Zeit stamme, doch diese beiden Autoren haben in einer akribischen
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
301
wissenschaftlichen Arbeit für jedermann nachvollziehbar nachgewiesen, daß es das
Grabtuch Jesu ist!
Sie konnten aber nicht nur beweisen, daß das Turiner Grabtuch das gesuchte
Linnentuch von Jerusalem ist und daß es tatsächlich das leibhaftige Abbild des
gekreuzigten Jesus trägt, sondern sie konnten auch den Nachweis erbringen, daß
Jesus noch lebte, als er in diesem Linnentuch lag. Die ganze Geschichte um dieses
Grabtuch ist ein gewaltiger Krimi und ein riesiger Wissenschaftsskandal, hinter dem –
wie könnte es auch anders sein – als korrupte Drahtzieher wieder die jüdischangelsächsische
Freimaurerei, die Jesuiten und die Geheimdienste stecken, eben die,
welche für die jüdische Hochfinanz die Drecksarbeit machen. Es liegt im allerhöchsten
Interesse dieser Kräfte, die auch in der katholischen Kirche die Fäden ziehen und den
Papst als Marionette benutzen, die Wahrheit um das Leben und die wahre Lehre Jesu
zu verheimlichen. Ein weiteres Buch, das wir jedem Jesus-Forscher empfehlen möchten
ist „Das Ur-Evangelium“ von Elmar R. Gruber und Herbert Ziegler (Langen
Müller Verlag; ISBN 3-7844-2747-2), in dem es darum geht, „was Jesus wirklich sagte“,
ein Buch das viele wichtige Erkenntnisse vermittelt, die uns dem wirklichen Jesus
näherbringen!
Unter unabhängigen Theologen ist man sich heute sicher: Der Jesus, so wie er in den
(kanonisierten) Evangelien dargestellt wird – der nicht von einem Mann gezeugt,
sondern von einer Jungfrau geboren worden ist, der mit der Autorität Gottes auftritt,
der Tote zum Leben erweckt, über das Wasser geht, Brote und Fische tausendfach
vermehrt, der keinen Zweifel daran läßt, der verheißene Messias zu sein, der zur Erlösung
der Menschheit als Sühneopfer für deren Sünden die Qualen der Kreuzigung auf
sich nimmt, der nach dem Tod am Kreuz aus dem Grab auferstanden, einige Zeit später
in den Himmel aufgefahren ist und die Menschen am jüngsten Tag richten wird –
ist eine fiktive Kunstgestalt, die auf der Lehre des Paulus aufbauend von den
Evangelisten phantasiereich ausgeschmückt worden ist!
WAR JESUS JÜDISCHER ODER NORDISCHER ABSTAMMUNG?
Immer wieder wird die Frage gestellt: War Jesus Jude oder nicht? In der unabhängigen
Religions-, Jesus- bzw. Christusforschung hat sich in den letzten zehn Jahren die
Erkenntnis durchgesetzt, daß Jesus der Religion und Erziehung nach unzweifelhaft
kein Jude war, sondern daß bei ihm keine Spur jüdischer Geistigkeit zu finden ist, er
vielmehr alles daransetzte, die Juden von ihrem primitiven Jahwe-Glauben zu befreien
(„Ihr habt den Teufel zum Vater, …“).
Die Frage, die bleibt, ist die die Frage nach seiner Abstammung. Diesbezüglich wird
immer wieder behauptet, daß Jesus jüdischer Abstammung gewesen sei, was jedoch
schon sachlich falsch ist, weil es eine jüdische Abstammung nicht gibt, genauso wenig
wie eine katholische Abstammung, weil sich mit der Bezeichnung „Jude“ bzw. „Judentum“
weder ein Volk noch eine Rasse, sondern nur eine Weltanschauung bzw. Religion
verbindet. Schon oft genug haben wir erläutert, daß die Gesamtheit der Juden
nur zu ca. 5% aus Menschen hebräischer Abstammung besteht, welche als sephardische
Juden bezeichnet werden. Und dazu ist wiederum anzumerken, daß deren hebräische
Vorfahren schon 600 Jahre vor Jesu Geburt stark mit den verschiedenen in PaläREICHSBRIEF
NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
302
stina ansässigen nordischen Völkern vermischt waren, wie im Alten Testament beklagt
wird, weil die Juden sich bis dahin selbst als minderwertig betrachteten und erst ab ca.
622 v.Chr. darauf achteten, sich möglichst wenig mit anderen Stämmen bzw. Völkern
zu vermischen. Richtig gestellt muß die Frage also lauten: Ist Jesus hebräischer oder
nordischer Abstammung? – bzw.: Hat Jesus zum Teil hebräisches Blut in seinen
Adern gehabt?
Wie schon aus dem Kapitel Die Geschichte Israels war ganz anders hervorgeht, waren
in Kanaan/Palästina seit Urzeiten nordische Stämme ansässig. Es gab in diesem Gebiet
verschiedene Besiedlungswellen durch nordische Menschen und auch in späteren Zeiten
blieb im ganzen Bereich Palästinas die nichtjüdische Urbevölkerung zum Teil bestehen,
ganz besonders jedoch in der Herkunftsregion Jesu, dem Land Galiläa im Norden
Palästinas, das im Alten und Neuen Testament mehrfach als Heidenland bezeichnet
wird. Es gibt zwei Erklärungen für den Namen Galiläa, die eine meint, daß dieser
aus dem Hebräischen stammt und von Gelil haggoyim, abgeleitet ist, was soviel wie
„Heidengau“ bedeutet bzw. „wo die Heiden wohnen“ (Anmerkung: es ist darin das
Wort goyim enthalten, was Menschenrind bedeutet). Eine andere Überlieferung geht
davon aus, daß Landschaften, deren Namen mit der Silbe Gal beginnen, wie z.B. Gallien
(in Frankreich) oder Galizien (in Spanien) oder Galatien (in der heutigen Türkei),
unzweifelhaft Regionen mit nordischstämmiger Urbevölkerung sind.
In Galiläa zur Zeit um Jesu Geburt gab es zwar Juden der Religion nach, aber kaum
Juden hebräischer Abstammung. Die Glaubensjuden aus Galiläa galten bei den Juden
als Juden zweiter Klasse, echte Juden waren sie nicht, deswegen hieß es verächtlich:
„Aus Galiläa stehet kein Prophet auf“.
Als Jesus von Kaiphas verhört wird, und Petrus sich zu den Juden ans Wachfeuer
setzt, um auszuhorchen, wie sich unter ihnen die Stimmung entwickelt, da wird er gefragt:
„Bist du etwa auch einer von denen? – deine Sprache verrät dich, du bist ein
Galiläer!“ In seinem Buch Langues semitiques, Seite 230, schreibt Renan über die
Eigentümlichkeit der Sprache der Galiläer und deren Unfähigkeit, die semitischen
Kehllaute richtig auszusprechen. Deswegen waren Galiläer auch nicht als Vorleser in
den Synagogen zugelassen.
In vielen Quellen des Altertums wird berichtet, daß der Stammescharakter der Galiläer
wesentlich von dem der Juden abstach, überall, wo man über die Geschichte der Juden
und der Galiläer liest, ob bei Renan, Ewald oder Graetzens, findet man, daß die Galiläer
sich durch ihren Charakter von den anderen Bewohnern Palästinas unterschieden
– sie werden als Hitzköpfe, heidnische Sterngucker, energische Idealisten, als Männer
der Tat bezeichnet. Es ließen sich allein in den Evangelien genügend Zeugnisse über
die Unterscheidung zwischen den Galiläern und den eigentlichen Juden zusammenstellen.
Von Jesu Mutter ist anzunehmen, daß sie eine Galiläerin war. Nirgends in der europäischen
Kunstgeschichte wurde die Maria als Jüdin gemalt, obwohl es in jeder größeren
europäischen Stadt hebräischstämmige Juden gab, die man hätte abzeichnen können,
sondern die Maria wird in sämtlichen Abbildungen als eine blühende arisch-nordische
Schönheit dargestellt – grundsätzlich und durchgehend! Das ist zwar letztlich keine
historisch absolute Beweisführung, doch es geht hier erst einmal darum, die Bedeutung
der mythologischen Bilder zu entschlüsseln, welche große Wahrheitsgehalte
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
303
beinhalten, wie die Wissenschaft der letzten Jahrzehnte in der Mythen- und Sagenforschung
immer wieder festgestellt hat.
Nun werden gewisse Christen entgegnen, daß doch aber der Vater Jesu, der Joseph,
ein Jude gewesen sei, da es doch im Neuen Testament Stammbäume gebe, wo Joseph’s
Stammbaum bis zu Abraham oder gar Adam zurückgeführt wird, dann müsse
dieser doch ein Jude aus dem Hause David’s sein.
Wenn man dies aber einmal in den Quellen nachliest, dann kommt man zu ganz anderen
Erkenntnissen. Gleich zu Beginn des Neuen Testaments, im ersten Kapitel des
Evangeliums des Matthäus, steht Jesu Stammbaum beschrieben – wir zitieren wortwörtlich:
„Dies ist das Buch von der Geschichte Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes
Abrahams.
Abraham zeugte Isaak. Isaak zeugte Jakob.
Jakob zeugte Juda und seine Brüder.
Juda zeugte Perez und Serach mit der Tamar.
Perez zeugte Hezron. Hezron zeugte Ram.
Ram zeugte Amminadab. Amminadab zeugte Nachschon.
Nachschon zeugte …“
– und nun denkt man, daß am Schluß der Zeugungsliste stehe, daß
der Joseph den Jesus zeugte, doch da heißt es:
„Eliud zeugte Eleasar.
Eleasar zeugte Mattan.
Mattan zeugte Jakob.
Jakob zeugte Joseph, den Mann der Maria, von welcher ist geboren Jesus,
der da heißt Christus“.
Es steht dort, daß Joseph der Mann Maria’s war, wogegen wir auch gar nichts einzuwenden
haben, es steht dort jedoch nichts davon, daß Joseph der Erzeuger und somit
Vater Jesu gewesen wäre.
Im dritten Kapitel des Lukas-Evangeliums gibt es auch noch einmal einen Stammbaum
Jesu. Dort ist der Stammbaum umgekehrt, nicht von oben nach unten, sondern von
unten nach oben geordnet – dort heißt es dann immer: „der war ein Sohn Mattats, der
war ein Sohn Levis, der war ein Sohn Melchis, der war ein Sohn Jannais …“ usw.
Aber dort wo es anfängt und wo also stehen müßte, Jesus war ein Sohn Josefs, da
steht:
„Und Jesus war, als er auftrat, etwa dreißig Jahre alt und wurde gehalten für einen
Sohn Josephs, der war ein Sohn Elis, …“
Es steht also ganz deutlich in der Bibel, daß Jesus für einen Sohn Joseph’s gehalten
wurde. Dies ist eine eindeutige Sprache, er wurde dafür gehalten, er war es aber nicht!
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
304
Ohne Zweifel wird Joseph so etwas wie ein Ziehvater für den Jesus gewesen sein,
er war aber definitiv nicht dessen Erzeuger!
Wenn man bedenkt, welche Verehrung die Maria in der ganzen katholischen und orthodoxen
Christenheit genießt, welcher Stellenwert sie in der christlichen Bildkunst
einnimmt – sie wird ja immerhin als die „heilige Gottesmutter“ angesehen –, dann
müßte man doch konsequenterweise Joseph, wenn er der Vater Jesu wäre, als Gottesvater
bezeichnet werden. Joseph spielt aber in der christlichen Bildkunst im Grunde
genommen gar keine Rolle, außer als Beiwerk in Weihnachtskrippen, wo er mit Laterne
und Hirtenstab mit seinem langen braunen Mantel neben den „Heiligen Drei Königen“,
Pferd und Esel als der liebe alte Ziehvater hinter der Krippe stehen darf. Danach
spielt Joseph im Neuen Testament und der gesamten Kirchengeschichte quasi keine
Rolle mehr, dann führt er auf der Flucht nach Ägypten noch den Esel, auf dem Maria
sitzt mit dem Kind, und dann verschwindet er. Im Neuen Testament taucht er noch
einmal ganz kurz auf, als der zwölfjährige Jesus durch seine Reden die Priester und
Schriftgelehrten im Tempel von Jerusalem durch seine Weisheit in Erstaunen versetzte
– da heißt es, seine Eltern hätten ihn gesucht. Und dann verschwindet er endgültig aus
den Evangelien, sang- und klanglos wie ein Statist, der aus einer Aufführung einfach
verschwindet.
Dies alles weist darauf hin, daß diesen Mann, auf den sich diese langen, ausführlichen
jüdischen Stammbäume beziehen, innerhalb des Christentums gar nie jemand als Erzeuger
Jesu ernst genommen hat und daß Joseph nicht der Vater Jesu war.
Die katholische Kirche hat diese Vaterschaft auch nie anerkannt, sie hat – und da muß
man ihr in der Sache recht geben – immer betont, daß Joseph nicht der leibliche Vater
Jesu ist. Wie die meisten wissen, vertritt die katholische Kirche die Auffassung von
der unbefleckten Empfängnis der Mutter Jesu. Doch selbst der allergrößte Teil der
Kirchenchristen hält die Geschichte von der unbefleckten Empfängnis für ein Märchen.
Und auch vom Sonnenbaden wird die Maria nicht schwanger geworden sein.
Wer aber war dann der wirkliche Vater Jesu?
Werfen wir einen Blick auf die christliche Bildkunst (Ikonographie), dort wurde gerade
die Geburt Jesu so oft und innigst dargestellt, insbesondere die deutschen Künstler
haben mit großer Liebe immer wieder diese Geburt Jesu gemalt. Wer sich in der
christlichen Bildkunst ein bißchen auskennt, der weiß, daß es darin auch ganz entlegene
Dinge gibt, die häufig gemalt wurden, z.B. die sogenannte Heimsuchung, also die
Begegnung von Maria, der Mutter Jesu, mit Elisabeth, der Mutter Johannes des Täufers,
oder sogar die Begegnung an der goldenen Pforte, also wie sich die Eltern der
Maria begegnet sind und vieles andere wird geschildert, doch von der Hochzeit Joseph’s
und Mariä (nach der Geburt Jesu) gibt es so gut wie keine Bildnisse!
Das, was aber immer wieder gemalt wird und das man gewissermaßen als Hochzeit in
der christlichen Bildkunst ansehen könnte, stellvertretend für die Hochzeit Mariä, das
ist die sogenannte Verkündigung, dort wo der Engel Gabriel in Maria’s Gemach
kommt und ihr verkündet: „Du wirst einen Sohn gebären, des Namen sollst du Jesus
heißen“.
Diese Verkündigungsszene ist eines der meistgemalten Motive, das mit großer Innigkeit
und Liebe gemalt wurde. Und wenn man den Dingen einmal auf den Grund geht
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
305
und auch sonst die antike Bildsprache etwas kennt, also weiß, wie in Griechenland, in
Germanien und im alten Rom die mythologischen Bilder gehandhabt werden, dann
muß man sich am Ende sagen, ja, das ist die eigentliche Hochzeit, die da stattgefunden
hat! Das ist die tatsächliche Empfängnis gewesen – diese Begegnung zwischen Gabriel
und dem blühenden nordischen Mädchen Maria. Die Verkündigungsszene macht
den Eindruck einer Vermählung und im Grunde wird sie auch so geschildert.
Der Engel Gabriel tritt in verschiedenen Darstellungen auf als ein Jäger in Begleitung
von Hunden. In der einen Hand trägt er eine Lanze, in ursprünglichen Darstellungen
einen Botenstab, in späteren Darstellungen eine Lilie – im eigentlichen Sinne einen
Botenstab, einen Heroldsstab, einen zepterartigen Gegenstand, was immer auf Vollmacht,
auch auf Zeugungsvollmacht hindeutet. In der anderen Hand hält er ein Hifthorn
(altertümliches Jagdhorn), das er bläst und vor ihm springt in Marien’s Schoß ein
Einhorn.
Dieser Vorgang ist folgendermaßen zu deuten: Ein Engel in Menschengestalt ist ein
Halbgott. Ein Halbgott ist ein Mensch, der einen menschlichen Körper hat, aber einen
Geist, der über das menschliche Normalmaß hinausgeht, so daß man sagt, das ist ein
Mensch wie ein Gott – ein göttlicher Mensch. Ein Engel in Menschengestalt ist ein
Bote Gottes und als solcher ist er der Maria begegnet – und das ist der Vater Jesu! –
und der Joseph war der Ziehvater.
Die ganzen alten Völker gingen mit solchen Vorstellungen vom Auftreten von Engeln
und Halbgöttern in der Menschheitsgeschichte (Anmerkung: Man kann sie auch als zu
gewissen Zeitpunkten in der Menschheitsgeschichte immer wieder erscheinende Menschen
mit archetypisch bedeutsamen Wirkkräften bezeichnen) wie selbstverständlich
um, jedoch das heutige naturwissenschaftliche, in jüdisch-angelsächsischer Weise ausgebildete
(ahrimanische) Verstandesdenken besitzt für solch ein Denken bzw. ganzheitliches
Erfassen keine Wahrnehmungsqualität, weil es selber das Göttliche im Menschen
kategorisch verneint.
Der Lyriker Rainer Maria Rilke hat sich in einem kleinen Zyklus mit dem Titel „Marienleben“
mit dem Thema der Verkündigung auf künstlerisch-seherische Weise auseinandersetzt.
Aus diesem Werk zitieren wir nachfolgend die Kapitel „Mariä Verkündigung“
und „Argwohn Joseph’s“.
Dazu ist vorauszuschicken: Im Neuen Testament wird geschildert, wie Joseph, der mit
Maria verlobt war, nun bemerkt, daß sie schwanger ist, und nun darüber natürlich erzürnt
und betrübt sich überlegt, sie unehrenhaft zu verstoßen, also dem Gelächter und
Gespött der Öffentlichkeit preiszugeben, wozu er nach damaligem Religionsrecht die
Möglichkeit gehabt hätte. Dann heißt es aber, daß Joseph, weil er ein frommer Mann
war, gedachte, sie heimlich zu entlasten, also nicht dem Gespött der Öffentlichkeit
auszusetzen. Und da sei ihm im Traum ein Engel erschienen, der Engel Gabriel, der
ihm gesagt habe, daß alles seine Ordnung habe, daß Gott es so gewollt hat und daß
ihm dabei nichts verloren gegangen sei. Nimm sie zu dir und zieh das Kind auf, als
wäre es dein eigenes – und Joseph erwachte aus dem Traum und tat, wie ihm befohlen
war.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
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„MARIÄ VERKÜNDIGUNG
Nicht daß ein Engel eintrat (das erkenn) erschreckte sie. Sowenig andre, wenn ein
Sonnenstrahl oder der Mond bei Nacht in ihrem Zimmer sich zu schaffen macht, auffahren
– , pflegte sie an der Gestalt in der ein Engel ging, sich zu entrüsten (Anmerkung:
Sie war den Umgang mit Engeln gewohnt, das hat sie nicht erschreckt); sie ahnte
kaum, daß dieser Aufenthalt mühsam für Engel ist. (…) Nicht daß er eintrat, aber
daß dicht, der Engel, eines Jünglings Angesicht sich so zu ihr neigte: daß sein Blick
und der, mit dem sie aufsah, so zusammenschlugen, als wäre draußen plötzlich alles
leer und, was Millionen schauten, trieben, trugen hineingedrängt in sie: nur sie und
er; Schaun und Geschautes, Aug und Augenweide sonst nirgends als an dieser Stelle –
sieh, dieses erschreckt. Und sie erschraken beide. Dann sang der Engel seine Melodie.“
Was Rilke hier schildert ist eindeutig ein Liebesgeschehen mit einem Zeugungsakt.
„ARGWOHN JOSEPH’S
Und der Engel sprach und gab sich Müh an den Mann, der seine Fäuste ballte: Aber
siehst du nicht an jeder Falte, daß sie kühl ist wie die Gottesfrüh (Anmerkung: Der
Engel versucht dem Joseph beizubringen, daß es sich nicht um einen Zeugungsvorgang
handelte, der mit den üblichen Leidenschaftlichkeiten verbunden ist, die man
sonst kennt, und die einen zur Eifersucht berechtigen würden, sondern, daß diese Zeugung
auf einer anderen Ebene stattgefunden habe, die ihn nicht berühre). Doch der
andre sah ihn finster an, murmelnd nur: was hat sie so verwandelt? Doch da schrie
der Engel: Zimmermann, merkst du’s noch nicht, daß der Herrgott handelt. Weil du
Bretter machst, in deinem Stolze, willst du wirklich den zu Rede stellen, der bescheiden
aus dem gleichen Holze Blätter treiben macht und Knospen schwellen? Er begriff.
Und wie er jetzt die Blicke, recht erschrocken, zu dem Engel hob, war der fort. Da
schob er seine dicke Mütze langsam ab. Dann sang er lob.“
Liebe Leser, es geht in den zuvor dargebrachten Ausführungen nicht um einen religiösen
Überzeugungsversuch oder eine historische Beweisführung, sondern um das Aufzeigen
eines archetypischen kosmischen Prinzips, das gerade durch die Person und das
Wirken des großartigen Menschen Jesus aus Galiläa in ausgeprägtester Weise zum
Ausdruck kommt, das sich letztendlich in aller Konsequenz nur philosophisch nachweisen
läßt und was wir weiter hinten noch ausführlich nachweisen werden.
Es gilt in diesem Zusammenhang zu erkennen, daß der Impulsgeber zur Überwindung
des Judentums („Christusimpuls“) zwar im Gebiet des Judentums geboren sein muß
und dieser das Judentum bis in die letzten Fasern seines Wesens kennen mußte, aber er
keiner der Ihren war. Wenn er einer der Ihren gewesen wäre, hätte er es nicht überwinden
können.
Die Wahrscheinlichkeit, daß Jesus aus Galiläa keinen jüdischen Familienhintergrund
und auch keinen Tropfen hebräischen Blutes in seinen Adern hatte, ist nach neustem
Erkenntnisstand jedenfalls so groß, daß es einer Gewißheit gleichkommt.
(Einige der hier aufgezeigten Erkenntnisse zu Jesu Abstammung konnten wir dankenswerterweise
einem Vortrag des schweizer Historikers Bernhard Schaub entnehmen.)
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TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
307
ABSCHLIESSENDE BEMERKUNGEN
ZUR ATLANTIS-THEMATIK
Die gängige wissenschaftliche Lehrmeinung vertritt nach wie vor die Auffassung, daß
die Megalithkultur im westasiatischen Raum ihren Ursprung hat und daß die Befruchtung
vom östlichen Mittelmeerrand über die iberische Halbinsel nach Norden gewirkt
habe – doch in der Realität gibt es dafür nicht den Schatten eines Beweises! Da in diesen
asiatischen Räumen, abgesehen von Zypern, Phönizien und Palästina, so gut wie
nichts an frühen Großstein-Kulturbauten zu finden ist, sich diese nach Westen und
Norden aber immer mehr häufen, spricht alles dafür, daß sich die Entwicklung genau
in umgekehrter Richtung vollzogen hat.
Tatsache ist, daß man über die gesamte Erde verstreut – im etruskischen Italien, auf
dem minoischen Kreta, in Griechenland, Kleinasien, Ägypten, Mesopotamien, in Südund
Mittel- und Nordamerika sowie auch in Indien und China – verschiedene Ornamente,
sakrale Symbole, Ideogramme und Sinnbilder des Sonnen- und Säulenkults
finden kann, die nur im nordischen Raum ihren Ursprung haben können. Auf allen
Kontinenten, selbst auf entlegenen Inseln der Südsee lassen sich Spuren der nordischen
Seevölker (Atlanter, frühe Kelten) und eines seit Urzeiten über die ganze Erde
reichenden nordischen Kultureinflusses nachweisen. Weltweite Funde von mit Gesichtszügen
geschmückten Keramikgefäßen, die sogenannten Gesichtsurnen (welche
ein verziertes Symbol der nordischen Weltensäule und nicht nur ein Gesicht darstellen!),
werden begleitet von den Wahrzeichen der Megalithkultur (Menhir, Dolmen,
Tumulus, Cromlech usw.).
Es gibt so manche megalithische Bauwerke, wie z.B. die Sonnentempelanlage von
Tiahuanaco, die Megalithmauern von Sacsayhuaman, Ollantaytambo (Peru), die Pyramide
bei Sarajevo, die Giseh-Pyramiden-Anlage u.a., die auf ein Alter von über
zwölftausend Jahren datiert werden und verschiedene andere rätselhafte archäologische
Entdeckungen, die bisher geschichtlich in kein wissenschaftliches Ordnungsmodell
oder Theoriegebäude eingeordnet werden konnten. Doch nun ist mit der Veröffentlichung
der in dieser Schrift dargestellten Erkenntnisse zur Atlantisforschung
ein schlüssiges vorgeschichtliches Ordnungskonzept vorhanden, in das sich all
diese bisher unerklärlichen kulturgeschichtlichen Phänomene einordnen und
damit erklären lassen.
Zu den bisherigen Arbeiten und Entdeckungen der unabhängigen Vorgeschichts- und
Atlantisforschung und den vielen archäologischen Funden – gerade der neueren Zeit –
liefern die Erkenntnisse um die Botschaft der Externstein-„Pyramide“ und damit
das Wissen um den „Polsprung“-Kataklysmus sowie die tatsächlichen klimatischen
Verhältnisse während der sogenannten „Eiszeiten“ in Europa nun ganz entscheidende
Grundlagen der Beweisführung für die Ur-Heimat der atlantischen Megalithkultur
und die Wiege der Zivilisation im nordischen Raum Europas. Denn mit diesem
Wissen ist die über sehr lange Zeiträume verlaufende Herausbildung eines weißen
nordischen Ur-Volkes sowie die Entstehung von frühen Hochkulturen im nordischen
Raum, was die meisten Vorgeschichts- und Atlantisforscher bisher kategorisch ausgeschlossen
hatten, erst wirklich nachvollziehbar – und nicht mehr zu verleugnen.
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
308
Trotz der jahrzehntelangen Verhinderung bzw. Unterdrückung der Erforschung der
deutschen Vorgeschichte und der alten nordischen Kulturen seit 1945 sind auch nach
den großen Entdeckungen von Jürgen Spanuth und Walther Machalett schon eine
Vielzahl weiterer archäologischer Funde gemacht und unzählige Erkenntnisse gewonnen
worden, welche auf die Existenz früherer Hochkulturen im nordischen Raum hinweisen.
Mit den vielen, teils sensationellen Entdeckungen der letzten Jahre (der
Lemminkäinen-Tempel 27 km östlich von Helsinki; die Himmelsscheibe von Nebra,
das Himmelsobservatorium von Gosek; das über 10.000 km² große Bodenhimmelsystem
in Südwestfalen; die neuentdeckte Pyramide in Bosnien bei Sarajevo, die genau
auf der Externstein-Cheops-Linie liegt; auf der Insel Gotland hat man als Teil eines
Schatzes aus der Frühzeit mehrere asphärisch geschliffene, bikonvexe Linsen aus
Bergkristall gefunden, die nahezu dem Standard von heutigen Hightechlupen entsprechen;
u.a.) ist nun die „kritische Masse“ an wertvollen archäologischen Beweisen
für eine einstige Hochkultur auf germanischem Boden erreicht – doch stehen wir
erst am Anfang der Phase der großen archäologischen Entdeckungen von vorgeschichtlichen
Zeugnissen, denn bisher ist ja nur von wenigen Laienforschern wirklich
gesucht worden. Hierbei gilt es auch zu berücksichtigen, daß besonders in Deutschland
viele megalitische Anlagen der Vorzeit im Zuge der Christianisierung durch die Kirche
geschliffen wurden und selbst noch in den letzten hundert Jahren viele Hundert
Anlagen (Hügelgräber u.ä.) zerstört worden sind.
Da die Atlanter ja nun unzweifelhaft eine große Seefahrerkultur (daher die Bezeichnung
„Seevölker“) mit Kulturzentren an der Nordseeküste waren und der Bereich der
südlichen Nordsee noch viele Jahrtausende nach dem „Polsprung“-Ereignis bis zur
Nordküste der Doggerbank trocken lag und größtenteils aus fruchtbarem Marschland
bestand, ist davon auszugehen, daß in der Nordsee noch viele Megalithanlagen und
Reste kultureller Zentren nicht nur des bronzezeitlichen Atlantis (Atlantis III), sondern
auch der zwei vorherigen atlantischen Kulturen (Atlantis I und Atlantis II) gefunden
werden können, wenn man einmal tatsächlich damit beginnt, danach zu suchen – aber
dies wird ja seit Jahrzehnten gerade von den Vertretern der Mesopotamien-Doktrin
verhindert!
Aber nicht nur in der Nordsee, sondern auch auf dem Festland in Deutschland und seinen
umgebenden Ländern werden, wenn man erst einmal zielgerichtet danach sucht,
bestimmt schon bald viele weitere spektakuläre archäologische Entdeckungen gemacht.
Sicher werden hier demnächst auch weitere Hinterlassenschaften der Atlantis IKultur
entdeckt, wobei es zu bedenken gilt, daß dies nach knapp 11.000 Jahren nicht
so leicht ist. Die Wohnbebauungen der Landbevölkerung dieser Kultur werden sicher
auch aus Holz gewesen sein, wie es bis in die neuere Zeit im gesamten nordischen
Raum Tradition war.
Es ist auch zur Kenntnis zu nehmen, daß es ein Kennzeichen der rätselhaften Atlantis
I-Kultur gewesen ist, ihre kulturellen Hinterlassenschaften der Nachwelt auf geheimnisvoll
verborgene bzw. verschlüsselte Weise zu übermitteln (siehe Externstein-
Dreieck; der Lemminkäinen-Tempel bei Helsinki oder die vielen unterirdischen Anlagen
auf dem Giseh-Plateau), oder gar wie im Fall der Tempelanlage von Göbekli Tepe
(im Südosten der heutigen Türkei) und der erst kürzlich entdeckten Pyramide in Bosnien
ihre heiligen megalithischen Kultanlagen (wahrscheinlich kurz vor der Wiederkehr
Nibirus) ganz gezielt mit Erdreich zu überdecken, um sie vor Zerstörung zu
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TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
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schützen und verborgen zu halten, um ihren Erhalt über viele Jahrtausende als Botschaft
für die Nachwelt zu sichern.
Die hier aufgeführte weitgefaßte Argumentation stellt die bisher umfassendste, stimmigste
und mit konkreten Beweisen am meisten unterbaute Konzeption einer Atlantis-
Theorie dar, in die sich andere Theorien (wie z B. Spanuth’s bronzezeitliches Atlantis,
Deruelle’s Atlantis-Theorie, Machalett’s Externsteindreieck usw.) sowie unzählige
weitere Einzelerkenntnisse der unabhängigen Atlantisforschung und archäologische
Entdeckungen der verschiedenen vorgeschichtlichen Kulturepochen, die hier nicht alle
ausgeführt werden konnten, integrieren lassen.
Diese hier erstmals veröffentlichte Atlantis-Theorie erhebt aber längst keinen Anspruch
auf vollständige Beweisführung. Es ist damit jedoch zum erstenmal eine Gesamtperspektive
und ein umfassendes und schlüssiges Leitkonzept zur Atlantis-
Thematik vorhanden, das bis ca. 12.500 v.Chr. zurückreicht und durch das wesentliche,
bisher unberücksichtigte Aspekte und isoliert dastehende Einzeltheorien des Atlantis-
Rätsels in einen konstruktiven Gesamtzusammenhang gestellt werden, in das
nun alle anderen wahrheitssuchenden Vorgeschichtsforscher ihre Erkenntnisse einbringen
und so das vorgeschichtliche Mosaik immer weiter komplettieren können.
Es gibt noch viele Einzelerkenntnisse und Entdeckungen von unabhängigen Vorgeschichtsforschern,
welche sich in die hier dargestellte Atlantis-Theorie integrieren lassen
und diese somit unterbauen würden, doch konnten wir davon im Rahmen dieses
REICHSBRIEFS nur einen Teil wiedergeben. Zwar gibt es auch noch viele einzelne
weiße Flecken auf dem Gebiet der Atlantisforschung, doch schon die hier in dieser
Schrift dargestellten Erkenntnisse belegen ausreichend und eindeutig, daß die nordischen
Atlanter mit ihren kulturellen Zentren auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands
(Bereich Externsteine, Nord- und Ostseeraum) schon seit frühesten Zeiten die
Megalithkultur und damit auch die Sonnenreligion und den Sternenkult von hier aus
dem nordischen Raum in andere Teile der Welt verbreitet haben. Mit dieser Schrift
vollzieht sich eine epochale Wende in der Atlantisforschung.
Unzweifelhaft ist nun klar, daß die Begründer der Zivilisation aus dem nordischen
Raum kamen und daß die von der „Ex-Oriente-Lux“- bzw. der Mesopotamien-
Doktrin beherrschten Auffassungen der etablierten Wissenschaft über die kulturellen
Entwicklungen in der Vorgeschichte völlig an der Wirklichkeit vorbeigehen und nur
noch von Ignoranten vertreten werden können. Atlantis ist nun definitiv keine vorgeschichtliche
Phantasterei mehr – Atlantis ist konkrete deutsche und europäische
Frühgeschichte und die atlantische Kultur die Wurzel des Deutschtums! Das geistige
Fundament des Abendlandes ist nicht das sogenannte Christentum, auch nicht die
griechische Kultur und schon gar nicht die „Aufklärung“, sondern Atlantis – die nordisch-
atlantischgermanische Kultur! Zentralheiligtum, bedeutendste Kultstätte und
Herz des gesamten Abendlands sind die Externsteine in Westfalen!
Wie unsere Ausführungen zeigen, wird die Geschichte unseres Planeten, aber auch der
großkulturellen Entwicklungen in ganz entscheidender Weise von zyklisch wiederkehrenden
Kataklysmen bestimmt, zu denen noch weitere andere, unregelmäßig eintretende
kosmische Katastrophen wie z.B. Asteroideneinschläge zu zählen sind. Das
Thema Katastrophismus wurde von der etablierten Wissenschaft bisher fast völlig verdrängt,
und es soll auch weiterhin verschwiegen werden, weil es ansonsten zu unliebREICHSBRIEF
NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
TEIL IV – Ein anderer Ansatz, sich dem Atlantisthema zu nähern
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samen Erkenntnissen kommen könnte – nicht nur in Atlantis-Thematik, sondern auch
bezüglich der aktuellen kosmischen Bedrohung durch Nibiru.
Eine Randerkenntnis, zu der man ganz automatisch gelangt, wenn man sich mit der
Atlantis-Thematik tiefergehend auseinandersetzt, ist die Tatsache, daß die von den
Politikern und ihren wissenschaftlichen Erfüllungsgehilfen betriebene Panikmache vor
einer angeblich drohenden „Klimakatastrophe“ völlig übertrieben ist, denn Tatsache
ist: Nichts ist so kontinuierlich wie der Klimawandel! – das zeigen sämtliche seriösen
Klimakurven der Klimaentwicklung in den letzten Jahrtausenden und ebenso viele
Funde im nordischen Raum, mit denen sich in der Zeit um 3.000 v.Chr. in Südschweden
sogar die Kultivierung von Weintrauben sowie auch eine bis zum Polarkreis reichende
Laubwaldgrenze nachweisen lassen. Laßt Euch also nicht verrückt machen und
fallt nicht auf das dumme Geschwätz vom Treibhauseffekt hinein, außerdem ist CO2
definitiv kein Treibhausgas, kein Luftschadstoff und erst recht kein „Klima-
Killer“!
Die Enthüllung des Atlantis-Rätsels führt in den verschiedensten Bereichen zu enormen
Erkenntnissprüngen, und je mehr man sich damit auseinandersetzt, desto deutlicher
wird dies. Zum Beispiel können nur diejenigen die Geschichte und die Bedeutung
des Judentums erst richtig verstehen und die vielen darin enthaltenen und damit verbundenen
Lügen durchschauen, die zuvor auch den nordisch-atlantischen Hintergrund
der ursprünglichen Einwohnerschaft Palästinas kennen, wie das Kapitel Die Geschichte
des „Volkes Israel“ in diesem REICHSBRIEF deutlich macht.
Die reichstreuen deutschen Patrioten haben lange gegrübelt, auf welcher großen
Idee und auf welcher Geistigkeit das neue Deutsche Reich zu gründen sei. Auch
die Zeit dieser Ungewißheit ist nun vorbei, denn die Lösung der Atlantis-Frage
liefert den Reichsgründungsmythos mit allem was dazu gehört gleich mit, denn
letztendlich ist die bevorstehende Wiederbegründung des Deutschen Reichs
nichts anderes als die Wiedergeburt von ATLANTIS. Das Wissen um die atlantischen
Großkulturen zeigt den deutschen Patrioten u.a. auch, mit welchen souveränen
Reichen sich das Deutsche Reich zu verbünden hat – mit dem Russischen Reich im
Osten und mit dem Französischen Reich im Westen, denn der Kern sowohl des russischen
als auch des französischen Volkes stammt von Nachfahren der Atlanter ab.
Weil der Durchbruch der Wahrheit über Atlantis und damit über die europäische und
speziell die deutsche Vorgeschichte in der öffentlichen Wahrnehmung für die Vertreter
der offiziellen Lehrmeinung recht unangenehm ist, aber vor allem weil dadurch das
gesamte weltanschauliche Fundament (Gott-, Menschen-, Welt- und Geschichtsbild)
zerschlagen wird, auf dem das bestehende materialistisch-derterministische, vom Finanzjudentum
(Groß-Zionisten) kontrollierte Macht- und Glaubenssystem beruht,
werden bis heute sämtliche Erkenntnisse der unabhängigen Atlantisforschung, die auf
Atlantis in Deutschland und im nordischen Raum hinweisen, mit allen Mitteln totgeschwiegen
und unterdrückt.
Diese Unterdrückung hat vor allem der tapfere Einzelkämpfer Jürgen Spanuth zu
spüren bekommen, dem die Atlantis- und die gesamte Vorgeschichtsforschung so viel
zu verdanken hat. Jürgen Spanuth hat in einer unermüdlichen Kraftanstrengung über
Jahrzehnte als Einzelkämpfer gegen große Widerstände der etablierten Fachwissenschaft
und den Ungeist der Zeit eine außerordentlich herausragende wissenschaftliche
REICHSBRIEF NR. 7 NEUE GEMEINSCHAFT VON PHILOSOPHEN
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Leistung vollbracht, welche die größte Revolution in der Geschichtsschreibung
eingeleitet hat. Auch wenn nach heutigem Erkenntnisstand er seinerzeit die Atlantis-
Thematik noch nicht in Gänze erfassen konnte und daher in seinen Arbeiten einzelne
Punkte korrigiert werden müssen, ist es zweifelsfrei Jürgen Spanuth, dem mit seinen
Erkenntnissen zum bronzezeitlichen Atlantis der größte Durchbruch in der Atlantis-
Forschung gelungen ist! Jürgen Spanuth war seiner Zeit weit voraus und hat sich
um die geistig-kulturelle Identitätsfindung Europas und die Rettung der abendländischen
Kultur in außerordentlicher Weise verdient gemacht – wir danken ihm dafür von
ganzem Herzen.